Wirtschaft

"Pessimismus lässt nach" Unternehmen planen weniger Entlassungen

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Der Pessimismus habe in den vergangenen beiden Monaten merklich nachgelassen, konstatiert das Ifo-Institut.

(Foto: picture alliance/dpa)

In den Firmen steigt die Zuversicht. Für die Ifo-Forscher ist der Arbeitsmarkt noch nicht über den Berg. Doch der Pessimismus in den Unternehmen sei kleiner geworden. Die Arbeitsagentur sieht eine kleine Aufwärtsbewegung.

Angesichts von Hoffnungen auf eine baldige Erholung von der Corona-Krise wollen die deutschen Unternehmen offenbar weniger Beschäftigte entlassen. Das Beschäftigungsbarometer nahm im Juli im Vergleich zum Juni leicht um 0,9 Punkte auf 93,2 Punkte zu, wie die Münchner Wirtschaftsforscher des Ifo-Instituts zu ihrer Umfrage unter rund 9000 Firmen mitteilten. "Der Arbeitsmarkt ist aber noch nicht über den Berg", erklärte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Entlassungen seien vielerorts noch vorgesehen, insbesondere in der Industrie. "Der Pessimismus hat aber in den letzten zwei Monaten merklich nachgelassen." In drei von vier Wirtschaftssektoren legte das Barometer zu. Im Handel entspannt sich aus Sicht des Ifo die Lage langsam. Zwar sei die Zahl der Firmen, die Entlassungen planten, noch in der Überzahl. Sie sei aber weniger groß als noch im Juni. Bei den Dienstleistern würden sich Entlassungen und Einstellungen wahrscheinlich in etwa die Waage halten. Zwar habe in der Industrie das Barometer erneut zugelegt.

Bei vielen Unternehmen der Branche stehe aber voraussichtlich weiterhin ein Stellenabbau an. Allein im Bau sank das Barometer im Juli. In den Chefetagen hellte sich die Stimmung nach dem Tiefpunkt in der Corona-Krise zuletzt immer weiter auf. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Juli legte auf 90,5 Zähler von 86,3 Punkten im Juni zu. Das war der dritte Anstieg in Folge. Experten werteten dies als Trendwende zum Besseren.

Arbeitsagentur: Nachfrage nach Arbeitskräften zieht leicht an

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat den Grund zum Aufatmen bestätigt: Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland hat im Juli wieder leicht zugenommen, teilte die BA mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist diese nach Aussage der Bundesagentur aber immer noch deutlich niedriger.

Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit stieg im Juli im Vergleich zum Juni um einen auf 92 Punkte, liegt aber 35 Punkte unter dem Vorjahreswert. Damit könne sich nach dem Einbruch wegen der Corona-Krise der Beginn einer Aufwärtsbewegung auf niedrigem Niveau andeuten, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit.

Allerdings waren im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat in allen Branchen weniger freie Stellen gemeldet - bis auf den öffentlichen Dienst gab es einen Rückgang im zweistelligen Prozentbereich. Besonders betroffen war das Gastgewerbe, wo 44 Prozent weniger Stellen gemeldet waren. Bei Verkehr und Logistik sanken diese um 38 Prozent.

Der Stellenindex beruht auf den Stellengesuchen, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind. Als Referenzwert dient der Durchschnitt des Jahres 2015, der mit 100 angegeben wurde. Im April lag der BA-Stellenindex erstmals unter dem Referenzwert.

Quelle: ntv.de, cbr/rts