Donnerstag, 27. August 2020Der Börsen Tag

Heute mit Diana Böhm-Dittmer
17:52 Uhr

Dax und Dow gehen nach Powell-Rede getrennte Wege

131043316.jpg

Dem deutschen Markt liefert die US-Notenbank kaum Impulse.

picture alliance/dpa

Der deutsche Aktienmarkt ist am Nachmittag deutlich ins Minus gefallen. Der Dax schloss 0,7 Prozent leichter bei 13.094 Punkten. Die Fed hat das Inflationsziel von 2 Prozent zwar fallen gelassen und will sich nun an einem durchschnittlichen Inflationswert orientieren. Allerdings wird im Handel gemunkelt, der Markt zweifle daran, dass es der US-Notenbank tatsächlich gelingen werde, eine höhere Inflation zu generieren.

Offensichtlich sind die Börsianer in den USA da anderer Meinung. Der Dow lag bei Handelsschluss weiterhin mit knapp einem Prozent im Plus. Die Wall Street setzte damit auch heute ungehindert ihre Rekordjagd fort. Der Deutsche Aktienindex könne mit der Börse in New York nicht mithalten, schreibt CMC Market. Das Kursfeuerwerk an der Techbörse Nasaq am Vortag hatte dem Dax lediglich zum Handelsstart für etwas Feuer gesorgt.

"Die Gefahr der Rally an der Technologiebörse Nasdaq liegt nicht darin, dass sich eine zweite Dot.com Blase etabliert, denn dafür sind die Unternehmen heute ganz anders positioniert", schreibt CMC Markets.

Aber die sich immer weiter fortsetzende Spekulation sorge für eine "gigantische Bewertung der Unternehmen, die diese in Zukunft höchstwahrscheinlich nicht erwirtschaften können". Die Aktienkurse würden auf diesen Niveaus keine unternehmerischen Fehlentscheidungen mehr tolerieren.

Rechts noch der aktuelle Zertifikate-Check unserer TV-Kollegen als Anregung:

Das war der Börsen-Tag für heute. Es übernehmen die Kollegen von der Spät- und Nachtschicht. Morgen geht es an dieser Stelle munter weiter. Bis dahin!

17:07 Uhr

Historischer Schwenk: Wall Street feiert Powell-Rede

Im Gegensatz zu der Reaktion der europäischen Börsen gibt die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell der Rally an der Wall Street weiteren Schwung. Die US-Notenbank hat beim geldpolitischen Symposium von Jackson Hole einstimmig eine Änderung ihrer geldpolitischen Strategie beschlossen.

S&P 500
S&P 500 3.361,50

Die Notenbank verabschiedet sich damit von der fast drei Jahrzehnte verfolgten Methode, einer höheren Inflation durch frühzeitige Zinserhöhungen vorzubeugen. Volkswirte sprechen von einem historischen Schwenk der Fed.

Der Dow-Jones-Index gewinnt 1,0 Prozent auf 28.627 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legen um 0,6 bzw. 0,4 Prozent zu. "Das Thema Inflation ist meines Erachtens eines der wichtigsten, die es derzeit gibt", sagt Makrostratege Peter Schaffrik von RBC Capital Markets. Mit einer Änderung der Inflationsziele könnte die Fed Stimuliprogramme länger laufen lassen, selbst wenn die Wirtschaft anziehe und die Preise stiegen. 

16:50 Uhr

Powell-Rede zu neuer Geldpolitik verpufft im Dax

Die mit Spannung erwartete Rede von Fed-Präsident Jerome Powell hat nur kurz Akzente an den Finanzmärkten gesetzt. Powell hat erklärt, dass die Fed bei einer wirtschaftlichen Erholung eine Inflation von über 2 Prozent zulassen werde. Verbunden sei dies mit einer zukünftig flexiblen Preisniveausteuerung. Das langfristige Inflationsziel bleibe indes bei 2 Prozent.

Der Euro reagiert kurzzeitig mit kräftigeren Aufschlägen auf die Powell-Kommentare und steigt auf 1,19 Dollar, kann die Gewinne aber nicht halten. Auch der Goldpreis zieht kurz kräftiger an. An den Aktienmärkten reagieren die Kurse nur leicht. Am Nachmittag gibt der Dax 0,5 Prozent ab auf 13.123 Punkte, der Euro-Stoxx-50 kommt 0,4 Prozent auf 3340 Zähler zurück. Die Reaktion legen nahe, dass sich die Powell-Ankündigungen im Rahmen der Erwartungen bewegen.

16:02 Uhr

Strategieschwenk der Fed heizt Börsenrally an

Die Aussicht auf eine längere Zeit mit niedrigen Zinsen in den USA befeuert die Rekordjagd an den US-Börsen. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq legen jeweils 0,2 Prozent auf 3487 und 11.691 Punkte zu und markieren damit neue Bestmarken. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewinnt 0,4 Prozent auf 28.454 Punkte.

Die US-Notenbank Fed stellt mitten in der Corona- und Wirtschaftskrise ihre geldpolitische Strategie um und legt einen stärkeren Fokus auf den Arbeitsmarkt. Die von Fed-Chef Jerome Powell präsentierte Entscheidung bietet der Fed zugleich mehr Spielraum beim Ansteuern ihres Inflationsziels von zwei Prozent.

"Die US-Notenbank wird die Zinssätze auf absehbare Zeit, möglicherweise für mehr als fünf Jahre, fast bei Null halten, und sie wird der Inflation eher gelassen entgegensehen und sich sogar für einen bescheidenen Anstieg über ihr Ziel von zwei Prozent einsetzen", sagt Nigel Green, Chef des Vermögensverwalters deVere Group. "Das wird die Aktienrally weiter anheizen."


15:28 Uhr

US-Notenbank ändert Inflationskurs

Die US-Notenbank Fed ändert die geldpolitische Strategie. Das kündigte Zentralbankchef Jerome Powell an. Künftig werde die Fed eine Inflation von mehr als zwei Prozent zulassen, sagte er beim geldpolitischen Symposium der Kansas City Fed - besser bekannt als "Jackson Hole".

Bisher verfolgt die Fed einen recht übersichtlichen und klaren Zielkatalog. Zum einen soll sie für "maximale Beschäftigung" - also einen robusten Arbeitsmarkt - sorgen. Zum anderen soll sie "stabile Preise" anstreben. Seit einigen Jahren versteht die Fed darunter eine Inflationsrate von zwei Prozent. In diesem Ausmaß sollen jedes Jahr die Verbraucherpreise steigen, weil das eine Folge eines gesunden Wirtschaftswachstums ist.

Während die Fed ihr Beschäftigungsziel bis zum Ausbruch der Corona-Krise sehr gut erfüllt hat, hat sie ihr Inflationsziel in den vergangenen Jahren häufig verfehlt. Das führt zu dem sogenannten "Inflationsrätsel": Warum steigt die Inflation selbst bei hoher Beschäftigung und hohem Wirtschaftswachstum kaum mehr?

Die Antwort der Fed auf diese Entwicklung ist, dass sie ihr punktgenaues Inflationsziel aufgibt und stattdessen ein durchschnittliches Ziel anpeilt. Das bedeutet, dass die Fed ihre Geldpolitik umso länger locker halten muss, je länger sie ihr Inflationsziel verfehlt. Denn um das Durchschnittsziel zu erreichen, müsste die Fed Phasen zu niedriger Inflation durch Phasen höherer Inflation ausgleichen.

15:13 Uhr

Kapitalmarktstratege Oliver Roth zur Tech-Rally: "Die Gier ist ohnegleichen"

Und noch ein Beitrag unserer TV-Kollegen:

Seit seinem Crash-Tiefpunkt im März kennt der US-Technologie-Index Nasdaq 100 nur noch eins: den Weg nach oben. Die Stars aus dem Tech-Sektor erreichen immer weitere Rekorde. Das aber birgt Gefahren, sagt Kapitalmarktstratege Oliver Roth ntv.

 

14:53 Uhr

US-Wirtschaft schrumpft weniger als angenommen

Die US-Wirtschaft ist im Frühjahr etwas weniger stark abgestürzt als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 31,7 Prozent zurück, wie das Handelsministerium in Washington in einer zweiten Schätzung mitteilt. Eine erste Schätzung hatte noch ein Minus von 32,9 Prozent ergeben. Trotz der leichten Aufwärtskorrektur bleibt es ein historischer Konjunktureinbruch.

DAX
DAX 13.208,17

Ökonomen sehen die weltgrößte Volkswirtschaft inzwischen aber wieder auf Wachstumskurs. "Nach dem Einbruch im April hat die US-Wirtschaft seit Mai wieder deutlich zugelegt", heißt es in einer Analyse der Commerzbank.

Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Woche zum 22. August leicht abgenommen. Im Vergleich zur Vorwoche fiel die Zahl der Anträge auf saisonbereinigter Basis um 98.000 auf 1.006.000. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 1.000.000 vorhergesagt.

Am deutschen Aktienmarkt verpuffen die US-Konjunkturdaten. Der Dax notiert weiterhin 0,3 Prozent niedriger. Wichtiger noch als die Daten ist die in Kürze beginnende Rede von Fed-Präsident Jerome Powell.

14:25 Uhr

DSW: Wirecard-Aktionäre sollten Schadenersatz anmelden

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat Wirecard-Aktionäre aufgerufen, beim Insolvenzverwalter Schadenersatzansprüche anzumelden. Bei der Gläubigerversammlung im November gehörten die Aktionäre des Zahlungsdienstleisters "unbedingt mit an den Tisch", forderte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler.

Wirecard
Wirecard ,85

Sie müssten sogar "als größte Gläubigergruppe im Gläubigerausschuss vertreten" sein. Normalerweise zählen Aktionäre als Eigenkapitalgeber bei Firmenpleiten nicht zu den Gläubigern. Bei Wirecard sei das jedoch anders, sagte Tüngler: "Hier liegt bereits aufgrund einer Verletzung der Ad-hoc- und anderer Publizitätspflichten ein Schadenersatzanspruch seitens der betroffenen Aktionäre gegen die Gesellschaft vor." Er könne aber nur angemeldet werden, "wenn der konkrete Schaden in Euro definiert wird. Der einfache Hinweis darauf, dass es einen Anspruch auf Schadenersatz gibt, reicht nicht." Die Anleger müssten selbst aktiv werden, um ihre Interessen im Insolvenzverfahren zu wahren.

14:05 Uhr

EU sichert sich weitere mögliche Corona-Impfstoffeinheiten

Im Kampf gegen Corona hat sich die EU das Recht zum Kauf von bis zu 400 Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca gesichert. Der Vertrag mit dem Unternehmen sei nun unterschrieben, erklärte die EU-Kommission. Sie hatte den Deal bereits vor Wochen angekündigt.

AstraZeneca
AstraZeneca 94,93

Der noch nicht abschließend getestete Impfstoff könnte im Fall einer Zulassung für alle 27 EU-Staaten erworben und dann nach Einwohnerzahl und Bedarf verteilt werden. Auch Spenden an weniger wohlhabende Staaten seien denkbar. Die Kommission verhandelt mit weiteren Herstellern über ähnliche Verträge, darunter Sanofi und GSK, Johnson&Johnson, Curevac und Moderna. Über die Kosten sagt die Kommission nichts. Finanziert werden die Geschäfte über einen Krisen-Finanztopf, der mit 2,7 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt ausgestattet ist.

13:20 Uhr

Milliardeneinbußen für Tourismus im Großraum Paris

Die Tourismusbranche in Paris und im Umland der Hauptstadt hat massive Einbußen durch die Coronavirus-Pandemie erlitten: Im ersten Halbjahr betrug das Umsatzminus 6,4 Milliarden Euro zum Vorjahr, wie der Tourismusverband der Region Ile de France mitteilte. Die Zahl der Besucher brach auf gut neun Millionen ein - das waren nicht einmal halb so viele wie ein Jahr zuvor, als noch fast 24 Millionen Gäste gezählt wurden.

CAC40
CAC40 5.039,50

Im Juni und Juli blieb jedes zweite Hotel in Paris geschlossen. Den Angaben zufolge erzielte die Tourismusbranche in der Region Ile de France zwischen Januar und Juni nur 3,8 Milliarden Euro Einnahmen. Im ersten Halbjahr 2019 waren es noch 10,2 Milliarden Euro gewesen. Zwischen Mitte März und Mitte Mai galt in Frankreich eine weitgehende Ausgangssperre. Über den Sommer hatte sich der Tourismus in anderen Landesteilen Frankreichs zwar wieder etwas erholt, aber die nächste Stornowelle rollt - die Infektionszahlen steigen.

12:51 Uhr

Post-Chef: Corona ist nicht der Tod der Globalisierung

Post-Chef Frank Appel erwartet kein Ende der Globalisierung wegen der Corona-Krise. "In der Pandemie zeigt sich: Globalisierung ist nicht das Problem, sondern die Lösung", sagte der Vorstandsvorsitzende auf der virtuellen Hauptversammlung des Logistikkonzerns. 

Deutsche Post
Deutsche Post 39,45

Erst die Globalisierung ermögliche die weltweite Forschung nach einem Impfstoff gegen die Pandemie. Sie ermögliche aber auch die Versorgung der Menschen mit den Dingen des tägliche Bedarfs und helfe die wirtschaftlichen Folgen der Krise durch stabile Lieferketten und durch den Zugang zum Weltmarkt zu mildern.

Zwar könnten sich die Lieferketten nach Corona verändern - zum Beispiel dadurch, dass Hersteller ihre Produktion geografisch stärker verteilten, um weniger abhängig von einzelnen Länder zu sein. Doch das bedeute am Ende mehr globalen Austausch, nicht weniger, meinte Appel.

 

12:26 Uhr

Hochspannung vor Powell-Rede - ntv-Börsenexpertin Katja Dofel kommentiert

Am Finanzmarkt sind aktuell alle Blicke auf das Corona-bedingt virtuelle Zentralbanker-Treffen, das üblicherweise einmal im Jahr in Jackson Hole abgehalten wird, gerichtet. Mit besonderer Spannung wird die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell erwartet. Katja Dofel berichtet aus Frankfurt:

 

Mehr dazu lesen Sie hier.
12:08 Uhr

DIW-Chef hält möglichen zweiten Lockdown für vertretbar

Laut DIW-Chef Marcel Fratzscher wäre ein erneutet Lockdown wegen der Corona-Pandemie in Deutschland "aus wirtschaftspolitischer Sicht nicht unbedingt ein Fehler". Es sei für den langfristigen Schutz vieler Unternehmen besser, die zweite Infektionswelle schnell zu bekämpfen und so klein zu halten, "als wie in den USA langfristig große Probleme zu haben", sagte er der "Augsburger Allgemeinen".

"Nach einem kurzen zweiten Lockdown könnte man dann schneller wieder die Restriktionen lockern und zur Normalität zurückkehren." Ein solcher Schritt sollte aus seiner Sicht zwar im besten Fall vermieden werden - scheint derzeit aber nicht unwahrscheinlich: "Wenn die Infektionen weiter steigen, dann werden wir in Deutschland nicht um weitere Restriktionen herumkommen."

11:42 Uhr

Ist das die Dotcom-Blase 2.0?

Ob Tesla, Facebook, Amazon und Co.: Die Aktienkurse der Tech-Unternehmen steigen seit dem Corona-Lockdown im März immer höher. Die Nasdaq hebt regelrecht ab. Doch der Boom wird vielen immer unheimlicher. Sie fühlen sich an das Aktienfieber der New Economy Ende der 90er-erinnert. Unsere TV-Kollegen haben zum Thema etwas vorbereitet:

 

11:08 Uhr

Ifo sieht Trendwende auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Laut einer Ifo-Umfrage zeigt der deutsche Arbeitsmarkt "erste Signale für Neueinstellungen". Entlassungspläne würden zurückgefahren, erklärte das Forschungsinstitut. "Auf dem deutschen Arbeitsmarkt steht eine Trendwende bevor."

Das vom Ifo ermittelte Beschäftigungsbarometer stieg im August von 93,2 Punkten auf 95,4 Punkte. In der Industrie legte das Barometer demnach deutlich zu. Dennoch wollen hier laut Umfrage immer noch mehr Unternehmen Mitarbeiter entlassen als einstellen. Im Dienstleistungssektor gebe es erste Anzeichen für Neueinstellungen; insbesondere in der IT-Branche werden demnach neue Mitarbeiter gesucht.

10:14 Uhr

Schweizer Wirtschaft bricht massiv ein

Die Schweiz verzeichnet wegen der Corona-Krise einen heftigen Einbruch. Im zweiten Quartal schrumpft die Wirtschaftsleistung zum Vorquartal um 8,2 Prozent. Es ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnung von Quartalszahlen im Jahre 1980. In den ersten drei Monaten verzeichnete die Wirtschaft einen Rückgang um 2,5 Prozent.

Die Experten hatten allerdings für das zweite Quartal mit einem noch stärkeren Rückschlag um 9,0 Prozent gerechnet. Zum Vergleich: In Frankreich und Italien ist die Konjunktur mit 13,8 Prozent beziehungsweise mit 12,4 Prozent auch deutlich stärker eingebrochen. Auch  Deutschland verzeichnet im Quartalsvergleich mit 9,7 Prozent einen größeren Rückschlag.

09:30 Uhr

Ändert die Fed ihre Strategie? Anleger in Habachtstellung

Nach einer bislang starken Börsenwoche und vor der mit Spannung erwarteten Rede von Fed-Chef Jerome Powell wagen sich die Anleger wie erwartet nicht mehr aus der Deckung.

DAX
DAX 13.208,17

Der Dax notiert zum Auftakt 0,1 Prozent niedriger bei 13.176 Punkten.

Anleger hoffen, dass Powell erste Ergebnisse einer Strategieüberprüfung vorlegt, die ein noch längeres Festhalten an der Ultraniedrigzinspolitik ermöglichen könnte. Die Erwartungshaltung zusätzlicher Liquiditätsspritzen für die durch Covid-19 gebeutelte Wirtschaft ist hoch. Damit steigt aber auch das Enttäuschungspotenzial, sagt Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus. "Die wenigsten Marktteilnehmer dürften damit rechnen, von den Notenbanken im Stich gelassen zu werden." Es könnte also auch eine böse Überraschung geben.

Um 1,9 Prozent abwärts geht es für die Aktien des Dax-Neulings Delivery Hero. Der Essenslieferdienst baut sein Geschäft mit einem Zukauf im Nahen Osten aus. In der ersten Jahreshälfte rutschte das Unternehmen tiefer in die roten Zahlen, obwohl sich der Umsatz in der Corona-Krise verdoppelte.

Der heutige Börsen-Tag wird um 15:10 Uhr unbedingt ein Ohr dafür haben, wie Powell die wirtschaftlichen Aussichten der USA angesichts der längst noch nicht ausgestandenen Viruskrise einschätzt. Das normalweise in Jackson Hole (Wyoming) stattfindende jährliche Notenbanker-Symposium wird Corona-bedingt erstmals lediglich als virtuelle Videokonferenz stattfinden. Neue Impulse für den Markt könnten schon vorher die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe (14:30 Uhr) geben. Ansonsten könnte der Hurrikan Laura spannend werden. Er wurde mittlerweile auf Kategorie 4 hochgestuft und bedroht vor allem Texas und Louisiana. Dort sind wichtige Öl-Plattformen, Raffinerien und Verladestationen angesiedelt. Sollten sie nachhaltig beschädigt werden, könnten die Förderausfälle zu einer weiteren Verteuerung des Ölpreises führen. Guten Morgen, mein Name ist Diana Dittmer und ich begleite Sie heute durch den Börsen-Tag! Los geht's!

Mehr dazu lesen Sie hier.
08:27 Uhr

Afroamerikanische Landwirte wollen Verbot von Bayers Glyphosat-Mittel

Eine Gruppe von afroamerikanischen Landwirten strebt ein Verbot von Bayers glyphosathaltigem Unkrautvernichter Roundup oder eine neue Produktwarnung für das Herbizid an. Das geht aus einer Klage der National Black Farmers Association vom Vortag hervor. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, die afroamerikanische Landwirte und ihre Familien in den Vereinigten Staaten vertritt.

Bayer
Bayer 57,04

Afroamerikanische Landwirte könnten aufgrund ihrer niedrigeren Alphabetisierungsrate und eines schlechteren Internetzugangs vermutlich die Risiken von Roundup nicht so gut einschätzen, argumentierten die Anwälte der Organisation.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hatte sich im Streit um den angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Glyphosat im Juni in den USA mit einem Großteil der Kläger auf einen Vergleich geeinigt. Dafür muss Bayer aber tief in die Tasche greifen - für den Vergleich und mögliche künftige Fälle werden bis zu 10,9 Mrd. US-Dollar fällig. Damit seien etwa drei Viertel der insgesamt 125.000 eingereichten und drohenden Klagen vom Tisch, teilte Bayer damals mit.

In einem Statement von Bayer heißt es: "Bayer arbeitete mit Hunderten von Kanzleien, die etwa 125.000 Antragsteller vertreten, an einer Beilegung von Roundup-Verfahren, und zwar unabhängig vom ethnischen oder demographischen Hintergrund der Anspruchsteller. Dabei gelang es, circa 75 Prozent aller Ansprüche beizulegen. Jede Andeutung, dass Antragsteller, die schwarz sind, in diesem Prozess anders behandelt wurden als andere, ist völlig falsch.

Die Vorwürfe gegen Glyphosat hat der Konzern stets zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass Zulassungsbehörden weltweit das Herbizid bei sachgemäßer Anwendung als sicher bewerten. Auch die US-Umweltbehörde EPA gab Bayer dabei Rückendeckung und hatte Warnhinweise auf mögliche Krebsgefahren verboten.

08:06 Uhr

Delivery Hero übernimmt Online-Lebensmittel-Plattform im Nahen Osten

Der Dax-Neuling Delivery Hero setzt mit einem Zukauf auf den Online-Verkauf von Lebensmitteln. Das im Nahen Osten und Nordafrika tätige Unternehmen InstaShop mit einem Firmenwert von 360 Mio. US-Dollar sei übernommen worden, teilte der Essenslieferdienst heute mit.

Delivery Hero
Delivery Hero 90,66

Ziel sei es nun, neue Märkte zu erschließen. Im ersten Halbjahr weitete das in Berlin ansässige Unternehmen, das in der Corona-Krise viele neue Kunden gewonnen hat, seinen bereinigten Betriebsverlust (Ebitda) auf fast 320 Mio. Euro aus nach 171 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Erst Ende Juli hatte Delivery Hero, die ihr Deutschlandgeschäft an den Konkurrenten Takeaway.com verkauft haben, die Jahresprognose angehoben.

Instashop, gegründet 2015, ist laut Mitteilung profitabel. Im zweiten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen annualisiert einen Bruttowarenwert (GMV) von 300 Mio. US-Dollar, rund 330 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ebitda-Marge war positiv. Instashop ist in fünf Ländern vertreten - den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain, Ägypten und Libanon.

Der Online-Marktplatz ist nach den Angaben ein führender Marktplatz für Lebensmittellieferungen im Nahen Osten und Nordafrika, der mit etwa 1500 Anbietern zusammen arbeitet und sowohl terminierte als auch On-Demand-Lieferungen im Schnitt innerhalb von 45 Minuten ausführt.

07:37 Uhr

Dax tritt vor Rede von Fed-Chef Powell auf der Stelle

Heute wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge kaum verändert starten. Im Fokus steht eine wichtige geldpolitische Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell. Die Aussicht auf weitere Unterstützung durch die US-Notenbank hatte den Index am Vortag ein Prozent auf 13.190 Punkte steigen lassen.

Dax
Dax 13.208,17

Inmitten der Corona-Krise steht die US-Notenbank Fed vor dem Abschluss ihres Strategiechecks, der die Basis für eine längerfristig lockere Geldpolitik legen könnte. Die Aussicht auf einen Covid-19-Impfstoff Anfang 2021, in Verbindung mit sehr niedrigen Zinssätzen, die lange niedrig bleiben, treibe die Aktien in die Höhe, sagte Sam Stovall, Investment Stratege beim Finanzdienstleister CFRA in New York. Die Bilanzsaison klingt langsam aus.

Endgültige Zahlen zum ersten Halbjahr legt Dax-Aufsteiger Delivery Hero vor. Einblicke in die Bücher will auch der vor der Übernahme durch den französischen Luxusgüterkonzern LVMH stehende US-Juwelier Tiffany gewähren. Zudem stehen Zahlen des US-Kosmetikkonzerns Coty an.

07:00 Uhr

Tiktok-Chef nach wenigen Monaten zurückgetreten

Tiktok-Chef Kevin Mayer ist nach dem erheblichen politischen Druck auf die populäre Video-App aus dem Weißen Haus zurückgetreten. Die jüngste Entwicklung habe dazu geführt, dass der Posten eine andere Bedeutung haben würde als bei Mayers Verpflichtung geplant gewesen sei, teilte Tiktok heute mit. Die Video-App gehört zum chinesischen Bytedance-Konzern. US-Präsident Donald Trump hatte US-Geschäfte mit Tiktok untersagt, das Verbot soll Mitte September greifen.

Derzeit verhandelt der Software-Riese Microsoft über einen Kauf des Geschäfts von Tiktok in den USA und mehreren anderen Ländern. Der Amerikaner Mayer trat den Chefposten bei Tiktok erst vor wenigen Monaten an. Er kam vom Unterhaltungsriesen Disney. Dort galt er als Verantwortlicher für das Streaming-Geschäft lange als Kronprinz - zum neuen Konzernchef wurde aber der zuvor für die Freizeitparks verantwortliche Manager Bob Chapek berufen. Mayer wechselte kurz darauf zu Tiktok, wo er die globale Expansion anführen sollte. Als erste hatte die "Financial Times" über Mayers Rückzug berichtet.

Mehr dazu lesen Sie hier.
06:31 Uhr

Schwarze Liste in USA bremst asiatische Börsen

Nikkei
Nikkei 23.360,30

Die Börsen in Asien sind infolge neuer Spannungen zwischen China und den USA nach ihrer Rally zu Wochenbeginn vorsichtiger geworden. Die Regierung in Washington hatte nach einem militärischen Aufeinandertreffen im Südchinesischen Meer 24 chinesische Unternehmen auf die Schwarze Liste gesetzt. Doch die Anleger weltweit konzentrieren sich weiterhin auf die Liquidität, die von den Zentralbanken in die Märkte gepumpt wird.

Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, wird voraussichtlich heute einen flexibleren Ansatz für die Finanzpolitik skizzieren, einschließlich einer durchschnittlichen Inflationsrate von etwa zwei Prozent, die sehr niedrige Zinssätze über einen längeren Zeitraum ermöglicht. "Da die Spannungen zwischen den USA und China anscheinend kein großes Problem darstellen, bleibt die Flut der fiskalischen und monetären Unterstützung der überwiegende Rückenwind", sagte Rodrigo Catril, Senior FX-Stratege bei der Bank NAB.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,5 Prozent tiefer bei 23.187 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,5 Prozent und lag bei 1617 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,4 Prozent.