Wirtschaft

Bis zu 12.000 ArbeitsplätzeSchweizer Bankgewerkschaft fürchtet Job-Kahlschlag bei UBS

25.10.2026, 15:03 Uhr
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Nach der Übernahme der Credit Suisse hatte die UBS bereits einen Jobabbau angekündigt. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Die Schweizer Politik plant härtere Vorgaben für Großbanken. Sollte die UBS das Land deshalb verlassen, könnten bis zu 12.000 Arbeitsplätze verloren gehen, warnt der Schweizer Bankpersonalverband. Laut Medienberichten prüft das Management bereits Notfallpläne für eine Verlagerung der Konzernzentrale.

Bei der Großbank UBS könnten nach Einschätzung des Schweizerischen Bankpersonalverbandes (SBPV) im Falle eines Wegzugs bis zu 12.000 Arbeitsplätze in der Schweiz wegfallen. Sollten strengere Kapitalvorschriften das Institut zu einem Umzug, einem Verkauf oder einer Fusion zwingen, stünden bis zu 12.000 der rund 34.000 Stellen im Heimatmarkt auf dem Spiel, warnte der Verband in einem Brief an Parlamentarier.

Der SBPV bezeichnete dies als "das schlimmstmögliche Szenario", zitierte die "NZZ am Sonntag" aus dem Schreiben. Diese Stellenstreichungen würden noch zu denen dazukommen, die die UBS bereits wegen der Übernahme der Credit Suisse geplant hat.

Hintergrund sind Pläne der Schweizer Politik für schärfere Bankenregeln als Reaktion auf den Zusammenbruch der Credit Suisse und deren Notübernahme durch die UBS im Jahr 2023. In der kommenden Woche stehen Beratungen in einem Ausschuss des Schweizer Nationalrats über die künftigen Kapitalanforderungen für die ausländischen Tochtergesellschaften der UBS an.

Der Ständerat hatte im vergangenen Monat vorgeschlagen, dass Banken diese Beteiligungen zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital unterlegen müssen. Die UBS hält diese Vorgaben für zu streng. Der SBPV forderte die Parlamentarier in seinem Brief auf, einen tragfähigen Kompromiss zu finden, der der Bank keine derart schwere Last aufbürde. Zugleich betonte der Verband, die UBS habe die Pflicht, sich zu ihrem Schweizer Standort zu bekennen.

UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher hatte bereits gewarnt, die Bank müsse ihre Zukunft in der Schweiz sorgfältig prüfen, falls die neuen Regeln zu hart ausfielen. Einige Aktionäre haben das Institut Insidern zufolge bereits aufgefordert, das Land zu verlassen. Die UBS arbeite an Notfallplänen, die eine Verlegung des Hauptsitzes oder eine Fusion mit einem anderen Geldhaus umfassten, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die UBS, die wiederholt ihr Bekenntnis zum Standort Schweiz bekräftigt hat, kommentierte die genannten Stellenstreichungen bisher nicht. Ein Sprecher teilte mit, die Bank wolle die durch die Credit-Suisse-Übernahme bedingten Einschnitte "so gering wie möglich halten". Das Institut geht weiterhin von rund 3000 Entlassungen in der Schweiz aus, die über mehrere Jahre hinweg vor allem durch natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen erfolgen sollen.

Quelle: ntv.de, kaz/rts

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