Wirtschaft

Kaufprämie schiebt Tesla an Tech-Werte jagen Rekorde, Dow bleibt blass

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Tesla-Chef Elon Musk wird sich über eine Kaufprämie für Elektroautos sicherlich freuen.

(Foto: REUTERS)

Die US-Notenbank und andere Zentralbanken haben es nicht eilig, die Zinsen zu erhöhen. Das freut die Aktienmärkte. Besonders bei den Technologiewerten gehen Anleger auf Shoppingtour. Apple zeigt sich gar von Berichten einer möglichen Chipknappheit unbeeindruckt.

Die Rekordjagd an der Wall Street hat sich am Donnerstag fortgesetzt. Der S&P-500 markierte bei 4.098 Punkten ein neues Allzeithoch. Insgesamt war der Markt allerdings gespalten. Während die Standardwerte eher verhalten zulegten, führten Technologiewerte mit weitem Abstand an. Der Dow-Jones-Index schloss 0,2 Prozent höher bei 33.504 Punkten. Der S&P-500 rückte dagegen um 0,4 Prozent vor. Der Nasdaq-Composite kletterte sogar um 1,0 Prozent.

"Die Dynamik bleibt positiv für Aktien", sagte Adrien Pichoud, Portfoliomanager und Chefvolkswirt bei SYZ Private Banking. "Die Fed und die Zentralbanken im Allgemeinen werden so wahrgenommen, als hätten sie es nicht eilig, die Zinsen zu erhöhen." Dies wurde durch das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung am Vorabend bestätigt.

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Äußerungen des US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell während der virtuellen Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank am Donnerstag gingen in die gleiche Richtung. Bei dieser Gelegenheit zerstreute Powell auch Inflationsängste, die Ende März die Anleiherenditen kräftig nach oben getrieben hatten, indem er den Anstieg der Teuerung als wahrscheinlich nur vorübergehend bezeichnete. Die Rendite zehnjähriger Anleihen gab erneut nach und stand im späten Handel bei etwa 1,63 Prozent.

Überraschend hoch waren die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ausgefallen. Deren Zahl hat wider Erwarten zugelegt. Im Vergleich zur Vorwoche stiegen die Anträge um 16.000 auf 744.000, während Volkswirte einen Rückgang auf 694.000 prognostiziert hatten. Beobachter sprachen allerdings von einem Ausreißer; in der vergangenen Woche hatte der US-Arbeitsmarktbericht für März noch positiv überrascht.

Kupfer und Goldpreise ziehen an

Der Weltleitwährung setzte die anhaltende Geldflut allerdings zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel um bis zu 0,5 Prozent.

Am Rohstoffmarkt waren die Konjunkturoptimisten in der Überzahl. Sie setzten vor allem auf die geplanten zusätzlichen billionenschweren Infrastruktur-Investitionen. Dies verteuerte Kupfer um rund ein Prozent auf 9008 Dollar je Tonne.

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 739,78

Gold war ebenfalls gefragt und stieg um 1,1 Prozent auf 1757 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Das geplante US-Konjunkturprogramm schüre Inflationssorgen, sagte Anlagestratege Michael McCarthy vom Brokerhaus CMC.

Investoren bezweifelten, dass die Fed die Zinsen wie von ihr signalisiert frühestens Anfang 2024 anheben werde. Sie könne bereits im Januar 2022 dazu gezwungen sein, damit die Teuerung nicht außer Kontrolle gerate.

Geplante Kaufprämien beflügeln E-Auto-Bauer

Zu den Favoriten an der Wall Street gehörten die Aktien von Elektroautobauern wie Nikola, Tesla und Lordstown, die sich zwischen zwei und fünf Prozent verteuerten. US-Präsident Joe Biden will Käufern von E-Fahrzeugen Verbraucherrabatte im Gesamtvolumen von 100 Milliarden Dollar gewähren. Zusätzlich sollen 15 Milliarden Dollar in den Bau von Ladestationen gesteckt werden.

Papiere von Century Bankcorp stiegen 25 Prozent auf ein Rekordhoch von 114 Dollar. Konkurrent Eastern Bankshares bietet 115,28 Dollar je Aktie oder insgesamt 642 Millionen Dollar für das Geldhaus.

Apple zeigten sich derweil unbeeindruckt von einem Bericht der japanischen Zeitung "Nikkei", wonach ein zu geringes Angebot an Komponenten wie Chips oder Bildschirmen die Fertigung von MacBooks und iPads verzögert. Die iPhone-Fertigung sei davon jedoch nicht betroffen. Die Papiere stiegen um 1,9 Prozent.

Für die Papiere von Landec, einem Hersteller von Naturkostprodukten, ging es um 8,5 Prozent nach unten. Die Quartalszahlen kamen nicht gut an, sie verfehlten nettogewinnseitig die Erwartung. Zudem senkte Landec den Ausblick.

General Motors gaben nach ihrem jüngsten Rekordhoch gut cein Prozent nach. Der größte US-Autobauer drosselt wegen des Chipmangels die Produktion in mehreren Werken zum Teil noch mehrere Wochen lang.

Quelle: ntv.de, chr/rts/DJ

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