Wirtschaft

Handelsvolumen im Osten gesunken Sachsen spürt Russland-Sanktionen

imago91769882h.jpg

(Foto: imago images / ITAR-TASS)

Seit 2014 ist der Ukraine-Konflikt ökonomisch auch in Deutschland spürbar. Die scharfen Sanktionen der EU gegen Russland beeinträchtigen die hiesige Wirtschaft, insbesondere im Osten.

Fünf Jahre Russland-Sanktionen haben der Wirtschaft in Ostdeutschland deutlich mehr geschadet als den Unternehmen im Westen. Nach einer aktuellen Aufstellung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft ging das Handelsvolumen Sachsens zwischen 2013 und 2018 mit 72,5 Prozent am stärksten zurück. In den fünf ostdeutschen Ländern zusammen, Berlin ausgenommen, waren es durchschnittlich 28,7 Prozent. In Westdeutschland schrumpfte der Warenaustausch dagegen nur um 17 Prozent.

Der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, Michael Harms, führt das starke Gefälle vor allem darauf zurück, dass ostdeutsche Maschinenbauer sehr stark auf Russland ausgerichtet waren. "Das sind keine Großkonzerne, das sind alles Mittelständler, und die Ausfälle haben dann schon eine enorme Bedeutung", sagte er. "Es gibt Maschinenbauer aus Ostdeutschland, die ganz verzweifelt bei uns angerufen haben, weil der Verlust von Großprojekten sie in arge wirtschaftliche Schwierigkeiten bringt."

Harms betonte aber, dass der Rückgang im Handel die Sanktionsfolgen nicht eins zu eins abbilde. Es gebe auch indirekte Effekte: "Viele deutsche Firmen sagen zum Beispiel, in solch einem politischen Umfeld schieben wir ein strategisches Investitionsprojekt in Russland auf die lange Bank. Oder die russische Regierung sagt: Wir orientieren uns dann doch lieber in Richtung China. Diese Effekte sind sehr schwer zu beziffern."

Handels- und Investitionsbeschränkungen seit 2014

Der größte Teil der scharfen EU-Sanktionen gegen Russland wegen des blutigen Konflikts in der Ost-Ukraine sowie der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim ist am 31. Juli seit fünf Jahren in Kraft. Russland hat im Gegenzug auch Strafmaßnahmen gegen die Länder der Europäischen Union verhängt. Den Gesamtschaden schätzt der Ostausschuss auf einen dreistelligen Milliardenbetrag.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte vor wenigen Wochen mit seiner Forderung nach einem Ende der Sanktionen für Aufsehen gesorgt. Beim EU-Gipfel in Brüssel vor fast einem Monat hatte die Europäische Union dennoch die Handels- und Investitionsbeschränkungen zum neunten Mal verlängert. Demnach sollen sie nun bis Januar 2020 bestehen.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

Mehr zum Thema