Dienstag, 10. März 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:57 Uhr

Keine Bodenbildung in Sicht: Dax erleidet erneut Schwächeanfall

Die Zitterpartie an den Börsen geht weiter. Der deutsche Leitindex landet am Dienstag nach einem sehr guten Start noch einmal 1,4 Prozent tiefer bei 10.475 Punkten. Das ist der niedrigste Schlusskurs seit 14 Monaten.

DAX
DAX 9.935,84

Der erneute Rutsch des Deutschen Aktienindex am Nachmittag bestätige eindrucksvoll, wie fragil das Fundament der am Morgen gestarteten Erholung gewesen sei, kommentierte CMC Markets. Am Morgen war der Dax noch mit viel Schwung über die 11.000er-Marke geklettert.

Licht am Ende des Tunnels ist laut dem Online-Broker nicht zu erkennen. Die Nervosität der Anleger sei im Gegenteil "auf einem Extrem angelangt". Die Rahmenbedingungen entwickelten sich weiter rasant, "man sollte deshalb nicht vorschnell steigende Kurse mit einer Bodenbildung gleichsetzen". Jede Nachricht von Regierungen oder von Zentralbanken, die helfen sollte, würde nur etwas die Nerven beruhigen. Das Virus breite sich dennoch weiter aus.

Deutsche Post
Deutsche Post 24,77

Im Handel war zudem von einem vorsichtigen Geschäft im Vorfeld der Pressekonferenz von Donald Trump die Rede. Der US-Präsident hat "dramatische" Maßnahmen im Kampf gegen die Folgen der Virusepidemie angekündigt. Weil die Veranstaltung nach Börsenschluss in Europa stattfindet, kann sie erst am Mittwoch eingepreist werden.

Angeführt wurden die Verlierer von Defensivwerten, die sich zuletzt noch besser als der Markt gehalten hatten. So verloren Eon, Fresenius, Deutsche Börse, Deutsche Telekom, Vonovia und Linde jeweils über 4 Prozent. Besser hielten sich die jüngsten Verlierer wie Automobil-, Technologie- und Bankenwerte, die die Erholungsbewegung am Morgen angeführt hatten. Tagessieger im Dax waren Deutsche Post nach Zahlen.

17:09 Uhr

Euro kommt von Einjahreshoch zurück

Der Euro ist von seinem am Vortag erreichten gut einjährigen Höchststand zurückgefallen. Am späten Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung noch 1,1370 US-Dollar. Am Montag hatte der Euro mit 1,1495 Euro den höchsten Stand seit Januar 2019 erreicht.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10

Belastet wurde der Euro von der zumindest zeitweiligen Erholung der Aktienmärkte. Auch andere als sicher geltende Währungen wie der japanische Yen oder der Schweizer Franken gaben deshalb nach. Allerdings ging der Börsenerholung am späten Nachmittag zunehmend die Luft aus.

Dass der Euro zurzeit als sicherer Rückzugsort angesehen wird, führen Fachleute auch auf das sehr niedrige Zinsniveau in der Eurozone zurück. Denn dadurch besteht nicht die Gefahr weiterer deutlicher Zinssenkungen, die Währungen in der Regel belasten. Kleinere Änderungen sind allerdings durchaus möglich. So ist es denkbar, dass die EZB einen ihrer Leitzinssätze an diesem Donnerstag zur Dämpfung des Corona-Schocks noch etwas verringert. Der Zinssenkungsspielraum der US-Notenbank Fed ist allerdings deutlich größer, was den US-Dollar in den Augen einiger Experten als sicheren Hafen derzeit disqualifiziert.

17:03 Uhr

Infineon stemmen sich gegen den Abwärtstrend

Der Chiphersteller Infineon ist bei der geplanten Übernahme seines US-Konkurrenten Cypress Semiconductor einen großen Schritt weitergekommen. Das Committee on Foreign Investment in the United States (CIFUS) gab grünes Licht für das neun Milliarden Euro schwere Geschäft, wie Infineon und Cypress mitteilten.

Infineon
Infineon 13,30

Jetzt steht nur noch die Genehmigung der chinesischen Behörde SAMR aus. In China machen die Neubiberger einen bedeutenden Teil ihres Umsatzes.

Mit der Übernahme könnte es nun relativ schnell gehen, nachdem es noch vergangene Woche Gerüchte gegeben hatte, dass das CIFUS die größte Übernahme in der Geschichte von Infineon platzen lassen könnte. "Wir halten an unserer Erwartung fest, dass die Übernahme Ende des laufenden oder Anfang des kommenden Quartals abgeschlossen werden kann", sagte ein Infineon-Sprecher. "Allerdings ist die Ausbreitung des Coronavirus an dieser Stelle ein Unsicherheitsfaktor", ergänzte er.

16:48 Uhr

"Container hängen fest": Agrarwirtschaft klagt über Virus-Stau

Die deutsche Agrarwirtschaft bekommt die Folgen der Coronavirus-Epidemie zu spüren. "Unsere Mitgliedsunternehmen sind in weltweite Handelsströme eingebunden", sagte der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Franz-Josef Holzenkamp.

"Wenn die Logistik nicht mehr reibungslos funktioniert, merken das zuerst die Exporteure leicht verderblicher Waren wie Fleisch, Milch und Milchprodukte sowie Obst und Gemüse." In China und Hongkong komme es derzeit zu Verzögerungen beim Löschen der Ladung. "In der Folge hängen die Container fest und stehen nicht für frische Ware zur Verfügung", sagte Holzenkamp. "Die Lieferströme geraten aus dem Takt."

In Italien - dem zweitwichtigsten Exportziel für deutsche Milchprodukte mit einem Wert von rund 1,3 Milliarden Euro - seien hingegen noch keine negativen Folgen auf die Geschäfte zu spüren.

16:33 Uhr

Erholungsversuch gescheitert: Dax fällt wieder

Die Erholungsbewegung im Dax bricht gut eine Stunde vor Handelsschluss abrupt ab. Der deutsche Leitindex notiert mittlerweile wieder mit 1,4 Prozent im Minus auf 10.467 Punkten. Auch an der Wall Street geben die US-Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 ihre Anfangsgewinne von jeweils etwa vier Prozent komplett ab.

Das haben unsere TV-Kollegen für Sie vorbereitet:

 

16:23 Uhr

Italien experimentiert mit größerem Schuldenmoratorium

Italiens Regierung bereitet ein Moratorium für private Schulden vor. Die stellvertretende Wirtschaftsministerin des Landes, Laura Castelli, sagte in einem Radiointerview, dies betreffe nicht nur Hypothekenkredite, sondern auch kleinere Buchkredite und revolvierende Kreditlinien von Unternehmen. "Wir haben die Banken aufgefordert, uns so viel wie möglich zu helfen und wir haben ihre volle Unterstützung", sagte Castelli.

Die neue Maßnahme soll die Wirtschaft stützen, könnte zugleich aber die Lage des Bankensystems verschlechtern. Bisher ist nicht klar, wie die gestundeten Kredite, für die Banken normalerweise Rückstellungen bilden müssen, bilanziell behandelt werden sollen.

In der vergangenen Woche hatte die Regierung 7,5 Milliarden Euro bereitgestellt, mit denen der Wirtschaft und dem überlasteten Gesundheitssystem geholfen werden soll. Nach offiziellen Aussagen kann diese Summe auch 10 Milliarden Euro erreichen.

16:11 Uhr

Anleger verlässt der Mut: Dax wieder im Minus

Wie gewonnen, so zerronnen ... Die Erholung nach dem Kursdebakel am Montag ist am Dienstagnachmittag nach nur wenigen Stunden schon wieder Geschichte.

DAX
DAX 9.935,84

Der Rückschlag belegt laut Händlern die Nervosität. Gebremst wird der Kursrutsch von Hoffnungen auf Stützungsmaßnahmen seitens der Geldpolitik und der Notenbanken, um die negativen Folgen der Coronavirus-Epidemie zu dämpfen. Im Blick steht insbesondere eine Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump, der "dramatische" Maßnahmen angekündigt hat. Die Konferenz findet nach Ende des Handels in Europa und den USA statt.

Für die Sitzung der US-Notenbank am 17./18. März wird unterdessen mittlerweile eine Zinssenkung um 75 Basispunkte fest eingepreist und das, nachdem die US-Währungshüter erst in der Vorwoche in einer überraschenden Aktion den Zins um 50 Basispunkte gesenkt hatten.

15:47 Uhr

Kapazitätskürzungen verleihen Airlines Flügel

Die Aktien von US-Fluggesellschaften profitieren von Kapazitätskürzungen. Die Aktien tendieren höher, selbst Hawaiian, die auf ihren angestammten Routen Konkurrenz von anderen Fluglinien bekommt, die Kapazitäten von internationalen Strecken auf Inlandsverbindungen verlagern.

Und selbst Billigflieger Spirit will seine Kapazitäten im April um 5 Prozent verringern und überprüft auch schon die Flugpläne für Mai. American Airlines steigen um 4,9 Prozent, Delta Air Lines um 3,6 Prozent, Spirit Airlines um 1,2 Prozent und Hawaiian um 2,4 Prozent.

15:23 Uhr

Keine Geisterflüge mehr: EU will Slot-Regel für Airlines aussetzen

Die Europäische Kommission will angeblich noch heute ein Gesetz gegen Geisterflüge vorlegen: Laut Insidern steht die EU kurz davor, die sogenannten Slot-Regelungen für europäische Fluggesellschaften auszusetzen.

Das würde den Airlines ermöglichen, ihre Kapazitäten während der Corona-Krise zurückzufahren, ohne den Verlust lukrativer Start- und Landerechte zu riskieren. Die Maßnahme könnte bereits am Dienstagnachmittag abgesegnet werden, sagten die Informanten.

Fluggesellschaften müssen ihre Start- und Landerechte an großen Verkehrsflughäfen während eines Flugplans zu 80 Prozent tatsächlich nutzen, um die Slots nicht zu verlieren. Einige Fluggesellschaften haben deshalb zuletzt mit fast leeren Flugzeugen überlastete Flughäfen wie Heathrow in London angeflogen, um sich die begehrten Zeitnischen auch weiterhin zu sichern.

14:54 Uhr

ntv-Börsenexpertin Marggraf über die Dax-Gewinner der Stunde

Der Montag begann mit einem Paukenschlag an den Finanzmärkten, die Corona-Angst ließ die Aktienkurse in den Keller rutschten. Einen Tag später hat sich die Lage schon wieder etwas entspannt. Wer die Gewinner des Tages sind und warum sie profitieren, weiß ntv-Börsenreporterin Sabrina Marggraf.

 

14:46 Uhr

Wall Street dürfte trotz Giftcocktail im Plus starten

Die New Yorker Börse dürften im Fahrwasser der europäischen Börsen ebenfalls Boden gut machen. Die Futures auf die Leitindizes zeigen ein Plus von 4,5 Prozent an, womit ein großer Teil der Vortagesverluste ausgeglichen würde.

Am Montag war es zum größten Kurseinbruch seit 2008 gekommen. Teilnehmer bezweifeln aber, dass damit der Giftcocktail aus Coronaepidemie und Ölpreiskrieg bereits ausgestanden ist und sprechen von einer technischen Gegenbewegung. Der Markt glaube an eine globale Rezession wegen der Coronavirus-Epidemie.

Ein Anlass für die Käufe ist die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump von wirtschaftsstützenden Maßnahmen, die heute präsentiert werden sollen. Im Gespräch sind Steuersenkungen und Hilfen für nach Stundenlohn bezahlte Arbeiter.

14:16 Uhr

Italien will alle Hypothekenzahlungen aussetzen

Die italienische Regierung will Hausbesitzern erlauben, ihre Hypothekenzahlungen auszusetzen, um Familien und Betriebe zu unterstützen, da das gesamte Land unter Quarantäne steht. Die stellvertretende Wirtschaftsministerin Laura Castelli sagte in einem Radiointerview, dass die Regierung an einem Erlass zur Aussetzung aller Hypothekenzahlungen arbeite. Die Abstimmung darüber wird voraussichtlich am Mittwoch stattfinden.

"Wir garantieren ein System, das den Betrieben Liquidität ermöglicht, weil offensichtlich alles, was passiert ist, die Kreditvergabe einschränkt", sagte Castelli. Der Erlass enthält auch Bestimmungen zum Elternurlaub sowie eine "Gutschein"-Prämie zur finanziellen Unterstützung von Familien.

13:57 Uhr

Tesla-Kurs holt auf - Musk gratuliert sich zum 1.000.000sten E-Auto

Nach drei Tagen mit Verlusten legen Tesla-Aktien im vorbörslichen US-Handel 10,7 Prozent zu.

*Datenschutz

Konzernchef Elon Musk twittert, das einmillionste Fahrzeug sei vom Band gerollt. Auch sonst mangelt es nicht an Erfolgsmeldungen: Aus einem chinesischen Regierungsdokument geht hervor, dass der US-Elektroautobauer seine Produktionskapazitäten in China für bestimmte Autoteile hochfahren will. Desweiteren soll auch die Produktion in Schanghai beschleunigt werden.

Tesla will bis zum Jahresende seine gesamte Lieferkette im wichtigen Automarkt China ansiedeln, der zuletzt durch die Coronavirus-Epidemie schwere Bremsspuren verzeichnet hat. Zudem will Tesla in Brandenburg eine Fabrik für bis zu 500.000 Elektro-Autos pro Jahr bauen.

Zur Einordnung: Bei Volkswagen liefen im Jahr 2018 mehr als elf Millionen Autos vom Band, so viele Fahrzeuge wie nie zuvor.

Lesen Sie auch:

13:44 Uhr

Schaeffler ziehen zweistellig an

Schaeffler-Papiere gewinnen in der Spitze 14,3 Prozent. Nach Einschätzung aus dem Handel handelt es sich hierbei allerdings fast ausschließlich um eine technische Erholung. Die Geschäftszahlen spielten eher eine untergeordnete Rolle, heißt es. Der Cashflow habe zwar positiv überrascht, er sei aber vor allem auf Investitionskürzungen zurückzuführen. Die Schaeffler-Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent an Wert verloren!

13:34 Uhr

Warten auf Trump: Dax kann 11.000 nicht halten

Der Dax kommt von den Tageshochs deutlicher zurück und liegt aktuell noch 2,3 Prozent höher bei 10.870 Punkten, rund 150 unter dem Hoch.

DAX
DAX 9.935,84

Im Handel ist von einem vorsichtigen Geschäft im Vorfeld der Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump die Rede, der "dramatische" Maßnahmen im Kampf gegen die Folgen der Virusepidemie angekündigt hat.

Die Veranstaltung findet allerdings erst nach Börsenschluss in Europa statt, kann also erst am Mittwoch eingepreist werden.

13:10 Uhr

"Chaos" in Russland: Moskau will Ölmengen neu verhandeln

Nach dem Ölpreis-Crash ist Russland zu neuen Verhandlungen mit Saudi-Arabien über Fördermengen bereit. Ein Kompromiss sei nicht ausgeschlossen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow heute.

"Die Türen sind nicht geschlossen", bestätigte Energieminister Alexander Nowak im Interview mit dem russischen Staatsfernsehens Rossija 24. Russland sei bereit, seine Zusammenarbeit mit dem Ölkartell Opec und den in der Opec+ vereinten Förderländern fortzusetzen. Nowak ging allerdings auch davon aus, dass es Monate dauern könnte, bis sich der Ölpreis erholen wird.

Rubel / US-Dollar
Rubel / US-Dollar ,01

Russland ist in hohem Maße von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen. Der Crash am Ölmarkt sorgt für einige Turbulenzen: Der Rubel hat gegenüber dem US-Dollar und dem Euro massiv an Wert verloren. Die Aktien von Energiefirmen wie Rosneft, Lukoil und Gazprom fielen um zwischen 12 und 15 Prozent. Auch russische Technologieaktien ließen Federn.

Während die Regierung betont, auf den Preisschock vorbereitet gewesen zu sein, kritisieren russische Medien "Chaos" in Russland. Niemand habe die Menschen darauf vorbereitet, schrieb etwa die Zeitung "Kommersant".

12:30 Uhr

Pleiten, Jobabbau, soziale Unruhen: Flut an Billig-Öl birgt Risiken

Auf dem Ölmarkt zeichnet sich eine Eskalation ab: Sowohl Saudi-Arabien, als auch Russland haben signalisiert, dass sie bereit sind, mehr Öl zu fördern.

Die staatliche Saudi Arabian Oil Co. erklärte, die Produktion im April auf 12,3 Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen. Das wären etwa 300.000 Barrel mehr als die bisherige maximale dauerhafte Kapazität von 12 Millionen Barrel pro Tag.

*Datenschutz

Der russische Energieminister Alexander Nowak kündigte seinerseits an, Russland könne ebenfalls schnell die Ölhähne öffnen. "Wir haben das Potenzial für Produktionswachstum", sagte Nowak. "Ich denke, dass wir kurzfristig um 200.000 bis 300.000 Barrel pro Tag, und in der nahen Zukunft um 500.000 Barrel steigen können", sagte er in einem Interview mit dem staatlichen Nachrichtensender Russia 24.

Die Ölspirale ist ein gefährliches Spiel. Besonders kleinere amerikanische Ölunternehmen könnten bankrott gehen, wenn der Preisdruck länger als ein paar Wochen anhält. Für Texas und andere Staaten, wo das Ölgeschäft einen Großteil der Arbeitsplätze stellt, drohen nicht nur Pleiten, sondern auch ein Jobkahlschlag. Auch das Königreich Saudi-Arabien wird die Umwälzungen hart zu spüren bekommen. Die Saudis müssen eine Regierungskrise und schwere soziale Unruhen fürchten.

11:59 Uhr

Moody's zu den Corona-Risiken für europäische Banken

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie werden sich nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's vor allem im ersten Halbjahr negativ auf die europäischen Banken auswirken.

Die Kreditqualität werde sich verschlechtern, erklärten die Bonitätswächter. Eine kurzfristige Schwächephase könnten die europäischen Banken aber abfedern. Schließlich hätten die meisten Geldhäuser in den vergangenen Jahren ihre Kapitalpolster gestärkt und den Anteil fauler Kredite in ihren Büchern abgebaut.

Das wahrscheinlichste Szenario sei, dass die direkten negativen Auswirkungen auf den europäischen Bankensektor begrenzt sein dürften. Eine längere Krise werde jedoch auch auf die Banken durchschlagen, da dann mit steigenden Kreditausfällen vor allem bei Darlehen an kleinere und mittlere Unternehmen zu rechnen sei.

11:44 Uhr

Sperrzone Italien: Wie wichtig ist das Land für die deutsche Wirtschaft?

Italien leidet von allen europäischen Ländern am stärksten unter der Coronavirus-Epidemie. Die Regierung in Rom reagiert darauf mit drastischen Mitteln.

Die Folgen dürfte auch Deutschland spüren. Nachfolgend eine Übersicht, wie wichtig Italien für die deutsche Wirtschaft ist:

  • Handelspartner: Italien ist der fünftwichtigste deutsche Handelspartner nach China, den Niederlanden, den USA und Frankreich. Die deutschen Exporte dorthin summierten sich im vergangenen Jahr auf 68 Milliarden Euro, die Importe von dort auf gut 57 Milliarden Euro. Beide Länder handeln vor allem mit Fahrzeugen, chemischen Erzeugnissen, Maschinen und Nahrungsmitteln.
  • Unternehmen: Etwa 2000 Unternehmen mit deutscher Beteiligung sind in Italien aktiv - von der Allianz bis zu Siemens. Diese beschäftigen mehr als 190.000 Mitarbeiter und erreichen einen Jahresumsatz von 108 Milliarden Euro.
  • Investitionen: Deutsche Unternehmen haben in den vergangenen Jahren einen enormen Kapitalstock in Italien aufgebaut. Ihre Direktinvestitionen belaufen sich auf mehr als 41 Milliarden Euro. Ein Großteil davon entfällt hierbei auf Norditalien, insbesondere die Lombardei.
  • Tourismus: Deutsche reisen nicht nur gerne nach Italien, sondern auch umgekehrt. In den vergangenen Jahren wurden jährlich um die vier Millionen Übernachtungen italienischer Touristen in Deutschland gemeldet. Damit gehört Italien zu den Top-10-Herkunftsländern ausländischer Touristen in Deutschland.
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11:22 Uhr

Saudi Aramco fährt Ölförderung hoch

Der größte Ölkonzern der Welt fährt seine Förderung im Preiskampf mit Russland hoch. Saudi Aramco werde ab April täglich 12,3 Millionen Barrel (159 Liter) Öl fördern, kündigte Firmenchef Amin Nasser an.

Das seien 300.000 Barrel mehr, als das Unternehmen auf längere Zeit produzieren könne. Die Aktien legten um bis zu 9,3 Prozent zu. Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen den Opec-Staaten und Russland über eine weitere Kürzung der Ölförderung hatte Saudi-Arabien am Wochenende angekündigt, den Ölhahn aufzudrehen. Der Ölpreis brach daraufhin so stark ein wie seit Jahrzehnten nicht.

Für das Opec-Schwergewicht Saudi-Arabien stellt ein niedriger Ölpreis mit Blick auf den Staatshaushalt ein Problem dar.

11:14 Uhr

Wie geht es dem Ölpreis nach dem Preissturz?

Nach dem Preissturz um fast ein Drittel sorgt die Hoffnung auf Hilfspakete für die durch die Coronavirus-Epidemie gebeutelte Wirtschaft am Ölmarkt wieder für etwas Auftrieb.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 26,29

Allerdings hielten Sorgen über die schwächelnde Nachfrage den Preisanstieg am Dienstag in Grenzen. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 5,1 Prozent auf 36,12 Dollar je Barrel.

Nach dem Aus der Gespräche zwischen den Opec-Ländern und Russland über eine Förder- Drosselung waren die Ölpreise zum Wochenanfang abgestürzt. Das verstärkte an den Finanzmärkten die Furcht vor einer Wirtschaftskrise im Zuge der Coronavirus-Epidemie. Anleger gerieten weltweit in Panik. US-Präsident Donald Trump reagierte mit der Ankündigung eines größeren Hilfspakets.

"Bei Turbulenzen ist nichts wichtiger, um wieder Vertrauen herzustellen, als dass die Regierung ruhig erscheint und die Situation unter Kontrolle hat, auch wenn diese Kontrolle noch gering ist", sagte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda.

Weder Saudi-Arabien noch Russland signalisierten zuletzt ein Einlenken in ihrem Preiskrieg. Börsianer befürchten, dass der Preisverfall Firmen aus der Branche schwer zusetzt.

11:05 Uhr

Japan schnürt weiteres Milliardenpaket für die Wirtschaft

Japan stemmt sich mit einem weiteren milliardenschweren Konjunkturpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen des grassierenden Coronavirus.

Die Regierung verabschiedete am Dienstag Maßnahmen im Volumen von einer Billion Yen (8,5 Milliarden Euro) zur Unterstützung von betroffenen Unternehmen. Rund die Hälfte davon wird in Form von zinslosen Krediten für kleine und mittlere Firmen bereitgestellt, denen es an finanziellen Mitteln in Folge scharfer Verkaufseinbußen mangelt.

Zudem werden Teilzeitkräften, die in Folge der Schulschließungen ihrer Beschäftigung nicht nachgehen können und sich stattdessen um ihre Kinder zu Hause kümmern müssen, Finanzhilfen von täglich 4100 Yen zur Verfügung gestellt, wie Medien berichten.

Erst vor einem Monat hatte die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe ein erstes Paket gegen die Viruskrise geschnürt, das Niedrigzins-Kredite über 500 Milliarden Yen für kleine und mittelgroße Unternehmen der Tourismus-Industrie und anderer vom Virus besonders betroffener Branchen beinhaltete. Die Viruskrise trifft Japan zu einer Zeit, da die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in eine Rezession zu rutschen droht.  Am Dienstag segnete das Kabinett zudem einen Gesetzesantrag ab, mit dem der Regierungschef die Befugnis bekäme, falls nötig den Notstand im Land auszurufen.

10:41 Uhr

Dax-Erholung nimmt Fahrt auf: Das sind die Gewinner

In der Hoffnung auf Hilfspakete gegen die Folgen der weltweiten Coronavirus-Epidemie wagen sich Anleger zurück an den Aktienmarkt. Der Dax notiert mittlerweile mit gut drei Prozent im Plus. Zu den größten Gewinnern zählen Deutsche Post (hier mehr) und K+S.

Die Papiere legen jeweils knapp sieben Prozent zu. Zu den Favoriten gehören auch Infineon mit 5,4 Prozent Plus. Hier stimmte die US-Genehmigungsbehörde CFIUS der Übernahme des US-Unternehmens Cypress Semiconductor durch die Münchner zu.

Auch die Papiere der Deutschen Bank erholen sich mit plus 4,8 Prozent, nachdem sie tags zuvor auf ein Rekordtief gesackt waren.

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10:21 Uhr

Coronavirus und Ölpreiskrieg: Börse Moskau schmiert ab

Die Börse in Moskau erlebt ihren Schwarzen Montag mit einem Tag Verspätung. Weil in Russland am Montag feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, können die Anleger dort erst jetzt auf die fatalen Nachrichten vom Wochenende rund um die Coronavirus-Epidemie und vor allem den Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland reagieren.

Der RTS Index bricht um 12,2 Prozent ein. In dem noch deutlicher als an den anderen Plätzen in Europa ausfallenden Rückschlag spiegelt sich wider, dass Russland als großer Ölförderer, und damit wirtschaftlich extrem abhängig von den Öleinnahmen, den Einbruch der Ölpreise besonders scharf zu spüren bekommen dürfte. Der Einbruch der Rohölpreise erinnere an die Episode von 2015, als eine ähnliche Entwicklung Russland in eine lange und schmerzhafte Rezession gestürzt habe, so Analysten der Commerzbank.

09:50 Uhr

Coronavirus erreicht Finanzmetropole Frankfurt

Das Coronavirus grassiert nun auch bei den Instituten in der Bankenmetropole Frankfurt. Ein Mitarbeiter der Deutschen Bank in der hessischen Metropole sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Geldhaus am Morgen mit.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 5,89

Aus Sicherheitsgründen würden die Teams im Handel und in den Infrastrukturbereichen im Deutsche Bank Campus (DBC) aufgeteilt. Diese Maßnahme solle zunächst bis Freitag, 27. März gelten. Dazu nutze die Bank auch ihren Notfallstandort. Zudem werde ein Teil der Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Finanzkreisen zufolge ist von der Maßnahme eine höhere zweistellige Zahl von Mitarbeitern betroffen.

Die EZB meldete in der Nacht zum Dienstag ebenfalls einen Corona-Fall bei einem Mitarbeiter. (Siehe Eintrag um 09:26 Uhr)

09:38 Uhr

Schaeffler trotz Gewinneinbruch zuversichtlich: "Lieferketten intakt"

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat die Schwäche der Automärkte im zurückliegenden Jahr deutlich zu spüren bekommen. Unterm Strich brach der auf die Aktionäre entfallende Überschuss 2019 um mehr als die Hälfte auf 428 Millionen Euro ein, wie das SDax-Unternehmen mitteilte. Der Umsatz stagnierte währungsbereinigt bei 14,4 Milliarden Euro.

Schaeffler Vz
Schaeffler Vz 5,55

Die Aktionäre sollen eine Dividende von 0,45 Euro je Vorzugsaktie erhalten und damit 10 Cent weniger als im Vorjahr. Angesichts der mauen Autokonjunktur und der Corona-Krise schaut Schaeffler vorsichtig auf das Geschäftsjahr 2020. So erwartet der Vorstand beim Umsatz einen währungsbereinigten Rückgang von bis zu zwei Prozent.

Schaeffler rechnet nach dem Einbruch des Automarkts in China mit einer Aufholjagd im weiteren Jahresverlauf. "Wir erwarten tendenziell eine V-förmige Entwicklung des chinesischen Automarkts", sagte Rosenfeld.

Trotz der Betriebsunterbrechungen in China aufgrund der Ausbreitung des Virus seien die Lieferketten für Schaeffler nicht abgerissen, betonte Vorstandschef Klaus Rosenfeld im Interview. "Unsere Zulieferketten sind intakt. Alle unsere Werke in China sind wieder in Betrieb. Die Auslastung liegt aktuell bei rund 80 Prozent."

09:26 Uhr

Rund 100 EZB-Beschäftigte im Homeoffice

Während die Börsen leichte Erholung signalisieren, sorgt die zunehmende Zahl an Krankheitsfällen weiter für Schlagzeilen.

Bei der Europäische Zentralbank (EZB) gibt es nach jüngsten Meldungen einen ersten bestätigten Coronavirus-Fall in der Belegschaft. Ein Teammitglied sei positiv auf den neuartigen Erreger getestet worden, teilte die Notenbank mit Sitz in Frankfurt mit.

Geschlecht und Nationalität nannte die EZB auch auf Nachfrage nicht. Etwa 100 Kollegen, die in der Nähe tätig waren, sollen nun vorsichtshalber vorübergehend von zu Hause aus arbeiten. "Die EZB führt eine gründliche Reinigung potenziell betroffener Büroräume durch", hieß es in einer Mitteilung.

09:11 Uhr

Nach dem Kurs-Massaker kommen die Schnäppchenjäger

Hilfe nach dem Kurs-Massaker vom Vortag scheint in Sicht. Anleger honorieren das.

DAX
DAX 9.935,84

Nach dem Schwarzen Montag mit massiven Kursverlusten klettert der Dax um ein Prozent auf 10.730 Punkte. Auslöser sind Spekulationen auf Hilfsmaßnahmen der Politik und der Notenbanken.

Mit Spannung wird eine für den Nachmittag angekündigte Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump erwartet. Trump hat "dramatische" Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs angekündigt. Die Maßnahmen sollen eine "große Reichweite" haben. Unter anderem soll es um eine weitere mögliche Reduzierung der Einkommensteuer gehen und um Unterstützungsmaßnahmen für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen.

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08:23 Uhr

Dax schöpft nach Trump-Ankündigung neue Hoffnung

Nach dem stärksten Kursverlust seit den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 wird der Dax heute Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Gestern war er 7,9 Prozent schwächer bei 10.625 Zählern aus dem Handel gegangen.

Dax
Dax 9.935,84

Für bessere Stimmung sorge das von US-Präsident Donald Trump angekündigte Hilfspaket, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. Das locke Anleger zurück an den Aktienmarkt. Anleihen wurden dagegen verkauft, die Rendite der zehnjährigen US-Bonds verdoppelte sich wieder auf 0,718 Prozent.

Ihren Blick dürften die Anleger zudem auf den Ölpreis richten, der nach dem Einbruch vom Montag sich wieder etwas erholte. Weder Saudi-Arabien noch Russland signalisierten zuletzt ein Einlenken in ihrem Preiskrieg. Börsianer befürchten, dass der Preisverfall Firmen aus der Branche schwer zusetzt.

Die Firmenzahlen dürften dagegen in den Hintergrund rücken. Nach der Deutschen Post öffnen unter anderem der Autozulieferer Schäffler, der Aromenhersteller Symrise, der Versorger Uniper und der Stahlkonzern Klöckner ihre Bücher.

08:10 Uhr

Asien-Märkte erholen sich langsam

Die Hoffnung auf staatliche Konjunkturhilfen hat nach den Panikverkäufen vom Wochenauftakt nun für bessere Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten gesorgt. Die steigende Zuversicht stützte die Anleiherenditen, der Ölpreis legte etwa acht Prozent zu.

Nikkei
Nikkei 18.917,01

In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei mit einem Aufschlag von 168,36 Punkten oder 0,85 Prozent beim Stand von 19.867 Zählern aus dem Markt. Der breit gefasste Topix erholte sich um 17,71 Punkte oder 1,28 Prozent und beendete den Handel beim Stand von 1406 Punkten.

Die chinesischen Börsen legten ebenfalls zu. Verkauft wurden Anleihen, die Renditen der zehnjährigen US-Bonds verdoppelten sich auf 0,718 Prozent. Auch der Dollar erholte sich wieder, der Euro gab entsprechend 0,7 Prozent nach. Zum Yen kostete der Dollar mit 104,45 Yen 2,1 Prozent mehr.

08:06 Uhr

Deutsche Post zahlt nach Gewinnplus erhöhte Dividende

Die Deutsche Post hat im abgelaufenen Geschäftsjahr unterm Strich mehr verdient und will nun die Dividende erhöhen. Für 2019 sollen die Anteilseigner 1,25 Euro je Aktie erhalten und damit 10 Cent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Logistikkonzern in Bonn mitteilte.

Deutsche Post
Deutsche Post 24,77

Der Dax-Konzern hatte 2019 den Umsatz um 2,9 Prozent auf 63,3 Milliarden Euro gesteigert, der operative Ertrag (Ebit) kletterte auf 4,1 (3,16) Milliarden Euro. Unter dem Strich stieg das Konzernergebnis im vergangenen Jahr um gut 26 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, lag damit jedoch leicht unter den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.

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07:45 Uhr

Uber will Pilotprojekt in Brandenburg starten

Der Fahrdienst-Vermittler Uber will in Brandenburg sein zweites Pilotprojekt im ländlichen Raum in Deutschland starten. Ein geeignetes Gebiet werde noch gesucht, teilte das Unternehmen mit. Der Dienst solle aber noch im ersten Halbjahr an den Start gehen. Interessierte Gemeinden seien aufgerufen, Vorschläge zu machen. Uber wolle unter anderem als Zubringer zum öffentlichen Nahverkehr eine Rolle spielen.

Uber
Uber 25,36

Ubers erster Testlauf im ländlichen Raum in Deutschland läuft seit vergangenen November in Kirchheim bei München. Nächtliche Fahrten in der Gemeinde und zwischen den benachbarten Ortschaften kosten dort pauschal fünf Euro.

07:14 Uhr

Ölpreis legt im frühen Handel deutlich zu

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 26,29

Nach seinem drastischen Absturz zu Wochenbeginn legt der Ölpreis im frühen Handel in Asien wieder deutlich zu. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg auf knapp 37 Dollar (32,54 Euro) und kostete damit in etwa so viel wie am frühen Montagabend. Der Barrel-Preis für die US-amerikanische Sorte WTI (West Texas Intermediate) legte auf rund 33 Dollar zu.

Am Montag war der Ölpreis zeitweise um rund 30 Prozent abgesackt, das war der größte Absturz seit dem Golfkrieg 1991. Neben den Sorgen wegen des Coronavirus trug der Einbruch des Ölpreises zu einer weltweiten dramatischen Talfahrt der Börsen bei. Der deutsche Leitindex Dax erlitt mit 7,94 Prozent den höchsten Tagesverlust seit dem 11. September 2001. Der US-Leitindex Dow Jones verlor 7,79 Prozent, was der stärkste Absturz seit der Finanzkrise von 2008 war.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 20,40