Umstufungen sorgen für die größten Kursausschläge
Für starke Kursbewegungen sorgen wie oft Umstufungen. Infineon steigen um 3,5 Prozent, Oddo BHF hat die Aktie auf "Outperform" erhöht. Bei Renk geht es 2,7 Prozent nach oben nach einer Kaufempfehlung durch Goldman Sachs. TKMS profitieren mit 3,1 Prozent Plus von einer Kaufempfehlung durch Stifel. Siltronic springen um 5,7 Prozent an, nachdem die UBS das Kursziel auf 120 nach 105 Euro genommen hat. Einer der größten Verlierer in Europa sind Orange in Paris mit minus 4,2 Prozent Minus. Morgan Stanley hat die Aktie auf "Underweight" herabgestuft.
TUI-Aufsichtsratschef Zetsche legt im Februar Amt nieder
Der Touristikkonzern TUI bekommt einen neuen Aufsichtsratschef. Johan Lundgren wird nach der Hauptversammlung im Februar 2027 den Vorsitz des Aufsichtsrats von Dieter Zetsche übernehmen. Zetsche habe den Mitgliedern des Kontrollgremiums mitgeteilt, dass er sich nicht zur Wiederwahl stellen werde, teilte der Konzern mit. Der frühere Chef des Autobauers Daimler (heute Mercedes-Benz) ist seit 2018 Mitglied des TUI-Aufsichtsrats und seit Mai 2019 dessen Vorsitzender.
Lundgren sitzt seit 2025 im Kontrollgremium des Reisekonzerns aus Hannover. Von 2017 bis Ende 2024 war er Chef des Billigfliegers EasyJet.
Baugenehmigungen legen weiter zu
Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland ist auch im Juli gestiegen. Sie kletterte um 1,9 Prozent auf 22.500, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Von Januar bis Juli gaben die Behörden grünes Licht für 148.800 Wohnungen. Das sind 12,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Höhere Zinsen und Materialkosten hatten in den Vorjahren viele Bauherren abgeschreckt. Die Stimmung im lange schwächelnden Wohnungsbau hat sich laut Ifo-Institut im August deutlich verbessert. Die Unternehmer sähen zunehmend Licht am Ende des Tunnels, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Die steigenden Genehmigungen nähren die Hoffnung, dass sich die Auftragslage in den kommenden Monaten belebt.
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Mehr Geld in der Kasse, real trotzdem weniger Umsatz: Gastgewerbe ächzt weiter
Das deutsche Gastgewerbe ist mit einem leichten Umsatzplus ins zweite Halbjahr gestartet. Die Erlöse in Restaurants, Kneipen und Hotels stiegen im Juli real um 1,5 Prozent zum Vormonat. Nominal gab es ein Plus von 1,3 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.
Auf Jahresbasis im Vergleich zum Juli 2025 zeigt sich jedoch, wie stark die Preise in der Branche gestiegen sind. Zwar hatten die Betriebe nominal 3,0 Prozent mehr in der Kasse als vor einem Jahr, real sank der Umsatz jedoch um 4,0 Prozent. Die Branche klagt seit Längerem über anziehende Kosten bei Energie, Löhnen und Lebensmitteln.
Hotels legten im Juli real um 1,4 Prozent zum Vormonat zu. Zum Vorjahresmonat gab es real ein Minus von 2,0 Prozent, nominal ein Plus von 2,9 Prozent. In der Gastronomie stieg der Umsatz real um 1,6 Prozent zum Juni. Zum Juli 2025 sank er real um 4,7 Prozent, nominal stieg er um 3,1 Prozent.
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Dax legt den Rückwärtsgang ein - Telekom saufen ab
Der heftige Anstieg der Erzeugerpreise im August in Deutschland bremst den deutschen Aktienmarkt zum Auftakt aus. Der Dax startet 0,4 Prozent niedriger bei 25.610 Punkten.
Mit 4,6 Prozent lagen die Erzeugerpreise deutlich über den Erwartungen. "Damit erhöht sich immer weiter die Gefahr, dass sich die hohen Energiepreise durch die Lieferkette fressen und die Inflation strukturell treiben", sagt ein Händler. Anzeichen einer Entspannung seien nicht sichtbar, gerade vor dem Hintergrund Preisexplosion von Diesel und Heizöl.
Größter Gewinner sind Infineon mit knapp 3,0 Prozent Plus. Die rote Laterne halten zum Auftakt Deutsche Telekom mit minus 3,1 Prozent.
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Ölpreis kommt weiter zurück
Trotz der unklaren Lage im Konflikt im Nahen Osten sind die Ölpreise den dritten Tag in Folge gefallen. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligten sich heute um mehr als ein Prozent auf 103,29 beziehungsweise 100,76 Dollar je Fass. Seit Dienstag haben die Notierungen um jeweils rund viereinhalb Prozent nachgegeben. "Die jüngsten Bemühungen zur Wiederherstellung der saudiarabischen Exportkapazitäten haben die unmittelbaren Versorgungsängste etwas gemildert", sagte Priyanka Sachdeva, Leiterin der Marktanalysen bei Phillip Nova.
Anfang der Woche waren die Ölpreise auf ein Vier-Monats-Hoch gestiegen.
Erzeugerpreise ziehen stärker an als erwartet
Der Inflationsdruck auf Produzentenebene hat im August überraschend zugenommen. Die deutschen Erzeugerpreise stiegen um 1,1 Prozent zum Vormonat und um 4,6 Prozent zum Vorjahr. Volkswirte hatten nur 0,9 und 4,3 Prozent erwartet. Im Juli lag das Plus noch bei 3,0 Prozent. Treiber sind vor allem die Energiepreise mit plus 8,3 Prozent zum Vorjahr und plus 3,2 Prozent zum Juli.
Die Preise für Mineralölerzeugnisse schnellten wegen der Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten um 40,5 Prozent zum Vorjahr und um 4,9 Prozent zum Vormonat nach oben. Auch Vorleistungsgüter verteuerten sich deutlich um 6,1 Prozent. Ohne Energie stiegen die Erzeugerpreise um 3,1 Prozent zum Vorjahr.
Dieser Rüstungstitel ist vorbörslich gefragt
Anleger folgen einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs und greifen bei Renk zu. Die Aktien des Rüstungszulieferers steigen im frühen Frankfurter Handel um vier Prozent und sind damit Spitzenreiter im MDax. Die Analysten von Goldman haben die Titel auf "Buy" von "Neutral" heraufgesetzt.
Frachtraten von China in die USA steigen rasant
Die Kosten für den Transport von Seefracht zwischen China und der US-Ostküste sind infolge des Iran-Kriegs rasant gestiegen. Die Preise für kurzfristige Buchungen auf dieser Route erreichten 10.948 Dollar pro 40-Fuß-Container, wie aus Daten der Preisplattform Xeneta hervorging. Damit haben sich die Kosten seit Beginn des Konflikts am 28. Februar mehr als vervierfacht. Die Frachtraten auf dieser wichtigen Handelsroute lägen nur noch knapp unter dem Allzeithoch aus der Zeit der weltweiten Lieferkettenprobleme während der Corona-Pandemie, sagte Xeneta-Chefanalyst Peter Sand. Im Januar 2022 war ein Rekordwert von 11.900 Dollar erreicht worden. Die Strecke von Shanghai nach New York gehört zu den meistbefahrenen und profitabelsten für globale Reedereien wie Maersk und Cosco.
Hintergrund der Entwicklung sind die stark gestiegenen Rohölpreise durch die Eskalation im Nahen Osten. Nachdem die USA und der Iran Öltanker in der Straße von Hormus angegriffen und versenkt hatten sowie Saudi-Arabien eine wichtige Pipeline schließen musste, hat sich der Treibstoff für Containerschiffe deutlich verteuert. Der weltweite Durchschnittspreis für den von vielen Schiffen genutzten schwefelarmen Treibstoff stieg dem Fachdienst Ship & Bunker zufolge auf 901,50 Dollar pro Tonne. Am 27. Februar hatte der Wert noch bei 543,50 Dollar gelegen, blieb am Donnerstag jedoch unter dem Höchststand vom 20. März von 1053 Dollar. Die Reedereien geben diese Mehrkosten über Zuschläge an ihre Kunden weiter.
Dax dürfte am Hexensabbat im Tiefflug starten
Der Dax wird am letzten Handelstag der Woche wohl niedriger in den Handel starten, wie der Blick auf die Kursentwicklung an den Terminmärkten zeigt. Sinkende Ölpreise und eine entschlossene Inflationsbekämpfung der US-Notenbank hatten die Anleger gestern zurück an die Aktienmärkte gelockt. Der Dax gewann 0,7 Prozent auf 25.716 Punkte. Auch an der Wall Street ging es bergauf. Investoren griffen vor allem bei Technologiewerten zu. Zum Wochenschluss richtet sich der Blick nach Japan. Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren Leitzins auf den höchsten Stand seit 31 Jahren angehoben.
Wegen des sogenannten Hexensabbats, des großen Verfallstags an den Börsen, kann es im Tagesverlauf zu stark schwankenden Kursen kommen. Es verfallen Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien.
Und so lief es am Vorabend an der Wall Street:
Daimler-Truck-Chefin warnt vor Milliarden-Schock: CO2-Strafen fressen Jahresgewinn
Vorstandschefin Karin Radström warnt vor Milliardenstrafen für verfehlte Brüsseler CO2-Ziele - und das, obwohl es an fehlenden Ladesäulen hapert, die die Lkw-Branche nicht in der Hand habe.
"Für jeden verfehlten Prozentpunkt müssen wir etwa 120 Millionen Euro Strafe zahlen", sagte die Daimler-Truck-Chefin dem “Handelsblatt”. "Ein Festhalten daran hätte für uns existenzielle Folgen. Wenn wir die Ziele um zehn Prozentpunkte verfehlen, wären das 1,2 Milliarden Euro - also etwa der gesamte globale Gewinn der Sparte Mercedes-Benz Trucks in einem Geschäftsjahr."
"Wir wissen einfach nicht ...": JP Morgan gibt keine Prognose mehr zum Ölpreis ab
Die US-Großbank JP Morgan hat nach eigenen Angaben zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges keine klare Prognose mehr für die Ölmärkte. "Wir wissen einfach nicht, wie wir den Ausgang modellieren sollen", schreiben die Analysten der Bank in einer Studie. Sechs Monate nach Beginn des Konflikts seien viele wirtschaftliche rote Linien überschritten worden, ohne dass eine Lösung in Sicht sei. Der Ölpreis sei über 100 Dollar pro Barrel gestiegen und die Dieselpreise in den USA hätten vor dem Winter ein Allzeithoch erreicht.
Trotz der massiven Angebotsausfälle von schätzungsweise zehn Millionen Barrel pro Tag ist der Ölpreis jedoch nicht so stark gestiegen, wie erwartet. Dies liegt den Analysten zufolge vor allem an einem weltweiten Nachfragerückgang. Die globale Ölnachfrage sei um etwa 4,4 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr gesunken. "Indem der Markt viel stärker auf den sinkenden Verbrauch und viel weniger auf den Abbau von Lagerbeständen gesetzt hat, konnte er eine außergewöhnliche Angebotsunterbrechung ohne einen nachhaltigen Anstieg der Rohölpreise verkraften", heißt es in dem Bericht.
Die Bank warnt jedoch, dass die Preise im weiteren Jahresverlauf steigen könnten, falls die Lieferunterbrechungen im Nahen Osten andauern. Derzeit gebe es zwar noch ausreichend Lagerbestände, insbesondere in China, Europa und Japan, die als Puffer dienten. Diese könnten jedoch zur Neige gehen. "Kurz gesagt, es ist noch genug Pulver trocken, um die Preise in Schach zu halten - vorläufig."
Asien-Börsen bekommen Rückenwind aus USA
Gute Vorgaben der Wall Street heben am Freitag die Stimmung an den Börsen in Asien. In den USA hatten die Aktienkurse kräftig zugelegt, nachdem die Ölpreise gesunken waren und auch weil das entschlossene Vorgehen der US-Notenbank gegen die Inflation gut ankam. Die niedrigeren Ölpreise linderten Inflationsängste zusätzlich, worauf am Anleihemarkt die Renditen deutlich sanken. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen steht mit aktuell 4,94 Prozent wieder deutlicher unter der 5-Prozent-Marke. Der Preis für ein Barrel Brentöl fällt im asiatischen Handel weiter um 0,8 Prozent auf rund 104 Dollar.
In Tokio rückt der Nikkei-225-Index um 1,7 Prozent vor, angeführt von Aktien der Chipbranche. Unter anderem verbessern sich Kioxia um 8,0, Advantest um 7,3, Lasertec um 9,0 und Softbank Group um 3,4 Prozent. Der breiter gefasste Topix gewinnt 0,1 Prozent. Die Bank of Japan hat erwartungsgemäß den Leitzins um einen viertel Prozentpunkt auf 1,25 Prozent erhöht. Der Yen wertet daraufhin ab.
Am südkoreanischen Aktienmarkt steigt der Kospi um 2,6 Prozent. Auch hier sind Chipaktien gesucht. Die Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix gewinnen 3,4 und 5,9 Prozent. Hanmi Semiconductor legen um 3,8 Prozent zu.
In Hongkong gewinnt der Hang-Seng-Index 0,7 Prozent. In Shanghai geht es mit dem Composite-Index um 1,0 Prozent nach oben. Unter den chinesischen Chipwerten notieren Semiconductor Manufacturing International 4,7 Prozent höher, Hua Hong Grace 6,3 Prozent.
Bank of Japan erhöht Leitzins - höchster Wert seit 1995
Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren Leitzins auf 1,25 Prozent, den höchsten Stand seit 30 Jahren angehoben und mögliche weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt. Die Notenbanker vollzogen damit eine politische Kehrtwende mit potenziell weitreichenden Auswirkungen über Japans Grenzen hinaus.
"Der Yen-Supertanker wendet", sagte Rory Green, Leiter der Asien- und Schwellenländerforschung bei GlobalData TS Lombard in London. Japanische Investoren besitzen rund 2,5 Billionen US-Dollar an US-Aktien, Anleihen und anderen Finanzanlagen, was etwa die Hälfte von Japans enormen Auslandsportfolio-Beständen von 5,0 Billionen US-Dollar ausmacht.
Mit steigenden Zinsen könnte die Aussicht auf höhere Renditen im Inland einen Teil dieses Geldes zurück nach Japan locken und damit den bislang verlässlichen Kapitalstrom verlangsamen oder sogar umkehren, der die Kurse an den US- und anderen Weltmärkten gestützt hat.
Quo vadis, Dax?
Die europäischen Börsen haben erleichtert auf Zinsentscheid und Ausblick der US-Notenbank reagiert. Sorgen um die Glaubwürdigkeit der Fed bei der Bekämpfung der Inflation seien damit ausgeräumt worden, hieß es auch auf dem Frankfurter Parkett. Rückenwind kam auch von sinkenden Ölpreisen. Dadurch verbuchte der Dax ein deutliches Plus. Doch wie geht es mit dem deutschen Leitindex nun weiter?
Heute ist erstmal Verfalltermin, ansonsten allerdings ein ziemlich datenarmer Tag. Die europäischen Finanzminister beraten in der irischen Hauptstadt Dublin. Weil es ein informelles Treffen ist, werden keine größeren Beschlüsse erwartet. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will das Treffen nutzen, um für eine europäische Übergewinnsteuer zu werben. Mit dieser will der SPD-Chef ungewöhnlich hohe und krisenbedingte Profite der Mineralölkonzerne abschöpfen und so Entlastungen finanzieren, die die Bundesregierung wegen der hohen Tankstellenpreise plant. Bisher gibt es in der EU keine Mehrheit für die Übergewinnsteuer.
Japans Notenbank dürfte das Zinsniveau laut Experten am Freitag auf das höchste Niveau seit über 30 Jahren hieven. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass der geldpolitische Schlüsselsatz um einen Viertelpunkt auf 1,25 Prozent angehoben wird. Dies wäre das höchste Niveau seit 31 Jahren.