Wirtschaft

Angst vor der Zins-Eskalation Wall Street mit herben Verlusten

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Derzeit durchleiden Anleger eine Berg- und Talfahrt.

(Foto: AP)

Ausdrücklich versichert US-Notenbak-Chef Powell, dass die nächste Zinserhöhung nicht höher ausfallen wird als jüngst. Doch am Markt bestehen Zweifel. Für die Indizes an den US-Börsen geht es kräftig bergab.

Die Angst der Anleger vor immer größeren Zinsanhebungen der US-Notenbank ist wie ein Bumerang an die US-Börsen zurückgekehrt und hat die Wall Street auf Talfahrt geschickt. Der Dow-Jones-Index stürzte um 3,1 Prozent auf 32.998 Punkte ab, der S&P-500 rauschte um 3,6 und der Nasdaq-Composite um 5,0 Prozent nach unten.

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Am Mittwoch hatten die Börsen noch mehr als drei Prozent gewonnen, nachdem die Notenbank die Zinsen erwartungsgemäß um 50 Basispunkte angehoben hatte. Fed-Chef Jerome Powell schloss eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte in einer bevorstehenden Sitzung ausdrücklich aus. Dennoch flackerte die Angst der Anleger vor einer aggressiven Straffung der Geldpolitik angesichts der hohen Inflation schnell wieder auf. "Ich würde sagen, dass die Märkte der Fed ihre Zurückhaltung nicht abkaufen", sagte Callie Cox, US-Investmentanalystin beim Broker eToro.

Einige Fed-Mitglieder hätten bereits darauf gepocht, dass die Zinsen schneller steigen müssten und das sofort, sagte Cox. "Es macht also Sinn, dass die Anleger an diesen Ort der Angst zurückkehren, dass die Fed viel mehr tun könnte, als sie sich vorgestellt hatten, um die Inflation geldpolitisch zu bekämpfen." An den Terminmärkten nahmen die Wetten auf eine Zinsanhebung um 75 Basispunkte bei der Fed-Sitzung im Juni zu.

Dem US-Dollar gab diese Sichtweise Auftrieb: Der Dollar-Index schoss um 0,9 Prozent in die Höhe. Den Greenback stützten nicht nur die Aussichten auf weiter steigende Zinsen, sondern auch bereits sein Ruf als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Denn die Konjunktur trübt sich von China über Europa bis in die USA ein. Wie unsicher die Zeiten aktuell sind, zeigte das Anspringen des Volatilitätsindex VIX um 23 Prozent nach einem Rückgang um 13 Prozent auf Vortag. Der Index gilt als "Angstbarometer".

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Investoren mussten zudem eine Flut von Firmenbilanzen verarbeiten. Ebay gerieten nach einer schlechter als erwartet ausgefallenen Prognose des Online-Händlers unter die Räder und sackten am Ende um 11,6 Prozent ab. Der Online-Möbelhändler Wayfair schockierte die Investoren mit einem unerwartet großen Verlust und dem Abgang seines Finanzchefs. Die Titel brachen um mehr als 25,7 Prozent ein.

Die Aktien von Booking legten um 3,3 Prozent zu. Das Online-Reisebüro hatte im ersten Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen und setzt auf eine gute Sommer-Reisesaison. Der Cerealienhersteller Kellogg überzeugte dagegen und erfreute mit einem verbesserten Ausblick, die Aktie stieg um 3,5 Prozent. Shopify stürzten um 15 Prozent ab, schwache Geschäftszahlen und der größte Zukauf seit Bestehen des Unternehmens belasteten.

Quelle: ntv.de, kst/jwu/rts/DJ

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