Wirtschaft

Konjunkturhoffnungen nehmen zu Wirtschaft hat sanfte Frühlingsgefühle

2f996fddf097eca8d462822aa9a258f2.jpg

Posaunentöne auf dem Tempelhofer Feld in Berlin: Die deutsche Wirtschaft gibt sich optimistisch.

(Foto: dpa)

Kommt die deutsche Wirtschaft im Frühjahr, nach Ende des wochenlangen Lockdowns, wieder auf die Beine? Die Bundesbank hält eine zügige Erholung für gut möglich. Auch die Stimmung in den Unternehmen selbst steigt, der Ifo-Index legt unerwartet deutlich zu.

Nach einem Rückschlag zu Jahresbeginn dürfte die deutsche Wirtschaft aus Sicht der Bundesbank in diesem Frühjahr wieder Fahrt aufnehmen. "Mit sinkenden Infektionszahlen, der breiteren Verfügbarkeit von Impfstoffen und sukzessiven Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen sollten die gegenwärtigen Bremsfaktoren (...) nach und nach entfallen", heißt es im Monatsbericht Februar. "Die Wirtschaft dürfte daher wohl ab dem Frühjahr wieder auf ein deutlich höheres Leistungsniveau zurückkehren und ihren Erholungskurs wieder aufnehmen."

Für das erste Quartal 2021 rechnet die Bundesbank wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit einem Dämpfer für die Konjunktur. "Es steht aber nicht zu befürchten, dass die Wirtschaftsaktivität auf den Tiefstand während des Lockdowns im Frühjahr 2020 abrutscht." Im Gesamtjahr 2020 war die Wirtschaftsleistung Deutschlands um 5,0 Prozent zum Vorjahr eingebrochen.

Auch das Ifo-Institut sieht nach wochenlangem Lockdown hoffnungsvolle Zeichen. Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Februar aufgehellt, der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Vergleich zu Januar um 2,1 Punkte auf 92,4 Zähler. Analysten hatten zwar mit einer Verbesserung gerechnet, allerdings nur mit einer geringfügigen auf 90,5 Punkte.

"Die deutsche Wirtschaft zeigt sich trotz Lockdown robust, vor allem wegen der starken Industriekonjunktur", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Situation. Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre momentane Lage besser als auch die Zukunftsaussichten. Das Geschäftsklima stieg in allen betrachteten Wirtschaftssektoren an. Selbst in dem von den Corona-Beschränkungen stark getroffenen Handel besserte es sich etwas.

Bundesbank mahnt zur Disziplin

Mehr zum Thema

Der Staat versucht, das Corona-Tief mit Hilfsmilliarden abzufedern. "Im Verlauf des Jahres sollte aber der Aufschwung wieder Tritt fassen und auch die Staatsfinanzen zunehmend entlasten", prognostiziert die Bundesbank. "Für 2022 zeichnet sich ein deutlich sinkendes Staatsdefizit ab." Angesichts der Debatte um die Schuldenbremse betonten die Währungshüter, nach Abklingen der Pandemie gelte es, "die Staatsfinanzen wieder solide aufzustellen".

Die seit 2009 im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse erlaubt dem Bund nur in geringem Maße neue Kredite. In der Corona-Krise 2020 machte der Bund von der Ausnahmeregelung Gebrauch, dieses Instrument in Notsituationen vorübergehend aufheben zu können. Auch 2021 soll die Schuldenbremse noch einmal ausgesetzt werden.

Quelle: ntv.de, jog/dpa