Wirtschaft

Rückzug aus Russland-Geschäft Renault verkauft Avtovaz-Anteile für einen Rubel

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Renault hatte wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine Ende März den Betrieb in seinem Werk in Russland eingestellt

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Der französische Autobauer Renault zieht sich immer weiter aus Russland zurück. Nachdem die Fließbänder im eigenen Werk in Moskau bereits stillstehen, gibt das Unternehmen die Mehrheitsbeteiligung beim größten russischen Autohersteller ab.

Renault trennt sich von seiner Mehrheitsbeteiligung an dem russischen Lada-Hersteller Avtovaz. Der französische Autobauer werde seine 68-prozentige Beteiligung für eine symbolische Summe von einem Rubel an ein russisches Wissenschaftsinstitut übertragen, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den russischen Industrie- und Handelsminister Denis Manturow.

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Die Beteiligung am Moskauer Werk werde auf die Stadtverwaltung übergehen. Renault habe das Recht, die Anteile innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre zurückzukaufen. Sollte Russland jedoch innerhalb dieser Zeit Investitionen in Avtovaz stecken, werde das bei den Kosten berücksichtigt. "Hier gibt es keine Geschenke", sagte Manturow. Der französische Autobauer und die französische Regierung, die einen Anteil von 15 Prozent an Renault hält, lehnten eine Stellungnahme ab.

Russland ist nach Europa der zweitgrößte Markt der Renault-Gruppe. Das Unternehmen hatte anlässlich des russischen Angriffs auf die Ukraine die Produktion in seinem Moskauer Werk bereits Ende März eingestellt. Renault hatte in den vergangenen Jahrzehnten Milliarden in Russland investiert. 2016 hatte der Konzern die Mehrheit an Avtovaz übernommen. Der Hersteller der zwei meistverkauften Autos in Russland, dem Lada Vesta und Granta, hat in Russland einen Marktanteil von mehr als 28 Prozent. Avtovaz betreibt in Togliatti im Südwesten Russlands ein Werk mit 35.000 Mitarbeitern.

Renault war von den westlichen Sanktionen besonders betroffen, da der russische Staatskonzern Rostec Minderheitsaktionär des Lada-Herstellers Avtovaz ist. Rostec wird von Sergej Tschemesow, einem Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, geleitet.

Die Russland-Abhängigkeit macht dem französischen Autobauer zu schaffen. Im ersten Quartal waren die Verkäufe um 17 Prozent auf 552.000 Fahrzeuge eingebrochen. Das Unternehmen hatte in seiner Jahresprognose bereits das Ziel für den angepeilten Jahresgewinn um 2,2 Milliarden Euro nach unten korrigiert, um den möglichen Wegfall des Russland-Geschäfts aufzufangen.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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