Dienstag, 03. März 2020Der Börsen-Tag

mit Kai Stoppel
Kai Stoppel
17:58 Uhr

Dax schließt erstmals seit zwei Wochen im Plus

Dax
Dax 9.935,84

Es ist zur Abwechslung mal ein guter Tag für den deutschen Aktienmarkt. Der Leitindex Dax verbucht das erste Mal seit acht verlustreichen Handelstagen in Folge - oder fast zwei Wochen - wieder ein Tagesplus. Am Ende sind es allerdings "nur" 1,1 Prozent, die der Dax zulegt.

Zwischenzeitlich jedoch klettert der deutsche Leitindex um drei Prozent bis auf 12.273 Punkte nach oben. Der Schlusskurs liegt mit 11.985 Zählern dann aber doch knapp unter der 12.000er-Marke.

Von der überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank können die europäischen Börsen am Nachmittag nur kurzzeitig profitieren. Die Fed senkte die Leitzinsen gleich um 50 Basispunkte, was an der Börse als starkes Signal gewertet wird. Es war die erste Zinsentscheidung seit der Finanzkrise 2008, die die Fed außerhalb einer turnusmäßigen Sitzung gefällt hat.

Für Enttäuschung sorgte die gemeinsame Telefonkonferenz der G7-Finanzminister und Notenbankchefs. Die Hoffnungen lagen auf einer konzertierten Aktion geldpolitischer und fiskalpolitischer Maßnahmen zur Eindämmung der negativen Folgen der Corona-Epidemie. Heraus kam jedoch lediglich eine Grundsatzerklärung.

Unter den Einzelwerten sticht im Dax die Lufthansa heraus, die 8,9 Prozent zulegt. Händler führen dies aber nur auf die vorangegangenen massiven Verluste zurück. So hatte die Lufthansa-Aktie zwischenzeitlich 33 Prozent seit Jahresbeginn verloren. Auch MTU steigen kräftig um 4,1 Prozent.

Heute heißt es somit erst mal Durchatmen an den Aktienmärkten. Mal sehen, was der morgige Handelstag so bringt. Klicken Sie doch mal wieder vorbei!

Ihr Kai Stoppel

17:25 Uhr

Ryanair-Chef zu Corona-Krise: Nächsten Wochen werden hart

Ryanair
Ryanair 9,33

Europas große Airlines hoffen auf eine zügige Erholung der vom Coronavirus belasteten Nachfrage im Luftverkehr. Die nächsten zwei, drei Wochen würden wegen der sich ausbreitenden Epidemie hart für die Branche, erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary auf einer Konferenz des Verbandes A4E (Airlines for Europe) in Brüssel. Bei den Buchungen sei die Luft raus. Aber es werde dann rasch wieder Normalität einkehren.

Auch der Chef des britisch-spanischen Luftfahrtkonzerns IAG, Willie Walsh, sprach von sehr deutlichem Nachfragerückgang bei Italien-Flügen. "Ich glaube, wir werden bald eine Erholung sehen", sagte auch er. Beim Ausbruch des Sars-Virus in China 2003 kehrte die Branche nach sechs bis neun Monaten zum Vorkrisenniveau zurück.

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Sollte die "Hysterie" über Corona bis zum Sommer anhalten, will Ryanair die Nachfrage mit niedrigen Preisen anregen, so der Airline-Chef O'Leary.

(Foto: imago/Schöning)

 

16:55 Uhr

RWE baut Wind-Imperium in USA weiter aus

RWE
RWE 23,96

Während in Deutschland der Ausbau der Windenergie stockt, hat der Energiekonzern RWE in den USA einen weiteren Windpark in Betrieb genommen. Die Anlage im Süden von Texas mit einer Leistung von 151 Megawatt ist bereits der 24. Windpark von RWE in den Vereinigten Staaten.

"Das unterstreicht die Bedeutung von Nordamerika als Kernmarkt für RWE", sagte die Chefin der Erneuerbaren-Sparte von RWE, Anja-Isabel Dotzenrath. Auf die Kapazitäten in den USA entfielen mehr als ein Drittel der Erneuerbaren-Kapazitäten des Konzerns - zahlreiche weitere Projekte seien in der Entwicklung.

16:22 Uhr

Fed-Überraschung zündet an Wall Street nur kurz

Der Boost durch die überraschende Ankündigung der US-Notenbank, den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte abzusenken, währt an der Wall Street nur kurz. Nach einem kleinen Zwischenhoch in dem die Indizes im Plus notieren, geht es wieder runter mit den Kursen. Der Dow Jones Index steht 0,2 Prozent im Minus auf 26.660 Punkten, der S&P 500 verliert 0,1 Prozent auf 3085 Zähler.

Denn die geplatzten Hoffnungen auf sofortige Konjunkturhilfen der großen Industriestaaten dämpfen die Kauflaune der US-Anleger. Gestern hatte der Dow nach Ankündigung einer Telefonkonferenz der Finanzminister und Zentralbankchefs der sieben größten Industriestaaten (G7) 5,1 Prozent zugelegt. Das war der größte Tagesgewinn seit elf Jahren. Die Gespräche lieferten heute aber keine konkreten Ergebnisse. Die Teilnehmer bekräftigten lediglich ihre Bereitschaft, der Wirtschaft unter die Arme zu greifen.

16:07 Uhr
Breaking News

Paukenschlag in Washington: Fed senkt überraschend Leitzins

Die US-Notenbank hat wegen der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Auswirkungen des neuen Coronavirus ihren Leitzins überraschend um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Der Leitzins liege nun im Korridor von 1 bis 1,25 Prozent, teilte die Notenbank Federal Reserve (Fed) mit.

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15:31 Uhr

Warum die Corona-Krise den Ölpreis so belastet

Öl ist ein Rohstoff, der besonders unter den Folgen der Corona-Krise zu leiden hat. Nachdem er in den vergangenen Wochen deutlich gefallen ist, startet er zu Beginn dieser Woche einen leichten Erholungsversuch. Wieso ist der Ölmarkt so anfällig für Schwankungen? Wie es weitergehen könnte und wie Trader von den Schwankungen profitieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Kemal Bagci von der BNP Paribas.

 

15:06 Uhr

Ifo-Chef: Das wären die richtigen Maßnahmen gegen Corona-Krise

Ifo-Präsident Clemens Fuest hält eine Rezession in Deutschland wegen der Coronavirus-Epidemie für möglich - und sieht Notkredite für eigentlich gesunde Unternehmen als Medizin. "Wir haben ein deutlich erhöhtes Rezessionsrisiko", sagte der Chef des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) angesichts unterbrochener Lieferketten und sinkender Nachfrage etwa in der Reisebranche.

Steuersenkungen oder ein Investitionsprogramm der Regierung hält der Ökonom nicht für die richtige Antwort auf diese Krise. "Wenn Leute Angst haben vor einer Großveranstaltung oder davor, ins Kino zu gehen wegen des Coronavirus, dann werden sie jetzt nicht gehen, weil die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte sinkt", begründete der Experte. Stattdessen sollte die Politik den Konkurs von Unternehmen verhindern, die eigentlich gesund sind - etwa mit Notkrediten. Auch Kurzarbeit sei ein geeignetes Mittel, solchen Firmen über schwierige Zeiten hinweg zu helfen.

14:21 Uhr

Komiker lässt seinen Namen in "Hugo Boss" ändern - aus Protest

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Joe Lycett macht Ernst: Er heißt jetzt offiziell Hugo Boss.

(Foto: imago/Matrix)

Ein britischer Komiker hat sich aus Protest gegen den aus seiner Sicht aggressiven Markenrechtsschutz der gleichnamigen deutschen Modefirma in Hugo Boss umbenannt. Der bislang als Joe Lycett bekannte Comedian postete ein Dokument auf seinem Twitter-Account, das die offizielle Namensänderung bestätigen soll.

Er wolle damit gegen das Vorgehen von Hugo Boss gegen eine kleine Brauerei namens Boss Brewing in Wales protestieren, die von dem Modehersteller gezwungen wurde, mehrere Getränke umzubenennen, sagte der Comedian. Der Brauerei seien dadurch Anwaltskosten in Höhe von 10.000 Pfund (umgerechnet rund 11.500 Euro) entstanden. Eine Mitarbeiterin von Boss Brewing in Swansea bestätigte die Angaben auf Anfrage.

Hugo Boss nahm die Aktion mit Humor. "Wir begrüßen den Comedian, der früher als Joe Lycett bekannt war, als Mitglied der Hugo-Boss-Familie", hieß es in einer Mitteilung. In der Sache blieb das Unternehmen aber hart. Der Markenname Hugo Boss genieße wegen seines hohen Bekanntheitsgrads einen erhöhten Schutzumfang, der sich auch auf andere Produktkategorien erstrecke.

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13:37 Uhr

Coronavirus-Fall - Chef von ProSiebenSat.1 in Quarantäne

ProSiebenSat.1
ProSiebenSat.1 7,23

ProSiebenSat.1-Chef Max Conze und sein Finanzvorstand Rainer Beaujean müssen nach einem Coronavirus-Fall im Konzern von zu Hause aus arbeiten und haben die geplante Bilanz-Pressekonferenz in Unterföhring abgesagt. Sie werden die Zahlen am Donnerstag per Webcast im Internet präsentieren, sagte eine Sprecherin.

Ein Mitarbeiter in Düsseldorf habe sich mit dem Virus infiziert, hieß es weiter. Seine Kontaktpersonen und deren Kontakte in Unterföhring - insgesamt rund 200 Menschen - arbeiteten deshalb seit einer Woche vorsorglich im Homeoffice, darunter auch Conze und Beaujean. Die Quarantäne laufe Ende dieser Woche aus.

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Max Conze muss aus Sicherheitsgründen von zu Hause aus arbeiten.

(Foto: www.imago-images.de)

 

13:27 Uhr

Post will Briefe per E-Mail ankündigen - auch, was drin steht

Deutsche Post
Deutsche Post 24,77

Der Siegeszug der E-Mail hat das Versenden von Briefen zu einem Relikt vergangener Tage gemacht. Die Deutsche Post will diese Entwicklung nun nutzen: Internetnutzer können sich künftig per E-Mail vorab über Briefe benachrichtigen lassen, die sich noch im Zustellnetz der Deutschen Post befinden.

In Zusammenarbeit mit den E-Mail-Anbietern Web.de und GMX will die Post dann auf Wunsch die Umschläge fotografisch erfassen und per E-Mail an die Nutzer schicken, wie der Konzern mitteilte. Die Briefe würden dabei nicht geöffnet. Das Angebot soll im Sommer starten.

Und 2021 soll es noch einen Schritt weiter gehen: Kunden sollen dann die Möglichkeit erhalten, digitale Aufnahmen nicht mehr nur der Umschläge von außen, sondern auch der Briefinhalte per E-Mail vorab zu empfangen. Da fragt man sich: Warum sollte man dann überhaupt noch einen Brief losschicken?

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Für Privatkunden solle die Briefankündigung kostenlos sein.

(Foto: imago images / photothek)

13:12 Uhr

Sixt verzichtet auf umstrittene SUV-Werbung

Sixt
Sixt 50,50

Die Autovermietung Sixt hat im Rechtsstreit um eine SUV-Werbung mit dem Slogan "Ab ins Gelände" nachgegeben. Das Unternehmen gab Ende Februar eine entsprechende Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung ab, wie das Landgericht München mitteilte.

Die Wettbewerbszentrale - eine Selbstkontrollorganisation der deutschen Wirtschaft - hatte gegen die Sixt-Werbung geklagt. Diese sei irreführend, schließlich dürften die Kunden die angepriesenen Autos gar nicht abseits der Verkehrswege im freien Gelände fahren.

Sixt hatte dagegen argumentiert, dass das Fahren auf Feld-, Wald- und Wiesenwegen erlaubt sei, sofern diese für den öffentlichen Verkehr freigegeben sind. Richter Wolfgang Gawinski schien dies nicht zu überzeugen: "Das ist nach momentaner Auffassung der Kammer nicht bloß eine werbeübliche Übertreibung", sagte er damals.

12:48 Uhr

Arbeitslosigkeit in Eurozone weiter auf tiefstem Stand seit 2008

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone bleibt auch im Januar auf einem niedrigen Niveau. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote habe wie im Vormonat auf 7,4 Prozent gelegen, teilte das Statistikamt Eurozone mit. Niedriger war die Arbeitslosenquote zuletzt im März 2008. Danach stieg sie infolge der globalen Finanzkrise kräftig. In der Eurozone waren laut Eurostat zuletzt insgesamt 12,179 Millionen Menschen arbeitslos. Das sind 1000 mehr als im Vormonat.

Die Unterschiede zwischen den nationalen Arbeitsmärkten der Eurozone sind allerdings weiter hoch. Während die Arbeitslosenquote in Deutschland und den Niederlanden am niedrigsten ist, liegt sie in Griechenland und Spanien immer noch wesentlich höher. Allerdings sind die Quoten dort in den vergangenen Jahren deutlich gefallen.

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12:18 Uhr

ntv-Expertin zu Dax-Feuerwerk: "Das geht zu schnell"

Die Aufholjagd beim Dax ist in vollem Gange - nach Verlusten von rund 14 Prozent in den vergangenen Tagen geht es an der Frankfurter Börse heute wieder steil nach oben mit den Kursen. Der Dax legt zwischenzeitlich rund drei Prozent zu - und steigt mehr als 300 Punkte. Wie sind diese starken Bewegungen einzuordnen? ntv-Börsenexpertin Corinna Wohlfeil gibt eine Einschätzung - und warnt vor falschen Hoffnungen.

 

11:54 Uhr

Weltgrößter Staatsfonds macht Druck bei Nachhaltigkeit

Der norwegische Staatsfonds fordert von den 9200 Firmen, in die er investiert hat, mehr Details zu ihren Anstrengungen beim Thema Nachhaltigkeit. Der mit einem Vermögen von 1,1 Billionen Dollar weltgrößte Staatsfonds wünsche sich relevantere und vergleichbarere Angaben, sagte Fondschef Yngve Slyngstad. Als Investor wolle man besser analysieren können, welchen Nachhaltigkeitsrisiken die Firmen ausgesetzt seien.

Die Unternehmen sollten bei ihren Nachhaltigkeitsberichten etablierte Standards beispielsweise des Sustainability Accounting Standards Boards nutzen. Bei Umweltthemen wie Klima und Wasser sollten sie die Plattform des Carbon Disclosure Project verwenden, einer britischen Non-profit Organisation.

Der Fonds, der sich aus den Einnahmen aus der Öl- und Gasindustrie speist, ist dreimal so viel wert wie das jährliche Bruttoinlandsprodukt Norwegens. Seine Erträge sichern den umfangreichen Wohlfahrtsstaat ab.

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Nach den Vorstellungen des norwegischen Staatsfonds sollen etwa Kohlefirmen offenlegen, welche Vorkommen sie nutzen und wie sie Umweltverschmutzung vermeiden wollen.

(Foto: imago images/Rupert Oberhäuser)

 

11:14 Uhr

Preisdruck in der Eurozone lässt nach - Energie billiger

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Die Inflation in der Eurozone lässt nach und entfernt sich damit wieder von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Verbraucherpreise zogen binnen Jahresfrist im Februar nur noch um 1,2 Prozent an, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat auf der Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Volkswirte hatten damit gerechnet.

Im Januar hatte die Teuerung bei 1,4 Prozent gelegen. Die EZB strebt eine Inflation von knapp zwei Prozent an, verfehlt dieses Ziel jedoch seit Jahren.

Die Preise für Energie gaben im Februar im Euro-Raum um 0,3 Prozent nach, nachdem sie im Januar um 1,9 Prozent gestiegen waren. Preise für unverarbeitete Lebensmittel zogen um 2,7 Prozent an. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,6 Prozent.

10:52 Uhr

Hellofresh will 2020 noch profitabler werden

Hellofresh
Hellofresh 30,60

Nach dem ersten Gewinn in der Firmengeschichte im Jahr 2019 sieht der Lebensmittel-Lieferdienst Hellofresh Luft nach oben. Das starke Kundenwachstum stimmt den Vorstand zuversichtlich, 2020 deutlich profitabler zu werden.

Angepeilt wird eine sogenannte Ebitda-Marge von vier bis 5,5 Prozent, wie der auf Kochboxen spezialisierte Lieferant mitteilte. Die Ebitda-Marge gibt Aufschluss über den prozentualen Anteil des Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) am Umsatz – je höher dieser Anteil ist, desto gewinnbringender ist ein Unternehmen.

Im vergangenen Jahr verbuchte die Firma etwa eine Ebitda-Marge von noch 2,6 Prozent –damit war die Gruppe sei erstmals über das gesamte Jahr auf bereinigter Ebitda-Basis profitabel. Gleichzeitig gab es einen Umsatzsprung von über 40 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. "2019 war das bisher erfolgreichste Jahr für Hellofresh", erklärte Konzernchef und Mitgründer Dominik Richter. 2020 soll der Umsatz währungsbereinigt um 22 bis 27 Prozent steigen.

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Geschäft mit Kochboxen: Im internationalen Geschäft verzeichnete Hellofresh bereits eine bereinigte Ebitda-Marge von über zehn Prozent.

(Foto: imago/Manfred Segerer)

 

10:25 Uhr

Nivea-Konzern bekommt Coronavirus negativ zu spüren

Beiersdorf
Beiersdorf 92,56

Die Ausbreitung des Coronavirus hinterlässt erste Bremsspuren beim Umsatz des unter anderem für die Nivea-Creme bekannten Konsumgüterkonzerns Beiersdorf. Das Geschäft mit Kosmetikartikeln habe im Januar und Februar deutlich unter Plan gelegen, sagte Konzernchef Stefan De Loecker während einer Telefonkonferenz mit Analysten. Auch die Klebstofftochter Tesa sei betroffen.

Der Dax-Konzern hatte zuvor erklärt, die Folgen der Epidemie für das laufende Jahr ließen sich noch nicht abschätzen. Das Management gehe allerdings davon aus, dass der Gegenwind stärker werde.

Dosen mit Nivea-Creme sind im Produktionswerk der Beiersdorf AG zu sehen. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

Der Kosmetikhersteller Beiersdorf stellt sich wegen des Coronavirus auf unsichere Zeiten ein.

(Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild)

 

10:00 Uhr

Biotech-Aktie schießt im MDax durch die Decke

Qiagen
Qiagen 36,56

Mit Fabelgewinnen begeistert im frühen Handel die Aktie des Biotechunternehmens Qiagen die Börse - mit einem Plus von mehr als 20 Prozent auf 38,75 Euro ist das Papier einsamer Spitzenreiter im deutschen Nebenwerteindex MDax sowie im TecDax. Auslöser des Kurssturms ist das Übernahmeangebot des US-Laborausrüster Thermo Fisher.

Thermo Fisher schluckt Qiagen für 10,4 Milliarden Euro. Eine entsprechende Vereinbarung hätten die Vorstände und Kontrollgremien beider Firmen geschlossen, teilte Qiagen mit. Thermo Fisher bietet 39 Euro je Qiagen-Aktie, ein Aufschlag von fast 23 Prozent zum Schlusskurs am Montagabend.

Der Abschluss der Übernahme ist für das erste Halbjahr 2021 geplant. Im vergangenen November hatte Qiagen, die ihren operativen Sitz in Hilden bei Düsseldorf haben, die Holding allerdings im niederländischen Venlo ansässig ist, mitgeteilt, verschiedene Übernahmeofferten erhalten zu haben. Thermo Fisher war als einer der aussichtsreichsten Kandidaten angesehen worden.

09:22 Uhr

Plus zwei Prozent - Dax startet furioses Comeback

Dax
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Bereits gestern war der Dax über der 12.000er-Marke gestartet - um am Ende doch wieder ins Minus zu rutschen. Heute startet ein neuer Comeback-Versuch nach der herben Verlusten der Vorwoche.

Und das sieht schon sehr vielversprechend aus: Der deutsche Leitindex legt im frühen Handel mehr als zwei Prozent zu und steigt auf 12.125 Punkte. Der MDax rückt um 3,1 Prozent auf 26.131 Punkte vor. Der Euro-Stoxx-50 als Leitbarometer der Eurozone legt um 2,0 Prozent zu.

Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank verweist zur Begründung für die Kursgewinne auf eine anstehende Telefonkonferenz der Finanzminister der G7-Staaten zur Coronavirus-Epidemie, an der auch die Notenbanker teilnehmen sollen. Kurzfristig sei von dort jedoch keine unmittelbare Hilfe zu erwarten, vermutet Reid: "Sie werden wohl noch etwas Zeit brauchen, um sich wirklich untereinander abzustimmen".

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel, und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an: kai.stoppel@nachrichtenmanufaktur.de.

09:01 Uhr

Commerzbank: "Geldpolitik kein Allheilmittel"

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Im Adrenalin der Abschwungsangst: Schon die Aussicht auf billiges Geld kann die Märkte offenbar etwas beruhigen.

imago images/UPI Photo

Obwohl führende Notenbanken ihre Bereitschaft signalisieren, den Märkten in der Coronavirus-Krise beizustehen, fallen die Reaktionen an den Börsen nach Einschätzung der Commerzbank (Coba) vergleichsweise verhalten aus.

Die auffallende Zurückhaltung erklären sich Coba-Marktexperten damit, dass die Geld- und Finanzpolitik den realwirtschaftlichen Abschwung zwar abfedern könne, das Grundproblem aber nicht lösen werde.

Zinssenkungen könnten weder die Ausbreitung des Coronavirus verhindern, noch die Ängste der Bevölkerung vor einer Ansteckung zerstreuen, heißt es in einem aktuellen Kommentar zur Lage. "Geldpolitik ist nunmal kein Allheilmittel", schreiben die Autoren. Immerhin sei es den Zentralbanken gelungen, den Ausverkauf an den Märkten aufzuhalten.

EuroStoxx50
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08:34 Uhr

Trump fordert Zinssenkung

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"Es muss genau umgekehrt sein": Donald Trump.

imago images/ZUMA Press

US-Präsident Donald Trump hat sich unmittelbar vor der Telefonkonferenz der Zentralbanken der sieben führenden Industrienationen (G7) für eine kräftige Zinssenkung in den USA ausgesprochen.

"Unsere Federal Reserve lässt uns höhere Zinsen zahlen als viele andere, obwohl wir eigentlich weniger zahlen sollten", twitterte Trump. "Das ist hart für unsere Exporteure und benachteiligt die USA im Wettbewerb. Es muss genau umgekehrt sein. Wir sollten die Zinssätze lockern und stark senken."

Fortgesetzter Tabubruch

Trump hat US-Notenbankchef Jerome Powell in der jüngeren Vergangenheit wiederholt kritisiert und Zinssenkungen gefordert. Der Republikaner wirbt im anlaufenden Präsidentschaftswahlkampf mit guter Konjunktur, sinkender Arbeitslosigkeit und Börsenboom für sich. Eine Einmischung in die Geldpolitik durch den US-Präsidenten ist eigentlich unzulässig: Die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank hängt an ihrer formellen und praktischen Unabhängigekeit.

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus bedroht auch die weltgrößte Volkswirtschaft und könnte Trumps Wiederwahlchancen schmälern - auch weil einer seiner derzeit aussichtsreichsten Herausforderer - Bernie Sanders - offensiv mit einer Kehrtwende im Gesundheitssystem und einer verpflichtenden Krankenversicherung für alle wirbt.

Bislang stellen ernste Erkrankungen oder gar kostspielige Krankenhausaufenthalte für viele US-Bürger ein erhebliches persönliches Finanzrisiko dar.

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08:02 Uhr

Auftrieb am Aktienmarkt: Dax spekuliert auf Geldspritzen

Am deutschen Aktienmarkt stehen die Trendsignale auf Grün: Inmitten der schwelenden Unsicherheit keimt an den Börsen Hoffnungen auf konjunkturstützende Maßnahmen auf.

  • In den vorbörslichen Indikationen wird der deutsche Leitindex Dax zur Eröffnung am Dienstag bei 12.054,00 Punkten gesehen, was einem vergleichsweise starken Plus von 1,4 Prozent entspricht.
  • Am Vorabend war das Frankfurter Börsenbarometer unsichere 0,3 Prozent im Minus aus dem Handel gegangen. Mit einem Schlusskurs von 11.857,87 Punkten waren Anleger noch glimpflich davongekommen. Im Handelsverlauf war der Dax zeitweise mehr als zwei Prozent in die Verlustzone gefallen.
  • Auf Wochensicht liegt der Dax derzeit noch 12,44 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn (YTD) belaufen sich die Kursverluste auf 10,25 Prozent.
Dax
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Wichtigster Faktor in den Überlegungen der Investoren ist aktuell die Frage, wie groß die Auswirkungen der Virus-Epidemie auf das gesamtwirtschaftliche Gefüge ausfallen. Führende Notenbanken - darunter auch die Fed, die Bank of England und die EZB - haben bereits signalisiert, dass sie für etwaige Stützungsaktionen bereit stehen.

In Australien haben die Währungshüter bereits unter Hinweis auf die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs den Leitzins gesenkt. Das rohstoffreiche Land bekommt Einbrüche bei der Nachfrage, etwa aus China, besonders früh zu spüren.

Einige Beobachter rechnen bereits für diesen Mittwoch mit einem ersten Schritt der US-Notenbank. "Die Aktienmärkte sind seit der Finanzkrise übermäßig abhängig von den Zentralbanken geworden, und einige Händler fangen an, sich zu fragen, was niedrigere Zinsen bringen können, wenn in noch mehr Teilen der Welt die Produktion wegen des Virus stillsteht", sagte David Madden, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets.

Im Lauf der Woche kommen zudem die Finanzminister der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) zusammen, um über die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs zu sprechen. Frankreich kündigte eine "konzertierte Aktion" an.

07:30 Uhr

Apple bietet iPhone-Nutzern Vergleich an

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Langsames iPhone? Das Vergleichsangebot richtet sich an Apple-Kunden in den USA.

AP

Der iPhone-Anbieter Apple hat sich zur Zahlung von bis zu 500 Millionen Dollar bereiterklärt, um eine Sammelklage im Zusammenhang mit seinen iPhones beizulegen.

  • Die Kläger werfen dem Technologiekonzern vor, die Leistung älterer iPhones verlangsamt zu haben, um Kunden zum Kauf neuer Modelle zu animieren.
  • Der mögliche Vergleich könnte einen Schlusspunkt hinter einen der größten Rechtsrisiken von Apple seit der Markteinführung des iPhone im Jahre 2007 setzen. Er muss vom Gericht noch vorläufig genehmigt werden.
  • Apple erklärt sich bereit, iPhone-Besitzern pro Smartphone 25 Dollar in bar zu zahlen, wobei die Auszahlung in Summe mindestens 310 Millionen Dollar betragen soll, aber auf maximal 500 Millionen Dollar begrenzt ist.

Apple hatte 2017 eingeräumt, dass ein Software-Update, das zu Beginn des Jahres eingeführt wurde, die Leistung älterer Modelle reduziert habe. Der Vergleich betrifft US-Eigentümer der iPhone-Modelle 6, 6 Plus, 6s, 6s Plus und SE, auf denen die Updates des Betriebssystems auf die Version iOS 10.2.1 oder eine spätere Version liefen, sowie der iPhone-Modelle 7, 7 Plus und SE, auf denen die Updates auf iOS 11.2 oder eine spätere Version liefen.

Apple
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07:06 Uhr

Australiens Notenbank senkt den Leitzins

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Zinssenkung in Australien: Weltweit stehen Notenbanker bereit einzugreifen.

AP

Die australische Zentralbank Reserve Bank of Australia (RBA) senkt ihren Leitzins um einen Viertelpunkt auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent. Erklärtes Ziel der Maßnahme ist es, die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Ausbruchs abzufedern.

Die Währungshüter gaben ihre Entscheidung nach ihrer monatlichen Sitzung bekannt. Zuvor hatten bereits führende Notenbanken wie etwa die Federal Reserve (Fed) in den USA, die Bank of England in Großbritannien und auch die Europäische Zentralbank (EZB) eine grundsätzliche Bereitschaft zum Eingreifen signalisiert.

06:51 Uhr

Euro zieht verunsicherte Anleger an

Im Devisenhandel gewinnt der Euro weiter an Stärke. Der Kurs der Gemeinschaftswährung kann sich zum Start in den zweiten Handelstag der Woche deutlich über der Marke von 1,11 Dollar halten.

Die neue Stärke sehen Marktbeobachter auch vor dem Hintergrund der Coronavirus-Epidemie und der schwelenden Unsicherheit hinsichtlich der konjunkturellen Folgen. Der Euro sei - wie zuletzt öfter zu beobachten - als sichere Alternative gesucht, hieß es.

An den Finanzmärkten ergab sich zum Wochenstart keine nachhaltige Entspannung, obwohl die großen Notenbanken in der Coronavirus-Krise zunehmend versuchen, der nervösen Stimmung an den internationalen Finanzmärkten etwas entgegenzusetzen.

Nachdem die US-Notenbank Fed bereits am Freitag ihre geldpolitische Handlungsbereitschaft signalisiert hatte, zogen am Montag die Zentralbanken Japans sowie Großbritanniens und auch die EZB nach. Das britische Pfund geriet vor diesem Hintergrund zu allen wichtigen Währungen unter Druck.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10

 

06:38 Uhr

Fiebrige Kursgewinne: China-Börsen ziehen an

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Auftrieb in Asien: An den Börsen in Schanghai und Shenzen geht es inmitten der Viruskrise nach oben.

REUTERS

Pendelkurse an den Börsen: Nach den massiven Verlusten vergangene Woche decken sich die Anleger in Asien wieder mit Aktien ein. Angetrieben wird die neue Zuversicht allerdings nicht durch eine fundamentale Aufhellung der Lage, sondern hauptsächlich durch die Hoffnung auf weitere konjunkturstützende Maßnahmen und zusätzlich billiges Geld der Notenbanken.

  • An der Börse in Schanghai legt der Shanghai-Composite im Verlauf um 1,4 Prozent zu. Der CSI-300-Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewinnt 1,3 Prozent.
  • Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans klettert um 0,9 Prozent ins Plus.
  • Die Börse in Tokio hat bietet dagegen ein weniger optimistisches Bild: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gibt im späten Geschäft um 0,8 Prozent nach auf 21.177 Punkte.
Nikkei
Nikkei 18.917,01

 

06:00 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht