Dienstag, 17. September 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

Warten auf die Fed lähmt den Dax

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(Foto: dpa)

An den europäischen Aktienmärkten war der Handel heute äußerst zäh. Das Warten auf die US-Notenbank lähme den Handel, so ein Marktteilnehmer. Dabei handelten die Marktteilnehmer den Trend der Vorwoche zurück: Das Geld floss nun wieder in konjunkturunabhängige Aktien, Zykliker litten dagegen unter Gewinnmitnahmen. Die Fed wird morgen ihre Zinsentscheidung bekannt geben, es wird mit einer weiteren Zinssenkung gerechnet.

Auch in Frankfurt war der Handel von großer Vorsicht geprägt. Der Dax schloss 0,1 Prozent tiefer bei 12.373 Punkten, nachdem er bereits den gesamten Handelstag im Minus notiert hatte. Der MDax verlor ebenfalls 0,1 Prozent auf 25.958 Zähler. Der TecDax legte um 0,2 Prozent auf 2880 Stellen zu. Der EuroStoxx50 ging um 0,1 Prozent auf 3523 Punkte nach oben.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend.

17:11 Uhr

Nach Ölschock: Saudi-Arabiens Notenbank steht Gewehr bei Fuß

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(Foto: picture alliance / dpa)

Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Die Notenbank Saudi-Arabiens hat der heimischen Finanzwirtschaft angesichts der Drohnenangriffe vom Wochenende Geldhilfen in Aussicht gestellt. Die Zentralbank stehe bereit, Liquidität zur Verfügung zu stellen, sagte der saudische Notenbankchef Ahmed bin Abdulkarim al-Chulaifi. Mit Währungsreserven von etwa einer halben Billion US-Dollar sei es "jederzeit möglich, an den Märkten zu intervenieren".

Die Zentralbank rechnet zwar nicht mit einem Liquiditätsengpass in der Wirtschaft, beachte aber mögliche Risiken. Die Drohnenangriffe auf die größte Ölanlage des Königreichs vom vergangenen Wochenende haben die Rohölproduktion des Landes auf einen Schlag in etwa halbiert.

16:54 Uhr

US-Industrie überrascht positiv

Die US-Industrie hat im August ihre Produktion stärker hochgefahren als erwartet. Die Betriebe stellten 0,5 Prozent mehr her als im Vormonat, wie die Notenbank Fed mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet, nach minus 0,4 Prozent im Juli.

Die gesamte Produktion - zu der auch Versorger und Bergbau beitragen - stieg im August um 0,6 Prozent und damit ebenfalls deutlicher als erwartet. Die Industrie macht etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes der USA aus.

16:33 Uhr

Ölpreise rauschen runter - Entspannung in Saudi-Arabien

Weiter kräftig bergab ist es mit den Ölpreisen gegangen. Nachlassende Spekulationen auf Versorgungsengpässe schickten sie regelrecht auf Talfahrt. Brent sackte am späten Nachmittag um 6,5 Prozent auf 64,57 US-Dollar je Barrel ab - kurz zuvor hatte der Preis bereits unter 64,50 Dollar gelegen. WTI-Öl verbilligte sich um 6,1 Prozent auf 58,85 Dollar.

Auslöser des Ausverkaufs waren Informationen von Insidern, wonach sich die Ölproduktion Saudi-Arabiens binnen zwei bis drei Wochen wieder normalisieren werde.

16:21 Uhr

US-Anleger zeigen sich vorsichtig vor Fed-Zinsentscheid

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(Foto: picture alliance / dpa)

In Erwartung des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed haben Anleger größere Engagements an der Wall Street gescheut. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 kamen zur Eröffnung kaum vom Fleck. Anleger rechnen mehrheitlich damit, dass die Fed den Schlüsselzins am Mittwoch um einen Viertelprozentpunkt reduzieren wird.

Zu den größten Verlierern an der Wall Street gehörte Corning mit einem Kursminus von 8,3 Prozent. Das Unternehmen hatte seine Absatzziele gekappt.

16:08 Uhr

Ölpreise sacken kräftig ab

Die Ölpreise sind in den letzten Minuten kräftig gefallen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 65,41 US-Dollar - das sind 5,2 Prozent weniger als gestern. Auf einem Schlag ging der Brent-Preis um drei Dollar runter. WTI-Öl notierte am Nachmittag wieder unter der 60-Dollar-Marke - bei 59,74 Dollar (minus 4,7 Prozent).

Händler verwiesen auf Meldungen, dass die saudi-arabische Produktion in einem Monat wieder normal laufen werde. Der Stoxx-Oil-and-Gas dreht ins Minus und fiel um 1,1 Prozent.

15:50 Uhr

n-tv Zertifikate: Wann ist eine Geldanlage nachhaltig?

Bei vielen Anlegern wächst der Wunsch nach ökologisch sinnvollen Investments. Aber wie findet man heraus, welche Unternehmen hierfür in Frage kommen? Und welche Möglichkeiten zur nachhaltigen Anlage bieten Zertifikate? Darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Metin Simsek von der UBS.

15:29 Uhr

Niederländischer König gibt "Gewinnwarnung" raus

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(Foto: imago images / Hollandse Hoogte)

Das gibt es relativ selten: Der niederländische König Willem-Alexander hat eine "Gewinnwarnung" für die nationale Wirtschaft abgegeben. Das Land müsse sich auf geringeres Wachstum einstellen, sagte der Monarch in Den Haag in seiner Thronrede zur Eröffnung des parlamentarischen Jahres.

  • "Unsere international orientierte Wirtschaft ist anfällig für Störungen auf dem Weltmarkt, vor allem als Folge von Handelskonflikten."

Auch der bevorstehende Brexit könne sich negativ auf die Zukunft auswirken, sagte der König. Die Mitte-Rechts-Koalition von Premier Mark Rutte rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,9 Prozent und für 2020 mit 1,5 Prozent.

15:16 Uhr

3G Capital reduziert Beteiligung an Kraft Heinz

Kraft Heinz
Kraft Heinz 25,64

3G Capital, einer der Hauptanteilseigner an Kraft Heinz neben Berkshire Hathaway von Warren Buffett, trennt sich von einem Teil des in die Krise geratenen Lebensmittelkonzerns. Der Finanzinvestor verkauft 25,1 Millionen Aktien zu je 28,44 Dollar, wie es in einer Pflichtmitteilung heißt. Der Bestand verringert sich damit auf 245 Millionen Aktien. Einer der beiden Gründer von 3G, Jorge Lemann, kauft persönlich rund 3,5 Millionen Aktien zu 28,60 Dollar, wie aus einer weiteren Mitteilung hervor geht.

Die Aktien von Kraft Heinz sind im Laufe der vergangenen zwölf Monate um 49 Prozent gefallen. Der Konzern hatte die Wertannahmen für Konzernmarken wie auch die Finanzergebnisse berichtigen müssen und zudem mit einer schwachen Umsatzentwicklung zu kämpfen.

14:44 Uhr

Dax gräbt sich ein

Am Tag vor dem Fed-Zinsentscheid steigt die Anspannung an der Börse. Dax und EuroStoxx50 traten am Nachmittag den Rückzug an und notierten 0,6 beziehungsweise 0,3 Prozent tiefer.

Klar am Dax-Ende notierten Covestro mit minus 3,1 Prozent. Dieser Rücksetzer kommt laut Marktteilnehmern nicht überraschend. Unter kurzfristigen Aspekten sei die Aktie zuletzt stark überkauft gewesen, hieß es.

14:23 Uhr

Saudi-Arabiens Ölproduktion noch längere Zeit gestört

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(Foto: REUTERS)

Nach den Drohnenangriffen auf zwei saudi-arabische Ölanlagen wird die Produktion des Königreichs Experten zufolge noch einen Monat lang gestört sein. Der auf Energienachrichten spezialisierte Preisinformationsdienst S&P Platts hält es für "wahrscheinlich", dass Saudi-Arabien "mindestens einen Monat lang" rund drei Millionen Barrel Öl am Tag weniger produzieren wird. Durch die Attacken war die Ölproduktion um 5,7 Millionen Barrel am Tag eingebrochen.

Die Angriffe auf Anlagen des Staatskonzerns Aramco waren am Samstag erfolgt. Das Land produzierte bislang täglich eine Ölmenge von 9,9 Millionen Barrel; rund sieben Millionen davon werden exportiert, vor allem in asiatische Länder.

14:08 Uhr

Haniel will Kapitel Metro unbedingt schließen

Metro AG
Metro AG 14,53

Die Duisburger Familien-Holding Haniel will in jedem Fall dem Großhandelskonzern Metro den Rücken kehren.

  • "Wir haben für uns einen Weg gefunden und der heißt Ausstieg aus der Metro", sagte der neue Haniel-Chef Thomas Schmidt: "Daran wollen wir nichts ändern."

Haniel setzt darauf, dass der tschechische Investor Daniel Kretinsky seine Kauf-Option für die bei Haniel verbliebenen Metro-Anteile in einer Höhe von rund 15,2 Prozent zieht. Geschehe dies nicht, "werden wir uns neu sortieren", sagte Schmidt. Bei der Elektronikhandelsholding Ceconomy sei die Haltung Haniels unverändert. Die Duisburger sehen den Mutterkonzern von Media Markt und Saturn weiter als reine Finanzbeteiligung an. Bei Ceconomy könne Haniel Werte heben, sagte Schmidt. Die Familien-Holding kontrolliert über 22 Prozent der Ceconomy-Anteile.

13:49 Uhr

Eon verzichtet für Innogy-Deal auf Milliardenumsatz

Um grünes Licht für die Übernahme des Energiekonzerns Innogy zu erhalten, will der Versorger Eon Geschäfte im Wert von zwei Milliarden Euro abgeben. Dies sei die Höhe des Umsatzes, auf den Eon verzichte, wie Vorstandsvorsitzender Johannes Teyssen bekannt gab. Beim Ergebnis liege die Belastung im "sehr niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich", so Teyssen.

Insgesamt gibt Eon etwa zwei Millionen Kunden und Verträge ab, vor allem in Osteuropa. Zwei Drittel der Ertragskompensation liege in Tschechien, wo Eon auf das komplette Strom- und Gasgeschäft verzichtet. In Deutschland gibt Eon bis zu 400.000 Verträge mit Heizstromkunden ab.

13:23 Uhr

Ölpreise kippen wieder nach unten

Die Ölpreise haben weiter nachgegeben. Damit konsolidierten die Notierungen den gestrigen massiven Anstieg. Ein Drohnenangriff auf die Ölproduktion Saudi-Arabiens hatte zu Wochenbeginn zu starken Aufschlägen geführt. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 67,97 US-Dollar. Das waren 1,05 Dollar weniger als gestern. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 96 Cent auf 61,94 Dollar.

Zu Wochenbeginn war europäisches Rohöl in der Spitze auf mehr als 70 Dollar gestiegen und hat bislang nur einen kleinen Teil davon wieder abgegeben. Als wichtigste Frage gilt nun, wie schnell Saudi-Arabien die durch den Drohnenangriff beschädigten Ölanlagen wieder instand setzen kann.

13:13 Uhr

EU-Parlament stimmt für Lagarde als EZB-Chefin

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(Foto: REUTERS)

Nun ist so gut wie alles klar: Christine Lagarde hat nämlich auf dem Weg an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) eine wichtige Hürde genommen. Das Europäische Parlament stimmte in Straßburg mit 394 Stimmen mehrheitlich für die Französin als neue EZB-Chefin. 206 Parlamentarier votierten gegen sie, 49 enthielten sich. Die Abstimmung ist nicht verbindlich, hat aber großes politisches Gewicht. Die bisherige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), die im November die Nachfolge von EZB-Präsident Mario Draghi antritt, hatte zuvor schon die Zustimmung des Wirtschaftsausschusses des EU-Parlaments erhalten.

Gleichzeitig bestätigte das Parlament Notenbank-Direktor Yves Mersch als neuen Vizechef der EZB-Bankenaufsicht.

13:03 Uhr

Sony erteilt Ruf nach Auslagerung der Chip-Sparte Absage

Sony hat der Forderung eines Finanzinvestors zur Aufspaltung des Konzerns eine Absage erteilt. Die Chip-Sparte zu behalten, sei langfristig die beste Strategie, den Unternehmenswert zu steigern, teilte der japanische Konzern in einem Brief an die Aktionäre mit. Die Entscheidung dazu sei einstimmig ausgefallen. Das Chip-Geschäft, zu dem auch bildgebende Sensoren gehören, sei ein wichtiger Wachstumstreiber.

Der Hedgefonds Third Point des Investors Daniel Loeb hatte den japanischen Konzern aufgefordert, seine Chip-Sparte abzuspalten. Zudem sollte sich Sony von seiner Finanzsparte und anderen Bereichen trennen und sich als globaler Unterhaltungskonzern aufstellen.

12:43 Uhr

Fed übernimmt langsam Zepter bei US-Handel

Mit leichten Verlusten dürfte die Wall Street in den heutigen Handelstag starten. Das Thema das Vortags, die Attacken auf die saudi-arabische Ölindustrie, verliert an Gewicht, zumal US-Präsident Donald Trump versichert hat, keinen Krieg gegen den Iran führen zu wollen. Auch am Ölmarkt ist wieder Ruhe eingekehrt. Zugleich halten sich die Anleger wegen der bevorstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed zurück, die am Mittwoch bekanntgegeben wird. Am Markt wird mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln mit einer Senkung um 25 Basispunkte gerechnet. Noch vor Handelsbeginn werden neue Wirtschaftsdaten zur Industrieproduktion publiziert.

Die Aktie von Corning dürfte unter Druck geraten, nachdem der Spezialglas-Hersteller die Prognosen für Umsatz und Absatzmenge gesenkt hatte. Die Fedex-Aktie könnte davon profitieren, dass das Unternehmen als erster großer Logistik-Konzern die Preiserhöhungen für das kommende Jahr bekannt gegeben hat.

12:32 Uhr

Studie: Deutschlands Wirtschaft wird familienfreundlicher

Eine Mutter und ihre beiden Töchter gehen einen Feldweg entlang. Foto: Patrick Pleul/Archivbild

Eine Mutter und ihre beiden Töchter gehen einen Feldweg entlang. Foto: Patrick Pleul/Archivbild

(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)

In Zeiten des Fachkräftemangels achten einer Studie zufolge immer mehr Firmen in Deutschland auf ein familienfreundliches Arbeitsumfeld. Damit habe sich auch die Lage der Beschäftigten in den vergangenen Jahren verbessert, ging aus einer vom Bundesfamilienministerium geförderten Analyse des arbeitgebernahen IW-Instituts hervor.

Demnach sind für 83 Prozent der Top-Manager und Personalverantwortlichen familienfreundliche Maßnahmen wichtig - vor drei Jahren waren es noch lediglich 77 Prozent. Etwa 39 Prozent der Belegschaft seien der Meinung, dass ihr Arbeitgeber eine "ausgeprägte familienfreundliche Unternehmenskultur" habe. 2015 waren es noch drei Prozentpunkte weniger.

12:14 Uhr

Noch keine Entscheidung über Freigabe der US-Ölreserven

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Rick Perry

(Foto: REUTERS)

Die USA haben nach den Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien noch nicht über ein Anzapfen ihrer strategischen Erdöl-Reserven entschieden. Man sei zuversichtlich, dass die Märkte weiterhin gut versorgt seien, sagte US-Energieminister Rick Perry in Wien.

  • "Die Lage auf den Ölmärkten werden wir aber in den nächsten Tagen weiter sehr genau beobachten."

Präsident Donald Trump habe ihn angewiesen, Öl aus der strategischen Reserve freizugeben, wenn dies erforderlich sei, um Störungen am Markt auszugleichen. Die Angriffe auf die größte Raffinerie in Saudi-Arabien, die große Teile der Öl-Produktion des Landes lahmgelegt haben, ließen die Ölpreise kräftig steigen und schürten die Furcht vor einem neuen Krieg in der Golfregion aufkommen.

11:45 Uhr

Siemens-Chef fordert Abkehr von reinem Profitdenken

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(Foto: picture alliance/dpa)

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit, aber man kann es wohl nicht oft genug sagen: Siemens-Chef Joe Kaeser plädiert für größere gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen. In einem Gastbeitrag für die Zeitschrift "Harvard Business Manager" fordert der Manager einen Abschied vom reinen Profitdenken.

  • "Ihren tieferen Sinn finden Unternehmen dann, wenn sie Wert schaffen nicht nur für Shareholder und Stakeholder, sondern für eine integrierte Interessengemeinschaft: 'The business of business is to serve society'", schreibt Kaeser. (Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, der Gesellschaft zu dienen).

Über ihre wirtschaftlichen Aufgaben hinaus sollten Unternehmen bereit sein, für Weltoffenheit, fairen Wettbewerb und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzustehen, argumentiert Kaeser.

  • "Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, ergibt sich daraus die Weiterentwicklung eines Gesellschaftsmodells, das eines inklusiven Gesellschaftsmodells."
11:30 Uhr

ZEW-Index tangiert Dax kaum - Eon und RWE leicht im Plus

Eine positive Überraschung hat der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen geliefert, der mit minus 22,5 deutlich besser als erwartet ausgefallen ist. Den deutschen Aktienmarkt haben diese Daten aber kalt gelassen. So notierte der Dax kurz vor Mittag 0,1 Prozent leichter bei 12.365 Punkten. Der MDax verlor 0,2 Prozent auf 25.918 Zähler. Der TecDax stieg leicht um 0,2 Prozent auf 2879 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,1 Prozent auf 3521 Punkte nach oben.

Dax-Spitzenreiter waren Vonovia mit plus 1,9 Prozent. Die Papiere der Versorger RWE und Eon verteuerten sich nach der Genehmigung aus Brüssel zur Neuaufteilung des deutschen Energiemarktes um je 0,5 Prozent.

11:14 Uhr

ZEW-Konjunkturindex besser als erwartet

Die Börsianer schätzen die deutschen Konjunkturaussichten nicht mehr ganz so pessimistisch ein. Das Barometer für ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr stieg im September um 21,6 auf minus 22,5 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 193 Analysten und Anlegern mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 37,0 Zähler gerechnet.

*Datenschutz

Die Konjunkturlage bewerteten die Börsianer allerdings so schlecht wie seit Mai 2010 nicht mehr.

  • "Die Zunahme der ZEW-Konjunkturerwartungen bedeutet keine Entwarnung bezüglich der Entwicklung der deutschen Wirtschaft im kommenden halben Jahr", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach.
  • "Die Aussichten bleiben weiterhin negativ."
11:08 Uhr

Apple und Irland wehren sich gegen Steuernachzahlung

Apple und die Republik Irland haben vor Gericht in scharfen Worten die 13 Milliarden Euro schwere Steuernachforderung der EU-Kommission zurückgewiesen. Der iPhone-Konzern bekräftigte, dass die Erträge der zwei irischen Tochterfirmen in den USA zu versteuern gewesen seien.

  • "Apple zahlt jetzt rund 20 Milliarden Euro Steuern in den USA auf dieselben Gewinne, die laut der Kommission auch in Irland besteuert werden müssten", erklärte der Konzern vor dem EU-Gericht in Luxemburg.

Auch Irland erklärte vor dem EU-Gericht, die Analyse der Kommission weise "grundlegende Fehler" auf, und es habe keine unzulässige Beihilfe gegeben. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte Apple im August 2016 aufgefordert, die Milliardensumme in Irland nachzuzahlen, weil das Land dem iPhone-Konzern eine unzulässige Sonderbehandlung bei den Steuerkonditionen gewährt habe.

10:50 Uhr

Schwedenkrone nach Riksbank-Protokoll und Jobdaten unter Druck

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(Foto: REUTERS)

Die schwedische Krone hat nach der Veröffentlichung des Sitzungsprotokoll der Riksbank und von Arbeitsmarktdaten deutlich abgewertet. Der Euro stieg im Gegenzug in der Spitze auf 10,6865 Kronen. Aktuell sind es 10,67 Kronen, vor Veröffentlichung der Daten waren es im Tagestief 10,6247 Kronen.

Zudem stieg die schwedische Arbeitslosenquote im August überraschend auf 7,1 Prozent. Volkswirte hatten mit 6,2 Prozent gerechnet.

10:24 Uhr

Tom-Tailor-Kurs schießt nach oben

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(Foto: picture alliance/dpa)

Buchstäblich durch die Decke ist am Vormittag die Aktie von Tom Tailor gegangen. Ihr Kurs stieg um 13,2 Prozent, kurz nach Handelsstart betrug der Zugewinn sogar 18,5 Prozent. Bereits gestern hatte die Aktie nachbörslich um rund 20 Prozent zugelegt.

Grund ist, dass der Modehändler kurz vor dem Abschluss einer Einigung mit den Konsortialbanken und dem Mehrheitsaktionär Fosun über die Kernpunkte der neuen Finanzierungsstruktur steht. Langfristig seien die Probleme damit allerdings nicht gelöst, gibt ein Marktteilnehmer zu bedenken. Zudem seien die Bedingungen nicht bekannt.

10:01 Uhr

Kinnevik stößt Zalando-Aktien ab - Kurs geht in den Keller

Zalando
Zalando 41,23

Die Kinnevik AB hat ein Aktienpaket am deutschen Online-Modehändlers Zalando verkauft. Laut Mitteilung des Investors wurden über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren 13,13 Millionen Aktien an institutionelle Investoren verkauft. Die angebotenen Anteilsscheine entsprechen 5,2 Prozent des Zalando-Grundkapitals sowie 16,7 Prozent der Anteile von Kinnevik. Brutto nahm die schwedische Risikokapital-Beteiligungsgesellschaft eigenen Angaben zufolge 558 Millionen Euro ein. Rechnerisch entspricht das je Aktie knapp 42,50 Euro. Am Vormittag notierte das Zalando-Papier 4,9 Prozent leichter bei 40,52 Euro.

Nach dem Aktienverkauf hält Kinnevik noch 65,3 Millionen Zalando-Aktien, entsprechend 25,8 Prozent des Zalando-Aktienkapitals. Für diese Aktien hat sich Kinnevik zu einer Haltefrist von sechs Monaten verpflichtet.

09:39 Uhr

Rheinmetall nimmt wichtige Hürde für Milliarden-Auftrag

Rheinmetall
Rheinmetall 108,00

Dem Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall winkt in Australien ein Milliardenauftrag. Der Schützenpanzer Lynx KF41 wurde vom australischen Commonwealth für die Erprobungsphase 3 ausgewählt. Mit dem Vorhaben verbindet sich ein Gesamtauftragsvolumen von rund 15 Milliarden Australischen Dollar (rund 9,5 Milliarden Euro).

Rheinmetall erklärte, dieses Fahrzeug sei so entwickelt, dass es bei der vorgesehenen Indienststellung durch die australischen Streitkräfte im Jahr 2026 ausgereift sei.

09:09 Uhr

Ölmarkt, ZWE, Fed: Dax startet äußerst verhalten

Dax
Dax 12.798,19

Minuszeichen dominieren zu Handelsbeginn am deutschen Aktienmarkt: Der Dax verlor geringfügig um 0,1 Prozent auf 12.368 Punkte. Der MDax sackte um 0,4 Prozent auf 25.879 Zähler ab. Mit dem TecDax ging es um 0,1 Prozent auf 2872 Stellen nach unten.

Für Gesprächsstoff dürfte heute weiterhin die Entwicklungen am Ölmarkt: Nach den Drohnenangriffen auf saudiarabische Öl-Anlagen am Samstag hatte sich der Rohstoff am Montag stark verteuert und kostet derzeit mit etwa 68 Dollar je Barrel acht Dollar mehr als vergangene Woche. Investoren befürchten eine Eskalation am Persischen Golf.

Daneben dürfte das ZEW-Konjunkturbarometer die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich ziehen. In den USA stehen zudem die Daten zur Industrieproduktion an. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über den Leitzins; am Markt wird mit einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet.

09:00 Uhr

Experten kritisieren US-Behörden wegen 737 Max

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Internationale Luftsicherheitsbehörden üben scharfe Kritik an dem Genehmigungsprozess durch die US-Luftfahrtaufsicht für die Boeing 737 Max. Für die Behörden sei nicht nachvollziehbar, dass die Federal Aviation Administration (FAA) bestimmte Funktionen bei der Überprüfung der Sicherheit der Systeme an Boeing selbst delegiert habe, sagten Insider. In dem Abschlussbericht des Ausschusses drängten die Experten aus verschiedenen Ländern auf umfangreiche Veränderungen bei der komplexen Genehmigung automatisierter Systeme in Flugzeugen.

Kritik äußerten die Behörden den Informanten zufolge auch daran, dass der Datenaustausch mit ausländischen Experten bei der Genehmigung der 737 Max vor zwei Jahren völlig unzureichend gewesen sei. Es sei auf falsche branchenweite Annahmen darüber vertraut worden, wie Piloten in Notfallsituationen handeln würden, heißt in dem Abschlussentwurf. Der Bericht soll in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Es ist die erste offizielle Überprüfung des Genehmigungsprozesses der 737 Max von Experten, die nicht von der FAA oder Boeing alleine kommen.

08:44 Uhr

Leichtes Plus in Japan, Minus in China

Nikkei
Nikkei 22.625,38

Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed haben sich Anleger in Fernost weitgehend zurückgehalten. In Tokio ging Nikkei-Index knapp 0,1 Prozent fester bei 22.001 Zählern aus dem Handel und notierte damit auf dem höchsten Niveau seit mehr als vier Monaten. Vor dem US-Zinsentscheid am Mittwoch blieben viele Investoren in Deckung. Gestützt wurde die Stimmung aber von einem Handelsabkommen zwischen Japan und den USA.

In China gaben die Kurse 1,6 Prozent nach. Die chinesische Zentralbank pumpte 200 Milliarden Yuan (umgerechnet knapp 26 Milliarden Euro) in den Markt, tastete ihren Zinssatz für ein Jahr von derzeit 3,3 Prozent jedoch nicht an. Analysten werteten das als Anzeichen dafür, dass die Notenbank davor zurückschreckt, den Geldhahn zur Ankurbelung der Konjunktur zu weit aufzudrehen.

08:38 Uhr

Dax-Future ist leicht im Minus

Der Dax-Future hat kurz vor Handelsbeginn im Minus notiert. "Die Anleger werden nach der Aufwärtsbewegung in der Vorwoche mit Blick auf die US-Zinsentscheidung vorsichtiger", so ein Marktteilnehmer. Zudem dürfte sich der Einfluss von der Derivate-Seite mit Blick auf den kleinen Verfall am Freitag mehr und mehr bemerkbar machen.

Charttechnisch deckelt das Freitagshoch bei knapp 12.500 Punkten. Die Charttechniker der Commerzbank sprechen von einer Konsolidierung, in der die technische Überkauftheit abgebaut werde. Eingeläutet wurde diese mit dem Bruch des kurzfristigen Aufwärtstrends bei 12.400 Punkten.

08:08 Uhr

Ölpreise beruhigen sich leicht

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 61,04

Die Ölpreise haben einen kleinen Teil ihrer starken Aufschläge vom Wochenstart abgegeben. Am Markt war die Rede von leichter Beruhigung, nachdem am Montag die Risikoaufschläge am Rohölmarkt kräftig gestiegen waren. Auslöser war der Drohnenangriff auf den Ölriesen Saudi-Arabien vom Wochenende.

Am Dienstagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 68,49 US-Dollar. Das waren 53 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 76 Cent auf 62,14 Dollar. Zu Wochenbeginn war europäisches Rohöl in der Spitze auf mehr als 70 Dollar gestiegen. Nach dem Ölpreisschock vom Montag habe sich die Lage zuletzt etwas beruhigt, war am Markt zu hören.

07:26 Uhr

Chinas Zentralbank pumpt 200 Milliarden Yuan in Banken

Die chinesische Zentralbank (People's Bank of China) hat zusätzliche Liquidität in den Bankenmarkt gepumpt. Über eine Medium-Term Lending Facility (MLF) hat sie am Dienstag 200 Milliarden Yuan (25,6 Milliarden Euro) in den Markt gegeben, wie die Zentralbank mitteilte. Der Zinssatz der einjährigen MLF liege bei unveränderten 3,3 Prozent. Einige Ökonomen hatten prognostiziert, dass der MLF-Zins niedriger liegen würde als bisher, nachdem China am Montag eine Reihe schwacher Wirtschaftsdaten veröffentlicht hatte.

07:12 Uhr

Anleger greifen nach Aktien von Öl- und Gasunternehmen

Nikkei
Nikkei 22.625,38

Der Anstieg der Ölpreise nach dem Angriff auf saudische Raffinerien lässt die asiatischen Anleger zu Aktien von Öl- und Gasunternehmen greifen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte am Dienstag 0,2 Prozent fester bei 22.022 Punkten - und damit auf dem höchsten Stand seit vier Monaten. Besonders die Öl- und Gasunternehmen trieben die Kurse, unter anderem legte der Index der Rohstoffförderer um 9,4 Prozent zu. Die Kehrseite der Medaille: Der hohe Ölpreis ließ die Aktien der Fluglinien um 1,6 Prozent fallen, ebenfalls betroffen waren Schifffahrtstitel mit einem Minus von 1,5 Prozent. Gegen dem Trend entwickelten sich die Aktien des Nikkei Schwergewichtlers und WeWork-Großinvestors Softbank Group: Die Aktien fielen um 3,4 Prozent, nachdem der WeWork-Eigentümer The We Company angekündigt hatte, den für September geplanten Börsengang auf das kommende Jahr zu verschieben.

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 108,14 Yen und legte 0,3 Prozent auf 7,0842 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9913 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1010 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0918 Franken. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,2411 Dollar.