Sparmaßnahmen im KonzernVolkswagen setzt bei Software auf günstige China-Variante

Volkswagen sucht unter hohem Kostendruck nach einer günstigeren und schnelleren Softwarelösung für zentrale Zukunftsmodelle. Ein intern diskutierter Kurswechsel könnte dem Konzern Einsparungen in Milliardenhöhe bringen.
Volkswagen will einem Insider zufolge eine in China entwickelte Software statt der Rivian-Software in seinen Volumenmodellen in Europa einsetzen. Diese Lösung sei deutlich günstiger und könne zudem schneller umgesetzt werden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Volkswagen-Markenchef Thomas Schäfer wolle den Vorschlag noch in diesem Jahr in den Konzernvorstand einbringen. Ein Sprecher der Marke Volkswagen Pkw lehnte eine Stellungnahme ab.
Über das Vorhaben hatte zunächst das "Manager Magazins" berichtet. Demzufolge kann der Konzern insgesamt vier bis fünf Milliarden Euro sparen, wenn er für das wichtigste Fahrzeugsegment die chinesische Technik einsetzt. Dabei gehe es um wichtige Zukunftsmodelle wie den ID.Golf, den ID.Passat oder den Skoda Enyaq, hieß es unter Berufung auf Insider. Als Schäfer den Vorschlag zum ersten Mal im Konzernvorstand vorgestellt hatte, seien die Reaktionen positiv gewesen, das Gremium habe aber kein grünes Licht für den Vorschlag gegeben. Volkswagen hat sich 2024 mit dem US-Startup Rivian auf eine Zusammenarbeit bei der Software geeinigt. Als erstes Fahrzeug soll im kommenden Jahr der Kleinwagen mit dem Arbeitsnamen ID.Every1 auf den Markt kommen.
Volkswagen hat einen harten Sparkurs eingeschlagen. Der Aufsichtsrat hatte Anfang September mit dem Zukunftsplan beschlossen, in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen zu streichen - zusätzlich zu dem bereits vereinbarten Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen. Zudem stehen vier Werke in Deutschland ab 2031 bis 2034 auf der Kippe: Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm.
Zudem kündigt Volkswagen zahlreiche Tarifverträge zum Jahresende. Es geht um die Beschäftigten der Volkswagen AG in Deutschland. Dazu zählen die Marken Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge, die Komponentensparte und zentrale Konzernbereiche. Der Haustarif bei Volkswagen gilt für rund 130.000 Beschäftigte in Deutschland.
