Wirtschaft
EPH übernimmt Tagebaue und Kraftwerke - wie dieses in Jänschwalde.
EPH übernimmt Tagebaue und Kraftwerke - wie dieses in Jänschwalde.(Foto: dpa)
Montag, 18. April 2016

Tagebaue und Kraftwerke: Vattenfall verkauft Braunkohlesparte an EPH

Der Energiekonzern Vattenfall verkauft seine Lausitzer Braunkohlesparte an die EPH-Gruppe, der bereits die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft gehört. Die tschechische Firma schlägt mehrere Mitbewerber aus dem Rennen.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will nach zähen Verhandlungen sein Braunkohlegeschäft in Deutschland an den tschechischen Versorger EPH abstoßen. Der tschechische Energiekonzern EPH übernimmt die Kraftwerke und Tagebaue in Ostdeutschland, wie EPH und Vattenfall mitteilten. EPH und der Finanzinvestor PPF haben demnach einen Vertrag mit Vattenfall unterzeichnet.

Der Deal kommt nicht überraschend - EPH war zuletzt zum bevorzugten Bieter aufgestiegen. Der Wert der Transaktion war zunächst unklar, da neben Vermögenswerten auch Finanzverpflichtungen übergehen. Vattenfall rechnet jedoch im zweiten Quartal mit einer Belastung von 2,4 bis 2,9 Milliarden Euro.

Die Schweden beschäftigen in den ostdeutschen Tagebauen und Braunkohlekraftwerken rund 7500 Mitarbeiter. Die Regierung in Stockholm muss dem Deal noch zustimmen. Vattenfall gehört zu 100 Prozent dem Staat. Im Rennen war auch ein Konsortium um den Versorger Steag und die australische Macquarie Bank.

EPH führt Mibrag und Vattenfall

EPH setzte sich gegen den tschechischen Konkurrenten Czech Coal sowie den Stadtwerke-Verbund Steag durch, der laut Insidern gemeinsam mit dem Finanzinvestor Macquarie eine Stiftungslösung vorgeschlagen hatte. Der größte tschechische Energiekonzern CEZ hatte sich vorher aus dem Bieterprozess zurückgezogen.

Die EPH-Gruppe erwirbt von Vattenfall nur die Braunkohleaktivitäten. Zu dem Paket, das der schwedische Staatskonzern zum Verkauf gestellt hatte, gehörten auch zehn Wasserkraftwerke. EPH hat bereits Erfahrung auf dem deutschen Markt: Dem Konzern gehört die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag), die Braunkohle in Sachsen und Sachsen-Anhalt fördert. Allerdings hatte EPH bereits angekündigt, die Aktivitäten von Mibrag und Vattenfall eigenständig weiterführen zu wollen.

Vattenfall hatte seine Braunkohlesparte im Herbst 2014 zum Verkauf gestellt, um seinen CO2-Ausstoß zu reduzieren. Nach eigenen Angaben reduziert sich der Ausstoß von mehr als 80 Millionen Tonnen auf weniger als 25 Millionen Tonnen. Seitdem haben sich die Bedingungen für eine Veräußerung aber erheblich verschlechtert. Die Börsenstrompreise sind angesichts des Ausbaus der erneuerbaren Energien stark gesunken.

Quelle: n-tv.de

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