Wirtschaft

Gas für 400 Milliarden Dollar Putin und Xi feiern Mega-Pipeline

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Der russische Teil der Mega-Gasleitung ist bereits fertiggestellt.

(Foto: REUTERS)

Mit Kosten von etwa 50 Milliarden Euro ist die Pipeline Sila Sibiri die bisher teuerste Gasleitung Russlands. Profitieren soll davon auch China, das mit der Fertigstellung noch hinterherhinkt. Auf russischer Seite indes ist das Projekt startklar. Und das feiern die Staatschefs Putin und Xi vom Sessel aus.

Russland und China haben die Fertigstellung der Pipeline Sila Sibiri ("Kraft Sibiriens") gefeiert, die spätestens ab 2023 die Volksrepublik mit Erdgas versorgen soll. Es handle sich um ein "wahrhaft historisches Ereignis nicht nur für den Energiemarkt weltweit, sondern für Russland und China", sagte der russische Präsident Wladimir Putin bei einer im russischen Fernsehen übertragenen Videokonferenz mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

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Chinas Staatschef Xi und Russlands Präsident Putin haben Sila Sibiri per Videobrücke in Betrieb genommen.

(Foto: REUTERS)

Der Bau der mehr als 2000 Kilometer langen Gasleitung hatte 2014 begonnen. Die Fertigstellung der Leitung auf chinesischer Seite ist 2022 bis 2023 geplant - sie soll das Gas vom sibirischen Teil Russlands bis nach Shanghai bringen.

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte die Kosten für die längste Gasleitung im Osten Russlands mit 55 Milliarden US-Dollar (rund 50 Mrd Euro) veranschlagt - rund fünfmal so viel wie die umstrittene neue Ostseepipeline Nord Stream 2. Diese soll 9,5 Milliarden Euro kosten und bis Ende des Jahres fertig sein. Sila Sibiri ist damit die bisher teuerste Gasleitung Russlands.

Jährlich 38 Milliarden Kubikmeter Gas für China

Im Mai 2014 hatte Gazprom nach langem Ringen um Preise einen riesigen Liefervertrag mit dem chinesischen Konzern CNPC geschlossen. Er wird auf einen Wert von mehr als 400 Milliarden Dollar (363 Milliarden Euro) geschätzt. 30 Jahre lang sollen jährlich 38 Milliarden Kubikmeter Gas nach China gepumpt werden. Das sind derzeit 9,5 Prozent des dortigen Verbrauchs.

In Betrieb genommen wird zunächst ein Teilstück mit 2157 Kilometern Länge. Die Gesamtlänge soll am Ende bei 3000 Kilometern liegen. Russland setzt vor allem auf den wachsenden Energiehunger in China. Europa bleibt aber für Gazprom der wichtigste Exportmarkt - mit 201,7 Milliarden Kubikmetern im vergangenen Jahr.

Neben Sila Sibiri und Nord Stream 2 rüstet sich Russland auch für den Start der Pipeline Turkish Stream (TurkStream), die Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im Januar gemeinsam in Betrieb nehmen wollen.

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Quelle: n-tv.de, cri/AFP/dpa

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