Wirtschaft

Kündigungsschutz verlängert Post zahlt Tarifbeschäftigten mehr

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Die 140.000 Tarifbeschäftigten der Post bekommen mehr Geld.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

In der Corona-Krise erfährt der Online-Handel nochmals einen Schub. Und wer die Paketflut bewältigen muss, verdient gutes Geld. Davon sollen nun auch die Post-Beschäftigten etwas abbekommen.

Die Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi haben sich mitten in der Corona-Krise auf Lohnerhöhungen für die 140.000 Tarifbeschäftigten verständigt. Die Einigung sehe bei einer Laufzeit von 28 Monaten vor, dass die Löhne und Gehälter zum 1. Januar 2021 um drei Prozent und am 1. Januar 2022 noch einmal um zwei Prozent steigen, teilten Post und Verdi mit.

Zusätzlich sollen Vollzeitbeschäftigte im November 2020 eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro erhalten, hieß es weiter. Der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen wurde bis Ende 2023 verlängert. Die Auszubildenden und Dual-Studierenden erhalten monatlich insgesamt 90 Euro mehr - zahlbar in zwei Schritten - und die Postzulage für die verbeamteten Post-Beschäftigten wird bis Ende 2022 fortgeschrieben.

Verdi hatte ursprünglich eine lineare Erhöhung der Löhne um 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert und dies mit Warnstreiks unterstrichen. Die Post hatte diese Forderung für zu hoch befunden und etwa auf Einbußen bei der Werbepost sowie auf die insgesamt schwächelnde Konjunktur verwiesen.

Zuletzt sah es trotz der Pandemie aber gut aus für den Bonner Konzern: Im zweiten Quartal 2020 kletterten die Erlöse mit Briefen und Paketen in Deutschland um sieben Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Die Einnahmen des Gesamtkonzerns hatten im ersten Halbjahr auf Jahressicht um zwei Prozent zugelegt. Der Gewinn aber war um gut ein Drittel eingebrochen.

Vor allem der Online-Handel florierte. Die Geschäftsschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hätten dem Paketgeschäft seit Ende März starke Wachstumsraten beschert, hatte der Dax-Konzern mitgeteilt. "Unser Unternehmen ist besser aufgestellt als jemals zuvor, und ich bin zuversichtlich, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen werden", hatte Konzernchef Frank Appel gesagt.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts/AFP