Wirtschaft

Ladeinfrastruktur in Berlin "Das passt nicht zur Hauptstadt"

237178204.jpg

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Auch wenn Share-Now-CEO Olivier Reppert in seiner Heimatstadt Berlin nicht unbedingt ein Auto braucht, spricht er sich für Carsharing aus. Städte mit gutem Nahverkehrssystem seien die erfolgreichsten Märkte. Nur bei der Elektromobilität läuft es noch nicht.

Olivier Reppert braucht kein Auto mehr. Er fährt jedes Jahr mehr als 1.000 Kilometer mit dem Rad. Sollte er mal ein Auto brauchen, nutzt er Carsharing. Als Chef des Carsharing-Anbieters Share Now ist das sicher erwartbar. Aber seine Frau habe noch ein kleines Auto. Mit zwei sehr kleinen Kindern "muss ich zu Hause immer zugeben, dass mit dem Kindersitz selbst 300 Meter zum nächsten Auto schon viel verlangt ist", sagt Reppert im ntv-Podcast "So techt Deutschland".

Ein gut ausgebautes Nahverkehrssystem, wie in seiner Heimatstadt Berlin, sei eine gute Unterstützung für Carsharing-Anbieter. "Die Städte, die die besten öffentlichen Verkehrsmittel haben, sind auch diejenigen, wo wir am erfolgreichsten sind im Carsharing", erklärt der Manager.

SHARENOW_Reppert-1.jpg

Olivier Reppert ist CEO des Carsharing-Anbieters Share Now.

(Foto: Share Now)

Ein Problemfeld hierbei sei aber das Thema Elektromobilität. 11.000 Fahrten am Tag werden bei Share Now inzwischen vollelektrisch abgewickelt. Doch ausgerechnet in Berlin sei die Unterstützung für Carsharing nicht optimal, so Reppert. "Das fängt an mit der Problematik der Parkgebühren. Aber auch mit der Ladeinfrastruktur für Elektroautos." Diese sei nicht so, dass sein Unternehmen eine vollelektrische Flotte betreiben könne, klagt er. Inzwischen habe man das Thema "vollelektrisch" in Berlin aufgeben. Berlin habe seine Aufgabe, eine Ladeinfrastruktur einzurichten, nicht erfüllt. "Wenn der Partner nicht mitzieht, dann finde ich es auch wichtig, dass wir da Konsequenzen ziehen. Wir finden auch, dass es überhaupt nicht zu einer Hauptstadt passt", sagt der Share-Now-Chef im Podcast.

Mehr zum Thema

Der Einsatz von eigener Technologie sei wichtig für sein Unternehmen. "Carsharing ohne eigene Technologie und KI zu betreiben, wäre wie Tickets für Konzerte zu verkaufen und keine Ahnung von Musik zu haben", sagt Reppert. Aus diesem Grund entwickele man die KI und die Algorithmen selbst. Bei 18 Millionen vermittelten Fahrten in 16 Städten sei es wichtig zu wissen, wo, wann und in welcher Straße Nachfrage entstehe. Also wann wäre der ideale Zeitpunkt, um ein Auto zu reinigen, zu tanken oder zu laden. "Dann zu wissen, wo muss ich das Auto hinstellen, damit es nicht lange rumstehen wird", sei wichtig für das Unternehmen, so der Share-Now-Chef.

Wie Olivier Reppert das Potenzial für ein Angebot in kleineren Städten sieht und was er über die Pleite der neuen Führerschein-App denkt, erzählt er in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der ntv App, bei RTL+ Musik, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen