Wirtschaft

Verdi erklärt sich einverstanden Tarifstreit um Arbeiter in Nordseehäfen beendet

Containerschiffe liegen im Waltershofer Hafen am Container Terminal Burchardkai  der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG).

Containerschiffe am Terminal Burchardkai der Hamburger Hafen und Logistik AG.

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Die Gewerkschaft Verdi ebnet nach zähen Verhandlungen mit dem ZDS den Weg für einen neuen Tarifvertrag für die 12.000 Beschäftigten in den Nordseehäfen. Erneute Streiks sind damit wahrscheinlich vom Tisch. Die finale Absegnung steht aber noch aus.

Der Tarifkonflikt um die Entlohnung von Hafenarbeitern in den Nordseehäfen ist beigelegt. Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft Verdi stimmte einem in der Nacht zuvor mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) erzielten Verhandlungsergebnis zu, wie Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth sagte. Die Zustimmung steht allerdings noch unter dem Vorbehalt, dass die Verdi-Mitglieder in den betroffenen Betrieben damit einverstanden sind. Am 5. September soll in der Tarifkommission die finale Entscheidung fallen, wie Schwiegershausen-Güth mitteilte.

In der Tarifkommission habe es ein "relativ eindeutiges" Stimmungsbild für die Annahme gegeben, zumal es gelungen sei, noch einmal spürbar bessere Bedingungen für die Beschäftigten herauszuholen, so die Gewerkschafterin. Damit ist ein erneuter Arbeitskampf in den Häfen mit großer Wahrscheinlichkeit vom Tisch. Zuletzt hatte Verdi dort Mitte Juli den Güter- und Containerumschlag weitgehend lahmgelegt. Zuvor gab es bereits Warnstreiks, die eine Schicht beziehungsweise einen Tag gedauert hatten.

In einem Flugblatt an die Belegschaften hatte Verdi vor Beginn der zehnten Verhandlungsrunde bereits eine Urabstimmung über einen Erzwingungsstreik ins Gespräch gebracht. Für die ohnehin strapazierten Lieferketten kam der Konflikt zur Unzeit. Der globale Containerschiffsverkehr ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor zweieinhalb Jahren zunehmend aus dem Takt geraten. Jede Störung, etwa Lockdowns in einzelnen Häfen, eine Havarie wie die der "Ever Given" im Suezkanal oder eben Arbeitskämpfe bringt zusätzlich Sand ins Getriebe und mindert die Pünktlichkeit der Schiffe.

Streit um Inflations-Ausgleich

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Verdi und der ZDS hatten seit Monaten um einen neuen Tarifvertrag für 12.000 Beschäftigte in den Nordseehäfen gerungen. Im Kern drehte sich der Konflikt zuletzt darum, wie mit der Verdi-Forderung nach einem Ausgleich der zurzeit überbordenden Inflation umgegangen werden soll. Die Gewerkschaft bestand in dem festgefahrenen Streit auf einer Sicherung der Reallöhne für alle Beschäftigten über die gesamte Laufzeit eines Tarifabschlusses.

Während Verdi einen 12-monatigen Tarifvertrag favorisierte, strebten die Arbeitgeber eine Laufzeit von 24 Monaten an. Umstritten war bis zuletzt, nach welchen Kriterien und mit welchen Mechanismen ein Abschluss im zweiten Laufzeitjahr nachträglich angepasst oder sogar gekündigt werden kann, wenn die Inflation hoch bleibt.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

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