Wirtschaft

300 Züge stehen herum Probleme bei der Bahn bremsen Güterverkehr aus

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Ein Zug mit Neuwagen steht auf einem Gleis in Magdeburg.

(Foto: picture alliance / dpa-Zentralbild)

Nicht nur globale Phänomene stören Lieferketten in Deutschland, auch die Deutsche Bahn hat daran offenbar ihren Anteil. So sollen aufgrund zahlreicher Probleme derzeit bis zu 300 Güterzüge auf freier Strecke herumstehen und nicht vorankommen. Die Politik pocht auf eine Generalsanierung.

Das Bundesverkehrsministerium erhöht den Druck auf das Management der Deutschen Bahn, die chaotischen Zustände im Schienenverkehr bald in den Griff zu bekommen. Während viele Kunden im Fernverkehr teilweise stundenlange Verspätungen beklagen, ist die Situation im Güterschienenverkehr noch deutlich dramatischer. Dort sind selbst tagelange Verspätungen inzwischen keine Seltenheit mehr. Derzeit stünden 300 Züge mindestens einen Tag auf freier Strecke herum, in einzelnen Fällen sogar bis zu zwei Wochen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf Branchenkreise. Die Lokführer müssten die Züge dann auf Überholgleisen parken und sich auf die nächste Straße durchkämpfen, um irgendwie nach Hause zu kommen.

Die Gründe dafür sind vielschichtig: Das Baustellenmanagement der Deutschen Bahn gilt schon seit Jahren als schlecht und ineffektiv, hinzu kommt eine mangelhafte Kommunikation und Koordination. Ein Lokführer berichtet, dass er stundenlang damit beschäftigt ist, Züge ausfindig zu machen, anstatt sie planmäßig über die Schienen zu lenken.

"Die Situation hat sich in den letzten Wochen dramatisch zugespitzt" warnt der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Michael Theurer im Gespräch mit der "FAZ". "Wir brauchen dringend eine Inventur und dann eine Generalsanierung. Es muss unter dem rollenden Rad saniert werden."

Krisengespräch mit der Industrie

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In der vergangenen Woche hat nach "FAZ"-Informationen ein Krisengespräch zwischen dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Bahn stattgefunden, weil die Kunden nicht mehr gewillt sind, wochenlang auf Produkte zu warten. Dabei soll zumindest Einigkeit bestanden haben, dass sich etwas ändern müsse, heißt es aus Teilnehmerkreisen. Doch es fehlt allerorten die Zuversicht, dass dies bald geschehen kann.

Die Warnung an das Bahn-Management trifft den Konzern in einer Zeit, in der der Staatskonzern durch das 9-Euro-Ticket und durch die ambitionierten Ziele der Politik für die Steigerung der Passagier- und Güterverkehrszahlen in arger Bedrängnis ist. Ende April hat der bisherige Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla sein Amt niedergelegt, seitdem wird ein Nachfolger gesucht. Er soll in der Aufsichtsratssitzung nächste Woche ernannt werden. "Es warten riesige Aufgaben auf den neuen Infrastrukturvorstand", betont Theurer. "Von ihm erwarte ich eine schonungslose Bestandsaufnahme, die auch veröffentlicht werden muss."

Quelle: ntv.de, als

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