Wirtschaft

Erbitterter Machtkampf in GDL Weselsky schiebt Kritiker aufs Abstellgleis

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Neue Zeitrechnung: GDL-Boss Weselsky räumt im Vorstand auf.

(Foto: picture alliance / dpa)

Monatelang halten die Lokführer mit ihren Arbeitskämpfen die Republik in Atem und legen mehrfach den Bahnverkehr lahm. Der harte Kurs ist auch innerhalb der Gewerkschaft umstritten. Nun greift der Chef durch - mit überraschender Begründung.

Der Hauskrach bei der Lokführergewerkschaft GDL ist eskaliert. Der geschäftsführende Vorstand um Gewerkschaftschef Claus Weselsky hat gleich eine ganze Reihe früherer Top-Funktionäre aus der Gewerkschaft ausgeschlossen. An der Spitze trifft es Weselskys Vorgänger Manfred Schell, der die GDL bis 2008 geführt und den ersten eigenständigen Lokführertarif bei der Deutschen Bahn erkämpft hatte.

Auch die beiden ehemaligen Stellvertreter Weselskys, Sven Grünwoldt und Thorsten Weske, müssen die Gewerkschaft verlassen. Als Grund nannte die GDL in Frankfurt Beitragsrückstände in teilweise fünfstelliger Höhe. Die Gewerkschafter hatten wiederholt den konfrontativen Kurs Weselskys in den Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn kritisiert.

"Wer trotz mehrfacher Aufforderung seinen Beitragszahlungen nicht nachkommt, hat keinen Anspruch auf Mitgliedschaft. Dies gilt für jeden, ohne Ansehen der Person", erklärte hingegen der amtierende GDL-Vize Norbert Quitter. Wegen gewerkschaftsschädigenden Verhaltens habe der geschäftsführende Vorstand auch den Ausschluss der Ex-Funktionäre Volker Siewke und Dieter Kowalsky beschlossen.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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