Überraschend starke ZahlenVestas hat seine Dynamik wiedergefunden

Die Kampagne von US-Präsident Trump und Lieferprobleme setzen dem Windturbinenbauer Vestas zu. Doch die Dänen bleiben standhaft. Für das Frühjahr meldet das Unternehmen überraschend starke Geschäfte - und volle Auftragsbücher.
Der dänische Windturbinenbauer Vestas hat im zweiten Quartal einen überraschend hohen Gewinn erzielt und seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Das trieb die Aktie mit einem Plus von fast 20 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang 2024. Analysten zeigten sich beeindruckt. Die Leistung im zweiten Quartal sei "herausragend" gewesen, kommentierten die Experten von JP Morgan. "Insgesamt ist dies möglicherweise der beste Bericht, den das Unternehmen seit mehreren Jahren vorgelegt hat, und eine klare Bestätigung, dass das Unternehmen über den Berg ist."
Das bereinigte operative Ergebnis stieg von April bis Ende Juni auf Jahressicht von 57 Millionen auf 446 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Dies war mehr als doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Für das Gesamtjahr rechne Vestas nun mit einer bereinigten operativen Marge von sieben bis neun Prozent, nachdem zuvor sechs bis acht Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Der Umsatz soll zwischen 20 Milliarden und 22 Milliarden Euro liegen.
Die Zuversicht basiert auf einem prall gefüllten Auftragsbuch: Der Wert der kombinierten Aufträge für Turbinen und Serviceleistungen summierte sich Ende Juni auf 76,9 Milliarden Euro, ein Plus von 9,6 Milliarden. Die Profitabilität werde sich voraussichtlich verbessern, getragen von Umsatzwachstum, Fortschritten beim Hochfahren der Produktion, guter Projektabwicklung und Kosteninitiativen, hieß es. Anhaltende geopolitische und zollpolitische Risiken dürften jedoch für Unsicherheit sorgen.
Die Wende scheint damit für Vestas gelungen zu sein. Der Konzern hatte mit Lieferkettenproblemen, hohen Kosten und den Auswirkungen der Kampagne von US-Präsident Donald Trump gegen Offshore-Windkraft zu kämpfen. Firmenchef Henrik Andersen sagte, das Unternehmen habe seine Dynamik wiedergefunden. "Der Hochlauf des Offshore-Geschäfts funktioniert so, wie wir es uns wirklich gewünscht haben."