Wirtschaft

Öl-Zufuhr nach China Russland liefert mehr Öl als Saudi-Arabien

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Mit dem Öl-Terminal Kozmino bei Wladiwostock drängt Russland auf den asiatischen Markt.

(Foto: REUTERS)

Die Russen lösen die Saudis als größte Öl-Lieferaten Chinas ab - auch weil immer mehr kleinere chinesische Betriebe das Nachbarland als Lieferanten entdecken. Für die Chinesen bietet das russische Rohöl einen entscheidenden Vorteil.

Russland hat 2016 zum ersten Mal mehr Öl nach China geliefert als Saudi-Arabien. Wie aus Pekinger Zollstatistiken hervorgeht, stiegen die russischen Rohöl-Ausfuhren in die Volksrepublik im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Viertel auf 1,05 Millionen Fass pro Tag ("barrels per day" / bpd).

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Saudi-Arabien exportierte mit 1,02 Millionen bpd zwar nur etwas weniger dorthin, der Umfang ging aber im Jahresvergleich um 0,9 Prozent zurück. Während der Golfstaat dank langfristiger Verträge weiter auf Stammkunden unter den großen staatlichen Raffinerien zählen kann, haben inzwischen kleinere chinesische Betriebe Russland als Lieferanten für sich entdeckt.

Diese wegen ihrer geringen Kapazität in China als "Teekannen" bezeichneten Raffinerien hatten erst Ende 2015 die Erlaubnis erhalten, Erdöl zu importieren. Für sie bietet der Rohstoff aus Russland unter anderem den Vorteil, dass er über die im Nachbarland gelegenen Häfen in kleineren und damit leichter zu verarbeitenden Mengen geliefert werden kann.

Produktionskürzungen sollen Märkte stabilisieren

Nicht zuletzt unter dem Druck westlicher Sanktionen im Streit über den Ukraine-Konflikt orientiert sich die russische Wirtschaft insgesamt stärker nach China. Im Ölgeschäft mit China hat Russland Experten zufolge gute Chancen, Saudi-Arabien auch in diesem Jahr zu übertrumpfen. So baut Russland seine Exporte über die Ostsibirien-Pazifik-Pipeline aus, die Öl nach Asien pumpt. Hinzu kommen die Auswirkungen der Opec-Förderbremse, die in hohem Maß den Großexporteur Saudi-Arabien betreffen.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hatte sich angesichts des Ölpreisverfalls Ende November darauf verständigt, mit Produktionskürzungen die Preise am Weltmarkt zu stabilisieren. Die Exporte aus Saudi-Arabien nach China brachen den chinesischen Zolldaten zufolge im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast ein Fünftel ein, die russischen Ausfuhren stiegen im selben Zeitraum um knapp fünf Prozent.

Quelle: ntv.de, jki/rts