Wirtschaft

Sechs Monate nach Betrugsanklage Warten auf den Prozess für Winterkorn

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Beobachter hatten bisher damit gerechnet, dass der Betrugsprozess gegen Winterkorn im ersten Quartal 2020 anlaufen könnte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beobachter hatten eigentlich erwartet, dass der Prozess gegen Ex-VW-Chef Winterkorn und vier weitere hohe Manager Anfang 2020 anlaufen könnte. Doch ein halbes Jahr nach der Anklage heißt es weiter warten. Dafür gibt einen Grund.

Ein halbes Jahr nach der Betrugsanklage gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn und vier weitere Führungskräfte wegen des Abgasskandals ist ein möglicher Prozessbeginn immer noch nicht absehbar. Das Landgericht Braunschweig prüft unter anderem noch, ob zusätzlich zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ein Sachverständigengutachten angefordert werden soll.

Das sogenannte Zwischenverfahren zu dieser Frage laufe weiter, zur Dauer sei derzeit keine Einschätzung möglich, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Im September hatte sich angedeutet, dass sich der Prozess gegen den früheren Konzernchef verzögern könnte. Aus Kreisen der Verfahrensbeteiligten hieß es, die Richter wollten zunächst weitere Punkte klären lassen - so etwa die Notwendigkeit eines Gutachtens über die tatsächliche Menge der vom Dieselskandal betroffenen Volkswagen-Fahrzeuge.

Vorwurf der Marktmanipulation

Beobachter hatten bisher damit gerechnet, dass der Betrugsprozess gegen Winterkorn und vier andere hohe VW-Beschäftigte im ersten Quartal 2020 anlaufen könnte. Zunächst muss die Anklage, die Mitte April erhoben wurde, aber zugelassen werden.

Bei der Anklage geht es um den Vorwurf des schweren Betrugs und des Verstoßes gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb im Zusammenhang mit Manipulationen an den Abgaswerten von Millionen Dieselautos. Eine Wirtschaftsstrafkammer aus drei Richtern prüft, ob ein hinreichender Tatverdacht besteht.

Auch wegen Marktmanipulation gibt es mittlerweile eine Anklage gegen Winterkorn. Hier erstrecken sich die Vorwürfe zudem auf den derzeitigen VW-Konzernchef Herbert Diess und Chefaufseher Hans Dieter Pötsch.

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa

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