Wirtschaft

Altmaier kündigt Hilfen an Teslas Gigawerk bei Berlin wohl wirklich giga

Vor den Toren Berlins baut der Elektroautohersteller ein neues Werk. Und Konzernchef Musk deutete an, dass es das größte innerhalb des Unternehmens werden könnte. Zudem zeigte er Interesse an einem neuen Batterie-Konsortium.

Die geplante Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide könnte größer ausfallen als bislang erwartet. Das deutete Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nach einem Gespräch mit Tesla-Chef Elon Musk anlässlich der Europäischen Konferenz zur Batteriezellfertigung an. Musk habe erklärt, "dass er zu seinem Investitionsvorhaben in Brandenburg steht und dass es vermutlich eine der größten Gigafactorien überhaupt werden wird, möglicherweise auch die größte im gesamten Tesla-Konzern". Für diesen Fall stellte Altmaier auch staatliche Unterstützung in Aussicht: "Wenn es das größte wird, das Tesla bisher je gebaut hat, dann können Sie ausrechnen, dass es eine beträchtliche Förderung sein wird."

Tesla will in Grünheide bei Berlin jährlich rund 500.000 Wagen der kompakten Fahrzeuge Model 3 und Model Y bauen. Es ist das erste Werk, in dem sowohl Autos als auch Batterien gefertigt werden sollen. Elon Musk stellte bei dem Auftritt auch neue Kompakt-Modelle speziell für den europäischen Markt und längere Reichweiten als bisher in Aussicht. Er machte keine Angaben zu Zeiträumen.

Bei der EU-Konferenz ging es um die zwei großen europäischen Batterie-Allianzen mit bereits 500 Industriebeteiligten und mehr als 60 Unternehmen. Das erste der beiden Projekte von gemeinsamem europäischen Interesse (IPCEI) mit sieben EU-Mitgliedstaaten war bereits vor einem Jahr beihilferechtlich genehmigt und mit 3,2 Milliarden Euro unterstützt worden. Beteiligt sind etwa der Autohersteller BMW, der Chemiekonzern BASF oder der Batteriehersteller Varta.

Das zweite Konsortium sei "in der finalen Phase" und kurz vor dem Abschluss, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic. "Es wäre am besten, wenn das noch vor Jahresende geschehen könnte." Tesla hatte für eine Teilnahme Interesse angemeldet. Ob der US-Elektrobauer aber tatsächlich unter den Beteiligten ist, gab Altmaier noch nicht bekannt. "Wir bleiben unserer Tradition treu: Erst wenn die IPCEIs beantragt und genehmigt sind, werden wir Einzelheiten öffentlich bekannt machen."

Musk hatte Altmaier zufolge ursprünglich eine Videobotschaft für die Batterie-Konferenz aufzeichnen lassen wollen, dann aber doch persönlich teilgenommen. "Das war eine ganz wichtige Bestätigung dafür, dass unsere Zusammenarbeit auf einem wichtigen Weg ist, als Europäer auch mit Elon Musk", sagte Altmaier. Der CDU-Politiker betonte zugleich, auch mit vielen Unternehmen aus Asien zusammenzuarbeiten, etwa den Batterieherstellern SVOLT oder CATL, das im thüringischen Erfurt eine Fabrik baut. "Wir sehen das Ganze nicht als entweder oder, sondern sowohl als auch."

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/dpa