Donnerstag, 10. Juni 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard und Thomas Badtke
17:41 Uhr

EZB? US-Inflation? Dax fällt vierten Handelstag in Folge

Am Donnerstag klettert der S&P-500 auf ein neues Rekordhoch, der Dax schafft das nicht. Der deutsche Börsenleitindex weist zwar eine Handelsspanne von rund 120 Zählern auf, am Ende bewegt er sich aber erneut kaum vom Fleck, beendet mit einem Stand von 15.571 Punkten den Handel, ein Minus  von 0,1 Prozent. Seit Montag hat der Dax damit an vier Handelstagen in Folge Verluste verzeichnet, wenn auch leichte.

"Die Anleger haben auf die US-Verbraucherpreise und die EZB-Ratssitzung geschaut", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Susanne Althoff. "Es scheint, dass keiner die konjunkturelle Erholung, gespeist von Nachholeffekten vom Abflauen der Corona-Krise in den Industrienationen, stören will: Die EZB hält ihre umfangreichen Anleihenkäufe weiter aufrecht", erläutert sie. "Die Anleger haben nun das Problem, dass sie das alles nicht wirklich feiern können, weil sich die Aktienmärkte bereits auf sehr hohem Niveau befinden."

Bei den Einzelwerten stechen Infineon und Deutsche Telekom im Dax positiv heraus: Die Titel können jeweils etwa zwei Prozent zulegen. Auf der Verliererseite finden sich dagegen Siemens Energy mit einem Abschlag von mehr als zwei Prozent an der Spitze. MTU und BMW büßen jeweils knapp 1,5 Prozent ein.

Dax
Dax 15.448,04

Infineon
Infineon 32,48
Siemens Energy
Siemens Energy 25,53

 

17:31 Uhr

Gebührenurteil: Deutsche Bank beziffert Belastungen

Die Deutsche Bank erwartet in Folge des BGH-Gebührenurteils Belastungen von insgesamt rund 300 Millionen Euro. Die Bank werde im zweiten Quartal eine Rückstellung über 100 Millionen Euro für mögliche Gebühren-Rückforderungen von Kunden bilden, sagt Deutsche-Bank-Finanzchef James von Moltke. Zusätzlich erwarte das Institut Ertragseinbußen von je rund 100 Millionen Euro im zweiten und dritten Quartal. Das Urteil habe die Bank und die ganze Branche überrascht, sagte von Moltke. Die Einbußen seien aber nur temporär. Bis zum vierten Quartal werde die Deutsche Bank Lösungen gefunden haben für Gebührenerhöhungen und die verlorenen Einnahmen wieder bekommen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte Ende April die Praxis gekippt, dass Banken ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ändern können, wenn der Kunde nicht innerhalb von zwei Monaten dem ausdrücklich widerspricht. Die Klausel, wonach die Banken in diesem Fall von einer stillschweigenden Zustimmung ausgehen könnten, sei unwirksam. (AZ: XI ZR 26/20) Die Finanzaufsicht Bafin erwartet, dass das Urteil gravierende Folgen für die ganze Bankbranche hat.

17:17 Uhr

Siemens Energy errichtet ferngesteuertes Kraftwerk

Siemens Energy baut für das ostdeutsche Unternehmen Leag ein Gaskraftwerk, das aus der Ferne betrieben werden kann. Die Anlage im bayerischen Leipheim könne kurzfristig einspringen, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Übertragungsnetzes zu gewährleisten, erklärt der Dax-Konzern. Für den freien Strommarkt stehe es nicht zur Verfügung. Die Anlage könne in 30 Minuten eine Leistung von bis zu 300 Megawatt bereitstellen. Neben dem Bau übernehme Siemens Energy zunächst für fünf Jahren mit der Leag auch den Betrieb und die Wartung. Siemens-Energy-Aktien geben etwa 1,7 Prozent ab.

Siemens Energy
Siemens Energy 25,53

17:06 Uhr

Nordex-Kurs im Abwärtssog

Nordex geben 4,2 Prozent auf 16,81 Euro nach. Damit hält der jüngste Abwärtstrend in der Aktie an. Im Handel wird auf die angeschlagene charttechnische Situation verwiesen. Fundamental belasten seit längerem die Zweifel am Unternehmens-Ausblick das Papier. Nach Einschätzung von Jefferies stehen die Chancen gut, dass die Ziele für das laufende Jahr erreicht werden. Mit Blick auf 2022 bestünden aber höhere Risiken - die Analysten verweisen auf die gestiegenen Materialkosten und die Unsicherheit, ob Nordex diese werde weiterreichen können. Jefferies glaubt allerdings, dass die jüngste Korrektur in der Aktie übertrieben ist.

Nordex
Nordex 17,72

16:24 Uhr

Großauftrag schickt Boeing-Aktien auf Höhenflug

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt gehören Boeing-Titel mit einem Kursplus von 2,5 Prozent. Insidern zufolge will die Fluggesellschaft United Airlines insgesamt etwa 200 Maschinen des US-Herstellers sowie seines Rivalen Airbus kaufen.

Boeing
Boeing 199,56

16:08 Uhr

US-Börse im Aufwind: S&P-500 auf Rekordhoch

Nach den jüngsten Kursverlusten tasten sich einige Anleger an die Wall Street zurück. Nicht einmal die überraschend hohe US-Inflation brachte die Börsen von ihrem Erholungskurs ab. Der S&P-500 steigt 0,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 4248,62 Punkten. Der Dow Jones und der technologielastige Nasdaq legen ähnlich stark zu.

Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai im Jahresvergleich auf fünf von 4,2 Prozent. Experten hatten mit einem Plus von 4,7 Prozent gerechnet. "Die Zahlen lagen zwar leicht über den Erwartungen, aber nicht übermäßig", sagt Mark Grant, Chef-Anlagestratege der Investmentbank B. Riley FBR. "Ich gehe nicht davon aus, dass sie den Standpunkt der Fed, die Zinsen sehr niedrig zu halten, ändern werden." Die US-Notenbank berät in der kommenden Woche über ihre Geldpolitik.

S&P 500
S&P 500 4.140,50

15:52 Uhr

BMW- und VW-Aktien leiden unter Gewinnmitnahmen

Gewinnmitnahmen machen laut Händlern den Autowerten zu schaffen. Volkswagen und BMW geben 0,3 und 0,8 Prozent nach. Seit Jahresbeginn haben die Titel rund 50 beziehungsweise 30 Prozent zugelegt. Der Dax liegt dagegen leicht im Plus.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 218,40
BMW
BMW 90,95

 

15:11 Uhr

EZB erwartet mehr Inflation

Die EZB hat ihre Inflations- und Wachstumsprognosen für die sich langsam von der Corona-Krise befreiende Wirtschaft im Euro-Raum deutlich angehoben. Für 2021 erwarten die Volkswirte jetzt eine Teuerungsrate von durchschnittlich 1,9 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilt. Im März hatten sie nur ein Plus von 1,5 Prozent vorhergesagt. Sie rechnen 2021 nun mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,6 Prozent, statt der bislang vorausgesagten 4,0 Prozent. "Fortschritte bei den Impfkampagnen, die eine allmähliche Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen ermöglichen sollten, dürften den Weg für eine feste Konjunkturerholung im Laufe des Jahres 2021 ebnen", sagt EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Die EZB strebt mittelfristig knapp unter zwei Prozent Inflation als Idealwert für die Wirtschaft an, verfehlt diese Marke aber bereits seit Jahren. Im Mai wurde dieser Zielwert mit einer Teuerung von 2,0 Prozent allerdings leicht übertroffen. Hinter dem Schub standen vor allem die Energiepreise, die besonders kräftig zunahmen. "Die Inflation wird in den kommenden Monaten wahrscheinlich weiter anziehen", so Lagarde. Daran seien auch Verzerrungen durch die Pandemie schuld, die aber ab Anfang kommenden Jahres auslaufen dürften.

15:02 Uhr

Euro zieht während Lagarde-Rede an

Die Erwartung einer nahenden Straffung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) gibt dem Euro Auftrieb. Er steigt während der Pressekonferenz von EZB-Chefin Christine Lagarde auf 1,2184 Dollar, nachdem er zum Auftakt ihres Auftritts zunächst auf bis zu 1,2149 Dollar gefallen war. Lagarde wies auf steigenden Inflationsdruck und einen erwarteten beschleunigten Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte hin.

14:52 Uhr

US-Inflationsdaten schieben Dollar an

Zunehmende Spekulationen auf eine vorzeitige Straffung der Fed-Geldpolitik treiben den Kurs der US-Währung. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, steigt auf 90,22 Punkte von zuvor 90,172 Zählern. Im Gegenzug verbilligt sich der Euro auf 1,2162 von 1,2170 Dollar. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai zum Vorjahresmonat um überraschend starke fünf Prozent. "Auch wenn uns höhere Inflationsraten noch etwas länger begleiten werden, es handelt sich im Wesentlichen um Sondereffekte der Pandemie", sagt Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. "Deshalb schaut man an den Finanzmärkten mittlerweile gelassen auf die Inflationsentwicklung."

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,19
US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,84

 

14:45 Uhr

So wenige US-Arbeitslosenanträge wie seit Pandemie-Beginn nicht mehr

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist erneut auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor über einem Jahr gesunken. In der vergangenen Woche beantragten 376.000 Amerikaner die Stütze, wie das Arbeitsministerium mitteilt. Das ist der niedrigste Wert seit Mitte März 2020, als die Pandemie auf die Konjunktur durchzuschlagen begann. Ökonomen hatten mit einem etwas kräftigeren Rückgang auf 370.000 gerechnet, nachdem in der Woche zuvor noch 385.000 Erstanträge gezählt worden waren. Experten sehen allerdings erst bei Werten zwischen 200.000 und 250.000 eine Normalisierung am Arbeitsmarkt.

Die US-Wirtschaft hat im Mai wegen der Konjunkturerholung doppelt so viele neue Jobs geschaffen wie im Vormonat und dennoch die Erwartungen verfehlt. Es fehlen immer noch 7,6 Millionen Arbeitsplätze gemessen am Vor-Corona-Niveau.  

14:19 Uhr

Dax hängt nach EZB-Entscheidung fest

Der Dax hängt auch nach den EZB-Mitteilungen seitwärts fest. "Die Range zwischen gut 15.600 und 15.500 festigt sich", sagt ein Marktteilnehmer. "Vermutlich wird nur eine faustdicke Überraschung der EZB den Dax stärker bewegen." Die EZB will ihr Kaufprogramm fortsetzen: "Das ist das, was zu erwarten war", so der Marktteilnehmer.

Dax
Dax 15.448,04

13:50 Uhr

EZB hält Leitzins niedrig und Geldschleusen offen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält trotz einer sich abschwächenden Pandemie und steigender Inflationszahlen an ihren umfangreichen Konjunkturhilfen für die Wirtschaft fest. Die Euro-Wächter um Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde beschlossen, dass die Ankäufe im Rahmen ihres billionenschweren Krisen-Anleihenkaufprogramms PEPP weiter deutlich umfangreicher ausfallen sollen als zu Jahresbeginn. Die Notenbank hatte das Tempo der Käufe im Frühjahr im Vergleich zu den Anfangsmonaten des Jahres deutlich erhöht. Die Währungshüter wollen vermeiden, dass sich die Finanzierungsbedingungen für Firmen, Staaten und Privathaushalte verschärfen. Denn das könnte die Erholung der Wirtschaft von den Pandemie-Folgen gefährden.

Ihren Leitzins zur Versorgung der Wirtschaft mit Geld beließen die Euro-Wächter auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Seit März 2016 liegt er bereits auf diesem Niveau. Der Einlagesatz bleibt bei minus 0,5 Prozent. Geldhäuser müssen somit weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank horten.

13:39 Uhr

Adidas steigt bei Recycling-Textilfirma ein

Adidas steigt bei der finnischen Recycling-Textilfirma Spinnova ein. Adidas habe zugesichert, beim anstehenden Börsengang drei Millionen Euro beizusteuern und werde damit einer der Anker-Investoren, teilt Spinnova mit. Damit wolle sich das Unternehmen Zugang zu Spinnova-Produkten sichern. Spinnova arbeitet an Textilfasern aus Holz oder Abfall wie Leder, Altkleidern und Stroh. Ein erstes Werk soll 2022 den Betrieb aufnehmen. Adidas-Aktien liegen leicht im Plus.

Adidas
Adidas 288,70

13:08 Uhr

US-Verbraucherpreise geben Richtung an Wall Street vor

Der entscheidende Impuls für die Wall Street dürfte von den vorbörslich anstehenden US-Verbraucherpreisen ausgehen. Im Konsens wird für Mai mit einem Anstieg von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Bislang wird der steigende Preisdruck von der US-Notenbank als temporär dargestellt. Bei den Investoren wird aber befürchtet, dass ein stärker als erwartet ausfallender Anstieg die Fed früher als geplant zu einer Straffung der Geldpolitik zwingen könnte.

Bei den Einzelwerten geht es für die Gamestop-Aktie vorbörslich nach Quartalszahlen kräftig nach unten. Die Gamestop-Aktie hatte in den ersten Wochen des Jahres für Schlagzeilen gesorgt mit erratischen Kursbewegungen - zumeist nach oben. Dahinter hatten Privatanleger gestanden, die sich über soziale Medien und Plattformen einen "Krieg" mit Hedgefonds geliefert hatten, die auf einen sinkenden Gamestop-Kurs gewettet hatten. Die US-Börsenaufsicht SEC reagierte auf die Zunahme des Handels mit sogenannten "Meme-Aktien" wie Gamestop und AMC Entertainment und kündigte eine breite Prüfung der Marktstruktur an. Die Aktien von AMC verlieren 5,2 Prozent.

AMC
AMC 51,22
Gamestop Corporation
Gamestop Corporation 182,95

 

12:46 Uhr

Inflation zieht an: Extreme Zurückhaltung am Geldmarkt

Voll und ganz im Bann der EZB-Sitzung verläuft der Handel am Frankfurter Geldmarkt. Tagesgeld wird zur Haupthandelszeit am späten Vormittag unverändert mit minus 0,65 zu minus 0,44 Prozent gestellt. "Der Umsatz ist sehr dünn", so ein Händler.

Während sich das kurze Ende voraussichtlich auch nach der Sitzung nicht verändern wird, könnte die Volatilität am langen Ende und auch am Devisenmarkt deutlich zunehmen. Die große Mehrheit der Beobachter geht zwar davon aus, dass die Zentralbank die aktuelle Geldpolitik bestätigen wird. Dass die EZB eine Reduzierung der Wertpapierkäufe ankündigen wird, glaubt nur eine Minderheit. "Andererseits ziehen die Inflationsdaten in Osteuropa schon stark an", so der Händler. In Russland stehe nun die "6" vor dem Komma, in Polen die "5". Das sei beunruhigend. Im Blick stehe auch deshalb stark die US-Inflationsrate, die zeitgleich mit dem Beginn der EZB-Pressekonferenz veröffentlicht wird. Erwartet werde eine Inflationsrate von 4,7 Prozent. "Alles über "5" dürfte an den Märkten zu hohen Ausschlägen führen", so der Händler.

12:19 Uhr

Aixtron hebt Prognose an: Kurs schießt in die Höhe

Die Anhebung der Prognose beschert Aixtron kräftige Kursgewinne. Die Aktien des Chipanlagenbauers klettern mehr als 16 Prozent auf 21,30 Euro und sind damit so teuer wie seit knapp zehn Jahren nicht mehr. Am Mittwoch hatten die Titel bereits 7,8 Prozent zugelegt. Kurz vor Börsenschluss hatte das Unternehmen die Jahresprognose angehoben. Es erwartet nun Auftragseingänge in einer Bandbreite von 420 bis 460 Millionen Euro nach bislang bis zu 380 Millionen Euro.

Aixtron
Aixtron 22,29

12:01 Uhr

Pfund leidet unter Nordirland-Frage

Das Pfund schwächelt. Hintergrund ist Marktteilnehmern zufolge, dass sich die EU und Großbritannien bei der Suche nach einer Lösung für die Grenzkontrollen in Nordirland am Mittwoch nicht einigen konnten. Das Pfund fällt auf 1,4091 Dollar und bewegt sich damit im Bereich eines Vierwochentiefs. Auch zum Euro fällt es zurück. Analyst Ricardo Evangelista von Activtrades sieht die Gefahr, dass das britische Pfund, ähnlich wie vor dem Brexit, abermals von Unsicherheit belastet wird, die durch einen möglicherweise drohenden Handelskrieg zwischen der EU und Großbritannien entstehe, weil die Briten nicht gewillt seien, sich an die Vereinbarungen des Nordirland-Protokolls zu halten.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,16
Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,38

 

11:45 Uhr

Analystenkommentar beflügelt Ströer-Kurs

Nach einer Hochstufung geht es für Ströer bergauf. Die Aktien der Werbefirma steigen knapp fünf Prozent und sind damit zweitstärkster Wert im MDax. Die Analysten von Morgan Stanley haben die Titel auf "Overweight" von "Equal-Weight" angehoben und das Kursziel auf 82 (75) Euro erhöht.

Ströer
Ströer 69,90

11:23 Uhr

Groß-Razzia in China: 1100 Verhaftungen in Kryptoszene

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Peking hatte vergangenen Monat angekündigt, hart gegen Bitcoin-Mining und -Handel vorzugehen.

picture alliance / Daniel Kalker

Die Zentralregierung in China setzt ihren scharfen Kurs gegen die Kryptoszene fort: Bei einer Razzia wurden über 1100 Personen festgenommen. Das teilte das Ministerium für öffentliche Sicherheit mit. Die Personen werden verdächtigt, illege Einnahmen aus Telefon- und Internetbetrug zu waschen.

Bitcoin
Bitcoin 34.612,00

Nach Angaben der China Payment & Clearing Association ist die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit virtuellen Währungen gestiegen. Rund 13 Prozent der Glücksspielseiten akzeptierten virtuellen Währungen, heißt es. Die Blockchain-Technologie mache es den Behörden schwer, das Geld zu verfolgen, so der Verband.

11:00 Uhr

Rally zu Ende: Windeln.de-Kurs bricht ein

Nach der jüngsten Rally treten Anleger bei Windeln.de auf die Bremse. Die Aktien verlieren zeitweise mehr als 20 Prozent und notieren bei 3,42 Euro. In den vergangenen fünf Tagen hatten sie ihren Wert fast vervierfacht. Ähnlich wie beim US-Videospielehändler Gamestop und der Kinokette AMC wird die Hausse von Kleinanlegern angetrieben, die sich in Internet-Foren gegenseitig zu Käufen ermuntern.

Windeln.de
Windeln.de 2,48

 

10:12 Uhr

USA ordern 500 Millionen Biontech-Impfdosen: Kurs steigt

Die USA haben 500 Millionen Corona-Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer geordert, um sie an ärmere Länder weiterzugeben. 200 Millionen Dosen würden ab August geliefert, die restlichen 300 Millionen in der ersten Hälfte des Jahres 2022, teilen die Konzerne mit. Die US-Regierung werde die Vakzine weltweit über Covax ärmeren Ländern spenden. Reuters hatte am Mittwoch bereits von einem Insider von der Aktion erfahren. US-Präsident Joe Biden wird voraussichtlich im Laufe des Tages über die Pläne berichten.

Die EU hatte im Mai angekündigt, 100 Millionen Dosen in diesem Jahr anderen Ländern spenden zu wollen. Biontech-Aktien klopfen wieder an der 200-Euro-Marke an, notieren knapp drei Prozent fester bei 198,15 Euro.

Biontech
Biontech 184,60

09:27 Uhr

Chinas Bankenaufsicht warnt vor Immobilienblasen

Chinas Banken- und Versicherungsaufsicht warnt die Finanzbranche vor einem Anstieg von Forderungsausfällen und lokalen Immobilienblasen. "Die Ausfallrate einiger großer und mittlerer Unternehmen ist gestiegen, und die Kreditrisiken bei Bankinstituten haben sich verschärft", sagt Aufsichtschef Guo Shuqing. Er verweist darauf, dass die Regierung einige der wegen der Corona-Pandemie eingeführten Hilfen für Unternehmen zurückfahren werde. Es gebe zudem einen wachsenden Trend zu lokalen Immobilienblasen. Die Lage bleibe hier ernst.

2020 hatte die Zentralbank die Finanzinstitute dazu ermuntert, die Zinssätze für die von der Pandemie betroffenen Firmen zu senken und die Zahlungsfristen zu verlängern. Das sollten den Kreditnehmern während der Corona-Krise eine Atempause verschaffen. Chinesische Geldhäuser haben nach Angaben der Zentralbank im vergangenen Jahr den Rekordwert von drei Billionen Dollar an neuen Krediten vergeben. Die Ausfälle von Unternehmensanleihen sind bereits in den vergangenen Jahren stark gestiegen: Sie dürften sich dem Institute of International Finance im Jahr 2020 auf 14 Milliarden Dollar belaufen haben.

09:08 Uhr

Dax vorsichtig: Was macht die EZB?

Nach drei Verlusttagen in Folge startet der Dax zunächst kaum verändert in den Donnerstagshandel. Der Leitindex notiert bei 15.580 Punkten, nachdem er am Mittwoch bei 15.581 geschlossen hatte. Vom Montag bis zur Wochenmitte hatte der Dax insgesamt 0,7 Prozent abgegeben. "Die Anleger haben die Ergebnisse der EZB-Ratssitzung und die US-Inflationsdaten im Blick", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. "Dabei zeichnet sich keine Einigkeit im EZB-Rat darüber ab, wie schnell und wie hoch die Anleihenkäufe fortgesetzt werden sollen", erläutert sie. "Dennoch: Das Gros der Börsianer rechnet mit weiter billigem Geld, aber auch mit einer großen Flexibilität der EZB."

08:49 Uhr

Keine Pleitewelle im Mai - Aber mehr Verbraucherinsolvenzen

Die wegen der Corona-Krise befürchtete Pleitewelle in Deutschland ist auch im Mai ausgeblieben. Die Zahl eröffneter Regelinsolvenzverfahren sank um sieben Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im April hatte es sogar einen Rückgang von 17 Prozent gegeben. Im ersten Quartal waren bei den Amtsgerichten 3762 Unternehmensinsolvenzen gemeldet worden und damit 19,7 Prozent  weniger als ein Jahr zuvor.

  • "Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelte sich somit noch nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider", so die Statistiker.

Auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erwartet keine Pleitewelle, da die meisten Unternehmen kerngesund in die Pandemie gegangen seien und nach wie vor ein funktionierendes Geschäftsmodell hätten. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg dagegen im ersten Quartal um mehr als die Hälfte zum Vorjahreszeitraum auf 22.686.

08:36 Uhr

Ölpreise fallen von Mehrjahreshochs etwas zurück

Die Ölpreise haben im frühen Handel moderat nachgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 71,75 US-Dollar. Das waren 47 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 43 Cent auf 69,53 Dollar.

Noch gestern hatten die Ölpreise mehrjährige Höchststände erreicht. Für grundsätzliche Zuversicht sorgt die entspanntere Corona-Lage vor allem in den USA, China und weiten Teilen Europas. Leichten Druck auf die Ölpreise übten allerdings neue Lagerdaten aus den USA aus. Die landesweiten Vorräte an Benzin und Destillaten sind in der vergangenen Woche nach Daten des Energieministeriums in Washington deutlich gestiegen.

08:19 Uhr

US-Börsenaufsicht hat "Meme-Aktien" im Visier

Die US-Börsenaufsicht SEC reagiert auf die Zunahme des Handels mit sogenannten "Meme-Aktien" wie Gamestop und AMC Entertainment. SEC-Chairman Gary Gensler kündigte eine breite Prüfung der Marktstruktur an. Aktien wie Gamestop hatten mit erratischen Kursbewegungen für Schlagzeilen gesorgt. Dahinter hatten Privatanleger gestanden, die sich über soziale Medien und Plattformen zum Kauf abgesprochen hatten, um Hedgefonds zu schaden, die auf sinkende Kurse gewettet hatten.

Zu Genslers Vorhaben zählen etwa die Überprüfung der Rolle, die Hochgeschwindigkeits-Händler, sogenannte "Wholesaler", bei der Ausführung von Orders von Kleinanlegern spielen, und der Aufstieg der Online-Broker, die Anlegern mehr Aktienhandel ermöglichen.

08:00 Uhr

Vonovia platziert milliardenschwere Anleihen

Vonovia SE
Vonovia SE 53,42

Der Immobilienriese Vonovia hat fünf Anleihen mit einem  Gesamtvolumen von vier Milliarden Euro platziert. Die Emissionen haben eine durchschnittliche Laufzeit von 9,5 Jahren und einen Kupon von 0,0 bis 1,5 Prozent, wie das Dax-Unternehmen mitteilte. Mit einer starken Nachfrage von knapp 18 Milliarden Euro seien die Anleihen 4,5-fach überzeichnet gewesen.

Die Erlöse sollen im Wesentlichen für die Finanzierung des geplanten Zusammenschlusses mit der Deutsche Wohnen sowie für anstehende Fälligkeiten eingesetzt werden.

07:47 Uhr

Gamestop über Prognosen - "Meme-Aktie" fällt nachbörslich

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(Foto: REUTERS)

Hier noch etwas Nachbörsliches aus den USA: Der Videospielhändler Gamestop hat seinen Verlust verringert und beim Umsatz die Erwartungen übertroffen. Der Betriebsverlust reduzierte sich im abgelaufenen Quartal auf 40,8 Millionen Dollar von 108 Millionen Dollar im Vorjahr, teilte die bei Kleinanlegern im Internet beliebte Firma nach Börsenschluss mit. Der Umsatz stieg um etwa ein Viertel auf knapp 1,3 Milliarden Dollar. Beide Kennziffern waren damit besser als von Experten erwartet. Auf einen Ausblick verzichtete Gamestop.

Zudem gab der Konzern die Ernennung von Matt Furlong als neuen CEO und Mike Recupero als Finanzchef bekannt. Beide stammen von Amazon. Gamestop-Titel verloren im nachbörslichen Handel gut acht Prozent. Die Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als 2000 Prozent zugelegt.

Gamestop gehört zu den sogenannten "Meme-Aktien", zu deren Kauf sich Kleinanleger in einschlägigen Internet-Foren etwa auf Reddit gegenseitig aufrufen. Dies hat in der Vergangenheit Hedgefonds in Mitleidenschaft gezogen, die über Leerverkäufe auf einen Kursverfall spekuliert hatten.

07:28 Uhr

Trickste Porsche beim Benziner-Spritverbrauch?

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(Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

Porsche gerät in die Schlagzeilen. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat ein offizielles Verfahren gegen den Sportwagenbauer eingeleitet. Das berichtet "Business Insider". Das Portal zitiert die Bundesbehörde, wonach Porsche für die Typengenehmigung einzelner Benziner-Modelle die Angaben zum Verbrauch manipuliert haben soll. Während im Dieselskandal stets zu hohe Stickoxid-Werte sanktioniert wurden, droht nun ein Rückruf von Tausenden Fahrzeugen wegen CO2-Schwindel.

"Business Insider" zufolge waren es aber die Zuffenhausener selbst, die den brisanten Vorgang aufgedeckt haben. Im Rahmen eines konzernweiten Compliance-Programms stieß das Unternehmen auf Hinweise, wonach Porsche staatliche Kontrollen, die die Übereinstimmung der in Betrieb befindlichen Fahrzeuge mit der Typengenehmigung sicherstellen sollen, hintergangen haben könnte. Laut Portal gibt es Aussagen von Porsche-Mitarbeitern, demnach Soft- und Hardware der Prüffahrzeuge unzulässig präpariert worden seien, um den CO2-Verbrauch auf dem Rollenstand zu minimieren und die Katalogwerte zu bestätigen. Entsprechende Informationen leitete das Unternehmen vor rund einem Jahr an deutsche und US-Behörden weiter.

07:18 Uhr

Dax wartet auf EZB und US-Inflationsdaten

Dax
Dax 15.448,04

Mit der geldpolitischen Entscheidung der EZB sowie der Bekanntgabe der US-Verbraucherpreise bietet der heutige Tag gleich zwei Highlights. Zuvor dürfte es nach einer wenig veränderten Eröffnung ruhig an den Börsen zugehen.

Die Mehrzahl der Beobachter geht fest davon aus, dass die EZB ihre Geldpolitik bestätigen wird. Eine Minderheit von Analysten schließt allerdings eine Reduzierung der PEPP-Käufe nicht aus, was am Markt nicht gut ankommen würde.

Parallel zur Pressekonferenz mit EZB-Chefin Christine Lagarde werden die US-Verbraucherpreise veröffentlicht. Im Konsens wird im Mai mit einem Preisanstieg von 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat bzw einem Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Sollte es zu einer größeren Abweichung in die eine oder andere Richtung kommen, dürften die Börsen stärker reagieren. Insbesondere ein Überschießen nach oben würde für die US-Notenbank ein Problem darstellen.

07:03 Uhr

El Salvador will Vulkan-Energie für Bitcoin-Schürfen einsetzen

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(Foto: picture alliance / Markus Mainka)

Nach der Anerkennung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel prüft das mittelamerikanische El Salvador nun eine Generierung der Kryptowährung mit Vulkan-getriebener, erneuerbarer Energie. Er habe den staatlichen geothermischen Stromkonzern LaGeo beauftragt, einen entsprechenden Plan auszuarbeiten, teilte Präsident Nayib Bukele per Twitter mit. "Das wird sich schnell weiterentwickeln!"

Das Parlament des mittelamerikanischen Landes hatte zuvor als erster Staat überhaupt Bitcoin als Zahlungsmittel zugelassen. Die Kryptowährung ist wegen des hohen Energieverbrauchs bei der Generierung neuer Coins in die Kritik geraten.

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06:41 Uhr

Peugeot wegen Betrugs bei Dieselemissionen angeklagt

Stellantis
Stellantis 16,48

In Frankreich müssen sich die Stellantis-Einheiten Peugeot, Citroen und FCA Unternehmensangaben zufolge wegen möglicher Manipulationen der Abgaswerte vor Gericht verantworten.

  • "Die Unternehmen sind der festen Überzeugung, dass ihre Emissionskontrollsysteme zu den relevanten Zeitpunkten alle geltenden Anforderungen erfüllt haben und dies auch weiterhin tun, und freuen sich auf die Gelegenheit, dies zu demonstrieren", teilte der aus der französischen PSA-Gruppe und Fiat Chrysler fusionierte Autobauer mit.

Das Gericht beschuldige Peugeot des Betrugs an Verbrauchern und habe das Unternehmen aufgefordert, 30 Millionen Euro an Sicherheitsleistungen für mögliche Entschädigungszahlungen zu hinterlegen. Auch Citroen und FCA müssten im Rahmen des Prozesses vor Gericht aussagen. Am Dienstag wurde bereits der französische Autobauer Renault wegen angeblicher Täuschung und Testmanipulation bei einigen seiner älteren Dieselfahrzeuge angeklagt.

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(Foto: imago images/IP3press)

06:17 Uhr

Chipkrise: VW-Manager erwartet "härteste sechs Wochen"

Volkswagen geht davon aus, dass der weltweite Engpass bei Computerchips noch länger anhalten wird. "Im Moment sind wir am tiefsten Punkt angekommen. Wir stehen vor den härtesten sechs Wochen", sagte Murat Aksel, Einkaufschef des Dax-Konzerns, dem "Handelsblatt".

"Im dritten Quartal sollten wir das Schlimmste hinter uns haben. Dann dürfte die Pipeline besser gefüllt sein." Trotzdem fehlten langfristig etwa zehn Prozent der Chips, weil weltweit einfach nicht genug produziert werde. "Bis neue Produktionskapazitäten aufgebaut werden können, dauert es bis zu zwei Jahre", so Aksel. Die Lage bleibe angespannt.

06:04 Uhr

Nikkei schwächelt vor US-Inflationsdaten

Nikkei
Nikkei 27.980,87

Die asiatischen Aktienmärkte haben sich uneinheitlich präsentiert. Die Anleger konzentrierten sich auf die US-Inflationsdaten im Laufe des Tages. Die anziehende Teuerung schürt an den Börsen die Sorge vor einer zu raschen Drosselung der Geldflut der US-Notenbank.

In Tokio lag der Nikkei 0,6 Prozent tiefer bei 28.818 Punkten. Der breiter gefasste Topix blieb unverändert und lag bei 1957 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,7 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gewann 1 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der US-Dollar 0,1 Prozent auf 109,54 Yen und stagnierte bei 6,3853 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,8958 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,1 Prozent auf 1,2167 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,0901 Franken nach. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,4116 Dollar.

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05:47 Uhr

Das wird heute für den Dax wichtig

Der "Super-Donnerstag" ist da: Gespannt warten die Anleger heute auf die US-Inflationsdaten und die geldpolitischen Beratungen der EZB. Am Mittwoch hatte das Warten auf beide Termine den Handel regelrecht gelähmt. Der Dax büßte bei dünnen Umsätzen 0,3 Prozent auf 15.581 Punkte ein.

Dax
Dax 15.448,04

Bei der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank wird sich die Diskussion voraussichtlich auch um eine Drosselung der Wertpapierkäufe drehen. Zur Entscheidungshilfe werden den Euro-Wächtern auf der Sitzung neue Inflations- und Wachstumsprognosen der Notenbank-Volkswirte vorliegen. Experten rechnen jedoch kurzfristig nicht mit großen geldpolitischen Änderungen.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte zuletzt, die Wirtschaft der Euro-Zone sei auf ihrem Weg aus der Virus-Krise heraus immer noch auf kräftige geldpolitische Hilfen angewiesen. Im März hatte die EZB beschlossen, das Tempo bei den Anleihekäufen im zweiten Quartal zu steigern.

Bei den Konjunkturdaten richten Anleger ihr Hauptaugenmerk auf die US-Inflationsdaten für Mai. Im Vormonat hatte eine Rate von 4,2 Prozent die Investoren in Aufruhr versetzt. Für Mai wird im Jahresvergleich ein Anstieg der Teuerung auf 3,4 von drei Prozent erwartet. Selbst wenn der Preisdruck größer ausfalle, sei aber nicht mit größeren Kursausschlägen zu rechnen, prognostiziert Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Vor den geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche werde sich niemand aus dem Fenster lehnen können.

Kurzfristig sollten sich Anleger "keine allzu großen Sorgen um eine Verknappung der Geldmenge machen", sagt Anlagestratege Marcus Hüttinger vom Vermögensverwalter Gane. "US-Finanzministerin Janet Yellen und Fed-Chef Jerome Powell haben mehrfach betont, dass der aktuelle Inflationsanstieg zu erwarten gewesen wäre und einen nur temporären Charakter aufweise." Außerdem werde die US-Notenbank einen geldpolitischen Schwenk behutsam kommunikativ vorbereiten. Die Fed-Führung trifft sich am 16. Juni wieder zu Beratungen.

"Es ist gut möglich, dass die sommerliche Ruhe an der Börse durch die eine oder andere Überraschung gestört wird", sagt Jochen Stanzl, Analyst von CMC Market. "Die Inflationsdaten aus China zeigen allerdings das, was in den vergangenen Wochen schon zu beobachten war: Die Inflation ist da, aber es gibt seit längerem keine deutlichen Ausschläge mehr nach oben. Es scheint, als pendle sich die Teuerung weltweit auf einem höheren Niveau ein."

Den Börsen-Tag vom Mittwoch noch einmal zum Nachlesen finden Sie hier.

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