Techwerte-Ausverkauf juckt Dax nicht sonderlich
Die europäischen Aktienmärkte sind zunächst in größerem Maße dem Ausverkauf im Technologiesektor in den USA und in Asien gefolgt. Der geringere Anteil an Chipaktien sowie eine Entspannung am Öl- und Anleihemarkt begrenzten jedoch die Kursverluste. An der Frankfurter Börse schaffte der Dax am Ende sogar ein Plus und ging 0,3 Prozent fester mit 25.383 Punkten aus dem Handel. Schlechter performte dagegen der EuroStoxx50, der 0,3 Prozent tiefer bei 6169 Stellen notierte.
"Die Good Old Economy stützte den Dax auch heute wieder", äußerte ntv-Börsenreporter Frank Meyer. "Zusätzlich gaben fallende Renditen und ein sinkender Ölpreis Rückenwind. Der TecDax litt dagegen deutlich unter dem Kursdebakel der Chipwerte."
Im Dax verloren Infineon 5,2 Prozent. Suss Microtec und Aixtron verbilligten sich um 7,6 beziehungsweise 12,7 Prozent. Weiter unter Druck standen auch die Aktien von Stromversorgern von Rechenzentren. Siemens Energy sackten um 2,2 Prozent ab, Schneider Electric verloren 1,8 Prozent.
Bei den Einzelwerten außerhalb des Technologiesektors rutschten Drägerwerk nach negativ aufgenommenen Geschäftszahlen um 17,4 Prozent ab. Der im SDax notierte Medizintechnikkonzern hat im dritten Quartal weniger verdient als vor Jahresfrist.
Widmet sich Norwegens Staatsfonds bald wieder Atomwaffen-Produzenten
Der norwegische Staatsfonds, der größte Pensionsfonds der Welt, könnte künftig wieder in Unternehmen investieren, die in die Herstellung von Atomwaffen involviert sind. Die Ethik-Kommission des Fonds empfahl eine Änderung der entsprechenden Vorgaben. Demnach sollten Hersteller von Atomwaffen weiterhin ausgeschlossen bleiben, "es sei denn, es handelt sich um ein Unternehmen mit Sitz in einem Staat, der im Sinne des Atomwaffensperrvertrags (NVV) verfügt und ein Verbündeter Norwegens ist".
Der norwegische Staatsfonds hat ein Volumen von mehr als zwei Billionen Euro und hält Anteile an mehr als 7000 Unternehmen weltweit. Er speist sich aus den Einnahmen der norwegischen staatlichen Öl- und Gasunternehmen und unterliegt strengen Richtlinien etwa in Bezug auf Ethikfragen, Menschenrechte und den Umweltschutz. Wegen der Vorgaben zu Atomwaffen sind etwa Unternehmen wie Airbus, BAE Systems, Boeing, Lockheed Martin und Safran ausgeschlossen.
Abseits des Tech-Booms: Diese Aktien haben Potenzial
Bei KI- und Chipaktien wird es unruhig - aber die Börse hat ja noch einiges mehr zu bieten. Welche Aktien und Branchen spannende Alternativen sein können, erklärt die Fondsmanagerin Kristina Bambach im Geldanlage-Check.
UBS-Hauptsitz bald nicht mehr in der Schweiz?
Die UBS bereitet offenbar Notfallpläne vor, die bei schärferen Kapitalanforderungen auch eine Verlegung des Hauptsitzes aus der Schweiz umfassen könnten. Das "Wall Street Journal" berichtete zu den geprüften Optionen gehörten der Kauf eines US-Finanzinstituts und ein Umzug in die USA, eine Fusion mit einem europäischen Rivalen oder ein Verkauf an eine US-Bank. Das Blatt beruft sich auf mit dem Vorgang vertraute Personen.
Erfolg für US-Pharmakonzern: EMA empfiehlt Mittel gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs
Die europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt die Zulassung eines Medikaments gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs in der EU. Das Mittel Daraxonrasib werde für Erwachsene mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs empfohlen, die zuvor mindestens eine andere Behandlung erhalten haben, wie die Behörde mitteilte. Patienten, deren Erkrankung sich nach einer vorherigen Behandlung verschlechtert habe, hätten eine schlechte Prognose und nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten, heißt es in der Mitteilung weiter. Angesichts der Schwere der Erkrankung und der begrenzten Wirksamkeit und der Nachteile der Standard-Chemotherapie bestehe ein Bedarf an besseren Behandlungsmöglichkeiten.
Der Hersteller Revolution Medicines vertreibt das Mittel unter dem Namen "Rasonque", in den USA ist es bereits für Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs unter bestimmten Bedingungen zugelassen.
Nasdaq mit knallrotem Start
Abwärts geht es im frühen Handel an der Wall Street - vor allem bei Aktien mit KI-Fantasie. Und das, obwohl die Renditen an den Anleihemärkten stark sinken. Die Abwärtstendenz bei den Zinsen verstärkte sich kurz vor Handelsbeginn sogar noch, nachdem die US-Erzeugerpreise im September deutlich höher ausfielen als erwartet. Marktteilnehmer vermuten dahinter eine Flucht in den vermeintlich sicheren Anleihehafen angesichts der sich eintrübenden Stimmung für Aktien und des regelrechten Ausverkaufs bei Aktien mit KI-Fantasie. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes fallen um bis zu 1,2 Prozent. Der S&P-500 gibt um 0,3 Prozent nach, der eng gefasste Dow-Jones-Index steigt dagegen um 0,5 Prozent, gestützt vor allem von sehr festen Einzelhandelsaktien.
Unter den Halbleiteraktien werden Nvidia 3,2 Prozent niedriger gesehen, AMD 5,7 und Broadcom 2,6 Prozent. Marvell geben um 5,0 Prozent nach, Micron um 5,7. Coreweave geben um 6,2 Prozent nach. Das Unternehmen ist auf KI-Infrastruktur und die Bereitstellung von Grafikprozessoren spezialisiert.
Chancen auf eine Jahresendrally?
Obwohl es an den Börsen merklich unruhiger geworden ist, zeigt sich der Dax bislang noch einigermaßen robust. Ob Anleger in diesem Jahr auf eine Jahresendrally hoffen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Volker Meinel von der BNP Paribas.
US-Erzeugerpreise steigen sprunghaft an
Die Inflation der US-Großhandelspreise ist im vergangenen Monat so schnell gestiegen wie seit mehr an vier Jahren nicht mehr, wie Daten des Arbeitsministeriums gerade zeigten. Der Erzeugerpreisindex sprang im September um 1,3 Prozent nach oben, verglichen mit einem Anstieg von 0,4 Prozent im August. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent gerechnet.
Der September-Bericht folgt nur einen Tag nach den heißer als erwartet ausgefallenen Verbraucherinflationsdaten für denselben Monat und untermauert die Argumente für die US-Notenbank Fed, die Zinsen erneut anzuheben, wenn ihr geldpolitischer Ausschuss im Laufe dieses Monats tagt.
"Blase geplatzt?" - Chip-Höhenrausch folgt der Kurskater
Nach monatelanger Rally geraten Halbleiteraktien unter Verkaufsdruck. Der Philadelphia Semiconductor Index verliert gegenüber seinem Hoch 20 Prozent, bleibt auf Dreijahressicht aber weit im Plus. Zweifel an Renditen und Chinas Konkurrenz belasten die Stimmung zusätzlich. Hier eine Einschätzung des ntv-Börsenexperten Frank Meyer.
Mehr Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe
Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Woche zum 10. Oktober 2026 leicht zugelegt. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl der Anträge auf saisonbereinigter Basis um 1000 auf 199.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 200.000 vorhergesagt.
Für die Vorwoche wurde der Wert nach oben revidiert, auf 198.000 von ursprünglich 197.000. Der gleitende Vierwochendurchschnitt erhöhte sich gegenüber der Vorwoche um 250 auf 198.500. In der Woche zum 3. Oktober 2026 erhielten 1,710 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung, 4.000 weniger als in der Vorwoche.
Spirituosenproduzent will an indische Börse
Pernod Ricard bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen potenziellen Börsengang in Indien vor. Der Spirituosenhersteller will von der dortigen wachsenden Nachfrage profitieren, während die Umsätze in vielen anderen Märkten des Konzerns rückläufig sind. Der französische Konzern hinter Absolut Vodka, Jameson Whiskey und Martell Cognac teilte mit, dass die Umsätze im bevölkerungsreichsten Land der Welt zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen seien. Diese Dynamik trug dazu bei, die starken Rückgänge in den USA und China von zehn Prozent beziehungsweise 25 Prozent auszugleichen.
Auch in Europa gingen die Umsätze zurück. Dies zeichnet das Bild einer weiterhin schwachen Nachfrage nach alkoholischen Getränken, da die Verbraucher in vielen Kernmärkten angesichts knapper Kassen ihre Ausgaben einschränken.
Raumfahrt-Aktie stürzt ab
Der US-Raumfahrtkonzern Rocket Lab hat den ersten Start seiner neuen Trägerrakete Neutron auf 2027 verschoben und damit seine Aktien einbrechen lassen. Die Titel verlieren im vorbörslichen Handel an der Wall Street mehr als elf Prozent. Grund für die Verschiebung seien Mängel in den Kohlefaserschichten der Treibstofftanks, teilte Rocket Lab mit. Ursprünglich war der Start für das vierte Quartal 2026 vorgesehen gewesen.
Die Analysten von TD Cowen prognostizierten, der erste Start könne sich bis ins zweite Quartal 2027 oder später verschieben. Rocket Lab betonte, man gebe der Zuverlässigkeit Vorrang vor der Geschwindigkeit. Die Neutron ist eine wieder verwendbare Rakete, mit der Rocket Lab um größere kommerzielle und staatliche Aufträge konkurrieren will. Analysten der Berenberg Bank schreiben in einer Studie, die Verzögerung sei zwar erwartet worden, belaste jedoch die Stimmung der Anleger. Die finanziellen Auswirkungen seien jedoch gering.
Bald Steuern auf Krypto-Gewinne?
Kauft man Kryptowährungen und hält sie mindestens ein Jahr muss man dafür in Deutschland bei Wiederverkauf bislang keine Steuern zahlen. Das soll sich aber künftig ändern. Was genau geplant ist und was das für Inhaber von Bitcoin und Co. bedeutet, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Nazlı Vişne von Kraken und Furkan Yildirim von CoinCheck TV.
Aktuelles vom Geldmarkt
Die Sätze am europäischen Geldmarkt präsentieren sich heute wenig verändert. Die Auswirkungen auf den hiesigen Markt nach etwas stärker als erwartet gestiegenen US-Verbraucherpreisen sind mithin kaum spürbar. Eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank auf ihrer Sitzung Ende Oktober wird nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 29 Prozent eingepreist nach rund 20 Prozent vor den Daten.
Tagesgeld: 2,44 - 2,53 (2,44 - 2,48), Wochengeld: 2,38 - 2,64 (2,39 - 2,63), 1-Monats-Geld: 2,42 - 2,72 (2,42 - 2,72), 3-Monats-Geld: 2,68 - 2,84 (2,58 - 2,83), 6-Monats-Geld: 2,91 - 3,07 (2,91 - 3,07), 12-Monats-Geld: 3,00 - 3,16 (3,02 - 3,18), Euribors: 14.10. 13.10. 3 Monate: 2,628 2,634, 6 Monate: 2,924 2,905, 12 Monate: 3,201 3,191
Flatexdegiro mit Aktienrückkauf gesucht
Gegen den Trend am Gesamtmarkt steigen Flatexdegiro um 5,6 Prozent. Das Unternehmen will eigene Aktien mit einem Volumen von bis zu 100 Millionen Euro zurückerwerben.
Über 700 Milliarden Dollar vernichtet - Dilemma für Fed
Die US-Inflation trifft erst die Wall Street hart, dann gerät die Börse in Südkorea in den Abwärtsstrudel. Die Zins- und KI-Sorgen sind zwischenzeitlich zurück. Kommt eine Zinserhöhung in den USA jetzt doch früher als gedacht? ntv-Börsenexpertin Nancy Lanzendörfer ordnet ein.
DocMorris hebt erneut Prognose an
DocMorris hat nach einem starken dritten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr erneut angehoben. Die Online-Apotheke habe mit 0,6 Millionen Franken bereits im dritten Quartal und damit früher als erwartet die Gewinnschwelle auf Stufe des bereinigten operativen Ergebnisses (Ebitda) erreicht, begründete der Vorstand seine Zuversicht. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung sei das stark beschleunigte Wachstum im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) gewesen, das um 78 Prozent zulegte. Der Aussenumsatz sei im dritten Quartal um 21,5 Prozent auf 342,7 Millionen Franken gestiegen.
Firmenchef Walter Hess erklärte, die Umsatzdynamik zeige, dass das Angebot bei den Patienten gut ankomme. Für das Gesamtjahr rechne er nun mit einem Umsatzwachstum von 12,5 bis 15 Prozent statt wie bisher mit neun bis 13 Prozent. Das bereinigte Ebitda solle besser als minus zehn Millionen Franken ausfallen, nachdem zuvor ein Wert zwischen minus zehn und minus 17,5 Millionen Franken angepeilt worden war.
Dax schwächer - Euro deutlich fester
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat zum Mittag hin seine Verluste etwas vergrößert. Der deutsche Leitindex notierte 0,5 Prozent tiefer bei 25.175 Punkten. Der EuroStoxx50 sackte um 0,7 Prozent auf 6148 Stellen ab. Der Euro lag 0,6 Prozent fester bei 1,1217 US-Dollar.
Tiefrotes Tech-Aktien-Festival im vorbörslichen US-Handel
Die Anleger scheinen durch die jüngsten Anzeichen von Anthropic und dem Chip-Konzern TSMC, dass die Nachfrage nach KI weiterhin solide ist, nicht beruhigt zu sein. Die Tech-Aktie bleibt im vorbörslichen Handel unter Druck. Hier sind einige der betroffenen Werte:
- Intel: fast vier Prozent im Minus, SpaceX: fast drei Prozent im Minus, Nvidia: rund zwei Prozent im Minus, CoreWeave: rund sechs Prozent im Minus nach einem Rutsch von 15 Prozent am Mittwoch, Micron: 4,5 Prozent im Minus, Super Micro und Marvell: zwischen 3,5 Prozent und vier Prozent im Minus, Sandisk: mehr als vier Prozent im Minus, AST SpaceMobile: fast vier Prozent im Minus, Oracle: 2,5 Prozent im Minus
Euroraum-Industrie schwächelt
Die Industrieproduktion der Eurozone ist im August angesichts anhaltender Sorgen über die Energiepreise erneut gesunken, während der Konflikt im Nahen Osten weiter aufflammte. Die Industrieproduktion ging gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent zurück, nach einem nach unten revidierten Rückgang von 0,3 Prozent im Juli, wie Eurostat mitteilte. Der Wert für August lag unter dem Konsens der Ökonomen, die einen Anstieg der Produktion um 0,2 Prozent erwartet hatten.
Bitcoin fällt
Bitcoin ist auf knapp über 81.000 US-Dollar runtergegangen. Zuvor hatten die über den Erwartungen liegenden US-Verbraucherpreise die Markterwartungen für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Laufe dieses Monats nach oben getrieben. Die führende Kryptowährung notierte 0,7 Prozent schwächer bei 81.181 Dollar, nachdem sie im frühen Handelsverlauf bis auf 80.580 Dollar abgerutscht war. Der Bitcoin begann seinen Rückgang am Mittwoch. Zuvor hatte die jüngste Veröffentlichung der Verbraucherpreise gezeigt, dass die Preise für Konsumgüter im September um 3,7 Prozent höher lagen als im Vorjahresmonat. Dies lag über den Erwartungen von Ökonomen.
Das FedWatch-Tool der CME Group beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen nach der Sitzung der US-Notenbank am 28. Oktober unverändert bleiben, auf 73 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt liegt demnach bei 27 Prozent. Unmittelbar nach dem Bericht über die Verbraucherpreise sahen einige Analysten die Chancen für eine potenzielle Anhebung bei etwa 50 zu 50.
Ericsson warnt vor steigenden Kosten
Ericsson hat im dritten Quartal einen geringeren Gewinnrückgang verbucht als von Analysten befürchtet. Effizienzverbesserungen hätten geholfen, die gestiegenen Kosten für Bauteile auszugleichen, teilte der Netzwerkausrüster mit. Der neue Ericsson-Chef Per Narvinger warnte jedoch, dass die Kosten die Margen im kommenden Jahr belasten dürften. "Der Markt für Mobilfunknetze stagniert, die geopolitische Unsicherheit bleibt hoch und die Kosten für Bauteile sind ein Gegenwind für die Bruttomarge", erklärte Narvinger.
Im dritten Quartal schrumpfte dem Konzern zufolge der operative Gewinn vor Abschreibungen und Restrukturierungskosten auf 10,1 Milliarden Kronen von15,8 Milliarden vor Jahresfrist. Analysten hatten jedoch im Schnitt nur mit 7,87 Milliarden Kronen gerechnet. Die bereinigte operative Marge (Ebita) sei auf 17,0 Prozent von 28,1 Prozent gesunken, lag damit aber ebenfalls über der Analysten-Prognose von 14,2 Prozent. Auch der Umsatz mit einem organischen Zuwachs von sieben Prozent auf 59,5 Milliarden Kronen übertraf die Markterwartungen.
Goldpreis steigt
Der Goldpreis geht wieder hoch, bleibt jedoch unter 4200 US-Dollar je Feinunze, womit er nach dem Ausverkauf am Mittwoch wieder etwas an Boden gewinnen. Jene Sitzung war von starken Schwankungen bei den Renditen von US-Staatsanleihen geprägt, die zunächst aufgrund heißer als erwartet ausgefallener Inflationsdaten nach oben schnellten, bevor sie wieder zurückgingen, da Anleger im Zuge eines Ausverkaufs bei Technologieaktien Short-Positionen glattstellten, wie die Analysten der Saxo Bank meinen. Die stärkeren Verbraucherpreisdaten schürten zudem die Erwartungen hinsichtlich US-Zinserhöhungen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bleibt laut dem FedWatch-Tool der CME mit 29 Prozent relativ gering, ist jedoch von 17 Prozent am Ende der vergangenen Woche gestiegen. Gold verteuert sich um 1,1 Prozent auf 4151,33 US-Dollar.
Mangel an KI-Aktien ist für Dax hilfreich
Mit Abschlägen von 0,1 Prozent auf 25.260 Punkte hält sich der Dax am Vormittag mehr als wacker. Der Mangel an KI-Aktien verhindert Schlimmeres. Während Infineon und Siemens Energy abverkauft werden, stützen defensive Aktien wie Deutsche Telekom und Pharmatitel. Der EuroStoxx50 verliert 0,4 Prozent auf 6169 Stellen.
TSMC arbeitet an Kapazitätsgrenze - Gewinnsprung vermeldet
Der wachsende Bedarf an hochmodernen KI-Prozessoren verhilft dem weltgrößten Chip-Auftragsfertiger TSMC zum sechsten Rekordquartalsgewinn in Folge. Das Nettoergebnis der vergangenen drei Monate sei um 69 Prozent auf umgerechnet 21,02 Milliarden Euro gestiegen, teilte der taiwanische Konzern mit. Analysten hatten mit einem rund 500 Millionen Euro niedrigeren Ergebnis gerechnet. Vergangene Woche hatte TSMC einen Umsatzsprung von 50 Prozent auf einen Höchststand von 41,66 Milliarden Euro bekannt gegeben.
Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. TSMC arbeitet wegen des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) an der Kapazitätsgrenze. Daher will das Unternehmen, das den weltgrößten Chipkonzern Nvidia und den iPhone-Anbieter Apple zu seinen Kunden zählt, im laufenden Jahr umgerechnet 52 bis 56 Milliarden Euro für den Ausbau seiner Fertigungsanlagen aufwenden.
TotalEnergies-Raffineriemarge fast vervierfacht
TotalEnergies rechnet wegen des Iran-Kriegs im dritten Quartal mit einem massiven Gewinnsprung. Die Raffineriemarge dürfte sich im Vergleich zum Vorjahr fast vervierfacht haben, wie der französische Ölkonzern mitteilte. TotalEnergies erwarte für das abgelaufene Quartal eine Marge von 33,2 Dollar je Barrel, nach 8,4 Dollar je Barrel im Vorjahreszeitraum.
Der Krieg der USA und Israels mit dem Iran hat zur faktischen Schließung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus geführt. Dies hat die weltweite Versorgung gestört und die Preise für Rohöl und Gas auf Mehrjahreshochs getrieben, was den großen Energiekonzernen hohe Gewinne beschert. Auch die Konkurrenten profitieren: Der Rivale Shell stellte vergangene Woche eine Rekord-Raffineriemarge in Aussicht, während BP von einer Verdreifachung ausgeht. TotalEnergies und Shell legen ihre vollständigen Quartalsergebnisse am 29. Oktober vor, BP folgt einen Tag später.
Kursrutsch in Asien - Dax bleibt gelassen
Der Dax startet mit Abgaben in den heutigen Handel. Den Kursrutsch in Asien macht der deutsche Börsenleitindex aber nicht mit, er notiert im Bereich von 25.200 Punkten. Gestern war er 0,2 Prozent fester mit einem Stand von 25.299 Zählern aus dem Handel gegangen. Die frischen US-Inflationsdaten schürten Zinssorgen. Zudem litt der südkoreanische Leitindex Kospi unter einem Abverkauf KI-naher Aktien, die teilweise zweistellige prozentuale Verluste hinnehmen mussten.
Abverkauf bringt Kospi ins Rutschen
Deutliche Abgaben verzeichnen die ostasiatischen Börsen. Überraschend hohe US-Inflationsdaten schüren die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Dies belastet vor allem die zinssensiblen Technologiewerte. Dazu kommen die Sorgen vor einem schärferen Wettbewerb bei Speicherchips mit China, nachdem der chinesische Halbleiter-Hersteller CXMT zuletzt Fortschritte bei einer effizienteren DRAM-Architektur vermeldet hatte. Dies weckt Sorgen nach einer geringeren Nachfrage für Speicherchips von Herstellern wie Samsung Electronics und SK Hynix.
Vor diesem Hintergrund verzeichnet der technologielastige Kospi in Seoul einen Abschlag von 8,0 Prozent. Für die beiden Index-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix geht es um 9,7 und 11,4 Prozent nach unten. In Tokio belasten ebenfalls Verluste bei den Technologiewerten - der Nikkei knickt um 5,1 Prozent ein der breiter gefasste Topix verliert 2,7 Prozent. Bei den Einzelwerten fallen Ibiden um 13 Prozent, Fujikura geben um 12,3 Prozent nach und Kioxia verlieren 11,9 Prozent. In China fallen die Abgaben nicht ganz so hoch aus. Der Shanghai Composite büßt 2,0 Prozent ein und der Hang-Seng-Index reduziert sich um 1,4 Prozent.
"Die US-Inflationsdaten haben "die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung durch die Fed wiederbelebt", kommentiert Antonio Di Giacomo von XS.com. "Höherer Preisdruck, gestiegene Renditen und Sorgen über Technologieunternehmen haben die Risikobereitschaft verringert", fügt der Senior-Marktanalyst hinzu.
KI-Ausverkauf erschüttert Börsen
Europas Börsen dürften mit Abgaben in den Handel starten. Die stärker als erwartet gestiegenen Verbraucherpreise in den USA haben neue Zinsängste an den Märkten ausgelöst. Eine Zinserhöhung durch die Fed auf ihrer Oktober-Sitzung wird nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 27 Prozent eingepreist nach rund 20 Prozent vor den Daten. Das belastet zinssensible Sektoren wie Technologieaktien. An den asiatischen Börsen bricht der stark gehebelte Kospi um acht Prozent ein.
Auf Technologiewerte drückt nicht nur das Gespenst höherer Leitzinsen, sondern auch die Sorge vor zunehmender Konkurrenz bei DRAM-Technologien durch chinesische Wettbewerber. Und das in einem Umfeld, in dem viele Anleger ohnehin befürchten, dass der KI-Trade blasenhafte Züge angenommen habe. Medienberichte, laut denen Anthropic die Umsätze im dritten Quartal fast verdoppelt habe und profitabel arbeiten soll, verhallen an den Börsen ungehört.
Derweil nimmt die Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks weiter langsam an Fahrt auf. Am Vormittag werden Daten zur europäischen Industrieproduktion für August veröffentlicht. Am Nachmittag folgen US-Erzeugerpreise, die allerdings für die Börsen nicht die gleiche Bedeutung haben wie die Verbraucherpreise. Das Highlight des Tages sind die US-Einzelhandelsumsätze für September. Es wird ein Anstieg von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet.
Bei dieser Aktie stehen die Zeichen auf Kurssturz
Auf vorläufige Drittquartalszahlen haben Drägerwerk nachbörslich mit einem Kurseinbruch von rund zehn Prozent reagiert. Höhere Kosten und ein verlangsamter Umsatzanstieg haben dem Medizintechnikkonzern einen Gewinnrückgang beschert. Das Ebit sank auf 48 Millionen Euro von 56,7 Millionen im Vorjahr. Die Ebit-Marge ging auf 5,6 von 6,8 Prozent zurück. Immerhin bestätigte das Unternehmen den Ausblick für 2026. Es bleibt abzuwarten, ob die Nachricht sektorweit Spuren hinterlässt.
Warum die vermeintlich sichere Rendite einen Haken hat
Für US-Anleihen gibt es gerade hohe Zinsen - aber nicht ohne Haken. Im ntv Geldanlage-Check erklärt Kapitalmarktstratege Carsten Roemheld, was Anleger beachten müssen.
Mehr Regulierung am Wohnungsmarkt
Der Deutsche Mieterbund und der Deutsche Gewerkschaftsbund laden am Vormittag zu einem Wohngipfel nach Berlin ein. Beide haben sich vor dem Treffen für eine stärkere Regulierung des Mietmarktes ausgesprochen. Für dieses Thema ist innerhalb der Bundesregierung vor allem Justizministerin Stefanie Hubig zuständig. Die SPD-Politikerin redet bei der Veranstaltung und dürfte ihre Pläne für weitere Gesetzesinitiativen erläutern.
Ölpreise geben nach - hohes Niveau bleibt
Am Rohstoffmarkt geben die Ölpreise nach. So verbilligt sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,5 Prozent auf 104,43 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 1,2 Prozent schwächer bei 93,99 Dollar.
Kursrutsch in Asien - KI-nahe Aktien besonders betroffen
Die Aktien in Asien geben zum Teil erheblich nach. Ein schneller als erwartet ausgefallener Anstieg der US-Verbraucherpreise verstärkt die Sorgen der Anleger um eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve in diesem Jahr. Hinzu kommen Bedenken über die Kreditrisiken bei KI-Infrastruktur. Der Nikkei-Index fällt innerhalb weniger Stunden um 4,8 Prozent auf 64.489,06 Punkte. Der breiter gefasste Topix notiert 2,5 Prozent niedriger bei 3.993,50 Zählern. "Das Hauptthema über Nacht waren höher als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten, die Befürchtungen vor Zinserhöhungen der Fed neu entfacht haben", so Analysten der Commerzbank in einer Mitteilung.
In Japan geraten vor allem Technologiewerte unter Druck. KI-nahe Aktien führen die Verluste an: Die Chipausrüster Advantest und Tokyo Electron geben um 7,3 beziehungsweise 5,8 Prozent nach. Die auf KI fokussierte Start-up-Beteiligungsgesellschaft Softbank Group sackt um 7,9 Prozent ab.
Auch die chinesischen Aktienmärkte folgen der breiten Schwäche an den Weltmärkten. Der Shanghai Composite verliert 1,8 Prozent auf 3.699,75 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt um 1,8 Prozent auf 4.142,86 Punkte. Technologiewerte führen die Verluste an.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,4 Prozent auf 157,70 Yen und legt leicht auf 6,6919 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,7 Prozent niedriger bei 0,8284 Franken. Parallel dazu steigt der Euro um 0,6 Prozent auf 1,1226 Dollar und gibt 0,1 Prozent auf 0,9302 Franken nach.
Lufthansa reagiert auf Kerosin-Mangel
Am Flughafen Frankfurt kann es derzeit zu Einschränkungen bei der Kerosinversorgung kommen. Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben vorsorgliche Maßnahmen ergriffen, um den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten. Dazu gehört, dass Flugzeuge auf ausgewählten Verbindungen bereits vor dem Abflug nach Frankfurt zusätzlichen Kraftstoff aufnehmen. Mit Flugstreichungen sei deshalb derzeit nicht zu rechnen, wie das Unternehmen mitteilte.
Hintergrund der angespannten Versorgungslage ist laut Lufthansa unter anderem eine reduzierte Kapazität der Pipeline-Anbindung. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung wird zudem der niedrige Rheinpegel als möglicher Belastungsfaktor für die Versorgung genannt, da Tankschiffe den Fluss nur eingeschränkt beladen befahren könnten.
Laut "Bild" hat die Lufthansa ihre Piloten angewiesen, auf bestimmten Flügen mehr Kerosin als für die jeweilige Strecke erforderlich zu tanken. Das sogenannte Tankering soll den Bedarf an zusätzlichem Treibstoff in Frankfurt verringern. Betroffen seien demnach vor allem Kurz- und Mittelstreckenverbindungen, zunehmend aber auch Langstreckenflüge.
Inflation zieht in Teilen der USA wieder an
Die Inflation in den USA hat sich der US-Notenbank Fed zufolge in den vergangenen Wochen in einigen Teilen des Landes wieder verstärkt. Am Arbeitsmarkt habe es zudem kaum Neueinstellungen, aber auch wenig Entlassungen gegeben, hieß es in dem Konjunkturbericht "Beige Book" der Fed. Die Unternehmen blicken demnach in weiten Teilen des Landes positiv nach vorn. Sie erwarteten aber zumeist nur ein leichtes Wachstum mit Schwerpunkt auf der Industrie, das von anhaltenden Unsicherheiten belastet werde. Die Firmen gaben zudem an, dass sie die gestiegenen Treibstoffkosten über die Lieferketten weiterreichten. Preisdruck gebe es auch durch andere Rohstoffe, Zölle und Versicherungen.
Der Bericht unterstreicht die Herausforderungen für die Notenbank. Diese berät am 27. und 28. Oktober über eine mögliche zweite Zinserhöhung in Folge. Zuvor veröffentlichte Daten zeigten, dass die Verbraucherpreise im September um 3,7 Prozent gestiegen sind. Dies liegt deutlich über dem Ziel der Fed von zwei Prozent. Angetrieben wurde die Teuerung durch höhere Benzinkosten infolge des von den USA und Israel begonnenen Krieges gegen den Iran sowie steigende Preise etwa für Software.
Der Chip-Wahnsinn geht weiter
Der Dax ist wieder in der Spur. Dem 0,8-Prozent-Plus vom Wochenbeginn, dem ein 0,1-Prozent-Minus folgte, fügte der deutsche Börsenleitindex zur gestrigen Wochenmitte einen weiteren Aufschlag in Höhe von 0,2 Prozent auf 25.299 Punkte hinzu. Während ein optimistischerer Ausblick von ASML stützte, heizten frische US-Inflationsdaten die Zinserhöhungsfantasien an – und kosteten schlussendlich Kursgewinne an den Aktienmärkten.
Heute treffen sich am Rande der Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Bangkok die Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Staaten. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil wird ebenfalls in der thailändischen Hauptstadt erwartet. Er dürfte sich dort auch vor der Presse zu den dominierenden Themen der Tagung äußern: der hohen Verschuldung vieler Staaten, den zunehmenden kriegerischen Spannungen sowie der hohen Inflation.
Unternehmensseitig wird der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC voraussichtlich den sechsten Rekord-Quartalsgewinn in Folge bekanntgeben. Analysten erwarten in Schnitt ein Nettoergebnis von umgerechnet 22,3 Milliarden Euro. Den Umsatz steigerte TSMC im dritten Quartal überraschend deutlich um 50 Prozent auf 41,66 Milliarden Euro. Wegen der weltweit wachsenden Nachfrage nach Hochleistungsprozessoren arbeitet der taiwanische Konzern an seiner Kapazitätsgrenze. Daher will er im laufenden Jahr 60 bis 64 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Produktion investieren.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.







