Grönland-Krise kostet Dax Hunderte Punkte
Die jüngsten Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump haben die europäischen Aktienmärkte den zweiten Tag in Folge kräftig abrutschen lassen. An der Frankfurter Börse sackte der Dax in der Spitze auf 24.507 Punkte ab. Von seinem vor einer Woche erzielten Rekordhoch hatte sich der deutsche Leitindex damit rund 1000 Punkte entfernt.
Der Dax ging am Ende 1,1 Prozent tiefer mit 24.693 Punkten aus dem Xetra-Handel. Der EuroStoxx50 notierte 0,6 Prozent leichter bei 5890 Stellen.
"Trumps Vorstoß in Richtung Grönland und die Drohung mit zusätzlichen US-Zöllen verschärfen die handelspolitische Lage", konstatierte Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro. "Deutsche Fahrzeuge würden sich in den USA weiter verteuern, was die Absatzchancen deutlich schmälert." Auch Rückenwind von Konjunkturseite konnte nichts am Aktienmarkt ausrichten. Das Barometer für die Konjunkturaussichten in den kommenden sechs Monaten stieg im Januar überraschend kräftig um 13,8 Punkte auf 59,6 Zähler.
Die Nachrichtenlage von Unternehmensseite ist extrem dünn. Henkel verloren 2,6 Prozent. Der Dax-Konzern führte Gespräche über einen Erwerb des niederländischen Chemieunternehmens Stahl Holdings, das sich auf Beschichtungen und Oberflächenbehandlungen für Materialien wie Leder, Kunststoffe und Textilien spezialisiert hat. Mit Blick auf den Umsatz wäre es ein kleinerer und strategisch sinnvoller Zukauf, wenn er denn stattfinde, heißt es im Handel. Hypoport sanken nach Zahlenausweis um 16,7 Prozent. Vor allem das um ein Prozent geschrumpfte Volumen der Plattform Europace im vierten Quartal stößt Anlegern sauer auf.
"Teflon-Märkte" trotzen den Krisen
Das neue Jahr ist zwar noch jung, doch die Märkte haben bereits so einige Herausforderungen zu bestehen. Bislang zeigen sich die Märkte allerdings noch sehr robust. Warum Anleger in diesem Jahr besonders die Emerging Markets im Blick behalten sollten, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Yvonne Löschinger vom ETF-Anbieter Xtrackers und Thorsten Weinelt von der Commerzbank.
Renault arbeitet an Drohnen für französisches Militär
Der französische Automobilhersteller Renault wird künftig mit dem französischen Rüstungsunternehmen Turgis Gaillard bei der Herstellung von Drohnen zusammenarbeiten. "Auf Ersuchen des französischen Verteidigungsministeriums wurde die Renault Group eingeladen, ihre Expertise zur Entwicklung einer französischen Drohnenindustrie beizusteuern", sagte ein Renault-Medienkontakt am Dienstag. Die Renault Group verfüge über gefragte Kompetenzen bei Entwurf, Industrialisierung und Massenproduktion von High-Tech-Objekten unter gleichzeitiger Kontrolle von Qualität, Kosten und Fristen. Angaben zum Wert oder zur Laufzeit des Vertrags machte das Unternehmen nicht.
Großbank sieht Bayer in den USA auf gutem Weg
Ein kleiner Schritt des Obersten Gerichtshofs der USA, ein riesiger Sprung für die Lösung bei Bayer, urteilt die HSBC. Der Oberste Gerichtshof der USA kündigte an, dass er einen Roundup-Fall prüfen wird. Dieser Schritt stelle potenziell einen bedeutenden Fortschritt in Richtung der Lösung des Glyphosat-Überhangs dar. Das Unternehmen verfolgte eine dreigleisige Strategie, um den Prozessüberhang zu reduzieren, wobei der Weg über den Obersten Gerichtshof der USA den wichtigsten Teil der Strategie darstelle.
Es gebe drei wesentliche Implikationen: das Potenzial für Rückstellungsauflösungen und eine verbesserte Cashflow-Umwandlung in der Zukunft - Investoren sollten beobachten, ob diese Rückstellungsauflösungen in den "bereinigten Ergebnissen" im zweiten Halbjahr 2026 enthalten seien. Des Weiteren könnte das Unternehmen, sollte der Überhang aus den Rechtsstreitigkeiten abnehmen, Methoden für einen schnelleren Schuldenabbau in seiner Bilanz prüfen. Ein Abbau des Prozessüberhangs könnte sich zudem positiv auf das ESG-Profil von Bayer auswirken.
Goldpreis marschiert in Richtung 5000 Dollar
Der Goldpreis baut die Gewinne weiter aus. "Der Markt wartet auf die Rede von Donald Trump in Davos", so ein Marktteilnehmer. Sie könnte die "Zeitenwende" zementieren, das Ende der Nato, den Schulterschluss von Trump mit dem Regime in Moskau. Die Unsicherheit nehme nun weiter zu. Das neue Allzeithoch im Gold liegt bei knapp 4749 Dollar je Unze: "Je nach Tenor der Rede sind weitere Vorstöße Richtung 5000 möglich", so der Marktteilnehmer. Trump werde voraussichtlich am Mittwoch in Davos sprechen. Auch in Euro markiert die Feinunze neue Allzeithochs, allerdings ist das Plus deutlich geringer als in Dollar.
Dickes Minus: Grönland-Kälte auch an der Wall Street
An den US-Börsen geht es zum wegen eines Feiertags verspäteten Wochenstarts deutlich nach unten. Der Dow-Jones-Index fällt um 1,3 Prozent auf 48.695 Punkte. Der S&P-500 verliert 1,4 Prozent und der Nasdaq-Composite 1,6 Prozent. US-Präsident Donald Trump erhebt Anspruch auf das zu Dänemark gehörende Grönland. Am Wochenende drohte der 79-Jährige jenen europäischen Nato-Ländern Strafzölle an, die zur Unterstützung Dänemarks Soldaten nach Grönland entsandt hatten. Die EU kündigte harte Gegenmaßnahmen an. Die Blicke sind nun auf das Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos gerichtet. Dort soll Trump am Mittwoch sprechen.
Die Bilanzsaison spielt heute eine untergeordnete Rolle angesichts der politischen Großwetterlage. Unter anderem hat 3M über den Verlauf des vierten Quartals berichtet. Umsatz und Ergebnis übertrafen die Konsensschätzungen von Analysten. Für das laufende Jahr stellt 3M ein beschleunigtes Wachstum in Aussicht. Die Aktie kann sich allerdings der negativen Stimmung nicht entziehen und fällt um 4,3 Prozent.
Netflix ändert Offerte für Warner - ausschließlich Bargeld
Wenige Stunden vor Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen hat Netflix ein überarbeitetes Übernahmeangebot für den Rivalen Warner Bros Discovery vorgelegt. Die Eigner des Unterhaltungskonzerns erhielten 27,75 Dollar je Aktie in bar, teilte Netflix in einer Pflichtmitteilung mit. Bislang hatte der US-Konzern die gleiche Summe geboten. Diese sollte jedoch teilweise mit eigenen Anteilsscheinen bezahlt werden. Seit Bekanntgabe der Übernahmepläne Anfang Dezember haben Netflix-Titel 15 Prozent an Wert eingebüßt.
Der Verwaltungsrat von Warner unterstütze die Offerte einstimmig, teilte Netflix weiter mit. Dies ist ein weiterer Rückschlag für Paramount Skydance. Der Filmstudio-Betreiber und Streaming-Anbieter bietet mit 108 Milliarden Dollar rund 25 Milliarden Dollar mehr als Netflix. Dennoch hat die Führung von Warner die Offerte mehrfach zurückgewiesen. Sie begründete dies unter anderem damit, dass die Finanzierung der Transaktion auf wackligen Beinen stehe.
Impfstoffhersteller-Aktie geht kräftig nach oben
Eine Lizenzvereinbarung mit dem US-Pharmariesen Pfizer gibt den Aktien des Impfstoffherstellers Novavax Auftrieb. Die Papiere des Unternehmens aus Maryland legen im vorbörslichen US-Handel um fünf Prozent zu. Pfizer erhalte im Rahmen der Vereinbarung Zugang zu Novavax' Impfstoffverstärker "Matrix-M", teilten die Unternehmen mit. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der in einigen Impfstoffen eingesetzt wird, um eine stärkere Immunreaktion hervorzurufen. Im Gegenzug erhalte Novavax im ersten Quartal eine Vorauszahlung von 30 Millionen Dollar. Zudem habe der Konzern Anspruch auf Meilensteinzahlungen von bis zu 500 Millionen Dollar. Die Pfizer-Aktie gibt vorbörslich gut ein halbes Prozent nach.
So ist die Lage am Geldmarkt
Die Sätze am europäischen Geldmarkt präsentieren sich weiterhin kaum verändert. Das gilt auch für das Jahr, das sich damit resistent gegen den Zinsanstieg am langen Ende zeigt. "Der Geldmarkt lebt ohnehin von der Überschussliquidität", so ein Marktteilnehmer. Diese, immer noch fast 2,5 Billionen Euro umfassend, zurre die Sätze auf dem aktuellen Niveau fest. Dagegen legten die Dollar-Zinsen weiter zu, auch weil die Zinsspekulation im Dollar zurückgehe. "Das Thema ist der Vertrauensverlust in Trump", so ein Marktteilnehmer. Dieser sei längerfristiger Natur, man müsse nun damit rechnen, dass die Halbwertszeit von Verträgen sehr begrenzt sei.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 1,80 - 2,10 (1,90 - 2,07), Wochengeld: 1,90 - 2,07 (1,90 - 2,07), 1-Monats-Geld: 1,95 - 2,13 (1,95 - 2,13), 3-Monats-Geld: 2,02 - 2,20 (2,04 - 2,22), 6-Monats-Geld: 2,07 - 2,27 (2,07 - 2,27), 12-Monats-Geld: 2,17 - 2,36 (2,17 - 2,36), Euribors: 19.01. 16.01. 3 Monate: 2,0290 2,0330, 6 Monate: 2,1550 2,1430, 12 Monate: 2,2590 2,2280
Euroraum-Leistungsbilanzüberschuss sinkt stark
Der Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums ist im November stark gesunken. Nach Angaben der EZB betrug der Aktivsaldo saisonbereinigt nur neun (Vormonat: 27) Milliarden Euro. In der Handelsbilanz ergab sich ein Überschuss von 24 (33) Milliarden Euro, wobei die Exporte auf dem Vormonatsniveau von 235 Milliarden Euro stagnierten, aber die Importe auf 211 (203) Milliarden Euro anzogen.
Anleger fordern höhere Risikoprämie
Die Risikoprämien gegen den Ausfall europäischer Unternehmens- und Staatsanleihen (CDS) ziehen nun doch sichtbar an. Die Androhung von Zöllen von bis zu 25 Prozent seitens der USA auf acht europäische Länder sorgt für anhaltende Unsicherheit und stellt ein Risiko für den europäischen Kreditmarkt dar, urteilt Analystin Suvi Kosonen von der ING. Die Kreditspreads hätten sich bereits während des ersten Handelskonfliktes zwischen den USA und Europa im April 2025 ausgeweitet.
"Wenn sich die Märkte deutlich verschlechtern und sich den im April letzten Jahres verzeichneten Niveaus annäherten, wären die Spreads eindeutig gefährdet," sagt sie. Im April 2025 notierte der iTraxx Europe bei Werten zwischen 75 und 80 und damit noch deutlich über dem aktuellen Niveau.
Moderna und Merck melden Erfolg mit Hautkrebs-Impfstoff
Ein Hautkrebs-Impfstoff der US-Pharmakonzerne Moderna und Merck senkt in Kombination mit der Krebsimmuntherapie Keytruda das Risiko eines Wiederauftretens der Krankheit oder des Todes um 49 Prozent. Dies geht aus den Daten einer fünfjährigen Nachbeobachtung im Rahmen einer Studie hervor, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Das Ergebnis bestätige damit die bereits nach drei Jahren beobachtete Wirksamkeit.
Der Impfstoff mit dem Namen Intismeran Autogen wurde an Patienten mit Hochrisiko-Melanomen getestet, deren Tumoren operativ entfernt worden waren. Er wird für jeden Patienten auf Grundlage der genetischen Signatur seines Tumors entwickelt. Moderna und Merck testen die Kombinationsbehandlung nun in acht größeren Studien bei verschiedenen Krebsarten wie Lungen-, Blasen- und Nierenkrebs.
VW-Lkw-Tochter mit deutlichem Absatzrückgang
Volkswagen hat im vergangenen Jahr auch in seinem Lkw-Geschäft einen Absatzrückgang verzeichnet. Wie aus den detaillierten Absatzzahlen des Konzerns hervorgeht, sanken die Verkäufe in der Markengruppe Trucks/Traton, die die Marken MAN, Scania und Volkswagen Truck & Bus umfasst, um 8,6 Prozent zum Vorjahr auf 305.600 Einheiten. Im vierten Quartal stand ein Rückgang um 8,8 Prozent auf 81.000 Fahrzeuge zu Buche. VW hatte bereits vergangene Woche den Konzernabsatz gemeldet. Er sank um 0,5 Prozent auf 8,98 Millionen Fahrzeuge im Gesamtjahr und um 4,9 Prozent auf 2,38 Millionen im vierten Quartal.
An der Wall Street wird es auch nicht prickelnd
An den US-Börsen zeichnen sich zum Start in den Handel heftige Verluste ab. Der Future auf den S&P-500 fällt um 1,6 Prozent. Der Nasdaq-Future gibt um 1,9 Prozent nach. Da in den USA am Montag der Handel wegen eines Feiertags ruhte, können die dortigen Anleger erst jetzt auf die Eskalation des Streits um Grönland reagieren. US-Präsident Donald Trump erhebt Anspruch auf die zu Dänemark gehörende Insel. Am Wochenende drohte der Präsident jenen europäischen Nato-Ländern Strafzölle an, die zur Unterstützung Dänemarks Soldaten nach Grönland entsandt hatten. Die EU kündigte für diesen Fall Gegenmaßnahmen an.
Derweil ziehen sich die Anleger nicht nur aus Aktien, sondern auch aus dem Dollar und US-Staatsanleihen zurück, die normalerweise als "sichere Häfen" in Krisenzeiten gelten. Der Dollarindex fällt um 0,9 Prozent. Sinkende Kurse treiben die Rendite zehnjähriger Anleihen um sechs Basispunkte auf 4,29 Prozent nach oben.
Dax noch tiefer im Minus - Euro deutlich härter
Hier wieder ein Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat seine Verluste weiter ausgebaut. Der deutsche Leitindex sackte am Mittag um 1,7 Prozent auf 24.539 Punkte ab. Der EuroStoxx50 sank um 1,4 Prozent auf 5846 Stellen. Der Euro lag deutlich fester bei 1,1728 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen nur unwesentlich.
Tschechischer Rüstungskonzern CSG vor größtem Branchen-Börsengang
Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) strebt den wohl größten Börsengang der Branche an. Mit der für Freitag geplanten Notierung an der Amsterdamer Börse werde eine Marktkapitalisierung von 25 Milliarden Euro angestrebt, teilte das Unternehmen mit Sitz in Prag mit. Insgesamt sollen durch die Ausgabe von bis zu 15,2 Prozent der Anteile 3,8 Milliarden Euro eingenommen werden. Der Ausgabepreis wurde auf 25 Euro je Aktie festgelegt.
CSG ist einer der am schnellsten wachsenden Rüstungskonzerne der Welt. Das Unternehmen stellt Munition, Radarsysteme sowie schwere Militärfahrzeuge her und expandiert in das Geschäft mit Flugzeugtriebwerken. Der Konzern befindet sich im Besitz des 33-jährigen Michal Strnad. Dessen Vater hatte in den 1990er-Jahren mit dem Handel von altem Militärgerät aus Sowjet-Beständen begonnen.
Hypoport-Aktie stürzt nach Zahlen ab
Mit kräftigen Verlusten von 13,3 Prozent reagierte die Hypoport-Aktie auf den Zahlenausweis. Vor allem das um ein Prozent geschrumpfte Volumen der Plattform Europace im vierten Quartal stieß Anlegern sauer auf. "Die Perspektiven für Immobilienwerte werden ja nicht besser angesichts der steigenden langfristigen Renditen", sagte ein Händler. Daher könnte der Markt das vierte Quartals als Wendepunkt beim Wachstum interpretieren und überproportional negativ reagieren. Das Gesamtjahr verlief indes gut.
"Das wurde aber auch Zeit": ZEW-Index deutlich höher als erwartet
Die vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für Deutschland ermittelten Konjunkturerwartungen haben sich im Januar etwas stärker als prognostiziert verbessert. Wie das ZEW mitteilte, stieg der Index der Konjunkturerwartungen auf 59,6 (Dezember: 45,8) Punkte. Volkswirte hatten einen Anstieg auf nur 50,0 prognostiziert. Der Index der Lagebeurteilung erhöhte sich auf minus 72,7 (minus 81,0) Punkte. Erwartet worden waren minus 75,5 Punkte.
"Das wurde aber auch Zeit, dass sich Lage und Erwartungen gemeinsam deutlich bessern", sagte der Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger: "Die Lagebeurteilung holt jüngere Stimmungsverluste zwar auf, sie bleibt aber schlecht. Viele Hoffnungen gehen sicherlich auch auf das Fiskalpaket zurück. Noch gibt es keinen Grund, in Konjunktureuphorie zu verfallen. Nach wie vor bestehen erhebliche Standortnachteile und das Risiko, Unternehmen ans Ausland zu verlieren. Es bleibt dabei, dass politische Reformen durch das Fiskalpaket nicht ersetzt werden."
Krisen treiben Ölpreis nach oben
Nach einem längeren Abwärtstrend ist der Ölpreis Anfang des Jahres kräftig nach oben gesprungen. Grund waren vor allem die Krisen in Venezuela und im Iran. Wie es jetzt am Ölmarkt weitergehen könnte, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Annchristin Jahnel von der HSBC.
Dax tiefrot
Die europäischen Aktienmärkte sind nach dem Abverkauf zum Wochenstart erneut deutlich schwächer gestartet. So handelte der Dax am Vormittag 1,6 Prozent oder fast 400 Punkte tiefer bei 24.565 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor 1,3 Prozent auf 5848 Stellen. Geopolitische Risiken bilden erneut die Grundlage für Anlage-Entscheidungen, auch im Hinblick auf die im Tagesverlauf erwarteten Gespräche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Die aktuell vorherrschende Risikoaversion macht Sinn, auch wenn Pepperstone-Marktstratege Michael Brown davon ausgeht, dass sie kurzlebig sein wird und Kursrückgänge bei Aktien Kaufgelegenheiten bleiben. Auf dem Weg nach Davos wiederholte Trump seine Rhetorik zu Grönland auf Truth Social und schrieb in einem Beitrag, das Gebiet sei "unerlässlich für die nationale und weltweite Sicherheit".
Fast jeder Zweite hält Kaufprämie für E-Autos für sozial ungerecht
Die geplante Kaufprämie für Elektroautos stößt bei fast jedem zweiten Bundesbürger aus sozialen Gründen auf Ablehnung. Das geht aus einer Umfrage des Instituts Insa für die "Bild" hervor. Demnach halten 45 Prozent der Befragten die Prämie für sozial ungerecht oder eher sozial ungerecht. Lediglich gut ein Drittel (35 Prozent) findet sie sozial gerecht oder eher sozial gerecht. Auch bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit der Prämie überwiegen die Skeptiker: 44 Prozent halten sie nicht für sinnvoll, 40 Prozent hingegen schon. Gespalten zeigten sich die Befragten bei der Frage, ob die Prämie den Absatz von E-Fahrzeugen steigern wird. Jeweils 43 Prozent erwarten einen höheren Absatz beziehungsweise rechnen nicht damit. Für die Umfrage wurden vom 16. bis 19. Januar 2026 insgesamt 1002 Wahlberechtigte befragt.
"Die Börsen scheinen losgelöst von der Politik"
Kriege, Blockbildung, Schulden: Politisch ist die Lage angespannt. An den Märkten dominiert dennoch Optimismus, erklärt Martin Utschneider. Der Kapitalmarktexperte rät, Trends zu folgen - und nicht Emotionen.
DocMorris mit starkem Jahresende
DocMorris hat dank eines starken Schlussspurts ihr Wachstumsziel für 2025 erreicht. Der Umsatz legte im abgelaufenen Jahr um 11,1 Prozent auf rund 1,19 Milliarden Franken zu, wie die Schweizer Online-Apotheke mitteilte. Angetrieben wurde die Entwicklung vor allem von einem um gut 33 Prozent gewachsenen Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten. Firmenchef Walter Hess sprach von einem robusten Wachstum im Kerngeschäft. Für das abgelaufene Jahr präzisierte DocMorris die Erwartung für den bereinigten Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf eine Spanne von 48 bis 52 Millionen Franken. 2026 soll im operativen Geschäft die Ertragswende geschafft werden.
Gold hält Rekordniveau
Am Rohstoffmarkt stagnieren die Ölpreise zunächst. Die Rohöl-Sorte Brent kostet 64,01 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert ebenfalls kaum verändert bei 59,41 Dollar. Der Goldpreis wiederum notiert bei 4670 Dollar je Feinunze und hält sich damit in der Nähe seines zum Wochenstart erreichten Rekordhochs.
Eine gute Nachricht für Verbraucher ...
Die deutschen Erzeugerpreise sind im Dezember so stark gefallen wie seit gut anderthalb Jahren nicht mehr. Die Hersteller gewerblicher Produkte - von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern - verlangten durchschnittlich 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit April 2024. Im November hatte das Minus bei 2,3 Prozent gelegen. Ökonomen hatten diesmal mit einem Rückgang von 2,4 Prozent gerechnet. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte 1,2 Prozent niedriger als 2024.
Für die Verbraucher sind das potenziell gute Nachrichten: In der Statistik werden die Preise für Produkte von Herstellern geführt, bevor sie etwa in den Groß- und Einzelhandel kommen. Sie sind deshalb ein früher Signalgeber für die allgemeine Inflation. Verbraucher mussten im Dezember 1,8 Prozent mehr für Waren und Dienstleistungen bezahlen als ein Jahr zuvor.
"Leichtere Tendenz" beim Dax – und große Sorgen?
Den Verlusten vom Wochenbeginn lässt der Dax zum Start in das heutige Geschäft einen weiteren Abschlag folgen. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 24.750 Punkten, nachdem er gestern mit einem Stand von 24.959 Zählern geschlossen hatte.
"Der Dax zeigt sich mit einer leichteren Tendenz", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Bereits zum Wochenstart hatte der Dax die Drohungen von US-Präsident Donald Trump rund um das Thema Grönland ganz gut weggesteckt", erläutert er. "Heute startet dann auch die Wall Street in die neue Handelswoche. Mal sehen, wie die US-Anleger reagieren werden. Ein möglicher Handelskrieg mit Zöllen und Gegenzöllen würde beide Seiten treffen."
Rüstungswerte stemmen sich gegen den Trend
In einem erneut schwachen Marktumfeld bleiben Rüstungswerte gefragt. Die Aktien von Rheinmetall und Hensoldt verteuern sich im vorbörslichen Handel jeweils um rund ein Prozent. Renk-Papiere legen 1,5 Prozent zu.
Ein "Outperform" heizt dieser Aktie ein
Nach einer Hochstufung legen die Titel von Salzgitter im vorbörslichen Handel um 2,3 Prozent zu. Die Analysten von Oddo BHF setzten die Aktien des Stahlkonzerns auf "Outperform" von zuvor "Underperform".
Eskalation oder Deeskalation - das ist die Frage
Mehrheitlich mit Abgaben zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte. Marktteilnehmer verweisen auf die zunehmenden Sorgen in Bezug auf Grönland. US-Präsident Donald Trump hat seine Ansprüche zur Übernahme des Landes bekräftigt - eine Lösung zeichnet sich weiterhin nicht ab. Obwohl die Besorgnis über Trumps Rhetorik bezüglich der Grönland-Kontrolle zunehme, nähmen die Märkte die Dinge recht gelassen, meint Sally Auld, Chefvolkswirtin bei der National Australia Bank.
Sie setzten möglicherweise darauf, dass es bei den bevorstehenden Treffen in Davos zu einer Deeskalation kommen werde. Das Muster aus Eskalation und anschließender Deeskalation sei etwas, das die Märkte von der Trump-Regierung gewohnt seien, fügt sie hinzu. Sollte sich das Thema jedoch weiter verschärfen, wären die Auswirkungen für die Nato erheblich und die Märkte wären gezwungen, sich neu zu kalibrieren, ergänzt die Teilnehmerin.
Besonders deutlich geht es für den Nikkei in Tokio nach unten, der 1,1 Prozent verliert. Japans Premierministerin plant die Auflösung des Unterhauses am Freitag und hat Neuwahlen für den 8. Februar angesetzt - ein Schritt der erwartet worden war. Umfragen deuten darauf hin, dass die Premierministerin hohe Zustimmungsraten genießt. Sollte das Wagnis aufgehen, würde es der Regierungspartei helfen, ihre politische Basis zurückzugewinnen, heißt es. Zuvor hatten Niederlagen infolge von Skandalen dazu geführt, dass die Partei ihre Mehrheit in nicht nur einem, sondern beiden Häusern des Parlaments verloren hatte.
Wenig Bewegung gibt es dagegen an den chinesischen Märkten. Der Shanghai Composite büßt 0,3 Prozent ein, der Hang-Seng-Index in Hongkong zeigt sich wenig verändert. Der südkoreanische Kospi gewinnt weitere 0,6 Prozent. In Sydney schloss der S&P/ASX-200 mit einem Abschlag von 0,7 Prozent.
Hoffen auf Davos – Grönland im Fokus
In einer weiter vorsichtigen Seitwärtsbewegung werden Europas Börsen erwartet. Der Finger liege zwar weiter auf der Verkaufstaste, heißt es im Handel, jedoch würden konkrete politische Entscheidungen der EU abgewartet. Gerade die persönliche Nähe der Politiker auf dem Gipfeltreffen in Davos erlaube kurze Entscheidungswege, um eine Eskalation wegen Trumps Grönland-Drohungen zu vermeiden. Solange diese Hoffnung noch bestehe, dürfte ein erneuter Abverkauf an Europas Börsen vermieden werden. Die Dax-Futures rutschten in der Nacht zwar kurz weiter ab, die tieferen Kurse wurden vom Markt aber sogleich wieder gekauft.
Entscheidend dürfte die Reaktion der US-Börsen am Nachmittag auf den Zollkonflikt werden. Denn Trump ist bekannt dafür, auf die Kursreaktionen an der Wall Street zu achten. "Kräftige US-Verluste wären insofern gut, Trump würde dann verstehen, dass er auf dem falschen Weg ist", kommentierte ein Händler. Schon das Alleinlassen der Opposition im Iran habe gezeigt, dass seinen markigen Worten nichts folge.
Die heutigen Konjunkturdaten seien aktuell irrelevant, da sie die Eskalation um Grönland kaum einfangen können. Viele deutsche Unternehmensverbände wie der VCI hatten am Vortag über die Unberechenbarkeit der Lage geklagt. Weder Kosten, noch Aufträge und Einnahmen seien bei den unzuverlässigen Rahmenbedingungen kalkulierbar. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen dürfte diese Situation nicht einfangen. Dazu steht am Nachmittag ein Urteilstermin des US-Supreme-Court an. Er könnte sich dann zur Rechtmässigkeit der US-Zölle äußern, muss es aber nicht.
OpenAI zündet Wachstumsturbo
OpenAI hat seinen Umsatz 2025 dank massiv ausgebauter Rechenkapazitäten mehr als verdreifacht. Der annualisierte Erlös habe die Marke von 20 Milliarden Dollar überschritten, so die Finanzchefin Sarah Friar. Im Jahr 2024 habe der Umsatz noch bei sechs Milliarden Dollar gelegen. Auch die Rechenleistung sei deutlich gestiegen auf 1,9 Gigawatt von 0,6 Gigawatt im Vorjahr. Auch die Zahl der wöchentlich und täglich aktiven Nutzer bewege sich auf Höchstständen.
Für das Jahr 2026 kündigte Friar einen Fokus auf die "praktische Anwendung" der Technologie an, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft und Unternehmen. Die nächste Phase der Plattform werde sich auf sogenannte Agenten und die Automatisierung von Arbeitsabläufen konzentrieren.
Briten wollen Fusionen stärken
Großbritannien will sein Wettbewerbsrecht reformieren, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. Die Regierung kündigte am Montag, sollten Untersuchungen, ob Übernahmen oder Fusionen den Wettbewerb behindern würden, schneller und einfacher werden. Das Regelwerk solle "vorhersehbarer und verhältnismäßiger" gestaltet werden. Die staatliche Wettbewerbsaufsicht CMA will deshalb vergangene Entscheidungen überprüfen, um zu bewerten, ob sie auch heute noch sinnvoll seien. Bereits jetzt gebe es eine Liste von 33 Maßnahmen, die möglicherweise nicht mehr notwendig seien und deren Wegfall die Bürokratielast für Firmen verringern könnte.
Trump-Drohungen: Wirtschaftsweiser fordert Härte von EU
Der Wirtschaftsweise Martin Werding hat die Europäische Union angesichts der Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit Grönland zu einer harten Antwort aufgefordert. Der "Rheinischen Post" sagte Werding, alle Gegenmaßnahmen gehörten wieder auf den Tisch, die in den Diskussionen über die von Trump im vergangenen Jahr angedrohten Zölle vorbereitet worden seien. Trump lasse klar erkennen, dass es ihm in Grönland nicht um Sicherheitsinteressen gehe, sondern um Gebietsansprüche. Damit verletze er die Souveränität von Partnerländern und gefährde die Funktionsfähigkeit und damit den Fortbestand der Nato. Die Zollfrage sei dabei nur ein Nebenkriegsschauplatz, erklärte der Ökonom. Genau darum dürfe die EU in diesem Streit jedoch nicht einknicken.
Henkel bestätigt Kaufgespräche in den Niederlanden
Henkel hat Gespräche über einen möglichen Kauf der niederländischen Stahl Holdings bestätigt. Derzeit liefen Verhandlungen mit dem Mehrheitseigentümer Wendel aus Frankreich, wie der Konsumgüterkonzern mitteilte. Damit reagierte das Unternehmen auf Spekulationen am Markt. Ob es zu einer Einigung komme, sei derzeit jedoch offen. Ein möglicher Deal stehe zudem unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien sowie der Kartellbehörden.
"Sell America"-Handel gewinnt an Fahrt
Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, die Kontrolle über Grönland notfalls mit neuen Zöllen zu erzwingen, schürt die Furcht vor einem neuen Handelskrieg. An den asiatischen Börsen drücke dies auf die Stimmung. Anleger flüchten in als sicher geltende Anlagen wie den Schweizer Franken und Gold. Zudem gewinnt der "Sell America"-Handel an Fahrt, bei dem Investoren US-Aktien, den Dollar und US-Staatsanleihen verkaufen. "Auch wenn es zu einer Deeskalation kommt, wird diese Episode viele dazu veranlassen, an der Glaubwürdigkeit eines jeden Abkommens mit Trump zu zweifeln, so dass die Unsicherheit über die Zölle hoch bleiben wird", sagt Henry Cook, Europa-Volkswirt bei MUFG.
Der japanische Nikkei-Index gibt 1,1 Prozent auf 52.992,02 Punkte nach. Hier belasten zusätzlich Sorgen vor den Wahlen im kommenden Monat. Die von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi in Aussicht gestellten Steuersenkungen und Mehrausgaben könnten die Staatsfinanzen weiter belasten. Der Shanghai Composite verliert 0,3 Prozent.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am Devisenmarkt gewinnt der Dollar geringfügig auf 157,96 Yen und legt leicht auf 6,9606 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7964 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1656 Dollar und zieht leicht auf 0,9282 Franken an.
Angst vor "noch nie dagewesener Spirale aus Zöllen"
Zum Wochenstart hat der Dax direkt die 25.000er-Marke hergeschenkt. Der Grund liegt in den USA, denn Präsident Donald Trump droht mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, im Grönland-Streit mit Zöllen. Der deutsche Börsenleitindex, der am Freitag noch mit fast 25.300 Zählern ins Wochenende gegangen war, gab 1,3 Prozent auf 24.959 Stellen nach. "Anders als in früheren Verhandlungen wird die EU wohl diesmal nicht klein beigeben", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Es besteht das Potenzial für eine noch nie dagewesene Spirale aus Zöllen, Gegenzöllen und weiteren Maßnahmen."
Heute nimmt das Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos mit prominenten Rednern Fahrt auf. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, US-Finanzminister Scott Bessent und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gehören ebenso zu den Rednern wie Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng, Kanadas Ministerpräsident Mark Carney oder die britische Finanzministerin Rachel Reeves. Aus Deutschland treten unter anderem Bundesbank-Präsident Joachim Nagel oder Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp auf. Im Fokus diplomatischer Bemühungen am Rande dürften neben den jüngsten Zoll-Drohungen aus den USA der Krieg in der Ukraine und der Grönland-Streit stehen.
Hierzulande veröffentlicht das ZEW die Umfrage zur Konjunktureinschätzung der Investoren im Januar. Experten erwarten einen Anstieg des ZEW-Barometers auf 50 Zähler von 45,8 Punkten. Im Vormonat hatten die Börsenprofis die Aussichten der deutschen Wirtschaft überraschend positiv beurteilt. Nach drei Jahren wirtschaftlicher Stagnation spiegelte das Stimmungsbild laut dem ZEW gute Chancen für eine Konjunkturbelebung wider. Dies geht einher mit der Erwartung vieler Experten, dass die Wirtschaft dieses Jahr wieder Tritt fassen wird.
Unternehmensseitig läutet der Streamingdienst Netflix wie üblich die Bilanzsaison der großen US-Technologiewerte ein. Die Quartalsergebnisse von Netflix spielen diesmal jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Börsianer richten ihre Aufmerksamkeit auf Neuigkeiten zum Bieterwettkampf mit Paramount Skydance um Warner Bros Discovery. Analysten gehen davon aus, dass Netflix dank der finalen Staffel der Serie "Stranger Things" und des neuen Films der Krimireihe "Knives Out" mit einem Plus von knapp 17 Prozent das größte Wachstum in einem vierten Quartal seit 2020 verbucht hat.