Wirtschaft

Im Hurrikan gestrandet Reiseveranstalter fliegen Kuba-Touristen aus

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Der Strand von Varadero nach dem "Irma": Der Hurrikan hat den kubanischen Tourismus schwer getroffen.

(Foto: dpa)

Sturmtief "Irma" hinterlässt eine Schneise der Verwüstung: In den vom Hurrikan getroffenen Urlaubsregionen in der Karibik bemühen sich Reiseanbieter wie Tui, Thomas Cook und DER darum, Touristen zurück in die Heimat zu bringen.

Der Touristikkonzern Tui hat wegen des Wirbelsturms "Irma" Reisen nach Varadero in Kuba bis einschließlich Montag kommender Woche abgesagt. Das Unternehmen kündigte an, die etwa 600 Urlauber, die ihre Kuba-Reise bei Tui gebucht hatten, "so schnell wie möglich nach Hause zu fliegen". Grund dafür sei, dass durch die Schäden, die der Hurrikan verursacht habe, das gebuchte Angebot nicht erbracht werden könne.

Wer eine Reise mit einem Ankunftsdatum bis zum 18. September gebucht habe, bekomme seinen Reisepreis zurück, erklärte Tui Deutschland. An seinen Warnungen für Florida hielt der Reiseanbieter fest. Wer in den kommenden Tagen dorthin reisen wolle, möge "dringend" seine Absichten überdenken, hieß es wie bereits schon Ende vergangener Woche. Florida-Reisende können bis einschließlich Donnerstag kostenlos umbuchen oder stornieren.

Schwere Sturmschäden auf Kuba

Mit Blick auf die Lage in den vom Sturm betroffenen Urlaubsregionen auf Kuba will auch der Touristikkonzern Thomas Cook alle Reisenden aus den vom Hurrikan getroffenen Gebieten "schnellstmöglich zurückholen". Die Infrastruktur auf den der Nordküste Kubas vorgelagerten Inseln Cayo Cocos, Cayo Guillermo und Cayo Santa Maria seien "nachhaltig beschädigt", teilte der Reiseanbieter mit. "Alle Reisen bis 31. Oktober 2017 in diese Region werden abgesagt."

Die besonders gefährdeten Inseln seien bereits vor dem Sturm "in enger Abstimmung mit den örtlichen Behörden vollständig evakuiert" worden. Touristen seien vorsorglich in sichere Unterkünfte nach Varadero gebracht worden. "Alle Gäste sind wohlauf und werden über ihre Reiseleitung über die aktuellen Entwicklungen informiert", hieß es.

Urlaub in der Dominikanischen Republik

Für Florida gelte weiterhin der Notstand, betont Thomas Cook. Teile Südfloridas, darunter die Florida Keys, sowie die Küstenbereiche Miamis und Teile der Golfküste wurden evakuiert. Betroffene Gäste von Thomas Cook wurden in Hotels in Orlando untergebracht. Vor diesem Hintergrund sagt Thomas Cook alle Florida-Reisen bis einschließlich 18. September 2017 ab.

In einer weiteren Urlaubsregion, der Dominikanischen Republik, seien dagegen "kaum Sturmschäden zu verzeichnen", hieß es weiter. "Ein regulärer Hotelbetrieb ist gewährleistet." Eine kostenfreie Stornierung oder Umbuchung sei unter Umständen dennoch möglich. Auch der Reisekonzern DER Touristik will bis Montag kommender Woche keine Urlauber nach Florida und Kuba bringen. Gäste mit geplanten Reisen in diesem Zeitraum erhielten ihr Geld zurück, hieß es.

Vom Hurrikan zum Tropensturm

Urlaubern vor Ort hilft der Anbieter bei Umbuchungen oder Heimreisen. "Irma" hatte auf seinem Weg durch die Karibik Richtung USA schwere Verwüstungen angerichtet. Am Sonntag erreichte er den US-Bundesstaat Florida. Mittlerweile hat sich das Unwetter deutlich abgeschwächt: US-Meteorologen stuften "Irma" zu Wochenbeginn zum tropischen Sturm herab.

Das US-Hurrikanzentrum berichtete am Morgen (Ortszeit Florida, 14.00 Uhr MESZ), "Irma" werde vom nördlichen Florida mit 30 Kilometern pro Stunde Richtung Georgia ziehen und voraussichtlich am Dienstag Alabama erreichen. Dort dürfte das Sturmtief weiter an Kraft verlieren.

Großflächige Überschwemmungen

Zunächst jedoch bleiben die Blicke von Anwohnern und Behörden auf die Ostküste Floridas und die weiter nördlich gelegenen Küsten der Staaten Georgia und South Carolina gerichtet. Fernsehbilder zeigten, wie "Irma" Wassermassen hüfthoch in die Stadt Jacksonville in Florida drückte. Den Angaben zufolge müssen auch Küstenorte Orte wie Savannah oder Charleston mit Fluten rechnen.

Über Festland schwächen sich Hurrikane ab, weil sie keine neue Energie mehr ziehen können. Das Hurrikanzentrum stuft den Sturm dann offiziell herunter. Die niedrigere Einstufung gilt vor allem für Windgeschwindigkeiten, der Sturm bleibt aber allein aufgrund der zu erwartenden Niederschläge und der Gefahr durch Sturmfluten weiter gefährlich.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa