Der Börsen-Tag
5. Mai 2022
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
Zum Archiv
17:37 Uhr

DAX bläst sich auf, doch ab Nachmittag ist er platt

Als Tiger gestartet und dann als Bettvorleger gelandet: So lässt sich die DAX-Kurve einen Tag nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank zusammenfassen. Nach dem dicken Plus am Vormittag war spätestens nach dem tiefroten Handelsbeginn an den US-Börsen Schluss mit der Herrlichkeit.

"Die Kursraketen nach der US-Zinsentscheidung waren nach einem Tag schon fast wieder ausgebrannt", sagte ntv-Börsenreporter Frank Meyer: "Dass die Fed das nächste Mal nicht so rigoros wie kommuniziert gegen die Inflation vorgehen möchte, hat viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt und damit die Kurse nach oben getrieben. Sicherlich haben am Nachmittag auch die schwache Wall Street und der deutlich höhere Ölpreis auf die Stimmung gedrückt. Solange es der DAX nicht zurück über die 14.400er-Marke schafft, bleibt Vorsicht die Mutter der Porzellankiste."

So ging der DAX 0,5 Prozent leichter mit 13.903 Punkten aus dem Handel. Sein Tageshoch lag immerhin bei 14.315 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte sogar ein Prozent tiefer bei 3688 Stellen.

Neben den geldpolitischen Signalen sorgte die Bilanzsaison für Impulse. Airbus gewannen an der DAX-Spitze 6,1 Prozent. Der Flugzeughersteller habe starke Ergebnisse vorgelegt, hieß es bei Marktteilnehmern. Auch die Produktionsziele für 2025 kamen gut an. BMW verloren nach anfänglichen Gewinnen 1,8 Prozent. Der Autobauer war im ersten Quartal profitabler als erwartet.

Vonovia legten um 1,8 Prozent zu. Zahlenwerk und Ausblick zeichneten ein gemischtes Bild, seien aber gut genug für steigende Kurse, sagte ein Händler. Zalando rutschten am DAX-Ende um 10,6 Prozent ab. Die Zeit hoher Wachstumsraten sei für den Online-Modehändler vorbei, lautete die Einschätzung eines Börsianers.

Im MDAX kamen Lufthansa nach optimistischen Aussagen zur Sommersaison zunächst gut voran, drehten dann aber ins Minus. Am Ende stand ein Minus von 2,5 Prozent.

DAX bläst sich auf, doch ab Nachmittag ist er platt
17:22 Uhr

Deutschland lockt Chipfirmen mit Milliarden

Intel
Intel lässt sich in Magdeburg nieder.

Die Bundesregierung will mit 14 Milliarden Euro weitere Chipfirmen zu Investitionen in Europa und Deutschland bewegen. Das sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei einer Veranstaltung der Familienunternehmer in Hannover. Der Halbleitermangel sei ein massives Problem, weswegen der Staat hier mit Milliardensummen helfe.

Intel hatte im März angekündigt, mit staatlicher Unterstützung ein neues Mega-Chip-Areal in Magdeburg zu bauen. Es würden 17 Milliarden Euro in den Bau zweier Halbleiter-Werke investiert. Aus Kreisen der Bundesregierung hieß es damals, der Staat schiebe das Projekt mit Fördermitteln im "Milliarden-Bereich" an. Habeck sagte, es solle weitere Beispiele wie Magdeburg geben.

Deutschland lockt Chipfirmen mit Milliarden
17:02 Uhr

Das bedeutet ein steigender Leitzins für Verbraucher

Um der galoppierenden Inflation Herr zu werden, erhöhen die US-amerikanischen Währungshüter den Leitzins, auch die EZB deutet eine baldige Wende an. Was heißt das für Verbraucher? Sinken die Preise dann automatisch? ntv beleuchtet die Hintergründe.

Das bedeutet ein steigender Leitzins für Verbraucher
16:44 Uhr

Uniper baut erstes LNG-Terminal Deutschlands

Der Energieversorger Uniper investiert rund 65 Millionen Euro in den Bau des ersten Flüssiggasterminal (LNG) Deutschlands in Wilhelmshaven. Das teilte der Konzern anlässlich einer Pressekonferenz mit Bundesminister Robert Habeck und den niedersächsischen Ministern Olaf Lies und Bernd Althusmann mit. Mit einer Kapazität von bis zu 7,5 Milliarden Quadratmetern pro Jahr sollen künftig rund 8,5 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs in Wilhelmshaven angelandet werden.

Auf der Pressekonferenz wurde zudem eine Absichtserklärung zum Chartern zweier schwimmender Speicher- und Verdampfungseinheiten (Floating Storage and Regasification Unit, kurz: FSRU) durch den deutschen Staat unterzeichnet. Gechartert werden die zwei schwimmenden LNG-Terminals von RWE. Die FSRU-Plattformen sollen bereits im kommenden Winter ihre Arbeit aufnehmen.

3a19c974e5935378aa4f6d387eb9d7c1
Erster Rammschlag für geplanten LNG-Terminal-Anleger in Wilhelmshaven. (Foto: dpa)
Uniper baut erstes LNG-Terminal Deutschlands
16:19 Uhr

Dickes Minus an US-Börsen mindert DAX-Gewinn kräftig

Die Euphorie nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank ist verflogen. Der tiefrote Einstieg in den US-Handel lässt auch den Frankfurter Handel nicht ungeschoren. Der DAX verlor den größten Teil seiner Gewinne und gewann nur noch 0,4 Prozent auf 14.028 Punkte. Der EUROSTOXX50 notierte 0,6 Prozent höher bei 3748 Stellen.

Die Frage ist, ob der Kursanstieg am Mittwoch nur eine technische Gegenbewegung gewesen sei und es nun an den Börsen so weitergehe wie vor der Zinssitzung. Die Notenbank hatte die Zinsen im Kampf gegen die Inflation erwartungsgemäß um 50 Basispunkte angehoben. Fed-Chef Jerome Powell schloss jedoch eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte in einer bevorstehenden Sitzung ausdrücklich aus und hatte den Anlegern damit die Angst vor einer aggressiven Straffung der Geldpolitik genommen.

Dickes Minus an US-Börsen mindert DAX-Gewinn kräftig
16:09 Uhr

Roter Handelsbeginn an der Wall Street

Blick-auf-das-Strassenschild-der-Wall-Street-Dort-sind-die-Anleger-von-der-kuenftigen-Geldpolitik-der-US-Notenbank-befluegelt
(Foto: John Minchillo/AP/dpa)

An den US-Börsen ist die Erleichterungsrally einen Tag nach dem Zinsentscheid der Notenbank Fed bereits wieder beendet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 1,3 Prozent auf 33.753 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um 1,6 Prozent auf 4230 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,4 Prozent auf 12.656 Punkte.

Investoren mussten eine Flut von Firmenbilanzen verarbeiten. Ein enttäuschender Ausblick brockte Etsy den größten Kurssturz seit neun Monaten ein. Die Aktien des auf Kunsthandwerk spezialisierten Online-Marktplatzes rutschten um mehr als 14 Prozent ab. Twitter zogen um 3,4 Prozent an. Tesla-Chef Elon Musk kommt bei der Finanzierung der insgesamt 44 Milliarden Dollar teuren geplanten Übernahme des Kurznachrichtendienstes voran.

Roter Handelsbeginn an der Wall Street
16:01 Uhr

Ölpreise ziehen stärker an

Die Ölpreise wieder deutlich zugelegt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Nachmittag 112,71 US-Dollar. Das waren 2,3 Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 2,7 Prozent auf 109,55 Dollar.

Am Vortag hatten die Ölpreise schon deutlich zugelegt. Auslöser war die Aussicht auf ein EU-Embargo auf russisches Rohöl. Die EU-Kommission schlägt vor, den Bezug russischen Erdöls als Sanktion wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine innerhalb eines halben Jahres auslaufen zu lassen. Die EU-Länder müssen dem Vorschlag aber noch einstimmig zustimmen, was noch nicht sicher ist.

In diesem Umfeld berät die Opec+ über ihre Förderstrategie. Es wird erwartet, dass der von Saudi-Arabien und Russland angeführte Verbund seinen Kurs moderater Produktionssteigerungen fortsetzt. Bislang sind trotz des Ukraine-Kriegs keine größeren Konflikte innerhalb der Opec+ festzustellen.

Brent Rohöl I

Ölpreise ziehen stärker an
15:47 Uhr

Nicht alle Unternehmen können höhere Preise weitergeben

Erst die Pandemie, dann der Ukraine-Krieg und nun auch noch eine galoppierende Inflation: Das Fahrwasser an den Börsen ist deutlich unruhiger geworden. Fondsmanager müssen sich daran orientieren und können nicht einfach auf die Konzepte aus dem Vorjahr vertrauen. Das liegt zuvorderst an den geänderten Rahmenbedingungen aufgrund der hohen Inflation. Manche Unternehmen können die gestiegenen Preise einfach so an die Kunden weitergeben, andere dagegen werden das nicht so einfach schaffen. Was Anleger aus der Situation machen können, bespricht Friedhelm Tilgen mit Hendrik Muhle von Gané.

Nicht alle Unternehmen können höhere Preise weitergeben
15:33 Uhr

Lithium-Produzent mit Superzahlen - Aktienkurs geht steil hoch

Ein Quartalsergebnis über Markterwartungen und die Aussicht auf sprudelnde Gewinne beschert dem Lithium-Produzenten Albemarle einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien des globalen Branchenschwergewichts steigen im vorbörslichen US-Geschäft um mehr als 13 Prozent. Im Sog von Albemarle rücken die Rivalen Livent, Lithium Americas und SQM bis zu 3,1 Prozent vor.

Lithium-Produzent mit Superzahlen - Aktienkurs geht steil hoch
15:10 Uhr

Bund lässt Gazprom-Germania-Speicher mit Gas befüllen

281142613
(Foto: picture alliance/dpa)

Die Bundesregierung lässt laut "Business Insider" Europas größten Gasspeicher von Gazprom Germania mit eigenem Gas befüllen. Laut Bundesnetzagentur werden seit heute täglich relativ kleine Mengen Gas in Rehden eingespeichert, die über eine Drittfirma besorgt werden.

"An der Beschaffung größerer Gasmengen für diesen Speicher wird intensiv gearbeitet. Ziel ist es, dass die Füllstandsvorgaben des Gasspeichergesetzes erreicht werden. Demnach soll die Speicher zum 1. Oktober zu 80 Prozent, zum 1. November zu 90 Prozent und am 1. Februar zu 40 Prozent gefüllt sein", zitiert das Portal die Behörde.

Bund lässt Gazprom-Germania-Speicher mit Gas befüllen
14:53 Uhr

Milliarden für Musk - Saudi-Prinz macht mit

imago0157232250h
(Foto: IMAGO/Pacific Press Agency)

Tesla-Boss Elon Musk hat sich nach eigenen Angaben für seine Twitter-Übernahme mehr als sieben Milliarden US-Dollar an frischen Mitteln gesichert. Wie Musk in einem Schreiben an die Behörden mitteilte, habe er von einer Gruppe von 19 Investoren, darunter Sequoia Capital, Larry Ellison und Vycapital Zusagen von rund 7,14 Milliarden Dollar bekommen, um den Eigenkapitalanteil seines Angebots zum Kauf von Twitter zu erhöhen.

Prinz Alwaleed Bin Talal Bin Abdulaziz Alsaud aus Saudi-Arabien habe sich ebenfalls verpflichtet, fast 35 Millionen Twitter-Aktien zu erwerben, um nach der Übernahme durch Musk weiterhin in das Unternehmen zu investieren.

Milliarden für Musk - Saudi-Prinz macht mit
14:33 Uhr

Etsy-Aktie geht schon vorbörslich baden

Ein enttäuschender Ausblick brockt Etsy den größten Kurssturz seit neun Monaten ein. Die Aktien des auf Kunsthandwerk spezialisierten Online-Marktplatzes fallen im vorbörslichen US-Geschäft um knapp zwölf Prozent. Das US-Unternehmen stellte für das laufende Quartal einen Handelsumsatz auf der Plattform von 2,9 bis 3,2 Milliarden Dollar. Ungeachtet der aktuellen Abkühlung des Geschäfts sei das Unternehmen strukturell stärker als vor Ausbruch der Pandemie, erklärte Analyst Sean Dunlop vom Research-Haus Morningstar. Er halte daher an seiner Kaufempfehlung fest.

Etsy-Aktie geht schon vorbörslich baden
14:12 Uhr

"Aktienmärkte haben mit Zins-Schreckgespenst gerechnet"

Der lange erwartete Entscheid der Fed wird nicht die letzte Zinsanhebung sein, die EZB steht zunehmend in Zugzwang. ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer fasst die Folgen des Zinsschrittes und die Reaktion an der Frankfurter Börse zusammen.

"Aktienmärkte haben mit Zins-Schreckgespenst gerechnet"
13:57 Uhr

Air France-KLM spart sich gesund - Aktionäre sind begeistert

Quartalsergebnisse über Markterwartungen und die Aussicht auf ein starkes Sommerreise-Geschäft haben Anleger zum Einstieg bei Air France-KLM ermuntert. Die Aktie der Fluggesellschaft verteuerte sich in Paris um bis zu 7,4 Prozent, kam dann wieder auf plus 2,4 Prozent zurück. Mit einem operativen Gewinn von 221 Millionen Euro habe das Unternehmen erneut positiv überrascht, loben die Analysten vom Vermögensverwalter Alliance Bernstein. Air France habe in den vergangenen Jahren "exzellente Fortschritte" bei den Einsparungen gemacht.

Air France-KLM spart sich gesund - Aktionäre sind begeistert
13:33 Uhr

Nun auch noch Probleme in Indien - Future auf Weizen steigt

Aus Furcht vor Ernte-Einbußen in Indien wegen der dortigen Hitzewelle decken sich Anleger mit Weizen ein. Der europäische Future stieg um 1,4 Prozent auf ein Zwei-Monats-Hoch von 392,75 Euro je Tonne. "Die sehr große Hitze in einigen indischen Anbaugebieten scheint die Ernten deutlich zu beeinträchtigen", sagt Analyst Tobin Gorey von der Commonwealth Bank. Dies mache die jüngsten Spekulationen um einen möglichen Exportstopp so brisant, weil Indien eines der wenigen Länder sei, dass noch ins Ausland liefere.

Nun auch noch Probleme in Indien - Future auf Weizen steigt
13:07 Uhr

Weitere Zinsanhebung in Großbritannien

Auch die britische Zentralbank hat den Leitzins weiter nach oben geschraubt. Die Bank of England erhöhte ihn um 25 Basispunkte auf 1,00 Prozent. Es war bereits die vierte Anhebung in Folge, mit der sie sich gegen den hohen Inflationsdruck im Vereinigten Königreich stemmt.

Weitere Zinsanhebung in Großbritannien
12:51 Uhr

Rüstungskonzern Hensoldt hat so hohen Auftragsbestand wie noch nie

Der Sensorspezialist und Rüstungskonzern Hensoldt ist dank neuer Großaufträge mit einem Auftrags- und Ergebniswachstum in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der Auftragsbestand ist so hoch wie noch nie. Vorstandschef Axel Salzmann kündigte an, um die Aufträge zuverlässig realisieren zu können, werde der Konzern in Produktion und Entwicklung investieren. Den Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte Hensoldt.

Im ersten Quartal generierte das Unternehmen aus Taufkirchen Aufträge im Volumen von 681 Millionen Euro nach 546 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Hensoldt nannte als Beispiele für die Bestellungen unter anderem vier TRS-4D-Radare für die Mehrzweckfregatten F126 der Deutschen Marine und einen Service-Vertrag für den Eurofighter. Der Auftragsbestand erreichte im ersten Quartal 5,509 Milliarden Euro nach 3,77 Milliarden Euro im Vorjahr.

Rüstungskonzern Hensoldt hat so hohen Auftragsbestand wie noch nie
12:25 Uhr

Warum der schwache Euro auch Vorteile bringt

Wer in der nächsten Zeit einen Trip in die USA plant, der muss noch tiefer in die Tasche greifen als ohnehin schon: Gegenüber des US-Dollars fällt der Euro auf ein Fünfjahrestief. Die schwächelnde Währung kann auf dem Weltmarkt aber auch gewisse Vorteile mit sich bringen.

Warum der schwache Euro auch Vorteile bringt
12:08 Uhr

Übernahme: Qantas langt tief in die Taschen

Die australische Fluglinie Qantas will mit der Übernahme der Alliance Aviation Services ihre Präsenz im Chartergeschäft wegen des boomenden Bergbaugeschäfts ausbauen. Qantas werde die verbleibenden 80 Prozent der Anteile für umgerechnet rund 417 Millionen Euro übernehmen, teilte das Unternehmen mit. "Der Rohstoffsektor wächst weiter, und jede neue Ausschreibung für Flugdienste wird sehr wettbewerbsintensiv sein. Es ist sehr sinnvoll für uns, uns mit Alliance zusammenzuschließen, um unser Dienstleistungsangebot zu verbessern", sagt Qantas-Chef Alan Joyce. Alliance-Aktionäre erhalten demnach 4,75 Australische Dollar pro Stück, was einem Aufschlag von mehr als 35 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs entspricht und den Charterdienst mit 764,5 Millionen Australische Dollar bewertet. Zum Vergleich: Qantas zahlte fast die Hälfte des aktuellen Angebots, um Anfang 2019 einen Anteil von 19,9 Prozent an Alliance zu erwerben. Alliance teilte separat mit, dass der Vorstand die Übernahme einstimmig empfohlen habe.

Übernahme: Qantas langt tief in die Taschen
11:59 Uhr

Experten für die nächsten Wochen pessimistisch

Egal ob Nasdaq oder S&P 500: Die Anleger halten sich zurück. Die Indizes sind 2022 so schlecht gestartet wie seit Jahren und Jahrzehnten nicht mehr. Die Euphorie, die noch in der Erholung nach dem Corona-Tief vorherrschte, ist verflogen. Netflix, Amazon und Co. enttäuschten die Anleger zuletzt mit ihren Wachstumsprognosen. Es gibt jedoch Instrumente, mit denen auch in einer solchen Situation Rendite möglich ist. Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley.

Experten für die nächsten Wochen pessimistisch
11:37 Uhr

US-Zins dürfte wohl doch stärker steigen als nun erwartet

109651026
So, oder so: Das letzte Wort hat die Fed-Spitze um Jerome Powell. (Foto: picture alliance/dpa)

Hmmm, ist der Optimismus an den Börsen unbegründet? Der Markt hat die Erwartungen an den US-Leitzins nach der Fed-Sitzung um einen halben Punkt heruntergenommen, auf nun 3,00 bis 3,25 Prozent im Juli des nächsten Jahres. Und doch könnte diese taubenhaftere Sicht fehl am Platz sein. Auch das Szenario eines 'soft landing' der US-Wirtschaft ist wenig realistisch.

Der Rohölmarkt deutet nämlich auf weitere Inflationsgefahren hin. Hier hat sich die Backwardation (dabei liegt der Terminkurs bei Fälligkeit/Verfall des Terminmonats unter dem aktuellen Kassakurs - d.R.) zuletzt weiter verstärkt, ein Zeichen zunehmender Knappheit. "Ein 'soft landing' ist der Fed nur in einem von vier Zinserhöhungszyklen gelungen", sagte ein Marktanalyst. Und das sei nahezu ausschließlich unter Alan Greenspan der Fall gewesen. Marktteilnehmer verwiesen auch auf US-Volkswirt Kenneth Rogoff. Dieser warne nun vor einem Leitzins von 5,00 Prozent.

US-Zins dürfte wohl doch stärker steigen als nun erwartet
11:25 Uhr

DAX nicht mehr ganz so dicke im Plus - China nervt

Was macht der DAX? Der Leitindex hat sich auch kurz vor Mittag von seiner grünen Seite gezeigt. Allerdings hat er einen Teil seines Gewinns wieder abgegeben. Der DAX notierte 1,2 Prozent höher bei 14.144 Zählern, damit entfernte er sich von seinem Tageshoch von 14.315 Punkten. Der EUROSTOXX50 stieg um ebenfalls 1,2 Prozent auf 3771 Stellen.

Für etwas Ernüchterung sorgte der Blick nach China, dort hat sich die Geschäftsaktivität der Dienstleister im April weiter verlangsamt. Der von Caixin ermittelte Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Servicesektor fiel auf 36,2 (März: 42,0) Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Pandemie im Februar 2020. Die Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus belastete die Kundennachfrage stark.

DAX nicht mehr ganz so dicke im Plus - China nervt
11:16 Uhr

Vertrauen sinkt: Chinas Null-Covid-Kurs verschreckt Investoren

Pekings rigorose Null Covid-Strategie ist vielen europäischen Unternehmen vor Ort zunehmend ein Dorn im Auge. Laut einer Studie der Europäischen Handelskammer in China und einer Unternehmensberatung sinkt das europäische Vertrauen in China als Wirtschaftsstandort.

Vertrauen sinkt: Chinas Null-Covid-Kurs verschreckt Investoren
10:54 Uhr

Bei Henkel wird der Rotstift rausgeholt

Bei Henkel tut sich was: Der Konsumgüterkonzern will mit dem Zusammenlegen der Consumer-Bereiche mittelfristig 500 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Das DAX-Unternehmen hat ein weiteres Portfolio mit einem Umsatz von insgesamt einer Milliarde Euro im Zusammenhang mit dem Verkauf oder der Einstellung der Geschäfte auf den Prüfstand gestellt.

Die Hälfte der geplanten Einsparungen durch die Verschmelzung der Consumer-Bereiche will Henkel in einer ersten Phase ab Ende 2023 erreichen. Dazu sollen aus heutiger Sicht 2000 Stellen weltweit abgebaut werden. Für die zweite Phase, die die Lieferkette betrifft, hat der Konzern noch keine Einsparziele und Restrukturierungskosten veröffentlicht. Dies soll laut Investorenpräsentation zu einem späteren Zeitpunkt geschehen. Die Henkel-Aktie notierte 0,8 Prozent höher.

Bei Henkel wird der Rotstift rausgeholt
10:35 Uhr

Aixtron-Aktie sehr schwach - Börsianer ratlos

Trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs im ersten Quartal drücken die Anleger bei Aixtron auf den Verkaufsknopf. Die Titel rutschen im MDAX um fünf Prozent ab und lagen damit am Index-Ende. Börsianer können sich den Kursrutsch nicht erklären. Bei einem Umsatzplus von 79 Prozent auf 88,6 Millionen Euro erreichte das operative Ergebnis (EBIT) des für die Chipindustrie produzierenden Anlagenbauers 14,2 Millionen Euro - nach einem Verlust von 0,7 Millionen im Vorjahr. Seit Jahresbeginn haben die Titel von Aixtron gut 36 Prozent zugelegt.

Aixtron-Aktie sehr schwach - Börsianer ratlos
10:18 Uhr

Deutz schreibt schwarze Zahlen

Der Motorenbauer Deutz hat im ersten Quartal unter dem Strich schwarze Zahlen geschrieben, bleibt jedoch bei seiner Jahresprognose vorsichtig. Von Januar bis Ende März habe das Unternehmen ein Nettoergebnis von 6,8 Millionen Euro erzielt nach einem Verlust von 0,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, teilten die Kölner mit. Der Konzern habe dabei unter anderem von Kosteneinsparungen profitiert, aber auch von einem höheren Absatz. Die Zahl der insgesamt verkauften Motoren sei um 30,3 Prozent auf 50.015 gestiegen. Deutz hatte bereits in der vergangenen Woche vorläufige Zahlen vorgelegt. Das Traditionsunternehmen bestätigte nun, dass das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) im Quartal auf 15,8 Millionen Euro nach 0,8 Millionen vor Jahresfrist gestiegen ist.

Deutz schreibt schwarze Zahlen
09:57 Uhr

Türkische Inflation knackt weitere bemerkenswerte Marke

Der Inflationsdruck in der Türkei hat im April weiter zugenommen. Laut Mitteilung der Statistikbehörde stiegen die Verbraucherpreise mit einer Jahresrate von genau 70 Prozent (Vormonat: 61,1) Prozent. Volkswirte hatte laut Factset-Konsens 67 Prozent erwartet. Den stärksten Anstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnete der Verkehrssektor, gefolgt von Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken sowie Einrichtungsgegenständen und Haushaltsgeräten, so die Daten von Turkstat.

Der starke Verfall der Lira Ende 2021, die Erhöhung der Energiepreise Anfang 2022 und der jüngste Anstieg der weltweiten Rohstoffpreise aufgrund des Krieges in der Ukraine haben die Inflation in die Höhe schnellen lassen. Den Angaben zufolge stiegen die Verbraucherpreise im April um 7,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, nachdem sie im März um 5,5 Prozent zugelegt hatten.

278207554
(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)
Türkische Inflation knackt weitere bemerkenswerte Marke
09:52 Uhr

"Reaktion auf die Fed-Sitzung ist erstaunlich"

Die Notenbanker begegnen der Inflationsrate in den USA mit einer historischen Zinsanhebung. Die US-Börsen starten nach der Entscheidung eine Kursrally. Eine Reaktion, die selbst unseren erfahrenen Börsenreporter Jens Korte erstaunt.

"Reaktion auf die Fed-Sitzung ist erstaunlich"
09:49 Uhr

Zwei Wirecard-Jahresbilanzen nichtig - Aktionären droht Ungemach

bf2f80b97c009c3d0a71bc931f9285d3
(Foto: dpa)

Die Bilanzen des zusammengebrochenen Zahlungsdienstleisters Wirecard aus den Jahren 2017 und 2018 waren nach Erkenntnissen des Landgerichts München I falsch. Das Gericht erklärte die Jahresabschlüsse aus den beiden Jahren und die Dividendenbeschlüsse der jeweiligen Hauptversammlungen damit für nichtig. Damit könnte Insolvenzverwalter Michael Jaffe, der das Urteil erwirkt hatte, die Dividenden für die beiden Jahre - zusammen rund 47 Millionen Euro - von den Aktionären zurückfordern.

Ob die fehlenden 1,9 Milliarden Euro, wie von Jaffe behauptet, nie existierten oder nur auf anderen Konten lagen, wie der damalige Vorstandschef Markus Braun vermutet, sei dabei unerheblich, sagte der Vorsitzende Richter Helmut Krenek. Wirecard habe in jedem Fall gegen die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung verstoßen. Die Wirtschaftsprüfer von EY hatten die Abschlüsse der beiden Jahre testiert.

Zwei Wirecard-Jahresbilanzen nichtig - Aktionären droht Ungemach
09:34 Uhr

Ifo: Unternehmen wollen massenhaft Preise erhöhen

In Deutschland wollen so viele Unternehmen wie noch nie ihre Preise erhöhen. Das Barometer für die Preiserwartungen erreichte im April mit 62 Punkten einen Rekordstand, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Im März waren es noch 55 Punkte. Immer mehr Unternehmen planen demnach, ihre Preise in den kommenden drei Monaten nach oben zu schrauben. "Die Inflation in Deutschland dürfte damit auch in den kommenden Monaten bei über 7 Prozent liegen", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Besonders hoch waren die Ifo-Preiserwartungen im Großhandel mit 79,3 Punkten, gefolgt vom Einzelhandel mit 75,4 Punkten und der Industrie mit 73,1 Punkten.

Ifo: Unternehmen wollen massenhaft Preise erhöhen
09:19 Uhr

Industrieaufträge brechen unerwartet stark ein

b17bee7d6ecb09dd84e8a3980a330ac0
(Foto: dpa)

Die deutsche Industrie hat im ersten Monat nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine einen unerwartet starken Auftragsrückgang erlitten. Die Unternehmen sammelten im März 4,7 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der stärkste Einbruch seit Oktober 2021. Experten hatten lediglich mit einem Minus von 1,1 Prozent gerechnet. Bereits im Februar waren die Bestellungen geschrumpft, mit minus 0,8 Prozent allerdings weit weniger stark.

"Damit zeigt sich im ersten Monat des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine bereits ein deutlicher Effekt der gestiegenen Unsicherheit auf die Nachfrage", kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die Entwicklung im März. Eine rasche Besserung wird nicht erwartet.

Industrieaufträge brechen unerwartet stark ein
09:02 Uhr

DAX hüpft nach Fed-Entscheid nach oben

Nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed ist der deutsche Aktienmarkt mit kräftigen Gewinnen in den Handel gestartet. Der DAX legte um 2,3 Prozent auf 14.293 Punkte zu. MDAX, SDAX und TECDAX gewannen zwischen 1,7 und 2,2 Prozent.

Den Auslöser für die Aufschläge lieferte die Fed, die die Leitzinsen wie erwartet um 50 Basispunkte angehoben hat. Erhöhungen von 75 Basispunkten, wie im Vorfeld für diese oder die nächste Sitzung teilweise erwartet, werden derweil nicht erwogen. "75 Basispunkte sind vom Tisch", so ein Händler. Sie seien auch für die kommenden Sitzungen nicht thematisiert worden. Der Markt setze nun auf ein "Soft-Landing-Szenario", auch wenn es hier weiterhin skeptische Stimmen gibt.

DAX hüpft nach Fed-Entscheid nach oben
08:48 Uhr

BMW verdient prächtig

BMW hat im ersten Quartal im Tagesgeschäft etwas besser abgeschnitten als gedacht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 12,1 Prozent auf 3,39 Milliarden Euro zu, wie der DAX-Konzern mitteilt. Die Münchener erzielten in der wichtigsten Sparte mit dem Autobau eine operative Gewinnmarge von 8,9 Prozent und damit mehr als von Analysten zuvor geschätzt. Ohne den Konsolidierungseffekt des mehrheitlich übernommenen chinesischen Gemeinschaftsunternehmens BBA hätte die Marge dank hoher Verkaufspreise sogar bei 13,2 Prozent gelegen.

Unter dem Strich fuhr BMW einen Nettoüberschuss von fast 10,2 Milliarden Euro ein und damit mehr als dreimal so viel wie vor einem Jahr. Das lag vor allem an einem Bewertungseffekt der bisher schon gehaltenen BBA-Anteile in Höhe von vorläufig 7,7 Milliarden Euro. Die Jahresprognose bestätigte das Management um Chef Oliver Zipse. Der Umsatz legte auch dank der Einbeziehung von BBA um 16,3 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro zu.

BMW verdient prächtig
08:45 Uhr

Shanghaier Börse schließt im Plus

Die Anleger in Asien haben trotz des Zinssprungs in den USA bei Aktien zugegriffen. Sie zeigten sich erleichtert darüber, dass die kommenden Zinserhöhungsrunden wohl nicht so heftig wie erwartet ausfallen werden.

Die Börse in Shanghai lag 0,8 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen notierte kaum verändert. Die Börsen in Japan und Südkorea blieben wegen eines Feiertags geschlossen.

Shanghaier Börse schließt im Plus
08:30 Uhr

Zalando liefert erneut Quartalsverlust

Zalando hat im ersten Quartal weniger umgesetzt und ist operativ und unter dem Strich in die roten Zahlen gerutscht. Dabei hat der Konzern die Kaufzurückhaltung der Kunden angesichts steigender Kosten gespürt. Die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigte der Berliner Online-Marktplatz für Mode nun am unteren Ende für Umsatz, Bruttowarenvolumen (GMV) und bereinigtes EBIT, die geplanten Investitionen sollen in vollem Umfang im laufenden Jahr durchgeführt werden, im Mai ist der Markteintritt in zwei neue Märkte geplant.

Im Quartal ergab sich ein bereinigter EBIT-Verlust von 51,8 Millionen Euro nach einem Gewinn im Vorjahr. Nach Steuern betrug der Verlust 61,3 Millionen Euro - nach einem Gewinn von rund 35 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 1,5 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro. Das Bruttowarenvolumen stieg um 1 Prozent leicht auf rund 3,18 Milliarden Euro.

Zalando liefert erneut Quartalsverlust
08:16 Uhr

DAX-Start mit Powell-Power

Nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Donnerstag höher starten. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex mit einem satten Aufschlag taxiert und notiert um die Marke von 14.300 Zähler, was einen Aufschlag von etwa 2,4 Prozent bedeutet.

Am Mittwoch hatte er 0,5 Prozent im Minus bei 13.970,82 Punkten geschlossen. Die US-Aktienmärkte reagierten mit deutlichen Kursgewinnen auf den größten Zins-Sprung der US-Notenbank seit Jahrzehnten. Die Fed hob den Schlüsselsatz am Mittwoch wie erwartet um einen halben Prozentpunkt an und signalisierte für die kommenden Monate weitere Schritte in dieser Größenordnung. Außerdem kündigte Notenbankchef Jerome Powell den Abbau der Wertpapierbestände seines Hauses an. Auf der Agenda der Anleger steht zudem der Zinsentscheid der Bank of England (BoE) am Mittag. Hier rechnen Investoren fest mit einer Erhöhung um einen Viertel Prozentpunkt. Allerdings könnte die Notenbank den Abbau ihrer Bilanz verlangsamen, sagte Analystin Tina Teng vom Brokerhaus CMC Markets.

Daneben hält eine erneute Welle von Firmenbilanzen Börsianer auf Trab. Neben dem Autobauer BMW und der Immobilienfirma Vonovia öffnen die weltgrößte Brauerei Anheuser Busch und die Großbank Societe Generale (SocGen) ihre Bücher.

Die "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, berät über ihre Produktionsmengen. Trotz einer möglichen Abkühlung der Weltwirtschaft wegen der Corona-Lockdowns in China werden Insidern zufolge die Quoten wie geplant um 432.000 Barrel pro Tag angehoben.

DAX-Start mit Powell-Power
08:04 Uhr

Kursrally an Asien-Börsen - dank Powell

Die Aktienmärkte in Ostasien und Australien zeigen sich mit Aufschlägen. Sie folgen damit der Wall Street, wo Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell zum Zinskurs der Fed für kräftige Kursgewinne gesorgt hatten. In Japan pausiert indessen der Handel feiertagsbedingt und auch in Südkorea hat die Börse geschlossen.

Die Fed erwäge aktuell keine Anhebung der Leitzinsen um 75 Basispunkte, teilte Powell nach der Zinsentscheidung am Mittwoch mit. Bei den Anlegern kam diese Aussage überaus gut an, wurde doch ein solcher "großer" Zinsschritt für Juni an den Märkten bereits eingepreist. Die US-Notenbank hatte ihre Geldpolitik zuvor wie erwartet gestrafft und den Leitzins um 50 Basispunkte angehoben.

In Hongkong legt der Hang-Seng-Index um 0,7 Prozent zu. Gestützt wird der Index von Technologiewerten. So rücken Alibaba um 1,9 Prozent vor und JD.com um 2,3 Prozent. Im chinesischen Kernland gewinnt der Shanghai-Composite nach einer dreitägigen Handelspause 1,1 Prozent. Auch hier stützen die Vorgaben der Wall Street. Neueste Konjunkturdaten belegen indessen erneut, dass die anhaltenden Corona-Ausbrüche und Lockdowns in China die Wirtschaftsentwicklung der zweitgrößten Volkswirtschaft erheblich belasten. So fiel der Caixin-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen im April auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Pandemie im Februar 2020.

Auch an der Börse in Sydney stützt die Kursrally an der Wall Street. Der S&P/ASX 200 legt 0,6 Prozent zu.

Kursrally an Asien-Börsen - dank Powell
07:47 Uhr

Nachfrageschub beflügelt Lufthansa

Die Lufthansa hat zum Jahresauftakt dank einer Erholung der Nachfrage und höherer Ticketpreise den Umsatz verdoppelt und den Verlust fast halbiert. Von Januar bis März verbesserten sich die Erlöse gegenüber dem coronabedingt sehr schwachen Vorjahreszeitraum auf 5,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilt. Operativ flog die Airline-Gruppe einen Verlust von 591 Millionen Euro ein, nach rund einer Milliarde vor Jahresfrist. Vom Unternehmen selbst befragte Analysten hatten einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro und ein bereinigtes Betriebsergebnis von 558 Millionen Euro prognostiziert.

Die Nachfrage habe sich in den vergangenen Wochen deutlich erholt, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Die Neubuchungen steigen von Woche zu Woche – bei den Geschäftsreisenden, aber ganz besonders bei Urlaubs- und Privatreisen."

Lufthansa

Der Konzern, zu dem neben den deutschen Airlines Lufthansa und Eurowings noch Swiss, Austrian und Brussels Airlines gehören, plant für das Gesamtjahr jetzt ein Angebot in Höhe von 75 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019 ein. Eine bezifferte Finanzprognose gab der MDax-Konzern weiterhin nicht ab, das Betriebsergebnis soll sich gegenüber 2021 verbessern.

Nachfrageschub beflügelt Lufthansa
07:29 Uhr

Kurssprung: Airbus rockt mit starkem Quartal

Mit sehr festen Kursen rechnen Marktteilnehmer bei Airbus nach den Zahlen. Nachbörslich zog der Kurs um fünf Prozent an und damit noch stärker als der DAX. Die Zahlen liegen alle deutlich über den Erwartungen. Den Ausblick hat Airbus bekräftigt: "Allerdings verweist Airbus auch darauf, dass das Umfeld noch herausfordernder geworden ist", sagt ein Marktteilnehmer. Insofern sei der Ausblick mit einem Fragezeichen behaftet.

Kurssprung: Airbus rockt mit starkem Quartal
07:16 Uhr

Ebay enttäuscht mit Ausblick

Der Onlinehändler Ebay zeigt sich für das laufende Quartal nicht so optimistisch wie von Experten erwartet. Der US-Konzern sagt einen Quartalsumsatz zwischen 2,35 und 2,4 Milliarden Dollar voraus. Experten hatten im Schnitt 2,54 Milliarden auf dem Zettel. Im abgelaufenen Vierteljahr lagen die Erlöse bei 2,48 Milliarden - dem Konzern zufolge ein Rückgang von sechs Prozent - und damit faktisch im Rahmen der Erwartungen. Die Entwicklung ist ein Hinweis darauf, dass die Ausgaben der Verbraucher zurückgehen und ein verschärfter Wettbewerb etwa mit Amazon Ebay zu schaffen macht. Ebay-Aktien gaben nachbörslich bis zu acht Prozent nach.

Ebay enttäuscht mit Ausblick
07:04 Uhr

Euro nach Fed-Entscheidung über 1,06er-Marke

Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 129,00 Yen und legt 0,1 Prozent auf 6,6134 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9714 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,0621 Dollar und notiert kaum verändert bei 1,0319 Franken. Das Pfund Sterling stagniert bei 1,2622 Dollar.

Euro / Dollar o

Euro nach Fed-Entscheidung über 1,06er-Marke
06:54 Uhr

Fed-Enscheid schiebt Asien-Börsen an

Die Anleger in Asien reagieren auf den Zinssprung der US-Notenbank Fed mit Erleichterung. Die Währungshüter hatten den Leitzins um einen halben Prozentpunkt angehoben. "Die Märkte schienen nach der Anhebung um 50 Basispunkte durch die Fed und Powells Kommentar, dass eine Anhebung um 75 Basispunkte derzeit nicht in Betracht gezogen wird, aufzuatmen", schreiben die Analysten der ANZ-Bank.

Der Shanghai Composite legt 0,6 Prozent zu. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verliert dagegen 0,1 Prozent. Die Börsen in Japan und Südkorea sind wegen eines Feiertags geschlossen.

Fed-Enscheid schiebt Asien-Börsen an
06:44 Uhr

Fed setzt das Zeichen

Angesichts rasant steigender Preise hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins so stark angehoben wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beschlossen einstimmig eine Erhöhung um einen halben Prozentpunkt auf die neue Spanne von 0,75 bis 1,00 Prozent. Experten hatten mit diesem aggressiven Schritt gerechnet, nachdem die Notenbank die Zinswende im März mit einer Erhöhung um einen Viertel Prozentpunkt eingeleitet hatte. Für die kommenden Monate erwarten Experten eine Serie weiterer kräftiger Anhebungen.

Die Inflationsrate in den USA hat im März mit 8,5 Prozent den höchsten Stand seit über 40 Jahren erreicht. Dadurch wird die Kaufkraft der Verbraucher geschmälert, womit eine gefährliche Lohn-Preisspirale in Gang kommen kann. Die Fed steht daher unter Zugzwang, die Zügel weiter kräftig anzuziehen.

Zudem beschlossen die Währungshüter in Washington, die in der Corona-Krise durch massive Anleihenkäufe auf fast neun Billionen Dollar angewachsene Fed-Bilanz ab Juni schrittweise einzudampfen. Damit wird den Finanzmärkten Liquidität entzogen.

Fed setzt das Zeichen
06:26 Uhr

Rekord-Zinsschritt, und nun? Das wird für den Dax heute wichtig

Am deutschen Aktienmarkt deutet sich nach der US-Zinsentscheidung am Mittwochabend zum Start in das Donnerstagsgeschäft ein Kurssprung an: Aktuell wird der DAX mit einem Aufschlag von fast 300 Zählern und Kursen um 14.260 Punkte taxiert. Der Markt reagiert damit wie die Wall Street mit Erleichterung und deutlichen Kursgewinnen auf den größten Zins-Sprung der US-Notenbank seit Jahrzehnten reagiert. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell hatten den Leitzins um einen halben Prozentpunkt angehoben. Dieser vergleichsweise aggressive Schritt entsprach den Erwartungen der Experten. Flankiert wird der Kampf gegen die Inflation von einem Abbau der in der Corona-Krise auf rund neun Billionen Dollar aufgeblähten Bilanz der Fed. Dies soll im Juni starten.

"Ein positives Zeichen ist, dass die heutige Zinsentscheidung einstimmig gefällt wurde", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Es war im Vorfeld durchaus damit zu rechnen, dass einzelne Fed-Mitglieder für einen noch größeren 75 Basispunkte Schritt stimmen würden." Dem erteilte Powell eine Absage: Ein solch großer Schritt werde gegenwärtig nicht erwogen. Das war nach Einschätzung mancher Händler auch der Grund dafür, dass die Märkte zum Handelsschluss so deutlich zulegten. Dagegen dürften bei den nächsten Zinssitzung weitere Erhöhungen um 50 Basispunkte auf dem Tisch liegen.

Im Tagesgeschäft schauen die Anleger noch einmal auf die zahlreichen Unternehmensbilanzen in der laufenden Berichtssaison. Im Dax öffnen Airbus, Zalando, Henkel und BMW ihre Bücher. Daneben dürften vor allem die Zahlen der Lufthansa, des Rüstungskonzerns Hensoldt, Lanxess oder des Motorenbauers Deutz interessieren. Geschätsberichte legen darüberhinaus Aixtron, Stratec, Manz, Elringklinger, Talanx und König & Bauer vor. Zudem präsentieren Societe Generale, Credit Agricole, Swiss Re, Arcelormittal, Anheuser-Busch Inbev, Shell, Air France-KLM, Conocophillips und Axa ihre Ergebnisse, während MTU, Viteso, Freenet, Siltronix und EnBW ihre Aktionäre zu Online-Hauptversammlungen einladen.

Auf der Konjunkturagenda stehen am Morgen Daten zur Entwicklung der Arbeitskosten in der EU sowie die deutschen Auftragseingänge an und die französische Industrieproduktion. In Großbritannien steht der Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe auf der Tagesordnung sowie die Sitzung der Bank of England inklusive Zinsentscheidung. Am Nachmittag folgen in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und Daten zur Produktivität ex Agrar. Der europäische Branchenverband ACEA veröffentlicht zudemZahlen zu den Pkw-Neuzulassungen.

Rekord-Zinsschritt, und nun? Das wird für den Dax heute wichtig