Wirtschaft

Wirtschaft schrumpft weiter Rezession hat Griechenland im Griff

Griechenland bewegt sich hinsichtlich des Wirtschaftswachstum weiter im roten Bereich. Dafür verantwortlich ist die lange Hängepartie um Finanzhilfen im Sommer. Allerdings fällt die Flaute weniger kräftig aus als befürchtet.

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"Die Verunsicherung hat deutlich auf die Investitionen durchgeschlagen."

(Foto: picture alliance / dpa)

Das monatelange Ringen mit den Geldgebern aus der Eurozone kommt Griechenland teurer zu stehen als bislang angenommen. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte von Juli bis September um 0,9 Prozent zum Vorquartal, weil die zeitweise Schließung der Banken Exporte, Investitionen und Konsum dämpfte. Eine erste Schätzung hatte lediglich ein Minus von 0,5 Prozent ergeben, erklärte das Statistikamt in Athen.

Allerdings ist das Ergebnis immer noch besser als von Analysten vorausgesagt: Diese waren ursprünglich von einem Einbruch von 2,7 Prozent ausgegangen. Noch im Frühjahr war die Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen. Doch im Sommer wurden die Banken drei Wochen lang geschlossen, was die Konjunktur belastete.

Investitionen und Ausfuhren brachen in den drei Sommermonaten um jeweils rund sieben Prozent ein. "Die Verunsicherung hat deutlich auf die Investitionen durchgeschlagen", sagte Ökonom Nikos Magginas von der National Bank. "Die Kapitalkontrollen haben die Exporte sinken lassen."

Steigende Exporte erwartet

Die Flaute fällt nach Prognosen der Regierung aber weniger heftig aus als zunächst befürchtet. In diesem Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnieren und 2016 um 0,7 Prozent schrumpfen. Zuvor hatte die Regierung einen Rückgang von 2,3 Prozent für 2015 und von 1,3 Prozent für nächstes Jahr vorhergesagt. "Die Wirtschaft dürfte besser abschneiden als lange erwartet", sagte Eurobank-Ökonom Platon Monokroussos.

Ein robuster Konsum und steigende Exporte dürften dazu beitragen. Die internationalen Geldgeber haben vor wenigen Tagen zwölf Milliarden Euro für Griechenland freigegeben, das im Gegenzug neue Reformen beschloss. Um weitere Gelder aus dem 86 Milliarden Euro großen Hilfspaket zu bekommen, müssen bis 11. Dezember noch 13 Maßnahmen vom Parlament zugestimmt werden. Geldgeber und Regierung seien sich über die Liste einig, schrieb die  Tageszeitung "Kathimerini".

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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