Donnerstag, 10. März 2022Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke und Diana Dittmer
17:52 Uhr

Gut festhalten: Dax pendelt wieder zurück

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Von einer nachhaltigen Bodenbildung kann keine Rede sein.

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Es ist und bleibt ungemütlich dieser Tage. Schnäppchenjäger steigen ein, andere Anleger machen wiederum Kasse ... Vorherzusehen ist wenig. Nach der Tausend-Punkte-Rally vom Vortag hat der Dax einen Großteil seiner Vortagesgewinne wieder abgegeben. Der erhofften Lösung im Ukraine-Konflikt sind die beiden Parteien heute nicht wirklich nähergekommen, das Treffen zwischen dem russischen und dem ukrainischen Außenminister brachte keine Fortschritte in Richtung Waffenruhe, geschweige denn Frieden.

Dax
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Mit Bekanntgabe der EZB-Beschlüsse verstärkte sich der Verkaufsdruck am Aktienmarkt noch, der Euro konnte nur vorübergehend zulegen. Nachdem aus den USA ein etwas stärkerer Anstieg der Verbraucherpreise gemeldet wurde als ohnehin befürchtet, zog der Dollar auf breiter Front an. Die Inflationsdaten untermauern die Erwartung, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche die Zinsen erhöhen wird.

Der Dax verlor zu guter Letzt 2,9 Prozent auf 13.441 Punkte. Der Euro-Stoxx gab 3,1 Prozent ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bekanntgegeben, das Volumen ihrer APP-Käufe schrittweise zu reduzieren. Die Zinsen beließ die Notenbank auf dem aktuellen Niveau, sie stellt nun aber keine Zinssenkung mehr in Aussicht. Eine Zinsänderung werde es jedoch erst nach dem Ende der APP-Käufe geben.

Wenige Einzeltitel konnten sich erfolgreich dem Abwärtssog entziehen: K+S hält trotz des Ukrainekriegs an der Prognose für das laufende Jahr fest und rechnet mit einem starken Anstieg der Durchschnittspreise bei leicht steigender Absatzmenge. Insgesamt wird das Branchenumfeld für den Düngemittelhersteller im Handel als positiv eingeschätzt. Die Aktie rückte um 10,1 Prozent vor.

Hugo Boss
Hugo Boss 61,98

Anders sah es bei BMW aus. Mit einem Minus von 5,5 Prozent reagierte die Aktie auf die überraschend vorgelegten Geschäftszahlen des Automobilkonzerns. Vor allem die Automobilsparte hat nach Aussage von Analysten schlechter abgeschnitten als erwartet. Die kräftige Dividendenerhöhung und der Aktienrückkauf seien hingegen erwartet worden, heißt es von der Citi.

Auch Hugo Boss musste bluten. Hier ging es nach Vorlage von Zahlen kräftig um 7,1 Prozent nach unten. Dabei belastete nicht nur eine enttäuschende Dividende, sondern auch ein nicht überzeugender Ausblick. Zwar liegt der Umsatz für das laufende Jahr im Rahmen der Erwartung, nicht aber das EBIT - dieses liegt laut Citigroup rund 10 Prozent unter der Konsensschätzung.

Der Börsen-Tag verabschiedet sich. Die Spät- und Nachtschicht hält Sie weiter auf dem Laufenden. Schauen Sie gerne immer wieder vorbei.

17:43 Uhr

Lindner: Kriegsfolgen für Exporte und Finanzmärkte beherrschbar

Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die deutschen Exporte und die Stabilität der Finanzmärkte sind nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Christian Lindner beherrschbar und kalkulierbar. "Fraglich sind, welche Effekte sich in der zweiten Runde ergeben", sagte der FDP-Vorsitzende in Madrid anlässlich eines Treffens mit seiner spanischen Amtskollegin Nadia Calvino. Lieferketten könnten dann unterbrochen werden und hohe Energiekosten die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen einschränken.

"Wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, dass die Spannungen mit Russland möglicherweise länger dauern könnten", so Lindner. Bei den Sanktionen sei alles möglich, auch die Kappung des Energiebezugs aus Russland. Sie müssten aber immer auch durchgehalten werden können.

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17:08 Uhr

Zinsspekulationen sind pures Krypto-Gift: Bitcoin fällt unter 40.000 Dollar

Bitcoin
Bitcoin 23.156,06

Im Sog der fallenden Aktienmärkte trennen sich Investoren auch von Kryptowährungen. Bitcoin und Ethereum fallen um 6,3 Prozent auf 39.262 Dollar beziehungsweise um 3,8 Prozent auf 2604 Dollar. Warum? Weil die Zinsspekulationen pures Gift für Kryptowährungen sind!

Der erneute Anstieg der US-Inflation schüre Spekulationen auf Zinserhöhungen der Notenbank Fed, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. Die Straffung der Geldpolitik entziehe Cyber-Devisen einen der wichtigsten Treiber für die Rally der vergangenen zwei Jahre.

16:46 Uhr

Bei Kursturbulenzen gilt: Der langfristige Erfolg entscheidet

Welche Auswirkungen haben die derzeitigen Kursturbulenzen auf meine Anlage? Worauf langfristig orientierte Anleger achten sollten, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Thomas Wiedenmann von der Fondsgesellschaft Amundi und Tuan Huynh von der Deutschen Bank.

16:34 Uhr

Ukraine fällt als Kornkammer aus: Agrarminister wollen ökologische Aspekte zurückfahren

Angesichts des Krieges in der Ukraine haben unionsgeführte Landwirtschaftsministerien rasche Reaktionen für die Agrarpolitik gefordert. Die Ukraine falle als Kornkammer Europas und wichtiger Erzeuger von Sonnenblumen, Mais und Weizen aus, sagte Niedersachsens Ressortchefin Barbara Otte-Kinast. Die gesamte Agrarpolitik müsse daher auf den Prüfstand. "Es gilt sofort im Sinne der Landwirtschaft und der Ernährungssicherung zu handeln", sagte die CDU-Politikerin nach einem Treffen mit Sachsen-Anhalts Minister Sven Schulze (CDU). Schulze und Otte-Kinast präsentierten eine 13 Punkte umfassenden Erklärung, die auch aus den zuständigen Ministerien in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen stammt. "Ökologische Aspekte sind wichtig, sie müssen aber jetzt für die nötige Zeit ein Stück zurücktreten", sagte Schulze.

Der für Klimapolitik zuständige EU-Kommissar Frans Timmermans hatte sich jüngst gegen ein solches Vorgehen ausgesprochen. "Bitte glaubt nicht an die Illusion, dass ihr der Nahrungsmittelproduktion helft, indem ihr sie weniger nachhaltig gestaltet", sagte er.

16:26 Uhr

Euro könnte bald unter die Schwelle von 1 Dollar sinken

Laut ABN Amro Bank NV wird der Euro zum ersten Mal seit etwa zwei Jahrzehnten auf die Parität oder sogar unter den US-Dollar fallen.

Die Talfahrt der europäischen Währungen einschließlich des Euro, der schwedischen Krone und des polnischen Złoty werde sich fortsetzen, zitiert Bloomberg die leitende Währungsstrategin, Georgette Boele, bei dem niederländischen Kreditgeber. Versorgungsunterbrechungen bei wichtigen Rohstoffen würden sich in den kommenden Monaten verschlimmern, die Wirtschaft des Euroraums überproportional treffen und die Straffung durch die EZB verzögern.

16:14 Uhr

Russlands Zentralbank schränkt Nutzung von Devisen durch Firmen ein

Die russische Zentralbank kündigt ab heute Einschränkungen an, wie Unternehmen mit ausländischen Devisen umgehen dürfen. Bis zum 10. September gebe es eine Grenze von 5000 Dollar in bar, die Firmen für Geschäftsreisen im Ausland - und nur dafür - verwenden dürfen. Diese Obergrenze könne unter besonderen Umständen nach Rücksprache mit den Behörden angehoben werden.

16:00 Uhr

Apple, Alphabet, Meta: Inflationssorgen verderben die Kurse

Der erneute Anstieg der US-Inflation setzt der Wall Street zu. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fielen zur Eröffnung um jeweils etwa ein Prozent.

Die US-Verbraucherpreise stiegen im Februar wie erwartet um 7,9 Prozent, den höchsten Stand seit 40 Jahren. "Während noch bis kurzem davon ausgegangen werden konnte, dass die Teuerungsraten fallen, hat der Krieg in der Ukraine die Situation merklich verändert", sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. Die Notenbank Fed werde die Leitzinsen daher in den kommenden Monaten mehrfach anheben.

Meta
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Vor diesem Hintergrund gerieten vor allem Technologiewerte wie Apple, die Google-Mutter Alphabet oder die Facebook-Mutter Meta unter Druck, deren Aktien sich um etwa 1,5 Prozent verbilligten. Höhere Zinsen entwerten Experten zufolge zukünftige Gewinne dieser wachstumsstarken Firmen.

15:47 Uhr

Venezuela will Ölproduktion ankurbeln

Venezuela will seine Ölproduktion deutlich erhöhen. Der Staatskonzern PDVSA soll bis Ende des Jahres wieder zwei Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl pro Tag fördern, sagte Präsident Nicolás Maduro. Auch die Produktion von Rohölderivaten und Gas soll im laufenden Jahr angekurbelt werden. Der südamerikanische Krisenstaat verfügt nach derzeitigen Erkenntnissen über die größten Ölreserven der Welt. Wegen Sanktionen, Missmanagement und Korruption war die tägliche Fördermenge allerdings auf zuletzt 668.000 Barrel Öl pro Tag gesunken. Vor 20 Jahren wurden noch fast drei Millionen Barrel Öl pro Tag in Venezuela gefördert.

Angesichts der Sanktionen gegen Russland wegen des Kriegs gegen die Ukraine erhofft sich die Regierung in Caracas offenbar neue Chancen auf dem internationalen Energiemarkt.

15:01 Uhr

Gold in drei Monaten bei 2200 Dollar?

Aufgrund des Ukraine-Kriegs suchen viele Anleger Sicherheit im Edelmetall Gold. Die starke Nachfrage hat den Preis des Rohstoffs in dieser Woche zwischenzeitlich auf über 2000 Dollar je Unze getrieben. Da die DZ Bank vorerst mit einer großen wirtschaftlichen Unsicherheit rund um den Konflikt in Osteuropa rechnet, erhöhen die Analysten ihre Drei-Monats-Prognose von 1900 auf 2200 Dollar.

Gold in USD
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Auch zum Jahresende rechnen die Experten noch mit einem Preis von 1900 Dollar je Unze. Da die Schuldenstände vieler Staaten aufgrund der Corona-Krise und erhöhter Verteidigungsbudgets steigen werden, dürfte Gold weiter als Stabilitätsanker fungieren.

14:46 Uhr

US-Inflation so hoch wie seit 40 Jahren nicht

Die Verbraucherpreise in den USA sind im Februar so kräftig gestiegen wie seit 40 Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt 7,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Januar 1982. Experten hatten mit 7,9 Prozent gerechnet, nach 7,5 Prozent im Januar. Materialengpässe in Folge der Corona-Krise und rasant steigende Energiekosten treiben die Inflation immer höher. Der Ukraine-Krieg und Sanktionen gegen Russland dürften die Energie weiter verteuern. Dies könnte laut Chefstratege John Vail vom Vermögensverwalter Nikko Asset Management den Privatkonsum und damit die gesamte Wirtschaftskraft in den USA bremsen.

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14:40 Uhr

Taxibranche fordert "Putin-Preisaufschlag" auf den Fahrpreis

Die Taxibranche fordert wegen der stark gestiegenen Spritpreise einen Mineralölzuschlag von mindestens einem Euro pro Fahrt. "Wir haben im Durchschnitt Mehrkosten von etwa zehn Euro auf 100 Kilometer. Darum sollte pro Tour ein 'Putin-Preisaufschlag' oder eine 'Kreml-Zulage' von mindestens einem Euro erhoben werden können", teilte der Bundesverband Taxi und Mietwagen mit. Dies solle ungeachtet laufender Tarifänderungen schnell umgesetzt werden. Vorbild sei ein entsprechender Zuschlag während der Ölkrise in den 70er Jahren.

Der Verband forderte außerdem ein Jahreskontingent steuerbefreiten Kraftstoffs für jedes Unternehmen. Viele Taxi-Unternehmer hätten nach zwei Jahren Corona ihre Reserven aufgebraucht.

14:14 Uhr

"Schicksalsmomente für die EZB": Milliardenschwere Anleihenkäufe laufen aus

Angesichts rasant steigender Preise ebnet die EZB zwei Wochen nach Ausbruch des Ukraine-Krieges den Weg für eine Zinswende. Heute beschloss sie, ihre milliardenschweren Anleihenkäufe im dritten Quartal auslaufen zu lassen. Den Schlüsselzins beließen die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Der EZB-Rat hält die Tür zugleich für eine Erhöhung offen: Er steht bereit, "alle seine Instrumente" bei Bedarf anzupassen. Experten sagten dazu in ersten Reaktionen:

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Die EZB verringert Anleihenkäufe früher als geplant.

(Foto: picture alliance / greatif)

"Es sind Schicksalsmonate für der EZB", sagt Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. "Der Energiepreisschock wird die Teuerungsraten auf neue Höhen treiben. Die europäischen Währungshüter laufen Gefahr, dass sie bei einer zu lockeren Handhabung der Geldpolitik einen historischen Fehler begehen. Die EZB räumt den wirtschaftlichen Risiken bedingt durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine den Vorrang ein. Zinserhöhungen könnten laut der EZB, nachdem die Anleihekäufe eingestellt werden, nach einiger Zeit erfolgen. Das klingt jedenfalls nicht nach einer Zinsanhebung noch im laufenden Jahr sondern ist wohl eher Bestandteil des Jahres 2023. Die EZB muss raus aus den Anleihekäufen. Ein Stopp der Wertpapierkäufe würde den europäischen Währungshütern ermöglichen, rasch mit einer Zinserhöhung auf die Inflationsentwicklung zu reagieren. "

"Der Krieg in der Ukraine hat die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone massiv steigen lassen. Zwei Wochen nach Kriegsausbruch ist es unabsehbar, wie stark der Konflikt die Erholung der Wirtschaft dämpfen wird", warnt Friedrich Heinemann vom ZEW-Institut. Es ist nachvollziehbar, dass sich die EZB noch etwas Zeit nimmt, bevor sie die geldpolitische Wende einleitet. Dass diese Wende kommen muss, ist durch den russischen Überfall auf die Ukraine aber letztlich noch dringender geworden. Der neuerliche Energiepreisanstieg wird die Inflation kurzfristig noch weiter anheizen. Noch wichtiger für die Geldpolitik sind die ausgelösten Inflationsprozesse."

14:04 Uhr

Dax fällt und Euro steigt nach EZB-Entscheidung

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Europas Währungshüter treten trotz neuer Risiken für die Konjunktur infolge des Ukraine-Krieges bei ihren Anleihenkäufen etwas auf die Bremse. Kritiker werfen der EZB schon länger vor, mit ihrer Flut billigen Geldes die Inflation sogar noch anzuheizen.

picture alliance/dpa

Der Dax reagiert mit Abschlägen, während der Euro mit Aufschägen auf die geldpolitische Entscheidung der EZB reagiert. Die hat bekannt gegeben, das Volumen der APP-Käufe schrittweise zu reduzieren.

Bis Juni soll das Monatsvolumen nur noch bei 20 Milliarden Euro liegen. Die Entscheidung dürfte einige Beobachter überraschen, die mit einem vorsichtigeren Herangehen der EZB gerechnet hatten. Der Dax verliert 3,5 Prozent, der Euro steigt auf 1,1110 Dollar.

13:51 Uhr

EZB fährt ihre Anleihenkäufe schneller zurück

Die Europäische Zentralbank (EZB) fährt ihre Anleihenkäufe schneller zurück als bisher geplant. Das Kaufvolumen des Programms APP wird nach einer vorübergehenden Aufstockung bereits Ende Juni wieder auf 20 Milliarden Euro reduziert. Mit dieser Entscheidung reagierte der EZB-Rat auf die anhaltend hohen Teuerungsraten. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent.

13:46 Uhr

Russland droht "Investoren in Panik" mit Verstaatlichung

Westlichen Unternehmen, die wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine das Land verlassen, droht nun eine Verstaatlichung ihrer Betriebe und Produktionsstätten. Die Firmen würden "praktisch ihre Kollektive ihrem Schicksal" überlassen, sagte der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew heute. Die russische Regierung arbeite deshalb an Schritten, um eine Insolvenz der Unternehmen und dann eine Nationalisierung des Besitzes in die Wege zu leiten, sagte der Vize-Chef des russischen Sicherheitsrates. Vorrangige Aufgabe sei, dass die Menschen nicht auf der Straße landeten.

Auf "Grundlage des von den Investoren in Panik" zurückgelassenen Vermögens müsse eine neue Produktion aufgebaut werden, meinte Medwedew. "Solch eine Herangehensweise ist objektiv und gerecht." Betroffen sind unter anderem Unternehmen aus Deutschland, weiteren EU-Staaten und den USA.

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13:40 Uhr

Hannover Rück zu Russland-Risiken

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück gibt für sein Geschäft mit Blick auf den Krieg in der Ukraine weitgehend Entwarnung. Weder bei den Prämieneinnahmen noch bei den Kapitalanlagen sei die Hannover Rück in den kriegführenden Staaten wesentlich engagiert, sagte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz.

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Russische Staatsanleihen etwa machten im Portfolio nur eine zweistelligen Millionensumme aus. Das Neugeschäft habe man in Russland, Belarus und der Ukraine vorläufig eingestellt. Für unmittelbare Kriegsfolgen müssen die Rückversicherer nach den Standardverträgen ohnehin nicht einstehen, schwieriger ist die Lage etwa bei Cyber-Angriffen. "Das ist immer eine Frage der Beweislast", sagte der für die Sachversicherung zuständige Vorstand Michael Pickel.

13:21 Uhr

Carlsberg vergrault Anleger

Der dänische Bierbrauer Carlsberg sieht angesichts der Ungewissheit über seine künftigen Geschäfte in Russland von einem Ausblick für 2022 ab und vergrault damit seine Anleger. Die Aktien fallen in der Spitze um fast sechs Prozent. Im vergangenen Jahr hat der Konzern rund 13 Prozent seiner Umsätze in Russland und der Ukraine gemacht.

Carlsberg
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13:11 Uhr

BMW verdient so gut wie nie zuvor - Dividende steigt deutlich

BMW hat vergangenes Jahr den Gewinn deutlich überproportional zum Umsatz gesteigert. Wie der Premiumautokonzern überraschend mitteilte, wird die Dividende nun kräftig erhöht. Nach 1,80 Euro je Stammaktie im Jahr zuvor sollen nun 5,80 Euro je Anteil ausgeschüttet werden. Je Vorzugsaktie sollen es 5,82 nach 1,92 Euro sein.

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Die eigenen Ziele hat der Dax-Konzern wie erwartet erreicht, nachdem im Jahresverlauf der Ausblick zwei Mal angehoben worden war. Die Konzernumsatzerlöse erhöhten sich um gut 12 Prozent auf 111,2 Milliarden Euro. BMW profitierte wie andere Premiumhersteller von hohen Verkaufspreisen. Das Ergebnis vor Steuern verdreifachte sich annähernd auf 16,1 Milliarden Euro. Je Aktie verdiente der Konzern 18,77 nach 5,73 Euro im Vorjahr.

13:03 Uhr

Minus 3 Prozent: Dax wieder auf Tauchstation

Die Anleger verlässt zusehens der Mut. Für Enttäuschung sorgt, dass es bei dem Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow nach den Worten des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba keine Fortschritte hinsichtlich einer Waffenruhe gegeben hat. Etwas Hoffnung macht aber immerhin, dass sich die russische wie auch die ukrainische Seite bereit zeigten, die Gespräche fortzusetzen.

Dax
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Der Dax büßt 3,0 Prozent ein auf 13.439 Zähler. Für den EuroStoxx50 geht es 2,7 Prozent bergab. Anleger hatten große Erwartungen in das Treffen in Antalya gesetzt. Allein die Ankündigung hatte gereicht, um den Dax am Mittwoch knapp acht Prozent nach oben zu treiben. "Ohne ernst gemeinte Friedensverhandlungen steht eine Erholung an den Märkten auf wackeligen Beinen", sagte Christian Henke vom Brokerhaus IG. Für Zurückhaltung an den Märkten sorgt auch die Europäische Zentralbank (EZB), die am Vormittag über den weiteren geldpolitischen Kurs beriet.

12:49 Uhr

Aluminum-Preis auch von Sanktion gegen Oligarch getrieben

Der Aluminiumpreis macht an der Londoner Metallbörse einen Sprung um 5,1 Prozent nach oben auf 3470 Dollar je Tonne. Marktteilnehmer sehen den Preisanstieg auch im Zusammenhang mit den von Großbritannien verhängten Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Oleg Deripaska, der Großaktionär bei der börsennotierten EN+ ist, der wiederum Rusal gehört, einer der weltgrößten Aluminiumproduzenten, der von Deripaska gegründet wurde.

Großbritannien hat Deripaskas Vermögenswerte eingefroren und ihm Transaktionen mit britischen Unternehmen und Individuen untersagt. Die Sanktionen zielen dagegen nicht auf russische Aluminiumexporte oder -produzenten ab.

Sie kennen Oleg Deripaska nicht? Hier ein Überblick über die russischen Kreml-Kumpel:

12:14 Uhr

Kein Fortschritt in Ukraine-Gesprächen: Anleger reagieren enttäuscht

Die europäischen Börsen ziehen sich wieder zurück. Nach der Tausend-Punkte-Rally vom Vortag sind Gewinnmitnahmen angesagt. Der Dax verliert 2,4 Prozent auf 13.516 Punkte. Der Euro-Stoxx gibt ebenfalls 2,3 Prozent ab auf 3681 Punkte.

Das Treffen zwischen den Außenministern Russlands und der Ukraine, Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba, hat keine Fortschritte hinsichtlich einer Waffenruhe erbracht. Kuleba sagte jedoch, er habe mit dem russischen Außenminister vereinbart, die Gespräche "in diesem Format fortzusetzen". Am Vortag hatten diplomatische Entspannungssignale eine Eindeckungsrally ausgelöst.

12:06 Uhr

Spritpreise steigen immer weiter

Insbesondere bei Diesel geht es in großen Schritten nach oben: Binnen eines Tages legte der Preis um weitere 11,8 Cent zu, wie der ADAC mitteilt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs kostete der Kraftstoff 2,268 Euro pro Liter. Erst am Montag hatte er erstmals die Grenze von zwei Euro durchbrochen. Bei Super E10 ist der Anstieg etwas geringer: Am Mittwoch kostete der Kraftstoff 2,174 Euro pro Liter, das sind 7,1 Cent mehr als einen Tag zuvor.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben die Spritpreise extrem zugelegt. Vor dem russischen Angriff hatte E10 noch bei 1,750 Euro je Liter gelegen, Diesel bei 1,663 Euro.

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11:41 Uhr

Immobilienfirma verdient prächtig

Die auf Expansionskurs steuernde Wohnungsgesellschaft LEG Immobilien hat 2021 dank höherer Mieten und eines deutlich gesunkenen Leerstands mehr verdient. Der operative Gewinn (FFO I) stieg im vergangenen Jahr um 10,4 Prozent auf 423 Millionen Euro, wie LEG Immobilien mitteilt. Die Anteilseigner sollen für 2021 eine Dividende von 4,07 Euro je Aktie erhalten - eine Steigerung von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2022 rechnet das Unternehmen mit einem FFO I in der Bandbreite von 475 bis 490 Millionen Euro. Effekte aus weiteren möglichen An- und Verkäufen seien hierbei noch nicht berücksichtigt.

LEG Immobilien
LEG Immobilien 70,38

Im vergangenen Jahr hatte die LEG rund 15.400 Wohnungen der angeschlagenen Adler Group mit regionalem Schwerpunkt in Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein für knapp 1,3 Milliarden Euro übernommen. Zudem sicherte sie sich mit einer Übernahme des Adler-Anteils und weiterer Aktien den Zugriff auf die niederländische Wohnungsgesellschaft BCP, die über rund 12.000 Einheiten vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Leipzig verfügt. Im laufenden Jahr will die rund 7.000 Einheiten ankaufen – die Ausübung der bestehenden BCP-Option würde dabei bereits zur Übererfüllung dieses Ziels führen. .newsroom@thomsonreuters.

10:56 Uhr

Angst vor Versorgungsengpässen: Preis für Aluminium steigt

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Seit Mittwoch sorgte die Hoffnung auf eine baldige Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine für etwas Beruhigung.​

Die Anleger an den Metallmärkten können ihre Furcht vor Versorgungsengpässen angesichts des Krieges in der Ukraine nicht abschütteln.

  • Aluminium, das im Flugzeug- und Automobilbau benötigt wird, notiert 2,3 Prozent höher bei 3417 Dollar je Tonne.
  • Kupfer verteuert sich um 0,8 Prozent auf 10.077 Dollar je Tonne.
  • Der Handel mit dem zur Stahl-Herstellung benötigten Nickel, das sich zuletzt um mehr als das Doppelte auf ein Rekordhoch verteuert hatte, blieb an der LME ausgesetzt.
  • Das für Autokatalysatoren verwendete Palladium, dessen Haupt-Exporteur Russland ist, verbilligt sich am Donnerstag um 1,6 Prozent auf 2889 Dollar je Feinunze.

Mit Ausbruch des Krieges vor zwei Wochen sind die Preise für Industriemetalle durchweg rasant gestiegen.

Aluminium
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10:45 Uhr

Der Rubel kennt nur eine Richtung

Im Moskauer Handel fällt die russische Devise wegen des Ukraine-Kriegs zeitweise auf ein frisches Rekordtief. Der Dollar steigt im Gegenzug um 1,3 Prozent auf 121,53 Rubel. Etwas Hoffnung macht den Investoren das Treffen zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba, das am Morgen in der Türkei begonnen hat.

Rubel / US-Dollar
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10:19 Uhr

Gasag bietet keine Neuverträge mehr für Strom und Gas

Der Berliner Energieversorger Gasag nimmt wegen stark gestiegener Beschaffungskosten vorerst keine neuen Kunden für Strom und Gas in Laufzeittarifen mehr an. Die Grund- und Ersatzversorgung ist nicht betroffen, wie eine Sprecherin sagt. Der Vertrieb sei jedoch vorerst gestoppt. "Aufgrund der aktuellen Marktsituation und den steigenden Beschaffungspreisen, verstärkt durch den Ukraine-Konflikt, ist es uns aktuell nicht möglich, Ihnen ein Angebot mit fairen Konditionen anzubieten."

Deutschland bezieht einen großen Teil seines Erdgases aus Russland. Die Preise dafür steigen seit Monaten, besonders seit dem russischen Angriff auf die Ukraine. Der Großhandelspreis sei verglichen mit März 2021 um mehr als 500 Prozent gestiegen, so die Gasag. Man habe große Gasmengen frühzeitig zu niedrigeren Preisen sichern können, die neuen Großhandelspreise müssten deshalb nicht komplett an die Kunden weitergegeben werden. Die Gasag liefert Gas in rund 400.000 Berliner Privathaushalte, mehr als 200.000 versorgt sie mit Strom.

10:13 Uhr

Weiter kein Handel an der Börse Moskau

Der Handel an der Börse Moskau bleibt auch am Donnerstag geschlossen vor dem Hintergrund der gegen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine verhängten massiven Sanktionen. Darüber informiert die russische Nationalbank auf ihrer Internetseite. Ausgenommen von der Schließung ist der Handel in einigen derivativen Instrumenten.

Bereits seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine findet an der Börse in Moskau kein Handel mehr statt, um die Anleger vor zu erwartenden massiven Kursverlusten zu schützen.

10:05 Uhr

Anleger strafen Deutsche Bank für Russland-Risiken ab

Trotz der aus Sicht der Deutschen Bank überschaubaren Risiken in ihren Geschäften in Russland geht es für die Aktien des Finanzinstituts bergab. Die Titel fallen in der Spitze um 4,2 Prozent auf 9,39 Euro und gehören damit zu den schwächsten Werten im Dax. Ein Händler führt den Kursrückgang auf Gewinnmitnahmen zurück. Die Banken seien europaweit schwach, nachdem sie am Mittwoch deutlich höher gelegen hätten, sagt ein Börsianer. Der europäische Bankenindex verliert zwei Prozent. Am Mittwoch hatte er 9,6 Prozent zugelegt, die Deutsche Bank 7,5 Prozent.

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09:44 Uhr

DIW-Chef warnt vor bis zu zehn Prozent Inflation

Topökonom Marcel Fratzscher warnt vor einer noch sehr viel höheren Inflation infolge des Kriegs in der Ukraine. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wahrscheinlich wird es im laufenden Jahr Inflationsraten von deutlich über fünf Prozent geben. Im Fall einer Eskalation des Kriegs und immer neuer Sanktionen kann es sogar Richtung zehn Prozent gehen."

Die Teuerung dürfte sich nach den Worten von Fratzscher in den kommenden Wochen und Monaten noch einmal verstärken, "da noch nicht alle Preissteigerungen und höheren Kosten an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben worden sind".

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09:33 Uhr

Anleger machen bei Kryptowährungen Kasse

Gewinnmitnahmen machen auch Bitcoin zu schaffen. Die älteste Cyber-Devise verliert bis zu 7,3 Prozent auf 38.838 Dollar. Ethereum verbilligt sich um fünf Prozent auf 2572 Dollar. Am Mittwoch hatten die Anleger auf ein Ausbleiben von strengen US-Beschränkungen für Kryptowährungen gesetzt und die Preise nach oben getrieben. Bitcoin legte in der Spitze um mehr als zehn Prozent zu.

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Bitcoin 23.156,06

09:20 Uhr

Dax fährt schnurstracks in den Keller - Delivery Hero fliegen aus den Depots

Wie gewonnen, so zerronnen: Nach der beeindruckenden Rally am Vortag beginnt dieser Handelstag mit Gewinnmitnahmen. Der Dax verliert in den ersten 15 Minuten 1,4 Prozent und fällt damit auf 13.643 Punkte.

Dax
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Wie es an den Märkten weitergeht, dürfte vor allem vom Verlauf des Treffens zwischen den Außenministern Russlands und der Ukraine, Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba, abhängen. Diplomatische Entspannungssignale waren am Mittwoch Auslöser der Eindeckungsrally an den Börsen. Russland strebt nach Angaben des Außenministeriums nicht (mehr) den Sturz der ukrainischen Regierung an, zugleich hat sich auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Kompromissen bereit erklärt.

Neben dem Krieg in der Ukraine richten sich die Blicke auf die geldpolitische Entscheidung der EZB. Sie steht vor einem Dilemma angesichts einer massiven Inflation einerseits und den vom Ukrainekonflikt ausgehenden Risiken für die Wirtschaft andererseits. Analysten sind sich uneins: Ihre Prognosen reichen von einer rascheren Beendigung der Nettoanleihekäufe und zwei Zinsanhebungen in diesem Jahr bis zu erhöhten Anleihekäufen und einer Zinsanhebung nicht vor Mitte 2023. Volkswirte glauben aber nicht, dass die EZB die geldpolitische Normalisierung komplett abblasen wird.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Aktien von Delivery Hero, die nach den deutlichen Gewinnen am Vortag drei Prozent abgaben. Im MDax ging es für Hugo Boss trotz eines angepeilten Rekordumsatzes in diesem Jahr 5,5 Prozent bergab.

08:51 Uhr

Amazon kündigt Aktiensplit und Rückkauf an

Der weltgrößte Einzelhändler Amazon will seine Aktien für Kleinanleger erschwinglicher machen. Der Verwaltungsrat habe einen 20-für-1-Aktiensplit beschlossen, teilt das Unternehmen mit. Diesem Schritt muss noch die für den 25. Mai geplante Jahresversammlung der Aktionäre zustimmen. Bei Erfolg bekäme dann jeder Amazon-Aktionär für einen am 27. Mai nach Geschäftsschluss gehaltenen Anteilschein am oder um den 3. Juni 19 weitere Papiere in sein Depot gebucht. Der Handel mit splitbereinigten Kursen soll drei Tage später starten.

Amazon
Amazon 94,42

Am Mittwoch schloss die Amazon-Aktie bei knapp 2800 Dollar. Insbesondere Kleinanleger, die ihr überschaubares Anlagevermögen auf verschiedene Papiere aufteilen wollen, haben bei solch hohen Kursen Probleme. Daher haben in der Vergangenheit auch schon andere Unternehmen nicht nur in den USA bei hohen Aktienkursen Splits durchgeführt.

Neben der Ausweitung der Aktienzahl kündigte Amazon auch den Rückkauf eigener Papiere für bis zu zehn Milliarden US-Dollar an. Das damit ersetzte Programm über fünf Millliarden Dollar hatte der Konzern nur knapp zur Hälfte ausgefüllt.

08:37 Uhr

Lufthansa erwächst mächtige Konkurrenz

Die US-Airline Delta und die französisch-niederländische Air France-KLM erwägen einem Zeitungsbericht zufolge einen Einstieg bei der Alitalia-Nachfolgerin ITA.

Die beiden Airlines hätten der Regierung ihr Interesse an einem Mehrheitsanteil bekundet, berichtete die Tageszeitung "La Repubblica" unter Berufung auf eine Person aus der Regierung. Zudem sei ein internationaler Fonds interessiert, der bereits in Billigairlines investiert sei.

08:22 Uhr

Ölpreise fallen - Asien-Börsen steigen

Wie schon an den europäischen Börsen und an der Wall Street gesehen, kommt es auch an den ostasiatischen Aktienmärkten und in Sydney zu einer ausgeprägten Erholungsbewegung nach den gesehenen massiven Verlusten der vergangenen Tage. Neben Schnäppchenkäufen sind es in erster Linie Hoffnungen auf eine rasche Beendigung des Krieges in der Ukraine angesichts zunehmender diplomatischer Bemühungen, den Konflikt beizulegen.

Unter anderem sprechen am Donnerstag die Außenminister Russlands und der Ukraine in der Türkei direkt miteinander. Daneben scheinen beide Parteien zuletzt von Maximalforderungen etwas abzurücken, während die russischen Angriffe offenbar unvermindert weitergehen.

Positiv wirkt auch, dass die Ölpreise deutlich zurückkommen. Brentöl, das zuletzt bis auf gut 139 Dollar nach oben geschossen war aus Sorge vor Lieferausfällen aus Russland, kostet aktuell nur noch knapp 115 Dollar je Fass.

Nikkei
Nikkei 27.327,11

In Tokio schießt der Nikkei-Index um 3,9 Prozent nach oben auf 25.681 Punkte. An den anderen Plätzen fallen die Erholungsbewegungen deutlich geringer aus. In Seoul geht es nach der Pause am Mittwoch aus Anlass der Präsidentenwahl um 1,7 Prozent nach oben. Gewählt wurde der Oppositionskandidat Yoon Suk Yeol von der konservativen Partei der Macht des Volkes. Der frühere Generalstaatsanwalt hatte im Wahlkampf mit einem Präventivschlag gegen Nordkorea gedroht und auch den Bau von Wohnungen versprochen, um die steigenden Immobilienpreise zu bremsen. Bauwerte wie GS Engineering & Construction (+7,6%) seien denn auch besonders gesucht, heißt es im Handel. In Sydney wurde der Handel den zweiten Tag in Folge mit einem gut einprozentigen Plus beendet.

08:14 Uhr

Inflationsdruck ist wieder Thema

Zur Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Aktuell wird der Dax mit 13.821 Punkten 0,2 Prozent schwächer taxiert.

Dax
Dax 15.128,27

Am Mittwoch hatte er dank Hoffnungen auf eine Waffenruhe in der Ukraine 7,8 Prozent auf 13.847 Punkte zugelegt, so stark wie zuletzt vor zwei Jahren. Auch an der Wall Street nutzten die Investoren die jüngsten Kursverluste zum Wiedereinstieg. Börsianer verfolgten das geplante Treffen der Außenminister Russlands und der Ukraine genau, sagte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. Wenn sich die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Krieges nicht erfüllten, würden sich die jüngsten Kursgewinne schnell wieder in Luft auflösen. Der ukrainische Außenminister dämpfte bereits die Erwartungen an die Gespräche. In diesem Zusammenhang richteten Investoren ihre Aufmerksamkeit auch auf den EU-Gipfel. Marktgerüchten zufolge könnten die Staats- und Regierungschefs ein Konjunkturpaket schnüren, um die wirtschaftlichen Folgen der westlichen Sanktionen gegen Russland abzufedern. Auch die geldpolitischen Beratungen der EZB stehen ganz im Zeichen des Ukraine-Konflikts.

Die Währungshüter würden voraussichtlich die Füße stillhalten, sagte Anlagestratege Francois Rimeu vom Vermögensverwalter La Francaise. "Die Lage ist zu unsicher, und die negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum lassen sich derzeit nicht abschätzen. Das Gleiche gilt für die mittelfristigen Inflationserwartungen." Da eine Zinserhöhung der Notebank Fed in der kommenden Woche als ausgemacht gilt, spielen die anstehenden US-Inflationsdaten nur eine untergeordnete Rolle. Experten rechnen mit einer Teuerung von 7,9 Prozent im Jahresvergleich. Das ist der höchste Stand seit 40 Jahren.

08:00 Uhr

Hugo-Boss-Dividende dürfte enttäuschen

Mit Enttäuschung könnte der Markt auf den Dividendenvorschlag von Hugo Boss für das abgelaufene Jahr reagieren. Das Modeunternehmen will eine Dividende von 0,70 Euro pro Anteilsschein ausschütten, was deutlich unter der Konsensschätzung von 0,79 Euro liegt. Der Ausblick des Unternehmens bewegt sich im Rahmen der Erwartungen. Hugo Boss strebt 2022 Erlöse zwischen 3,1 bis 3,2 Milliarden Euro an. Die Marktschätzung liegt bei 3,13 Milliarden Euro. Das EBIT soll im laufenden Jahr auf 250 bis 285 Millionen Euro gesteigert werden.

Hugo Boss
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07:43 Uhr

Ukraine-Krieg: Volkswagen-Chef Diess stellt Forderungen

Volkswagen-Chef Herbert Diess hat sich für ein kraftvolles Auftreten und größtmögliche Sanktionen gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin ausgesprochen. Ziel müsse sein, aus einer Position der Stärke durch Verhandlungen auf Augenhöhe, möglichst bald ein Ende des Ukraine-Krieges herbeizuführen, sagt Diess. "Ich glaube, dass Europa und Deutschland sehr stark leidtragend sein können bei einem lang anhaltenden Ukraine-Konflikt", fügte er hinzu.

VW Vorzüge
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Gefragt, ob sich Volkswagen vor dem Hintergrund von Chinas Position in dem Konflikt Sorgen um sein Geschäft in der Volksrepublik machen müsse, antwortete Diess: "Das tun wir momentan noch nicht." Momentan seien die Auswirkungen insbesondere in Deutschland durch ausbleidende Lieferungen von Kabelbäumen zu spüren. "Man kann auch noch nicht sagen, was sich wirtschaftspolitisch und volkswirtschaftlich in Deutschland daraus entwickelt. Das ist eine sehr unübersichtliche Situation, die uns sehr große Sorgen macht", sagte der Volkswagen-Chef. Der Wolfsburger Konzern hatte - wie andere deutsche Autobauer auch - wegen des Kriegs in der Ukraine vor Kurzem seine Geschäfte in Russland eingestellt und die Produktion in Kaluga und Nischni Nowgorod bis auf weiteres gestoppt. Die rund 7000 VW-Mitarbeiter in Russland werden zunächst weiter bezahlt.

07:25 Uhr

K+S bekräftigt Ziele

Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S bekräftigt trotz des Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Unsicherheiten für die Agrarmärkte seine Jahresziele. Für 2022 rechnet K+S unverändert mit einem Anstieg des operativen Gewinns (Ebitda) auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilt. "Mit der genannten Bandbreite würden wir das bisher beste Ergebnis unserer Firmengeschichte erwirtschaften", sagte Vorstandschef Burkhard Lohr. Im vergangenen Jahr stand nach endgültigen Zahlen - auch dank eines Sonderertrags von rund 220 Millionen Euro - ein Ergebniszuwachs auf 969 (2020: 267) Millionen Euro zu Buche. Der Umsatz kletterte um knapp ein Drittel auf 3,2 Milliarden Euro.

K+S hatte bereits Anfang Februar vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr und einen ersten Ausblick veröffentlicht. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 20 Cent je Aktie erhalten, nachdem diese im Vorjahr nach einem Milliardenverlust noch gestrichen worden war.

07:14 Uhr

Das ist los am frühen Devisenmarkt

Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,2 Prozent auf 116,06 Yen und stagniert bei 6,3186 Yuan. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,9275 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,2 Prozent auf 1,1055 Dollar und gibt 0,1 Prozent auf 1,0256 Franken nach. Das Pfund Sterling verliert 0,1 Prozent auf 1,3164 Dollar.

Euro / Dollar
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US-Dollar / Euro
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06:59 Uhr

Hoffnung im Ukraine-Krieg belebt Tokioter Börse

Die für Donnerstag in der Türkei angesetzten diplomatischen Gespräche zwischen Russland und der Ukraine ermutigt die Anleger in Asien zum Wiedereinstieg in die Märkte. "Äußerungen Russlands und der Ukraine geben Anlass zur Hoffnung, dass ein Kompromiss möglich ist", teilte Ray Attrill, Leiter Devisenstrategie bei der National Australia Bank (NAB), mit.

Nikkei
Nikkei 27.327,11

Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist vor den Gesprächen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba bereits in der Türkei eingetroffen. Es ist das erste Treffen auf Regierungsebene seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine vor zwei Wochen. Der Nikkei liegt im Verlauf 3,8 Prozent höher bei 25.668 Punkten. Der breiter gefasste Topix steigt 3,6 Prozent auf 1822 Zähler. Der Shanghai Composite liegt 1,9 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gewann 2,3 Prozent.

Und so hat die US-Börse geschlossen:

06:48 Uhr

BMW ruft fast eine Million Autos zurück

Der Autobauer BMW ruft mehr als eine Million Autos in Nordamerika und Südkorea zurück. Dabei gehe es um ältere Benzinmodelle mit Sechszylinder-Motoren, sagte eine Sprecherin. Bei den Fahrzeugen könne es zu einem Kurzschluss an einem Heizelement in einem Entlüftungssystem kommen, was zu einer Überhitzung der Teile führen könnte. Zu Unfällen sei es nicht gekommen. Es ist der dritte Rückruf in dem Zusammenhang in den USA seit fünf Jahren. Bei ähnlichen Schritten 2017 und 2019 waren 740.000 und 184.000 Fahrzeuge betroffen.

BMW
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06:24 Uhr

1016-Punkte-Plus - und nun? Das wird für den Dax heute wichtig

Nach dem Dax-Kurssprung von 1016 Punkten zur Wochenmitte hoffen die Anleger auf eine Fortsetzung dieser positiven Entwicklung und damit auch auf eine weitere Stabilisierung des deutschen Aktienmarktes. Davor hatte der Dax den größten Wochenverlust seit dem coronabedingten Börsencrash im März 2020 verzeichnet und binnen acht Tagen zwölf Prozent eingebüßt, seit Jahresbeginn sogar fast 20 Prozent. Aber das Mittwochsgeschäft versöhnte – etwas: 7,8 Prozent. Das Problem dabei: Einige Händler sprachen von einer "Bärenmarkt-Rally" – ein Kurssprung innerhalb einer Baisse, die sich danach in der Regel fortsetzt. Aktuell wird der Dax dann auch etwas leichter gesehen, nachdem er am Mittwoch mit 13.848 Zählern geschlossen hatte und auch der Dow-Jones-Index an der Wall Street zwei Prozent zulegen konnte. Im Dax sind daher heute mehr als nur ein Verlierer abzusehen: Zur Wochenmitte hatten nur die Aktien von Siemens Energy ein rotes Vorzeichen vorzuweisen.

Ein Grund für das Kursplus: der vorherige Ausverkauf. Ein anderer: Die Anleger setzen auf eine Entspannung im russischen Ukraine-Krieg. Allerdings sind diese Hoffnungen sehr vage. Gleichzeitig greift ein von den USA verhängtes Embargo gegen russisches Öl und Gas, dem sich die Europäische Union zumindest vorerst nicht anschließen wird. Zu groß ist die Abhängigkeit der EU und vor allem Deutschlands von den Rohstoffen aus Russland.

Im Tagesverlauf dürften aber die Themen Inflation und Zinspolitik in den Fokus rücken: Anleger warten etwa gespannt darauf, wie die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihren Beratungen am Donnerstag auf den wachsenden Preisdruck durch die steigenden Rohstoffpreise reagieren wird. "Ein klares Bekenntnis zu einer geldpolitischen Straffung wird es vermutlich nicht geben", prognostiziert Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. Dabei sollte die galoppierende Inflation in den 1970er als Folge der Ölpreis-Schocks als mahnendes Beispiel dienen, als die Notenbanken die geldpolitischen Zügel zu lange zu locker gelassen hätten. "Liebe EZB, bitte mach jetzt keinen Fehler!"

Investoren blicken allerdings auch gespannt in die USA und auf die dortigen Teuerungsdaten. "Auch im Februar geht es nicht darum, ob die US-Inflation gestiegen ist, sondern nur um wie viel", sagt Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. Er rechne mit einem Plus von 7,9 Prozent zum Vorjahresmonat.

Auf Seiten der Unternehmensdaten rücken die Nebenwerte in den Blick: So gibt es etwa Geschäftszahlen von K+S, LEG, Compugroup, Hannover Rück, Hugo Boss und Hapag-Lloyd. Aus dem Dax lädt die Deutsche Bank zu einem virtuellen Investorentag. Die Aktien des Finanzhauses waren in den vergangenen zwei Wochen deutlich unter Druck geraten.

Hapag-Lloyd
Hapag-Lloyd 201,60
Deutsche Bank
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