Wirtschaft

Kunden in China betroffen VW büßt wegen Chip-Mangels an Gewinn ein

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Volkswagen musste in den vergangenen Monaten wegen fehlender Teile wiederholt die Bänder anhalten.

(Foto: dpa)

Die Chipkrise erfasst auch Volkswagen - der Betriebsgewinn des Autobauers sinkt im dritten Quartal spürbar. Der Rückgang fällt überraschend deutlich aus. Vor allem das China-Geschäft ist von der Krise betroffen. An der Börse büßt die Aktie ein.

Volkswagen muss inmitten der Transformation einen Rückschlag einstecken und senkt seine Absatzerwartungen für das laufende Jahr. Wegen des anhaltenden Chip-Mangels fiel das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen im dritten Quartal um zwölf Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro. Analysten hatten einen geringeren Rückgang erwartet.

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In der Markengruppe Volumen, zu der auch die Kernmarke VW sowie die Marken Skoda und Seat gehören, verzeichnete der Konzern sogar einen operativen Verlust. Überdurchschnittlich betroffen sei das China-Geschäft: In der Volksrepublik "konnte die hohe Kundennachfrage ebenfalls mangels Halbleitern nicht bedient werden", erklärte das Unternehmen. An der Frankfurter Börse büßten die VW-Aktien zum Start um fast drei Prozent ein.

In den ersten neun Monaten des Jahres insgesamt konnte VW aber fast sieben Prozent mehr Fahrzeuge an die Kunden ausliefern als im Vorjahreszeitraum - insgesamt waren es 7 Millionen Fahrzeuge. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge sogar um 20 Prozent auf 187 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn von Januar bis Ende September lag mit 14,2 Milliarden Euro "weiter auf einem soliden Niveau" und über dem Vorjahreszeitraum, wie Volkswagen erklärte. Der Autobauer bestätigte daher seinen Ausblick für die Rendite im Gesamtjahr. Mit seiner Quartalsbilanz schlug sich Europas größter Autobauer noch vergleichsweise gut. Die US-Rivalen Ford und GM hatten deutlich größere Gewinneinbrüche erlitten.

Konzernchef Herbert Diess forderte, bei der Transformation hin zu einer klimaneutralen, digitalen Mobilität nicht nachzulassen: "Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigen einmal mehr, dass wir die Verbesserung der Produktivität im Volumenbereich jetzt konsequent vorantreiben müssen. Wir sind fest entschlossen, unsere starke Stellung gegenüber etablierten und neuen Wettbewerbern zu behaupten."

Unruhe im Stammwerk Wolfsburg

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Volkswagen musste in den vergangenen Monaten wegen fehlender Teile wiederholt die Bänder anhalten und Mitarbeiter vorübergehend nach Hause schicken. Im Stammwerk Wolfsburg sind nach Betriebsratsangaben viele Beschäftigte verunsichert und bangen um ihre Jobs. Während der Kurzarbeit fallen die sonst üblichen Zuschläge weg, auf die viele Menschen in der Region bauen.

Neben Materialengpässen, die sich nach Meinung von Experten bis ins nächste Jahr hinziehen dürften, muss das Stammwerk die Transformation bewältigen. Wolfsburg hat als eines der wenigen VW-Werke noch keinen Zuschlag zum Bau eines volumenfähigen Elektroautos, das für genügend Auslastung sorgen könnte. Für zusätzliche Unruhe hatten zuletzt Aussagen von Konzernchef Diess gesorgt, der in Deutschland bis zu 30.000 Arbeitsplätze in Gefahr sieht, wenn der von ihm vorangetriebene Umbau von Volkswagen zu einem führenden Hersteller von E-Autos und softwarebasierten Diensten nicht gelänge.

Quelle: ntv.de, kst/rts/AFP

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