Freitag, 16. August 2019Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
17:58 Uhr

Aussicht auf neue Staatsschulden lässt Banken jubeln

Am Vormittag war die Deutsche-Bank-Aktie noch auf ein neues Rekordtief gefallen. Mögliche neue Zinssenkungen verhießen für die ganze Branche nichts Gutes. Am Nachmittag führt die Bank jedoch mit einem Plus von fast fünf Prozent die Dax-Erholung an. Grund zur Hoffnung: Die Bundesregierung hat sich offenbar durchgerungen, im Falle einer Rezession das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts aufzugeben. "Niemand hat die Absicht, einer Krise hinterherzusparen", zitiert der "Spiegel" einen Konjunkturexperten der Regierung.

Das macht Hoffnung, dass etwas gegen die Konjunkturflaute unternommen wird und vor allem gegen die Zinsflaute bei den Banken, die derzeit darunter leiden, dass der Bund immer weniger Anleihen ausgibt. Der Dax-Subindex für Banken springt 4,4 Prozent in die Höhe. Zudem macht auch Trump Hoffnung, dass er den desaströsen Handelsstreit mit China schnell beenden könnte. Das vertreibt ein Stück weit die Rezessionsängste, die die Finanzmärkte in den vergangenen Tagen dominierten.

Der Dax beendet den Handel mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 11.562 Punkten. Der MDax macht sogar 1,8 Prozent gut. Der EuroStoxx50 gewinnt 1,4 Prozent.

 

17:30 Uhr

Der Euro schwächelt

Am Devisenmarkt setzt sich die jüngste Euro-Schwäche fort, gedrückt wird die Gemeinschaftswährung vor allem von der Perspektive einer deutlichen Lockerung der EZB-Geldpolitik, die von Rehn am Vortag eröffnet wurde. Aktuell notiert der Euro bei 1,1070 Dollar nach über 1,11 am späten Donnerstag.

17:04 Uhr

Stimmung der US-Verbraucher wird schlechter

Aktuelle Lage: schlecht, Aussichten: schlecht - die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im August wegen des Handelsstreits mit China überraschend deutlich eingetrübt.

Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel um 6,3 auf 92,1 Punkte, wie die Universität Michigan am Freitag mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit Januar.

"Die Verbraucher reagierten heftig auf die geplante Erhöhung der Zölle auf chinesische Einfuhren im September", erklärten die Forscher dazu. Die Zölle sollen nun zwar erst am Jahresende erhöht werden. "Das gibt aber dennoch Anlass zur Sorge über zukünftige Preiserhöhungen."

16:58 Uhr

Neue deutsche Staatsschulden? Börse reagiert begeistert

Am Nachmittag kommt der Dax abrupt nach oben, während Bundesanleihen unter Druck geraten.

Hintergrund ist ein Bericht des "Spiegels", wonach die Regierung offenbar bereit ist, die sogenannte schwarze Null aufzugeben und im Fall einer Rezession, neue Schulden zu machen. Dies habe das Magazin aus Quellen in Kanzleramt und Finanzministerium erfahren.

Der Dax legt aktuell 1,2 Prozent zu, der Bund-Future verliert 83 Ticks auf 178,23 Prozent.

16:24 Uhr

US-Immobilienmarkt gerät ins Wanken

Die Bremsspuren am US-Immobilienmarkt werden immer deutlicher.

Die Zahl der begonnenen Neubauten fiel im Juli bereits den dritten Monat in Folge, und zwar um 4,0 Prozent auf eine Jahresrate von 1,191 Millionen, wie das Handelsministerium mitteilte. Allerdings sind die Daten diesmal etwas verzerrt, da der Tropensturm "Barry" das Baugeschehen im Bundesstaat Louisiana deutlich einschränkte.

Der Immobilienmarkt hat bislang nicht wie erwartet von sinkenden Hypothekenzinsen profitiert. Land- und Arbeitskräftemangel beschränkt die Fähigkeit von Bauherren, günstig zu bauen. Hoffnung auf bessere Zeiten machen aber die Baugenehmigungen, die mit 8,4 Prozent so deutlich zulegten wie seit zwei Jahren nicht mehr. Zuvor waren die Genehmigungen hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

16:22 Uhr

Gold verliert

Trump twitter versöhnliche Signale im Handelsstreit, jüngste Konjunkturdaten aus den USA sind ermutigend und der Aktienmarkt erholt sich: Der sichere Hafen Gold verliert entsprechend etwa 10 Dollar auf 1.513 je Feinunze.

Auch bei den Staatsanleihen kommt es zu Verkäufen in kleinerem Ausmaß. Die Rendite der Zehnjahres-Treasurys steigt im Gegenzug um 2,7 Basispunkte auf 1,55 Prozent.

16:18 Uhr

Aktie von Windrad-Hersteller Nordex stürzt ab

Für die Aktie des deutschen Windradbauers Nordex geht es mit einem Minus von 8,1 Prozent bereits den zweiten Tag in Folge deutlich nach unten. An der Börse macht man sich darüber Sorgen, ob der hohe Auftragsbestand zulasten der Marge geht. Die Analysten von Independent Research weisen zudem auf den hohen Goodwill in der Bilanz hin.

Nordex
Nordex 12,24

Auch für den dänischen Konkurrenten Vestas geht es an der Börsen bergab, allerdings nur 0,6 Prozent. Als schwächer als erwartet bezeichnen die Analysten der Deutschen Bank die Zweitquartalszahlen von Vestas. Die Neuaufträge seien etwas besser als erwartet ausgefallen - das Volumen sei um 6 Prozent höher als der Konsens. Allerdings sei der Umsatz um 11 Prozent darunter zurückgeblieben, während die EBIT-Marge auf Konzernebene 30 Basispunkte besser ausgefallen sei. Das sei auf stützende Effekte aus dem Produktmix und seitens der Seviceumsätze zurückzuführen. Angesichts der Schwäche bei Power Solutions habe die stark erscheinende EBIT-Marge aber keine hohe Qualität. Auch sei für das EBIT 2019 die Prognose zurückgenommen worden.

16:12 Uhr

Chiphersteller Nvidia überrascht

Besser kommen die Zahlen des Grafikchipexperten Nvidia an, dessen Kurs um 7,8 Prozent steigt. Der Gewinn auf bereinigter Basis und je Aktie fiel höher aus, als Analysten geschätzt hatten. Der Umsatz sank zwar, übertraf aber ebenfalls die Konsensschätzung. Nvidia betonte, dass neue Grafikchips für Videospiele im Kerngeschäft wieder für eine erhöhte Profitabilität sorgten.

15:54 Uhr

Wall Street startet mit Gewinnen

Die Wall Street setzt wie erwartet die gestern zaghaft begonnene Erholung fort. Kurz nach Handelsstart gewinnt der Dwo-Jones-Index 0,8 Prozent auf 25.792 Punkte, der S&P-500 steigt um 0,9 Prozent und der Nasdaq-Composite um 1,1 Prozent.

15:34 Uhr

Lufthansa: Ufo ist angeblich gar keine Gewerkschaft

Im Rechtsstreit mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo erhöht die Lufthansa den Druck.

Der Konzern wolle gerichtlich klären lassen, ob Ufo die Voraussetzungen einer Gewerkschaft erfülle, und habe dazu einen Antrag beim hessischen Landesarbeitsgericht gestellt, teilte die Fluggesellschaft mit. Die Gewerkschaft habe wegen eines internen Streits keinen vertretungsberechtigten Vorstand und sei damit nicht in der Lage, ihre Rolle als Tarifpartner auszufüllen, hieß es zur Begründung. Man brauche aber Rechtssicherheit, um verbindliche Tarifverträge abschließen zu können.

Der stellvertretende Ufo-Chef Daniel Flohr bezeichnete den Schritt als Verzögerungstaktik der Lufthansa. Die Gewerkschaft sei tariffähig. Er wäre "extrem überrascht", wenn das Gericht das anders sehen würde.

15:19 Uhr

So hört sich die Rezessionsangst an, die Börsen zum Einsturz bringt

Die Zinskurve, deren Umkehrung in den vergangenen Tagen wieder einmal Panik an den Finanzmärkten ausgelöst hat, bleibt für viele Laien ein schwer begreifliches Konstrukt. Die Kollegen der "Financial Times" haben es mal nicht mit theoretischen oder praktischen Erklärungen versucht, sondern mit einer Instrumental-Version.

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15:11 Uhr

EU steigert Exporte in die USA kräftig

Trotz eines Rückgangs im Monatsvergleich - im ersten Halbjahr konnte die EU die beim US-Präsidenten so verhassten Exporte in die USA kräftig steigern.

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15:00 Uhr

VW-Absatz fällt wieder

Volkswagen hat auch im Juli wegen rückläufigen Verkäufen der Kernmarke und Audi weniger Fahrzeuge abgesetzt.

Der Gesamtabsatz fiel um 2,4 Prozent auf 886.100 Einheiten, wie die Wolfsburger mitteilten. Seit Januar wurden damit 6,252 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, ein Minus von 2,7 Prozent. Der Rückgang im Juli ist auf das außergewöhnlich rasante Absatzplus im Vorjahr im Vorfeld des neuen Abgasmessverfahrens WLTP zurückzuführen. Damals hatten VW und Audi Autos mit alter Zertifizierung in den Markt gedrückt - in Europa waren die Verkäufe des Konzerns damals um 11 Prozent in die Höhe geschnellt.

Im wichtigen Absatzmarkt China inklusive Hongkong verkaufte der Konzern im Juli mit 313.400 Fahrzeugen 1,3 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Seit Jahresbeginn sanken die Verkäufe um 3,2 Prozent.

14:11 Uhr

Neuer BMW-Boss heizt Mitarbeitern sofort kräftig ein

Der neue BMW-Chef Oliver Zipse will dem bayerischen Autobauer neuen Schwung verleihen - und macht dazu gleich am ersten Tag den Mitarbeitern Druck: Der Konzern sei zwar gut aufgestellt, schrieb der 55-Jährige an seinem ersten Arbeitstag als Vorstandschef an die Mitarbeiter. BMW denke und handele aber noch nicht konsequent genug global - und vor allem seien die Kosten zu hoch. "Fakt ist: Unsere Kosten steigen derzeit schneller als unsere Einnahmen - im Ergebnis bleibt somit immer weniger übrig."

"Außerdem haben wir uns in der langen Wachstumsphase der vergangenen Jahre ein Stück weit an den Erfolg gewöhnt." Jeder müsse bereit sein, zu lernen und sich weiterzuentwickeln, Erfolg müsse "jeden Tag neu erarbeitet werden", mahnt der neue Chef.

Der Aufsichtsrat hatte Zipse, der bisher BMW-Produktionsvorstand war, im Juli zum Nachfolger von Harald Krüger berufen.

Der Gewinn war im zweiten Quartal um mehr als ein Viertel auf 1,4 Milliarden Euro eingebrochen - auch weil BMW im Preiskampf mit Audi und Mercedes hohe Preisnachlässe gewährt hatte. Zudem belasten hohe Investitionen in die neuen Trends der Mobilität die Ertragskraft.

14:01 Uhr

Fonds der Türkischen Armee will britische Stahlwerke kaufen

Eine Tochter des türkischen Pensionsfonds Oyak soll den insolventen Stahlproduzenten British Steel übernehmen. Das teilte die britische Regierung mit. Die Ataer Holding habe ein akzeptables Angebot für alle Teile des zweitgrößten britischen Stahlherstellers vorgelegt. Beide Seiten wollen nun in exklusiven Verhandlungen die Einzelheiten der Übernahme klären. 

"Ich werde versuchen, diesen Prozess in den kommenden Wochen abzuschließen", sagte der offiziell bestellte Insolvenzverwalter der Mitteilung zufolge. Unterdessen werde British Steel den Betrieb fortsetzen. Kunden würden weiterhin wie normal beliefert. Oyak zufolge soll die Übergabe noch in diesem Jahr stattfinden.

Oyak ist der Pensionsfond der türkischen Streitkräfte und besitzt Anteile am größten türkischen Stahlproduzenten Erdemir. Oyak-Geschäftsführer Süleyman Savas Erdem bezeichnete die Investition in einer Mitteilung als eine der "größten Errungenschaften der türkischen Stahlindustrie".

British Steel hat rund 5000 Mitarbeiter. Der nun insolvente Konzern ging aus Teilen von Tata-Steel hervor, die 2016 an den privaten Investor Greybull Capital veräußert und als British Steel weitergeführt wurden.

13:49 Uhr

EZB macht Wall Street Hoffnung

Nach kleineren Vortagsgewinnen dürfte die Wall Street nochmals im Plus starten.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.168,09

Die Stimmung hatte sich gestern etwas aufgehellt, da US-Konjunkturdaten überwiegend auf der freundlichen Seite lagen. Unter anderem hatten Einzelhandelsdaten die anhaltende Konsumfreude der Amerikaner belegt. Zudem hatte EZB-Ratsmitglied Olli Rehn die Hoffnung auf ein Stimulierunsgpaket seines Hauses geweckt, was auch an den US-Märkten gut ankam. Außerdem setzen Anleger wieder zunehmend ihre Hoffnung auf die Federal Reserve und preisen eine "große" Zinssenkung um 50 Basispunkte im September mit einer Wahrscheinlichkeit von über 20 Prozent ein.

13:07 Uhr

Hat Apple geheimes Datum für neues iPhone aus Versehen verraten?

Patzer, absichtliches Leak oder falsche Fährte?

In einer Vorabversion von Apple-Software ist ein Hinweis auf die Vorstellung neuer iPhones am 10. September entdeckt worden. In der aktuellsten Beta-Version des iPhone-Betriebssystems iOS 13 für Entwickler fand die brasilianische Website iHelp BR Screenshots mit diesem Datum auf dem Symbol der Kalender-App. diese Bilddateien mit dem Titel "HoldForRelease" werden bei der Einrichtung neuer iPhones angezeigt.

Schon vor einem Jahr stand an dieser Stelle das Datum 12. September - der Tag des Apple-Events, bei dem die Modelle iPhone XS und XR vorgestellt wurden. Der 10. September würde zu Apples Rhythmus passen, nach dem die neuen iPhone-Generationen am zweiten Dienstag oder Mittwoch im September vorgestellt wurden.

Nach bisherigen Berichten sollen die neuen iPhones unter anderem eine verbesserte Kamera mit einem weiteren Objektiv bekommen.

12:52 Uhr

Springer-Enkel verkaufen Anteile an Medien-Konzern

Der Finanzinvestor KKR bekommt für seinen Kurs für den Medienkonzern Axel Springer auch die Unterstützung der Enkel des Verlagsgründers. Wie KKR mitteilte, nehmen Ariane Melanie Springer und Axel Sven Springer das Übernahmeangebot für den Medienkonzern für einen Teil ihrer Aktien an. Konkret dienen sie Aktien an, die etwa 3,7 Prozent des Springer-Grundkapitals entsprechen.

"Meine Schwester und ich sind von dem unternehmerischen Konzept für die Weiterentwicklung von Axel Springer überzeugt", sagte Axel Sven Springer laut Mitteilung. "Wir unterstützen deshalb das Übernahmeangebot und wollen mit dem verbleibenden Teil unserer Beteiligung den Wandel und das Wachstum des Unternehmens weiter begleiten." Axel Sven Springer ist bisher mit 7,4 Prozent an dem Konzern beteiligt, Ariane Melanie Springer mit 2,4 Prozent.

Springer hatte im Juni angekündigt, den Finanzinvestor mit an Bord zu nehmen. KKR will Springer von der Börse nehmen. Friede Springer und der ebenfalls am Konzern beteiligte Vorstandschef Mathias Döpfner wollen ihre Anteile behalten.

11:41 Uhr

Makabere Ebola-Wette: Traumrendite für Investoren, kein Geld für Opfer

Im Kongo wütet bereits seit mehr als einem Jahr ein Ebola-Epidemie. Mehr als 1700 Menschen sind schon gestorben. Der Kampf gegen die Seuche in einem riesigen Gebiet mit schwachen staatlichen Strukturen ist schwierig und vor allem teuer. Genau für diesen Fall hatte die Weltbank nach der verheerende Empidemie in Westafrika 2013 eine sogenannte Pandemie-Anleihe aufgelegt und 425 Millionen Dollar von Investoren eingeworben.

Das Prinzip der Pandemie-Anleihe ist eine makabere Wette: Bricht eine Seuche in einem definierten Zeitraum mit einer bestimmten Opferzahl aus, wird das Geld für die Bekämpfung verwendet. Die Investoren gehen dann leer aus. Solange keine Pandemie ausbricht, streichen die Gläubiger allerdings Traumrenditen von bis zu 13 Prozent jährlich ein - gezahlt unter anderem aus deutschen Entwicklungshilfe-Mitteln.

Im Fall des Ebola-Ausbruchs im Kongo ist allerdings noch kein Cent aus der Weltbankanleihe geflossen. Für viele Experten und Entwicklungshelfer ein Skandal. Es mache sie "geradezu fassungslos", dass noch nichts für den Kongo gezahlt wurde, sagte Gisela Schneider, die Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission der "Frankfurter Rundschau".

Laut einem "Bloomberg"-Bericht sind die Kriterien zum Auslösen der Zahlungen wahnsinnig kompliziert. Die Entscheidung darüber liegt bei einem privaten Beratungsunternehmen.

10:50 Uhr

"Nur noch" 619 Milliarden - Euro-Banken bauen faule Kredite ab

Eine richtig gute Nachricht vom europäischen Bankensektor? Gerade waren die Aktienkurse wichtiger Institute auf neue Tiefststände gefallen, jetzt lernen wir: Europas Banken sind im vergangenen Jahr viel gesünder und stabiler geworden. Aber: neue Zahlen deuten schon wieder auf eine Verschlechterung hin.

Das Volumen der notleidenden Kredite (NPL) der im Euroraum tätigen Inlandsbanken hat sich im vergangenen Jahr deutlich verringert. Wie aus Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht, sank das NPL-Volumen per Ende 2018 um 19 Prozent auf 619 (2017: 768) Milliarden Euro. Diese Zahl umfasst die in den 19 Ländern des Euroraums ansässigen Banken.

Die Daten zeigen, dass absolut gesehen besonders Italien (minus 28 Prozent) große Fortschritte beim Abbau notleidender Kredite gemacht hat. Leichte Anstiege verzeichneten hingegen Zypern, Finnland und Luxemburg. Im ersten Quartal sind die NPL-Quoten einiger Länder leicht gestiegen.

Das Niveau der notleidenden Kredite sinkt im Trend seit einigen Jahren. Gleichwohl stellen sie immer noch ein Hindernis für die Vollendung der Bankenunion dar, die nach Auffassung von EU-Kommission und EZB eine gemeinsame Bankeinlagensicherung umfassen soll. Aktuelle EZB-Daten zeigen für das erste Quartal 2019 wieder steigende NPL-Quoten etwa für Italien, Griechenland und Belgien.

10:39 Uhr

Dollar hängt den Euro ab

Der Euro verliert am Morgen weitere 0,22 Prozent auf 1,1083 Dollar.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,11

Diese Richtung dürfte er zunächst beibehalten und weiter fallen Richtung 1,10 Dollar, erwarten die Analysten der Danske Bank. Sie verweisen dazu auf die jüngsten Aussagen von EZB-Ratsmitglied Olli Rehn gegenüber dem WSJ, wonach die EZB neue Stimuli ausrollen solle wie "substanzielle und ausreichende" Anleihekäufe und Senkungen des Einlagensatzes.

Dessen ungeachtet erwarten die Danske-Experten, dass der Euro in den nächsten 6 bis 12 Monaten nach oben tendieren wird, weil wahrscheinlich die US-Notenbank auf der Lockerungsseite aggressiver agieren werde.

Von der Commerzbank heißt es ähnlich, dass man sich in der Einschätzung bestätigt sehe, dass die EZB - unter Anwendung der von Rehn angedeuteten Taktik - die Euro-Wechselkurse belasten werde und dass die Prognose von 1,10 Dollar per Ende September nicht zu pessimistisch sei.

10:22 Uhr

"Technische Probleme" legen Londons Börse lahm

An einer der wichtigsten Börsen weltweit dem London Stock Exchange gibt's heute morgen keine Kurse:

Wie die Börse bestätigt hat, gibt es technische Probleme, wegen denen bislang auch noch keine Stände der Indizes FTSE 100 und FTSE 250 ermittelt worden seien. Derzeit werde den Problemen nachgegangen, heißt es.

10:07 Uhr

Gute Nachrichten für Bayer aus den USA

Und schon gibt es einen Wechsel an der Dax-Spitze: Bayer lösen mit einem Plus von aktuell 2,3 Prozent Infineon ab.

Denn aus den USA kommen mal gute Nachrichten für den Glyphosat-geschädigten Chemiekonzern: Die US-Behörden haben grünes Licht für ein Phosphat-Projekt im Bundesstaat Idaho gegeben.

09:53 Uhr

Infineon springen an Dax-Spitze

An der Dax-Spitze stehen die Aktien des Chipkonzerns Infineon, die zeitweise 2,4 Prozent zulegen. Sie profitieren von den Geschäftszahlen der US-Rivalen Nvidia und Applied Materials, die besser ausgefallen waren als erwartet.

09:24 Uhr

Dax rappelt sich auf

Tatsächlich, es geht wieder aufwärts: Am Ende der schwankungsreichen Handelswoche ist der Dax im Plus gestartet.

Dax
Dax 13.282,72

Der Index gewinnt in den ersten Handelsminuten 0,43 Prozent auf 11.462 Punkte, nachdem er gestern noch auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar gesunken war.

Damit zeichnet sich für das wichtigste Börsenbarometer hierzulande die dritte Woche im Minus hintereinander und ein Wochenverlust von rund 2 Prozent ab.

Der MDax, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, stieg am Freitagmorgen um 0,51 Prozent auf 24.508 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone rückte um rund 0,4 Prozent vor.

09:14 Uhr

Trump beschert Russland mit Öl-Sanktionen Riesengewinn

Die Ölpreise steigen. Am Morgen kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent 59,03 US-Dollar. Das waren 80 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate stieg um 88 Cent auf 55,35 Dollar.

Jüngste Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump deuten nach Einschätzung von Beobachtern darauf hin, dass die USA an einer baldigen Beilegung des Handelsstreits mit China interessiert sind. Das stützt die Ölpreise. Sie können einen Teil der jüngsten Verluste wieder wettmachen.

Eine "Bloomberg"-Analyse lenkt heute morgen zudem die Aufmerksamkeit auf Russlands Exporte und die Tatsache, dass sie massiv von Trumps Sanktionen gegen die konkurrierenden Öl-Exporteure Venezuela und Iran profitiert haben dürften. Seit November vergangenen Jahres dürften die zusätzlichen Einnahmen mindestens gut 900 Millionen US-Dollar betragen haben. Das russische Ural-Öl ist demzufolge auf dem Markt besonders gesucht als Ersatz für das schwere Rohöl aus Venezuela und Iran, das nicht durch jede beliebig Ölsorte ersetzbar ist. Der Preis für das Fass Ural befindet sich - im Gegensatz zu WTI und Brent - auf einem Allzeithoch.

08:57 Uhr

Aktienmärkte hoffen auf Erholung

An den europäischen Aktienmärkten deuten sich zunächst Aufschläge an. Die Richtung gibt die Erholung an der Wall Street im späten Handel vor. Allerdings wird auch zum Wochenschluss mit einem volatilen Handel gerechnet.

Die großen Themen weiterhin:

  • die angespannte Lage in Hongkong,
  • der US-chinesische Handelsstreit,
  • Brexit
  • für Rückenwind sorgen Zinsfantasien trotz der stabilen Konjunktur in den USA

Diese Gemengelage könne die Erholung allerdings schnell wieder zum Erliegen bringen, warnen Händler. In den vergangenen Tagen war immer wieder zu beobachten gewesen, dass Schlagzeilen zu den genannten Themen zum Teil für heftige Bewegungen in die ein oder andere Richtung gesorgt hatten.

XDAX steigt vorbörslich 0,6 Prozent auf 11.477 Punkte, der Euro-Stoxx-50 wird mit 3.300 Punkten indiziert und damit 0,5 Prozent über Vortagesschluss.

Wenigstens von einem Konfliktherd kommen Entspannungssignale. Denn China wird nach Angaben einer Staatszeitung die Proteste für mehr Demokratie in Hongkong nicht ähnlich niederschlagen wie jene am Tiananmen-Platz in Peking 1989.

Am Mittag könnte der europäische Terminmarkt zudem für Volatilität sorgen, um 12:00 Uhr MESZ verfallen die Optionen auf den Euro-Stoxx-50 und eine Stunde später jene auf den Dax.

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08:47 Uhr

Aussicht auf Konjunkturhilfen stützen Asien-Börsen

Die Hoffnung auf Konjunkturhilfen hat Asiens Börsen zum Wochenschluss gestützt.

Dabei spielen vor allem Signale aus China eine Rolle, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die das verfügbare Einkommen bei den Arbeitnehmern erhöhen sollen. Zusätzliche Unterstützung für die schwächelnde Wirtschaft erhoffen sich die Investoren von den Notenbanken auch in den USA und Europa.

Auch die jüngsten Entspannungssignale im Handelsstreit zwischen den USA und China hoben die Stimmung. US-Präsident Donald Trump sagte, er rechne mit einer baldigen Lösung des Streits.

Der Tokioter Nikkei-Index schloss 0,1 Prozent im Plus bei knapp 20.419 Punkten. Auf Wochensicht ist das aber immer noch ein Minus von 1,3 Prozent. Besser sah es an den chinesischen Aktienmärkten aus: Der CSI300 der Börsen Shanghai und Shenzhen legte 0,9 Prozent zu und notierte damit 2,6 Prozent höher als vor einer Woche.