Wirtschaft

Kritik an höheren CO2-Vorgaben VW-Chef argumentiert mit Jobverlusten

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"So lange der Dieselpreis bei nur einem Euro pro Liter auf einem langjährigen Tiefpunkt liegt, wird das schwierig," sagt Diess.

(Foto: picture alliance/dpa)

Volkswagen-Chef Herbert Diess warnt vor einem größeren Stellenabbau in der Autoindustrie bei einer Verschärfung der CO2-Richtlinien durch die EU-Kommission. Der schnellere Wandel in der Branche könne nur gelingen, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffe.

Volkswagen-Chef Herbert Diess fürchtet zusätzliche Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste in der Autoindustrie, wenn die EU-Kommission die CO2-Vorgaben für die Autobauer verschärfen sollte. "Eine schnellere Transformation bedeutet auch, dass mehr Arbeitsplätze und ganze Firmen in bestimmten Bereichen unter Druck geraten oder verloren gehen", sagte der Top-Manager der "Welt am Sonntag". In anderen Bereichen würden dafür neue entstehen. "Ich halte die Transformation - auch mit schärferen Klimazielen - für machbar und für eine Chance", ergänzte Diess auf Linkedin.

Wenn man den Wandel schneller erreichen wolle, seien dafür auch die richtigen Rahmenbedingungen nötig, sagte Diess. "So lange der Dieselpreis bei nur einem Euro pro Liter auf einem langjährigen Tiefpunkt liegt, wird das schwierig." Diess' Vorgänger Matthias Müller hatte Ende 2017 eine Abschaffung des Steuervorteils für Dieselkraftstoff ins Spiel gebracht.

Die Autoindustrie muss sich bis 2030 auf strengere Grenzen für den Ausstoß von Kohlendioxid einstellen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte als neues EU-Klimaziel vorgeschlagen, den Ausstoß von Treibhausgasen in der Union bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu drücken - statt der bisher anvisierten 40 Prozent. Das bedeutet, dass auch der CO2-Ausstoß bei Autos stärker sinken muss.

Aus Sicht des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer wird die Verschärfung der EU-Klimaziele die deutsche Autoindustrie weniger hart treffen als befürchtet. Er erwarte, dass durch die erhöhten CO2-Reduktionsziele in der Branche maximal 13.000 Stellen zusätzlich gestrichen werden müssen, wie laut "WamS" aus Berechnungen Dudenhöffers hervorgeht.

Zugleich würden aber neue Arbeitsplätze entstehen - möglicherweise in ähnlichem Umfang. Insgesamt rechnet Dudenhöffer damit, dass durch den Übergang zum Elektroauto unter dem Strich rund 100.000 Jobs bis 2030 in der Autoindustrie wegfallen werden. Das schärfere Reduktionsziel ist in dieser Rechnung bereits enthalten.

Quelle: ntv.de, wne/dpa