Wirtschaft

Durch Ausgabe neuer Aktien Uniper soll weitere Milliarden vom Bund erhalten

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Das geplante Stabilisierungspaket sieht eine weitgehende Verstaatlichung des Konzerns vor.

(Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten)

Angesichts eingestellter Gaslieferungen aus Russland hängt der Gasgroßhändler Uniper seit Monaten in Schieflage. Das vom Bund geplante Stabilisierungspaket werde nicht reichen, verkündet der Konzern zuletzt. Weitere Kapitalmaßnahmen sollen nun zusätzliche Milliarden generieren.

Das wegen fehlender russischer Gaslieferungen strauchelnde Energieunternehmen Uniper braucht weitere Milliarden. Die geplante Barkapitalerhöhung von acht Milliarden Euro allein werde nicht ausreichen, um Uniper zu stabilisieren, teilte der Konzern in Düsseldorf mit. Deshalb soll genehmigtes Kapital in Höhe von weiteren bis zu 25 Milliarden Euro durch die Ausgabe neuer Aktien geschaffen werden. Es soll zur Verfügung stehen, um das durch weitere Verluste in diesem und den nächsten Jahren geschwächte Eigenkapital teilweise wiederherzustellen. Zur Zeichnung ist ausschließlich der Bund berechtigt, das gesetzliche Bezugsrecht der anderen Aktionäre wird ausgeschlossen.

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Die Bundesregierung, der Energiekonzern Uniper und der bisherige Uniper-Mehrheitseigentümer Fortum hatten sich im September auf ein Stabilisierungspaket für Uniper verständigt, das eine weitgehende Verstaatlichung vorsieht. Geplant ist neben der Kapitalerhöhung unter anderem der Erwerb der Uniper-Anteile des finnischen Mehrheitsaktionärs Fortum durch den Bund. Das Stabilisierungspaket steht noch unter Vorbehalt. So stünden noch Genehmigungen der EU-Kommission aus. Am 19. Dezember soll eine außerordentliche Uniper-Hauptversammlung die Maßnahmen beschließen.

Dominoeffekt befürchtet

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Uniper ist in Schieflage geraten, weil Russland kein Gas mehr nach Deutschland pumpt. Der Gas-Großhändler ist Lieferant für über 100 Stadtwerke und große Unternehmen und spielt damit eine zentrale Rolle für die deutsche Gasversorgung. Das fehlende Gas muss sich das Unternehmen jetzt teuer auf dem Gasmarkt kaufen. Das Pipelinegas aus Russland war vergleichsweise günstig zu haben. Wegen des Lieferstopps haben sich die Preise inzwischen vervielfacht. Bei einer Insolvenz von Uniper wird ein Dominoeffekt befürchtet, der zahlreiche Uniper-Kunden ebenfalls in große Schwierigkeiten bringen würde.

Nach Angaben des Uniper-Vorstandsvorsitzenden Klaus-Dieter Maubach sollen die Kapitalmaßnahmen eine "monatelange Phase der Unsicherheit für unser Unternehmen und unsere Kunden beenden". Damit werde geregelt, wie die enormen Folgekosten der russischen Gaskürzungen getragen werden können, die überwiegend bei Uniper anfielen. "Es geht um nicht weniger als einen erheblichen Teil von Deutschlands Gasrechnung, der nun aus Steuermitteln bezahlt wird - und nicht, wie ursprünglich geplant, über eine Gasumlage", sagte Maubach. Ohne diese Entlastung wäre eine noch höhere Kostenwelle unweigerlich auf die Uniper-Kunden zugekommen. "Durch die staatliche Stützung kann Uniper seine Kunden weiterhin zu den vor dem Krieg vertraglich vereinbarten Konditionen mit Gas beliefern."

Quelle: ntv.de, lno/dpa

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