Wirtschaft

Musk reagiert auf Datenskandal Tesla und SpaceX löschen Facebook-Seiten

af43ff9f4175e2fcbed1abee78b0a10d.jpg

Mark Zuckerberg und Elon Musk sind selten einer Meinung

(Foto: AP)

Dass Tesla und SpaceX auf Facebook vertreten sind, weiß Gründer und Firmenchef Elon Musk nicht. Doch als ihn seine Anhänger wegen des Datenskandals darauf hinweisen, ist seine Reaktion entschieden: Er veranlasst, die Profile zu löschen.

Das Raumfahrt-Unternehmen SpaceX und der Elektroauto-Hersteller Tesla haben angesichts des Datenskandals ihre Facebook-Profile gelöscht. Der Milliardär Elon Musk, der bei SpaceX und Tesla die Fäden zieht, hatte dies veranlasst, nachdem ein Nutzer ihn auf Twitter auf die Facebook-Präsenz hingewiesen hatte. "Ich wusste gar nicht, dass es eine gibt. Werde es machen", twitterte Musk zurück. SpaceX und Tesla hatten auf Facebook jeweils rund 2,6 Millionen Follower. Zuvor hatten schon die Commerzbank und das Internet-Unternehmen Mozilla wegen des Daten-Skandals bei Facebook ihre Reklame in dem Online-Netzwerk gestoppt.

Facebook
Facebook 281,85

Vor einigen Tagen war bekanntgeworden, dass Informationen von 50 Millionen Facebook-Mitgliedern von der britischen Analysefirma Cambridge Analytica mutmaßlich auf unlautere Weise eingesetzt wurden, um US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf zu helfen. Facebook-Chef und -Gründer Mark Zuckerberg hatte nach einigen Tagen des Schweigens dazu erklärt, sein Konzern habe Fehler begangen. "Das war ein großer Vertrauensbruch. Es tut mir wirklich leid, dass das passiert ist", sagte er auf CNN.

Am Freitag forderten ranghohe US-Politiker Zuckerberg formell auf, sich vor einem Ausschuss in Washington kritischen Fragen zu stellen. Die Anhörung wird es aber wohl nicht vor dem Ende der Oster-Pause des Kongresses in rund zwei Wochen geben.

An der Börse setzte Facebook derweil seinen Abwärtstrend aufgrund der Datenaffäre fort. Am letzten Handelstag der Woche fiel der Aktienkurs erneut um 3,4 Prozent. Seit Bekanntwerden des Skandals am vergangenen Wochenende ist der Kurs damit um mehr als  12 Prozent gefallen. Die Marktkapitalisierung des sozialen Netzwerks sank dadurch in den vergangenen fünf Tagen von 537 Milliarden Dollar auf 462 Milliarden Dollar - das ist ein Verlust von 75 Milliarden Dollar oder umgerechnet gut 60 Milliarden Euro.

Für Musk und Zuckerberg ist es nicht das erste Mal, dass sie öffentlich aneinandergeraten. Während der Facebook-Chef als Förderer von künstlicher Intelligenz gilt, warnt Musk eindringlich vor zu intelligenten, künstlichen Lebewesen und Robotern. Der Tesla- und SpaceX-Chef fürchtet schlimmstenfalls sogar einen Dritten Weltkrieg. "Ich verstehe es einfach nicht", sagte Zuckerberg vergangenen Sommer mit Blick auf Musks Warnungen. Es sei unverantwortlich, Schreckensszenarien zu entwerfen. Musk reagierte auf Twitter mit einem trockenen Konter: "Ich habe mit Mark darüber gesprochen. Sein Verständnis des Themas ist begrenzt."

Quelle: ntv.de, chr/rts