Wirtschaft

Anleger schielen auf Inflation US-Börsen schließen im Minus

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Der Wochenstart an der Wall Street enttäuscht Anleger.

(Foto: AP)

Das Zaudern macht sich an der Wall Street breit. Nach der Aufholjagd vergangene Woche halten sich Anleger wieder zurück. Der Dow Jones schließt leicht im Minus. Das Thema Inflation bleibt präsent - auch wenn die US-Notenbank versucht, die Sorgen zu zerstreuen.

Die Wall Street hat sich nach der deutlichen Erholungsbewegung zu Wochenschluss zum Wochenstart mit moderaten Abschlägen gezeigt. Trotz der Aussagen von Vertretern der US-Notenbank, dass es noch nicht an der Zeit sei, die Geldpolitik wieder zu straffen, weil der derzeitige Inflationsanstieg von vorübergehender Natur sein dürfte, bleibt das Thema Inflation weiter im Mittelpunkt.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,2 Prozent leichter bei 34.328 Punkte, der S&P-500 gab um 0,3 Prozent nach. Für den technologielastigen Nasdaq-Composite ging es um 0,4 Prozent nach unten.

Die Sorgen vor einer Änderung der US-Geldpolitik hatten dem S&P-500 vergangene Woche den kräftigsten Rückgang seit Ende Februar beschert. Die stark gestiegenen Technologie-Aktien sind besonders anfällig für Inflationsängste. Der Nasdaq-Composite ist bereits vier Wochen in Folge gefallen, seine längste Verlustserie seit August 2019. Daher dürften die Aussagen von Fed-Mitgliedern weiter besonders im Fokus stehen.

So ist für Fed-Vizepräsident Richard Clarida die höhere Inflation nur temporär. Die US-Wirtschaft habe bisher noch nicht die Fortschritte gemacht, die für eine Reduzierung der Wertpapierkäufe durch die Fed erforderlich wären, sagte der Notenbanker. Auch der Präsident der Federal Reserve Bank von Atlanta, Raphael Bostic, sieht die Zeit nicht gekommen, um die Unterstützung der Wirtschaft durch die US-Notenbank zurückzufahren. Der vorbörslich veröffentlichte Empire State Manufacturing Index für Mai fiel etwas stärker als erwartet.

Bitcoin bleibt unter Druck

Der Bitcoin stand weiter unter Druck, konnte sich von seinem Tagestief bei gut 42.000 Dollar jedoch etwas erholen. Am Freitag hatte die Kryptowährung noch bei rund 49.600 Dollar notiert. Nachdem Tesla-Chef Elon Musk bereits angekündigt hatte, aus Umweltschutzgründen den Bitcoin nicht mehr als Zahlungsmittel zu akzeptieren, was für Abwärtsdruck gesorgt hatte, wartete er mit einem Tweet auf, wonach Tesla seine Bitcoin-Bestände abstoßen werde oder dies bereits getan haben könnte. Musk stellte mittlerweile jedoch klar, dass Tesla keine Bitcoins verkauft habe. Für die Tesla-Aktie ging es um 2,2 Prozent abwärts. Der Dollar zeigte sich etwas schwächer. Der Dollar-Index gab um 0,2 Prozent nach.

Die Ölpreise legen etwas zu, gestützt von der Erwartung, dass eine wirtschaftliche Erholung in den USA und Europa zu einer höheren Nachfrage führt. Die Industrieproduktion in China ist derweil auch im April kräftig gewachsen, jedoch hat sich die Dynamik gegenüber dem Vormonat etwas abgeschwächt. Die Erwartungen der Analysten wurden aber leicht übertroffen.

Auch beim Goldpreis ging es etwas nach oben. Das Edelmetall profitierte vom schwächeren Dollar und den anhaltenden Inflationssorgen. Am Anleihemarkt stieg die Rendite 10-jähriger US-Anleihen um 1,8 Basispunkte auf 1,64 Prozent, nachdem sie am Freitag etwas nachgegeben hatte.

AT&T und Boeing geben nach

Für die Aktie von AT&T ging es um 2,7 Prozent abwärts. Der Telekomkonzern und das Medienunternehmen Discovery Inc legen ihre Medien-Assets in einem neuen börsennotierten Unternehmen zusammen. Der Telekomkonzern beendet damit eine große Wette auf einen Erfolg in der Unterhaltungsbranche nach weniger als drei Jahren. AT&T kündigte auch an, seine Dividendenpolitik anzupassen, um die Struktur des neuen Mediengeschäfts zu reflektieren. Die A-Aktie von Discovery knickte um 5,1 Prozent ein.

Die Boeing-Aktie verlor 0,2 Prozent. Der US-Flugzeugbauer muss nach einer Anordnung der US-Luftfahrtbehörde FAA alle älteren Flugzeuge des Typs 737 einer Kontrolle unterziehen. Die Fluggesellschaft United Airlines (plus 2,3 Prozent) will die Kapazität im Juli erhöhen und hunderte von Flügen hinzufügen, da inzwischen mehr Menschen gegen Covid-19 geimpft sind.

Die Aktie von At Home Group kletterte um 3,9 Prozent aufwärts. Der größte Aktionär, CAS Investment Partners, hat sich in einem Brief an den Vorstand gegen den geplanten Verkauf für rund 2,4 Milliarden Dollar an die Private-Equity-Firma Hellman & Friedman ausgesprochen. Dieser bewerte At Home mit 36 Dollar pro Aktie. Ein Preis von über 70 Dollar je Anteilsschein würde die Entwicklung und das potenzielle Wachstum jedoch besser widerspiegeln.

Quelle: ntv.de, kst/DJ

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