Wirtschaft

Schlusspunkt in Adidas-Affäre Strafgericht spricht Bernard Tapie frei

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In die Affäre um Tapie ist auch die künftige EZB-Chefin Lagarde verstrickt.

(Foto: REUTERS)

Versuchte der französische Unternehmer Bernard Tapie im Jahr 2008, den Ausgang eines Schiedsgerichtsverfahrens illegal zu beeinflussen? Das Pariser Strafgericht findet dafür keine Belege und spricht den Ex-Adidas-Eigner frei.

In der sogenannten Adidas-Affäre ist der französische Geschäftsmann Bernard Tapie nach jahrelangem Rechtsstreit freigesprochen worden. Das Pariser Strafgericht urteilte, es gebe keine Beweise für Betrug und die Hinterziehung öffentlicher Gelder. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft für Tapie gefordert. Der Anwalt des 76-Jährigen sprach von einer "gewaltigen Zufriedenheit" seines Mandanten.

Das Gericht urteilte, eine Einflussnahme Tapies auf das Urteil eines privaten Schiedsgerichts von 2008 lasse sich nicht nachweisen. Das Gericht hatte dem Geschäftsmann gut 400 Millionen Euro Schadenersatz des Staates zugesprochen, weil ihn eine damals staatliche Bank bei dem Verkauf des Sportartikelherstellers Adidas 1993 übervorteilt habe.

In dem Fall spielt auch die designierte Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, eine Rolle. Sie wurde 2016 wegen Beihilfe zur Veruntreuung von Staatsgeldern schuldig gesprochen, da sie das private Schiedsgericht als französische Wirtschaftsministerin anrief und nach dem Urteil zu Gunsten Tapies keine Rechtsmittel einlegte. Allerdings ging Lagarde straffrei aus.

Nun sprach das Gericht auch den damaligen Stabschef Lagardes, Stephane Richard, von jeglichem Fehlverhalten in der Adidas-Affäre frei. Das Urteil sei eine "immense Erleichterung", sagte Richard zu Reportern im Gericht. Richard ist mittlerweile Chef des französischen Telekom-Konzerns Orange. Einige seiner engsten Mitarbeiter waren nach dem Urteil in Tränen aufgelöst. Richard war eine Mitschuld vorgeworfen worden im Zusammenhang mit einer Zahlung an Tapie in Höhe von 285 Millionen Euro aus der Staatskasse.

In Frankreich sorgte die Adidas-Affäre für große Empörung: Der Verdacht stand im Raum, dass Lagarde im Auftrag des konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy handelte, den Tapie vor seinem Wahlsieg 2007 unterstützt hatte. Sarkozy hat eine Einflussnahme zugunsten des Geschäftsmannes aber stets bestritten.

Quelle: ntv.de, jog/aeh/AFP/rts