Entspannung bei StaatsanleihenWall Street geht versöhnlich ins Wochenende

Nach dem Ausverkauf vom Vortag kehrt an der Wall Street zum Wochenschluss eine entspanntere Stimmung ein. Trumps Ankündigung, im Iran bis zu den Midterm-Wahlen nichts zu unternehmen, sorgt für stabile Ölpreise. Die Renditen am Anleihemarkt geben nach.
Eine Entspannung am Anleihemarkt stimmt die US-Anleger zum Wochenschluss vorsichtig optimistisch. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Abend 0,8 höher mit 51.654 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq rückten um jeweils um 0,6 Prozent auf 7811 und 27.366 Zähler vor.
Die Preise für Nordsee-Rohöl Brent und US-Leichtöl WTI notierten unverändert. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, dass die USA den Iran nicht vor den Zwischenwahlen im kommenden Monat angreifen würden. Am Anleihenmarkt zeichnete sich eine etwas entspanntere Situation ab. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen gab leicht nach auf rund 5,5990 Prozent.
Der bevorstehende Start der US-Bilanzsaison in der kommenden Woche sorgte jedoch für Vorsicht unter Anlegern und begrenzte die Kursgewinne. Die geringe Marktbreite im S&P 500 deute darauf hin, dass Anleger große Technologiewerte für besser gewappnet hielten, um höheren Ölpreisen und steigenden Renditen standzuhalten, sagte Stratege Doug Beath vom Wells Fargo Investment Institute. "Eine Enttäuschung, insbesondere im Technologiesektor, könnte einen deutlichen Rücksetzer auslösen und nicht nur die übliche Marktunruhe verursachen."
Warten auf Bankbilanzen
Die Berichtssaison beginnt wie üblich mit den Quartalsergebnissen der Großbanken. Vier der sechs größten US-Geldhäuser, JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo, legen ihre Ergebnisse am Dienstag vor. Am Mittwoch folgen Morgan Stanley und die Bank of America. "Die Banken sind ein guter Indikator dafür, wie sich die Kreditnachfrage entwickelt und wie die allgemeine Wirtschaftslage ist", sagte Kim Forrest, Chefanlegerin bei Bokeh Capital Partners. "Das gibt uns auch Aufschluss darüber, was die US-Notenbank Fed möglicherweise tun wird."
Bei den Einzelwerten gerieten Aktien aus dem Telekommunikationssektor unter Druck. SpaceX, der Raumfahrtkonzern des Milliardärs Elon Musk, hat sich nach eigenen Angaben ein landesweites Portfolio an Mobilfunk-Frequenzen gesichert. Damit kann er künftig satellitengestützte Sprach- und Internetverbindungen über handelsübliche Smartphones anbieten. Bislang ist seine Satellitentochter Starlink hierfür meist auf Kooperationen mit klassischen Telekomkonzernen wie T-Mobile, AT&T und Verizon angewiesen. Deren Aktien rutschten um 8,5 bis 13 Prozent ab.
Apple gibt nach
Um rund 1,1 Prozent nach unten ging es für Apple. Wegen einer schwächelnden Nachfrage streicht der Technologiekonzern einem Zeitungsbericht zufolge die Bestellungen für iPhone-Komponenten zusammen.
Auf der Gewinnerseite stand der Krankenversicherer Humana mit einem Kurssprung von rund zwölf Prozent. Laut Humana werden im Jahr 2027 wohl 95 Prozent seiner Mitglieder in von der US-Regierung mit vier oder mehr Sternen bewerteten Tarifen versichert sein. Höhere Bewertungen sind für die Versicherer entscheidend, da sie zu Bonuszahlungen in Milliardenhöhe führen und die Gewinnung neuer Mitglieder fördern.

