Wirtschaft

Standortverkäufe an Edeka Real-Zerschlagung beschäftigt das Kartellamt

58c62fec592be769f3c59c450c0a1803.jpg

Das Bundeskartellamt nimmt die geplante Übernahme von Real-Standorten durch Edeka genauer unter die Lupe.

(Foto: imago images/Steinach)

Seit vergangenem Jahr will Metro seine Tochter Real loswerden. Mehr als 80 Standorte der Supermarktkette soll Edeka erhalten. Nun schaltet sich allerdings das Bundeskartellamt in das geplante Geschäft ein.

Die rund 34.000 Beschäftigten der Supermarktkette Real werden in diesem Jahr keine Klarheit mehr über ihre Zukunft bekommen: Das Kartellamt hat eine umfassende Prüfung des Verkaufs von Märkten der Metro-Tochter an den Konkurrenten Edeka eingeleitet. Es seien weitere Ermittlungen zu den Auswirkungen der Übernahme nötig, teilte die Bonner Behörde mit.

Die Untersuchung laufe deshalb nach aktuellem Stand bis zum 28. Februar 2020. Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka will 87 Real-Standorte übernehmen. Aber auch der Rivale Tegut greift ebenso wie die bayerische Unternehmensgruppe V-Markt nach Real-Märkten.

Der Real-Mutterkonzern Metro will die Supermarktkette an ein Konsortium um den Immobilien-Investor Redos verkaufen. Metro-Chef Olaf Koch hatte Real vor einem Jahr ins Schaufenster gestellt. Die Kette passt nicht zu seiner Strategie, den Düsseldorfer Konzern auf das Geschäft rund um den Großhandel zu konzentrieren. Das Kartellamt hatte die Pläne für die Übernahme durch Redos bereits genehmigt.

Marke Real soll bleiben

Redos will Insidern zufolge mehr als 50 der über 270 Real-Märkte weiter betreiben, die Marke Real soll erhalten bleiben. Die übrigen Standorte sollen an Konkurrenten gehen. Der geplante Verkauf an andere Händler muss aber ebenfalls vom Kartellamt gebilligt werden. Darunter fällt auch die Prüfung der Übernahme-Pläne Edekas. Klarheit, welche Märkte Edeka übernehmen kann, herrscht erst nach dem Ende der Prüfung durch die Kartellwächter. Diese schauen sich Übernahmen im von wenigen großen Handelskonzernen geprägten deutschen Einzelhandel in der Regel sehr genau an.

Erst wenn das Bundeskartellamt seine Prüfungen beendet habe, "können wir verbindlich klären, welche Märkte an welche Händler abgegeben werden und welche bei Real bleiben", hatte Metro-Chef Koch in einem Brief an die Real-Mitarbeiter erklärt. Arbeitnehmervertreter hatten immer wieder betont, die Beschäftigten bräuchten endlich Klarheit über ihre Zukunft.

Neben Redos buhlt aber auch ein Konsortium um den Investor X+Bricks um Real. Dieses hatte seine Offerte jüngst aufpoliert: "X+Bricks hat ein nochmals verbessertes Angebot abgegeben", hatte ein Sprecher vergangene Woche gesagt. Daraufhin hatte eine Metro-Sprecherin deutlich gemacht, dass Metro die Verhandlungen mit Redos mit Hochdruck fortführen werde, "um diese möglichst in den kommenden Wochen abzuschließen."

Quelle: ntv.de, cri/rts