Wirtschaft

"Müssen die Debatte führen"Spahn will abgeschaltete Atomkraftwerke wieder anwerfen

15.04.2026, 20:37 Uhr
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Unionsfraktionschef Spahn denkt einmal mehr über die Atomkraft nach. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

Der Bau neuer Meiler ist teuer und dauert viele Jahre. Unionsfraktionschef Spahn verweist auf Studien, dass für einen vergleichsweise niedrigen Milliardenbetrag Alt-Reaktoren wieder fit gemacht werden können. Nun fordert er darüber eine Debatte.

Unionsfraktionschef Jens Spahn will eine Diskussion zur Wiederinbetriebnahme deutscher Atomkraftwerke. Das soll man miteinander prüfen, sagte der CDU-Politiker in Berlin am Rande eines Forschungskongresses der Unionsfraktion. Er verwies auf Studien, wonach die stillgelegten Reaktoren der letzten Jahre "mit um die neun, zehn Milliarden Euro wieder ans Netz gehen könnten. Ich finde jedenfalls, diese Debatte müssen wir gesellschaftlich führen." In anderen Staaten würden 30 bis 50 Milliarden Euro investiert, um ein neues Kernkraftwerk zu bauen. "Wir könnten mit deutlich weniger, unsere gerade abgeschalteten Kernkraftwerke wieder ans Netz bringen. Eine Diskussion ist es in jedem Fall wert."

Die Debatte über die Atomkraft hatte zuletzt wieder an Fahrt aufgenommen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Abkehr von der Technologie als strategischen Fehler bezeichnet. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, er teile von der Leyens Einschätzung, fügte aber hinzu, die Bundesregierungen zuvor hätten entschieden, aus der Kernenergie auszusteigen. "Der Beschluss ist irreversibel. Ich bedauere das, aber es ist so."

Die AfD hatte dem widersprochen und einen Antrag in den Bundestag eingebracht zur Wiederinbetriebnahme von Reaktoren und dabei ähnlich argumentiert wie Spahn. Der für Atomkraft zuständige AfD-Abgeordnete Paul Schmidt, nach eigenen Angaben mehr als zwanzig Jahre Betriebsphysiker im Kernkraftwerk Philippsburg in Baden-Württemberg, hatte Angaben des Verbands der deutschen Kerntechnik als plausibel bezeichnet. Demnach könnten mehrere stillgelegte Kraftwerksblöcke innerhalb von drei Jahren mit jeweils ein bis drei Milliarden Euro wieder in Betrieb genommen werden, weil dort bisher wenig Rückbau passiert sei. Er nannte Neckarwestheim II und Brokdorf.

Deutschland war vor drei Jahren aus der Atomenergie ausgestiegen. Die letzten drei Kernkraftwerke wurden Mitte April 2023 abgeschaltet.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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