Sparpaket könnte zu klein seinSind bei Porsche weitere Tausende Jobs in Gefahr?

Der Sportautobauer Porsche war einst eine Ertragsperle im VW-Konzern. Doch die Nachfrage ist drastisch gesunken und die Tochter zwingt den Mutterkonzern-VW zur Aufgabe seiner Jahresziele. Einem Bericht zufolge stehen weitere 4000 Jobs auf der Kippe.
Beim Sportwagenbauer Porsche könnten einem Zeitungsbericht zufolge 4000 weitere Stellen wegfallen. Bei dem Mutterkonzern Volkswagen wachse nach der Gewinnwarnung die Sorge, dass das bisherige Sparpaket nicht ausreiche, berichtete das "Handelsblatt". Dies gehe aus Unterlagen zum Aufsichtsratsbeschluss bei VW von Anfang September hervor.
Für die Markengruppe "Sport Luxury", zu der Porsche gehört, sehe die Vorlage demnach eine Reduktion um rund 4100 Mitarbeiter vor. Allein bei den Gemeinkosten fehlten rund 700 Millionen Euro. Der VW-Plan solle ausdrücklich "zusätzlich zu bestehenden Vereinbarungen" gelten, heißt es laut der Zeitung. Weder Volkswagen noch Porsche waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.
Volkswagen hatte erst am gestrigen Freitag die Prognose für das laufende Jahr gekappt. 2026 traut sich Europas größter Autobauer nur noch eine operative Umsatzrendite von gerade einmal einem Prozent zu - statt der bislang angenommenen 4 bis 5,5 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die operative Umsatzrendite bei 2,8 Prozent gelegen. Hauptgrund für die Kürzung ist eine Milliardenabschreibung auf Porsche. Da Porsche eigenständig ist, kann Volkswagen Maßnahmen jedoch nur empfehlen, nicht anordnen.
Im Juli hatte Porsche zur Senkung der Personalkosten die Streichung von 5000 weiteren Stellen bis 2035 beschlossen. Sie kommen zu den im ersten "Zukunftspakt" 2025 beschlossenen 3900 Mitarbeitenden bei Porsche und 500 Jobs bei Tochterunternehmen hinzu. Damit fällt fast jede fünfte Stelle weg.
Porsche steckt in der Krise, weil das Geschäft in China einbricht, die erhöhten US-Zölle belasten und sich die enormen Investitionen in Elektroautos nicht auszahlen. Bis zum Rekordhoch vor drei Jahren mit rund 320.000 verkauften Autos hatte das Unternehmen einen Boom erlebt. Doch seither sank der Absatz immer schneller, und die Margen der ehemaligen Cashcow von Volkswagen sind unter Druck.