Dienstag, 28. April 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Böhm-Dittmer
18:03 Uhr

Dax testet höchsten Stand seit Lockdown

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"Der Dax stößt die Tür nach oben auf", kommentiert Jochen Stanzl von CMC Markets.

picture alliance/dpa

Der deutsche Leitindex hat am Dienstag mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 10.795 Punkten geschlossen - zwischenzeitlich notierte er mit knapp 10.900 Punkten auf dem höchsten Stand seit Beginn des Lockdowns in Deutschland vor zwei Monaten.

"Der Dax stößt die Tür nach oben auf", sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. Die Anleger hofften mit den langsam einsetzenden Lockerungsmaßnahmen auf eine baldige wirtschaftliche Erholung. "Damit könnte sich der positive Trend am Aktienmarkt in den kommenden Tagen fortsetzen", so der Marktanalyst.

Der Euro-Stoxx-50 zog um 1,7 Prozent auf 2932 Punkte an.

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Im Fokus steht weiterhin die Entwicklung um die Lufthansa. Die Aktie kam von ihrem Tageshoch wieder deutlicher zurück und lag am Ende nur noch 2,0 Prozent im Plus bei 8,09 Euro. Im Tageshoch lagen die Titel bei 8,89 Euro. Im Handel hieß es , dass ein Deal zwischen der Fluglinie und der Regierung noch nicht in trockenen Tüchern sei. Daneben könnte die "Sell"-Empfehlung der Deutschen Bank zunehmend ihre Wirkung entfalten. Laut den Analysten benötigt die Airline nicht nur Staatshilfe. Auch eine Rekapitalisierung sei nötig, die derzeit allerdings noch nicht eingepreist sei.

Zu den positiven Überraschungen in Deutschland zählten Continental. Der Automobilzulieferer hat im ersten Quartal nicht ganz so schlecht abgeschnitten wie zunächst befürchtet.

Continental
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Einen Ausblick für das laufende Jahr gab der Dax-Konzern mit Blick auf die nach wie vor hohe Unsicherheit jedoch nicht. Gewinne von über zwei Prozent schmolzen am Nachmittag jedoch wieder ab, die Aktie schloss am Ende mit einem Mini-Plus von 0,4 Prozent.

Gegen den Trend brach die Aktie von Wirecard um 26 Prozent ein. Der Zahlungsdienstleister sieht sich durch den nun vorliegenden Untersuchungsbericht von KPMG vom Vorwurf der Bilanztrickserei entlastet, da keine belastenden Belege für die öffentlich erhobenen Vorwürfe der Bilanzmanipulation gefunden wurden. Im Handel hieß es aber, dass sich die Anleger vor allem an der Aussage des Unternehmens störten, dass für die Jahre 2016 bis 2018 nicht alle von KPMG angeforderten Daten geliefert werden konnten.

16:15 Uhr

Starke US-Zahlen machen Lust auf mehr - "Viagra"-Macher Pfizer gefragt

Ermutigende Geschäftszahlen von Großkonzernen locken Anleger an die Wall Street zurück. Die US-Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen zur Eröffnung um jeweils mehr als ein Prozent.

Wichtiger als die bereits vorgelegten Bilanzen seien die anstehenden Zahlen der großen Technologiekonzerne wie Microsoft, Amazon oder der Google-Mutter Alphabet, sagte Andrea Cicione, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses TS Lombard. "Das wird ein wichtiger Test, da viele Unternehmen durch die Coronavirus-Restriktionen ihr Geschäft ins Internet verlagert haben.

Wenn diese Schwergewichte nicht liefern, wird die Rally der vergangenen Wochen in Frage gestellt." Im Vergleich zu ihren Tiefs vom März haben die US-Börsen inzwischen wieder etwa 30 Prozent zugelegt.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte 3M mit einem Kursplus von 4,2 Prozent. Die starke Nachfrage nach Schutzbekleidung bescherte dem weltgrößten Hersteller von Atemschutzmasten einen überraschend hohen Gewinn. Gefragt waren auch die Papiere des "Viagra"-Machers Pfizer, die sich um 2,3 Prozent verteuerten. Der Pharmakonzern übertraf mit seinem Quartalsergebnis ebenfalls die Markterwartungen und bekräftigte seine Gesamtjahresziele.

15:56 Uhr

US-Autobauer gefragt - Hoffnung auf Produktionsstart

Die Aussicht auf ein Wiederhochfahren der Produktion lässt Anleger bei General Motors, Fiat Chrysler und Ford zugreifen. Die Aktien der US-Autobauer steigen zwischen 3,1 und 6,7 Prozent. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, die Konzerne planen die Produktion in den US-Werken teilweise ab 18. Mai wieder anzufahren. Ford teilte mit, wann die Arbeit in den nordamerikanischen Werken wieder aufgenommen werde, müsse noch entschieden werden.

Fiat Chrysler wies daraufhin, den Zeitpunkt des Wiederanlaufens der Bänder zur gegebenen Zeit mitteilen zu wollen. GM äußerte sich zunächst nicht. Die Coronavirus-Krise hat den Absatz der Autohersteller einbrechen lassen.

15:50 Uhr

China-Banken ICBC und CCB verdienen trotz Corona mehr

Die beiden chinesischen Großbanken haben ihre Gewinne im ersten Quartal trotz der Corona-Krise gesteigert. Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) verdiente mit 11,9 Milliarden Dollar gut drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn der China Construction Bank (CCB) kletterte um gut fünf Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar. Trotz des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stillstands in Teilen Chinas in Folge der Corona-Pandemie legten die Institute nicht mehr als sonst für drohende Kreditausfälle zurück.

China Construction Bank
China Construction Bank ,73

Bei beiden Geldhäusern lag die Kreditausfallquote mit 1,4 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorquartals.

15:31 Uhr

Aktien drehen auf: "Anleger laufen Dax hinterher" - Wirecard abgehängt

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt trauen sich heute was: Der Leitindex Dax knüpft an seinen starken Wochenauftakt an und legt immer weiter zu. Am frühen Nachmittag steht bereits ein Plus von 2,0 Prozent auf 10.880 Punkte zu Buche. Zwischenzeitlich hatte das Börsenbarometer ein neues Erholungshoch seit dem Tiefpunkt des Corona-Crashs Mitte März erreicht.

"Die Marktteilnehmer laufen dem steigenden Dax nun hinterher", sagt ein Händler. Viele Anleger hätten ihre Positionen im Corona-Crash und im Anschluss stark herunter- und später nicht wieder hochgefahren, vor allem auch wegen der hohen Vola. "Sie warten nun auf einen Rücksetzer", so der Händler. Da dieser ausbleibe, müssten sie bei fallender Vola auf den fahrenden Zug aufspringen. "Von daher könnte sich die Erholung noch eine Zeit lang fortsetzen", sagt er.

Für den MDax geht es um 1,4 Prozent auf 22.916 Punkte nach oben. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone geht es um gut zwei Prozent voran. Wirecard haben stand jetzt fast ein Viertel ihren Börsenwerts eingebüßt. Der erhoffte Befreiungsschlag durch die KPMG-Sonderprüfung der Bilanz ist ausgeblieben. Analyst Sandeep Deshpande von der Bank JPMorgan befürchtete, dass der Bericht die Zweifler nicht zufrieden stellen wird. Der Zahlungsdienstleister selbst sieht sich weiter entlastet. Die Anteilsscheine der Lufthansa schwanken weiter stark und liegen zuletzt mit 2,3 Prozent vorn.

15:15 Uhr

US-Getränkeriese Pepsi klotzt bei Werbeausgaben

Und hier der nächste, der sich wegen der Corona-Pandemie von seinen Jahreszielen verabschiedet:

PepsiCo
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"Trotz eines starken ersten Quartals gibt es in Bezug auf Covid-19 immer noch viel Unsicherheit", erklärte Konzernchef Ramon Laguarta von Pepsico. In den drei Monaten bis Ende März steigerte der Coca-Cola-Rivale den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar unerwartet deutlich um 7,7 Prozent auf 13,8 Milliarden Dollar. Aber der Gewinn sankt um rund fünf Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Grund: hohe Werbeausgaben. Am Markt kommen die Zahlen gut an - die Aktie legt vorbörslich zu.

15:06 Uhr

Harley-Davidson erleidet Gewinneinbruch - Aktie steigt

Die Corona-Pandemie hat der ohnehin schon kriselnden US-Motorrad-Ikone Harley-Davidson weiter zugesetzt. Im ersten Quartal brach der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um rund 45 Prozent. Der Umsatz sank um gut acht Prozent. 

Harley-Davidson
Harley-Davidson 25,42

"Covid-19 hat unser Geschäftsumfeld dramatisch verändert", erklärte der neue Harley-Übergangschef Jochen Zeitz. Die Verkäufe litten unter Geschäftsschließungen und Ausgangsbeschränkungen. Seine Jahresprognose hatte der Hersteller wegen der großen Ungewissheit aufgrund der Pandemie bereits im März zurückgezogen. 

Obwohl der Gewinn unter den Erwartungen lag, legte die Aktie vorbörslich deutlich zu. Harley-Davidson kündigte "aggressive" Maßnahmen zur Kostensenkung in der Krise an. Das Unternehmen hatte schon vor der Ausbreitung des Virus große Probleme - es ächzte bereits unter dem Handelsstreit der USA mit China und der EU, der zu hohen Einfuhrzöllen auf seine Produkte geführt hat. 

14:13 Uhr

Top-Ökonom: Darum sind Manager-Boni in der Krise in Ordnung

ZEW-Präsident Achim Wambach hält Manager-Boni auch in der Corona-Krise für vertretbar. "Vorstandsbonuszahlungen sind eher nicht liquiditätsrelevant", sagte der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) "Zeit Online". "Wenn der Vorstand gut gearbeitet hat und ein Teil des Gehalts flexibel ist - warum sollten dann keine Boni gezahlt werden?" Die Frage sei, "wie hoch diese sind und wie solche Zahlungen in der Öffentlichkeit wirken".

Viele Politiker fordern angesichts milliardenschwerer staatlicher Rettungsprogramme infolge der Pandemie einen Boni-Deckel. Allerdings sieht Wambach es ebenso wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier kritisch, wenn Unternehmen, die Staatshilfen erhalten, Dividenden ausschütten. "Das Wirtschaftsstabilisierungsfondsgesetz sieht aus gutem Grund vor, Dividendenzahlungen bei Inanspruchnahme von Subventionen zu verbieten", sagte der ZEW-Präsident, der zudem Chef der Monopolkommission ist.

13:49 Uhr

Minus 20 Prozent: US-Öl weiter unter Druck

Die eingebrochene Nachfrage nach Öl und die begrenzten Lagerkapazitäten setzen dem Preis für US-Leichtöl weiter zu. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostet mit 11,78 Dollar knapp acht Prozent weniger als am Vortag. In der Spitze büßte US-Öl erneut mehr als 20 Prozent ein.

Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent konnte anfängliche Verlust im Handelsverlauf wettmachen und notierte zuletzt nahezu unvändert bei 19,72 Dollar je Barrel. Am US-Ölmarkt sorgt insbesondere für Verunsicherung, dass am Hauptumschlagplatz Cushing kaum noch Lagermöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zugleich ist die Nachfrage wegen der Virus-Pandemie eingebrochen.

Anfang vergangener Woche war der Öl-Preis in den USA erstmals in seiner Geschichte ins Minus gestürzt. Vor dem Auslaufen des Mai-Kontrakts mussten Investoren wegen knapper Lagermöglichkeiten bei Verkäufen Geld zuschießen.

12:41 Uhr

Insolvenz statt Staatseinstieg?: Anleger holen Lufthansa auf den Boden zurück

Bleiben wir bei der gebeutelten Luftfahrtbranche:

Lufthansa
Lufthansa 10,72

Lufthansa-Aktien geben einen Großteil ihrer Gewinne wieder ab und notieren nur noch 0,9 Prozent fester. Händler verweisen auf Berichte, wonach die Airline in den Verhandlungen um mögliche Corona-Hilfen nun auch eine Insolvenz in Eigenverwaltung anstelle eines direkten Staatseinstiegs prüft. Entsprechende Informationen der Gewerkschaft Ufo wurden von einem Unternehmenssprecher in Frankfurt bestätigt.

Ein solches Schutzschirmverfahren hat bereits der Ferienflieger Condor durchlaufen. Das Unternehmen wird in diesem Fall unter die Aufsicht eines Sachwalters gestellt und könnte unter dem bisherigen Management die Sanierung angehen.

Laut Gewerkschaft soll Lufthansa-Chef Carsten Spohr intern erklärt haben, dass er das Unternehmen lieber in die Insolvenz in Form eines Schutzschirmverfahrens führe, als sich von der Politik reinreden zu lassen.

11:44 Uhr

SAS entlässt fast die Hälfte der Mitarbeiter

Dem Luftverkehr stutzt das Corona-Virus gewaltig die Flügel:  Länder haben Reiseverbote verhängt, Unternehmen auf Video-Konferenzen umgesattelt. Urlaubsreisen oder ein Flug zum nächsten Kundentermin sind zurzeit undenkbar. Die Konsequenz: Flugzeuge bleiben leer, Fluggesellschaften streichen Flüge oder stellen den Betrieb gar komplett ein. Kaum eine Branche wurde so hart getroffen. Und nach baldiger Besserung sieht es nicht aus ...

SAS
SAS ,90

Die skandinavische Airline SAS rechnet wegen der Corona-Krise nach eigenen Angaben mit einer anhaltenden Schwächung des Luftverkehrs und kündigte deshalb an, sich von 5000 Angestellten zu trennen. Dies entspricht rund 40 Prozent der Beschäftigten, wie SAS-Generaldirektor Rickard Gustafson der Nachrichtenagentur TT sagte.

In Schweden sollen 1900 Vollzeitstellen wegfallen, zudem 1300 in Norwegen und 1700 in Dänemark. SAS geht davon aus, dass die Nachfrage nach Flügen während der wichtigen Sommermonate aufgrund der Pandemie begrenzt bleiben werde. Laut Gustafson dürfte die Nachfrage frühestens 2022 wieder auf dem Stand der Zeit vor der Pandemie liegen.

Die Fluggesellschaft hat derzeit rund 90 Prozent der Angestellten beurlaubt. Die Hauptaktionäre Schweden und Dänemark unterstützen SAS mit staatlichen Bürgschaften in Höhe von mehr als 275 Millionen Euro.

11:25 Uhr

SAP und Deutsche Telekom arbeiten an Corona-App

SAP und Deutsche Telekom springen der Bundesregierung bei der Entwicklung einer Corona-App zur Seite. "Ja, wir sind zusammen mit der Telekom an Bord", sagte ein Sprecher des Walldorfer Softwarekonzerns. Details könnten noch nicht genannt werden.

Die Telekom teilte mit, von der Bundesregierung gefragt worden zu sein, das Projekt zur Entwicklung einer App zur Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten zu unterstützen. Ursprünglich wollte die Bundesregierung eine solche Anwendung bereits Mitte April auf den Markt bringen - zeitgleich mit den ersten Lockerungen bei den Kontaktsperren.

Ein Streit über die Art und Weise der Speicherung, der letztlich die Abkehr vom zunächst favorisierten zentralen Ansatz zur Folge hatte, sowie Unklarheiten bei den Zuständigkeiten führten jedoch zu Verzögerungen. Nun wird es laut Gesundheitsminister Jens Spahn weitere Wochen dauern.

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10:47 Uhr

Jeder Mittelständler verliert im März knapp 40.000 Euro

Wegen der Corona-Krise hat der deutsche Mittelstand laut einer Studie allein im März 75 Milliarden Euro Umsatz verloren. Dies seien zwei Prozent der Jahreserlöse, teilte die staatliche Förderbank KfW zu einer Umfrage unter rund 3400 Unternehmen mit.

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"Geschäftsschließungen, Reisebeschränkungen und Kontaktverbote führen zu Umsatzeinbrüchen, schmelzenden Liquiditätspolstern und unsicheren Geschäftsaussichten - und bedrohen die Existenz vieler kleiner und mittlerer Unternehmen." Über 2,2 Millionen Mittelständler und damit rund 58 Prozent hatten demnach im vergangenen Monat Umsatzeinbußen aufgrund der Corona-Eindämmungsmaßnahmen.

Im Schnitt geht den Unternehmen etwa die Hälfte (53 Prozent) der üblicherweise zu erwartenden Umsätze verloren. Dies entspreche etwa 39.000 Euro je Firma.

Kleinere Unternehmen sind etwas häufiger von Umsatzrückgängen betroffen (58 Prozent) als größere Mittelständler mit mehr als 10 Beschäftigten. Dienstleister beklagten am häufigsten Einbußen, heißt es weiter.

 

10:14 Uhr

Ifo-Institut: Alle Branchen bereiten bereits Entlassungen vor

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Next Stopp: Arbeitsamt.

imago images/Steinach

Kurzarbeit ist in der Corona-Krise nur eine Momentaufnahme. Was unmittelbar darauf folgen wird, sind Entlassungen. Laut Ifo-Institut kündigt sich der Stellenabbau bereits an:

Die Personalabteilungen der deutschen Unternehmen bereiteten sich vor, fasste das Münchener Forschungsinstitut das Ergebnis einer Umfrage zusammen. Das anhand der Erhebung ermittelte Ifo-Beschäftigungsbarometer sei im April auf ein Rekordtief von 86,3 Punkten abgestürzt, von 93,4 Punkten im März.

Auch der Rückgang des Indexwertes war der stärkste, der vom Ifo-Institut jemals ermittelt wurde. "Die Arbeitslosigkeit in Deutschland wird daher steigen", lautet die Schlussfolgerung der Wirtschaftsforscher. Die Entwicklung dürfte alle Bereiche der deutschen Wirtschaft betreffen. Demnach sollte es auch im Dienstleistungssektor erstmals seit der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 wieder zu Entlassungen kommen.

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10:04 Uhr

Jedes sechste Einzelhandelsgeschäft von Insolvenz bedroht

Nicht alle Branchen kommen gleich gut durch die Krise, so viel war klar. Die Befürchtungen, dass Corona den Einzelhandel besonders schwer treffen wird, werden inzwischen immer konkreter: Nach Angaben des Handelsverbands ist jedes sechste Geschäft von der Pleite bedroht.

"Wir fürchten, dass nun bis zu 50.000 Geschäfte von Insolvenzen betroffen sein könnten, weil ihr Eigenkapital insbesondere wegen hoher Mietforderungen nicht ausreicht", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nach Angaben des Verbands gibt es in Deutschland rund 300.000 Einzelhandelsgeschäfte.

"In den vier Wochen Schließungen der Geschäfte im Non-Food-Bereich haben wir rund 30 Milliarden Euro Umsatz verloren, den wir auch nicht wiederbekommen werden. Pro Tag waren dies rund eine Milliarde Euro", so Genth. In der ersten Woche nach der Öffnung sei zudem ein großer Kundenansturm ausgeblieben, zurzeit verliere der Handel täglich einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. "Wir fürchten sehr, dass die Innenstädte nach der Krise nicht mehr so aussehen werden wie vor der Krise."

 

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09:53 Uhr

Schlusslicht im MDax: Kion bekommt die Corona-Quittung

Folgen wir der tiefroten Spur der morgendlichen Verlierer:

Kion
Kion 55,58

Mit einem Minus von sieben Prozent stehen die Aktien des Gabelstapler- und Lagertechnikanbieters Kion am MDax-Ende. Das Konzernergebnis brach im ersten Quartal ein. Der Vorstand hatte bereits Ende März seine Jahresziele kassiert, nachdem in dem Monat die Auswirkungen der Corona-Pandemie spürbar geworden waren.

09:38 Uhr

Heftige Gewinnmitnahmen nach "Freispruch" für Wirecard

Während die Papiere der Lufthansa nach einem Medienbericht über hohe Staatshilfen vom Bund deutlich anziehen, schmeißen Anleger Wirecard reihenweise im hohen Bogen aus ihren Depots.

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Die Vorwürde der "Financial Times" werden nicht "Wort für Wort" widerlegt, begründet ein Händler den Ausverkauf.

(Foto: dpa)

Mit einem kräftigen Kurseinbruch von 17 Prozent sind Wirecard der mit Abstand größte Verlierer im Dax. "Der erste Eindruck ist, dass der KPMG-Bericht eben nur das bislang Erhoffte bestätigt, ohne wirklich auf detaillierte Vorwürfe einzugehen", sagt ein Händler: "Eigentlich ist es aber nötig, dass sie die FT-Vorwürfe Wort für Wort widerlegen". Da sich Trader im Vorfeld auf einen generellen "Freispruch" durch die Bilanzprüfer positioniert hätten, würden sie nun Gewinne mitnehmen.

Wirecard
Wirecard 88,50

 

Das Minus sei aber nur so hoch, weil auch viele Basispreise von hochgehebelten Derivaten ausgeknockt worden seien. Langfristig sei der Bericht gut und würde institutionellen Anlegern erlauben, in die Aktie zu investieren.

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09:26 Uhr

Dax tritt auf der Stelle - Lufthansa starten durch

Die Anleger in Frankfurt wagen sich aus Unsicherheit über die weiteren Entwicklungen in der Coronakrise nicht aus der Deckung.

Der Dax geht kaum verändert bei 10.657 Punkten in den Handel. Allerdings dominierten nicht mehr nur die negativen Schlagzeilen den Alltag, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. "Neben der Lockerung der Restriktionen besteht auch die Hoffnung, dass die Gesundheitskrise demnächst einigermaßen unter Kontrolle gebracht werden kann." Für Kauflaune sorgten neben der Verbesserung der Lage die massiven Konjunkturprogramme von Regierungen und Notenbanken.

Mit einem Plus von fast zehn Prozent stehen die Lufthansa-Aktien an der Spitze des deutschen Leitindex. Für Kauflaune sorgt ein Bericht, wonach sich die angeschlagene Fluggesellschaft und die Regierung auf ein neun Milliarden Euro schweres Rettungspaket geeinigt haben.

Laut Insidern, die AFP zitiert, sind die Verhandlungen allerdings noch nicht abgeschlossen. Eine Lufthansa-Sprecherin sagte auf Anfrage, der Konzern kommentiere den Bericht nicht.

Das Ringen um die Lufthansa-Rettung, jede Menge Corona-Bilanzen, die offengelegt werden, und immer neue Forderungen nach immer noch noch mehr Staatshilfen, um den programmierten Absturz der Wirtschaft abzufedern. Das Erwachen aus dem Corona-Koma ist und bleibt spannend. Guten Morgen, mein Name ist Diana Dittmer, ich begleite Sie durch den heutigen Börsen-Tag!

08:44 Uhr

Delivery-Hero-Bilanz profitiert von Verkauf des Deutschlandgeschäfts

Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat im Jahr 2019 nur dank des Verkaufs seines Deutschlandgeschäfts einen Gewinn eingefahren. Im fortgeführten Geschäft betrug der Verlust 689,9 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 277,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie der im MDax notierte Konzern in seinem Geschäftsbericht mitteilte.

Delivery Hero
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Weil der Konzern zum 1. April 2019 sein Deutschlandgeschäft (Foodora, Lieferheld, Pizza.de) an den niederländischen Rivalen Takeaway.com (Lieferando) verkauft hatte und damit einen Gewinn von 930,1 Millionen Euro einstrich, stand unterm Strich ein Gewinn von 230,2 Millionen Euro nach einem Verlust von 42,2 Millionen Euro im Vorjahr. Im von der Corona-Krise geprägten ersten Quartal zog der Umsatz mit einem Plus von fast 93 Prozent auf 515 Millionen Euro an. Die Anzahl der Bestellungen verdoppelte sich ebenso beinahe: Mit 2,4 Milliarden Euro stand beim bestellten Bruttowarenwert ein Anstieg von rund 58 Prozent zu Buche.

Die Prognose behält das Unternehmen bei, Delivery Hero will einen Jahresumsatz von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro erzielen, das wäre ein Plus von rund 70 Prozent zum Vorjahr. Dabei dürften aber weiter rote Zahlen anfallen, die Marge des operativen Ergebnisses (bereinigtes Ebitda) soll nach wie vor zwischen minus 14 und minus 18 Prozent vom Umsatz liegen. Darin sind bereits Kosten von 50 Millionen Euro für die Coronavirus-Krise enthalten, die im Nahen Osten und Nordafrika anfallen dürften.

08:03 Uhr

Ausverkauf bei Öl hält an

Der Ausverkauf beim US-Leichtöl hält an. Ein Barrel (159 Liter) kostet mit 10,64 Dollar 16,7 Prozent weniger als am Vortag. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligt sich um 5,7 Prozent auf 18,85 Dollar. Für Verunsicherung sorgt, dass es kaum noch Lagermöglichkeiten für den Rohstoff gibt und zugleich die Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie kollabiert ist.

07:25 Uhr

Lufthansa soll neun Milliarden Staatshilfe bekommen

Lufthansa
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Die Lufthansa und die Bundesregierung haben sich einem Medienbericht zufolge auf einen Rettungsplan geeinigt. Der Bund beteilige sich mit rund neun Milliarden Euro an dem durch die Corona-Krise schwer gebeutelten Konzern, berichtete das digitale Wirtschaftsmagazin Business Insider unter Berufung auf Unternehmenskreise. Dafür erhalte der Staat eine Sperrminorität und ein bis zwei Aufsichtsratsmandate. Auf diese Eckpunkte hätten sich Vertreter von Bundesregierung und Lufthansa bei einer Verhandlungsrunde am Montagnachmittag geeinigt.

Die Lufthansa lehnte einen Kommentar ab. Lufthansa-Chef Carsten Spohr wolle den Deal im Laufe des Tages mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Olaf Scholz besiegeln, hieß es in dem Bericht weiter. Dass das Paket dabei nochmal aufgemacht werde, gelte laut Verhandlungskreisen als unwahrscheinlich.

Update von 9 Uhr: Laut der Nachrichtenagentur AFP ist noch keine finale Einigung erzielt worden.

07:22 Uhr

Dax startet wohl kaum verändert

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Am Dienstag wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge kaum verändert starten. Am Montag war er 3,1 Prozent fester bei 10.659,99 Punkten aus dem Handel gegangen. Für Gesprächsstoff sorgen dürfte die Entscheidung der Bank von Japan, den Umfang ihrer Anleihekäufe zu erhöhen. Tags zuvor hatte sie ihr Programm zum Kauf von Geldmarktpapieren und Firmenanleihen ausgeweitet. Noch im Laufe der Woche wollen auch die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) über ihren weiteren Kurs beraten.

"Händler werden sich fragen, ob die Notenbanken auch Pläne vorlegen, wie sie die Wirtschaft in ihren Ländern in Schwung bekommen wollen", sagte David Madden, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Die Coronavirus-Pandemie hinterlässt bereits tiefe Spuren in den Geschäftsberichten der Unternehmen. Aufschluss, wie stark der Einbruch ausfallen könnte, erhoffen sich Börsianer aus anstehenden Zahlen. So legen unter anderem UBS, Novartis, Delivery Hero, HSBC und Pfizer ihre Geschäftsergebnisse vor.

06:57 Uhr

Allianz verbündet sich in Spanien mit Bank BBVA

Allianz
Allianz 192,00

Die Allianz hat einen neuen Bank-Partner in Spanien. Der Münchner Versicherungsriese verbündet sich mit der Großbank BBVA. Die Allianz zahlt zunächst 277 Millionen Euro für eine knappe Mehrheit an der Versicherungssparte BBVA Seguros, wie sie nach langwierigen Verhandlungen mitteilte. Die Bank bringt rund 300 Millionen Euro an Prämieneinnahmen mit, vor allem Haushalts-Policen. Die Partnerschaft mit BBVA beschränkt sich zunächst nur auf Spanien, könnte aber laut Insidern später auf Länder wie Mexiko ausgeweitet werden, wo die Bank ebenfalls stark vertreten ist. Im Erfolgsfall könnten für die Allianz weitere 100 Millionen Euro fällig werden. BBVA gehören mehrere Banken und Versicherer in Lateinamerika.

Dem Münchner Versicherer war sein spanischer Bank-Partner im vergangenen Jahr abhandengekommen, weil die Banco Popular von Santander übernommen worden war, die in der Versicherung andere Pläne hatte. Für den Ausstieg hatte die Allianz aber 937 Millionen Euro kassiert.

06:33 Uhr

Asiens Börsen fallen trotz erhoffter Lockerungen

Nikkei
Nikkei 22.863,73

Asiatische Aktien stürzten am Dienstag in die roten Zahlen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,6 Prozent tiefer bei 19.661 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,1 Prozent und lag bei 1448 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,1 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,8 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,9 Prozent.

Ein erneuter Rückgang der Ölpreise überschattete den zunächst vorherrschenden Optimismus über Lockerung der Coronavirus-Beschränkungen. Einige Investoren hofften, dass das Schlimmste für die Weltwirtschaft vorbei sei, da mehr Länder es den Unternehmen ermöglichen, wieder zu öffnen. Andere sind aus Sorge vor einer zweiten Infektionswelle infolge der Wiedereröffnung weiterhin zurückhaltend, da noch kein Impfstoff zur Verfügung steht. Die großen Zentralbanken hatten auf den wirtschaftlichen Einbruch reagiert, indem sie die Zinssätze senkten, mehr Staatsanleihen kauften und Schritte unternahmen, um die Kreditvergabe an kleine Unternehmen auszuweiten.