Wirtschaft

Einkaufstour noch nicht zu Ende Software AG ist "Milliardär"

Vor der Bilanz für 2010 lockt die Software AG mit einem "Appetizer": Deutschlands zweitgrößter Softwarekonzern gehört zu dem Kreis erlauchter Unternehmen, die mehr als 1 Mrd. Euro pro Jahr umsetzen. Ausschlaggebend dafür ist die Übernahme von IDS Scheer. Weitere Zukäufe seien denkbar, so die Firmenspitze.

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"Mein Ziel ist es, die Software AG so stark zu machen, dass sie langfristig eigenständig am Markt überleben kann", sagt Konzernchef Streibich.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Software AG ist nach der Übernahme von IDS Scheer schneller als erwartet zum Milliardenkonzern aufgestiegen. Der Umsatz sei im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Eigentlich war das Überschreiten der Milliardenschwelle erst für 2011 geplant.

Vorstandschef Karl-Heinz Streibich will die Einkaufstour zudem fortsetzen: "Es werden auch in Zukunft sicherlich mindestens 50 Prozent unseres Wachstums durch Akquisitionen kommen", sagte er dem "Handelsblatt". "Mein Ziel ist es, die Software AG so stark zu machen, dass sie langfristig eigenständig am Markt überleben kann." Auch ein erneuter größerer Zukauf sei nicht ausgeschlossen.

Analysten und Anleger zufrieden   

Der Nettogewinn sei 2010 mit 168 Mio. bis 169 Mio. Euro nach 140,8 Mio. Euro im Vorjahr am oberen Rand der bereits im Oktober erhöhten Erwartungen gelandet, erklärte der nach SAP zweitgrößte deutsche Softwarekonzern. Die Analysten ließ das allerdings weitgehend kalt. Die Software-Aktie stieg mit dem Markt um 1,4 Prozent auf 108,80 Euro.

Umsatz und Gewinn entsprächen weitgehend den Erwartungen der Experten, erklärte Oliver Finger von der DZ Bank in einer Kurzstudie. Nach Ansicht der Commerzbank lagen die Zahlen für das vierte Quartal sogar am unteren Ende der Prognosen. Die Softwareumsätze seien offenbar etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

"ETS wird klassische Cash-cow"  

Das Unternehmen selbst verwies auf die gute Nachfrage nach Datenmanagement-Systemen (ETS) - den traditionellen Ertragsbringer der Software AG - und nach den neuen Produkten zur Optimierung von Geschäftsprozessen bei der öffentlichen Hand und im Finanzsektor, die in Zukunft für Wachstum und hohe Margen sorgen sollen. "ETS ist auf dem Weg zur klassischen Cash-cow", sagte Thomas Becker von der Commerzbank.

Firmenchef Streibich zog ein positives Fazit der Übernahme von IDS Scheer. Die schnelle Integration des einstigen Rivalen habe zur Umsatz- und Gewinnsteigerung beigetragen. Der Kauf soll im neuen Jahr Einsparungen von mehr als 30 Mio. Euro bringen.

Die starken Zuwachsraten 2010 liegen allerdings auch an einem Basiseffekt. 2009 war IDS Scheer erst von Mitte August in die Bilanz einbezogen worden und hatte nur 126,5 Millionen Euro Umsatz beigesteuert. Genaue Zahlen für 2010 will die Software AG am 27. Januar veröffentlichen.

Quelle: ntv.de, rts

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