Wirtschaft

Kartellamt kippt Hörbuch-Klausel Schlappe für Apple und Amazon

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wer Hörbücher aus dem Internet streamt, darf auf mehr Vielfalt hoffen. Die beiden Giganten Apple und Amazon ziehen auf Druck des Bundeskartellamtes eine Klausel zurück, die andere Anbieter aussperrte.

Auf Druck von Kartellwächtern haben Apple und Amazon ihre Exklusiv-Zusammenarbeit bei Hörbüchern beendet. Die beiden Unternehmen gaben zum Jahresbeginn umstrittene Klauseln auf, wonach Apples iTunes-Store weltweit ausschließlich Hörbücher von der Amazon-Tochter Audible bezieht und Audible im Gegenzug keine anderen digitalen Musikplattformen beliefert. Das teilte das Bundeskartellamt mit. Dadurch seien eine "größere Angebotsvielfalt und niedrigere Preise" für Verbraucher möglich.

Das Bundeskartellamt und die Europäische Kommission hatten auf eine Beschwerde des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hin die langjährige Vereinbarung zwischen Apple und der Amazon-Tochter unter die Lupe genommen. Die Bonner Kartellwächter prüften die Zusammenarbeit beider Unternehmen seit November 2015 und arbeiteten bei ihren Ermittlungen mit der EU-Kommission zusammen.

Audible und Apples iTunes-Store zählen zu den weltweit größten Unternehmen, die Verbraucher mit herunterladbaren Hörbüchern versorgen. Durch die Exklusivvereinbarung habe es für Hörbuchverlage bei digitalen Hörbüchern "kaum alternative Absatzmöglichkeiten neben Audible" gegeben, erklärte das Kartellamt. Audible könne nun auch anderen digitalen Plattformen Hörbücher zur Verfügung stellen; Verlage wiederum könnten direkt mit Apple Verträge schließen, erklärte die EU-Kommission.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/AFP/DJ

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