Mittwoch, 23. Mai 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:44 Uhr

Italien und Trumps Handelspoker: Anleger suchen Deckung

Anleger haben am Mittwoch europaweit die Risiken in ihren Portfolios zurückgefahren. Der Dax verlor bis Handelsschluss 1,5 Prozent auf 12.976 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gab 1,2 Prozent auf 3541 Punkte nach. "Die Anleger flüchten aus Risikoanlagen", sagte ein Händler.

Dax
Dax 15.257,04

Gefragt waren dagegen so genannte sichere Häfen. Aufwärts ging es zum Beispiel mit den Kursen deutscher Bundesanleihen. Auch der Goldpreis zog - besonders auf Euro-Basis - an. Negative Nachrichten kamen unter anderem von der Konjunkturseite. Die Eurozonen-Einkaufsmanagerindizes verfehlten die Erwartungen.

Geprägt wurde die Lage auch von Italien und den Handelsgesprächen der USA. Die Regierungsvorhaben der beiden system- und EU-kritischen Parteien in Rom könnten zu massiven Konflikten mit Brüssel führen. Unzufrieden gab sich derweil US-Präsident Donald Trump mit den Fortschritten bei den Handelsgesprächen mit China. Außerdem hat er nach den zuletzt schärferen Tönen eine Verschiebung oder gar eine Absage seines Gipfeltreffens mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un ins Gespräch gebracht.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,13

Der Euro litt vor allem unter den schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1703 US-Dollar. Zeitweise fiel der Euro mit 1,1699 Dollar auf den niedrigsten Stand seit November 2017.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1708 (Dienstag: 1,1794) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8541 (0,8479) Euro.

Der rasante Wertverfall der türkischen Währung setzte sich im Handelsverlauf fort.

Für einen Dollar mussten am Vormittag bis zu 4,92 Lira und für einen Euro bis zu 5,77 Lira gezahlt werden, und damit jeweils so viel wie noch nie.

Seit Beginn des Jahres hat die türkische Währung zum Euro etwa 25 Prozent an Wert verloren. Die türkische Notenbank unternahm am Mittwoch zunächst nichts gegen den anhaltenden Kursverfall. Die Devisenexperten der Commerzbank sprechen bereits von einer "Währungskrise".

Das war der Börsen-Tag für heute. Ab jetzt halten Sie unsere Spät-Redakteure auf dem Laufenden. Morgen geht es hier an dieser Stelle spannend weiter. Wenn Sie Zeit und Muße haben, empfehle ich Ihnen die Lektüre meines Kollegen Hannes Vogel zum Absturz der tükischen Lira.

17:03 Uhr

Commerzbank beschert Bankenrettungsfonds Gewinn

Der Kursanstieg der Commerzbank-Aktie hat dem staatlichen Bankenrettungsfonds einen Milliardengewinn beschert. Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS), der noch gut 15 Prozent an der zweitgrößten deutschen Privatbank hält, schloss das vergangene Jahr mit einem Überschuss von 1,46 Milliarden Euro ab, wie die Finanzagentur mitteilte.

Commerzbank
Commerzbank 6,30

2016 war nur ein Gewinn von 99 Millionen Euro übrig geblieben. Allein das Aktienpaket an der Commerzbank sorgte 2017 für einen Buchgewinn von 1,03 Milliarden Euro. Zudem konnte der FMS 634 Millionen Euro an Rückstellungen für die Verluste der FMS Wertmanagement auflösen. Diese soll die Vermögenswerte des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) schonend für den Steuerzahler abwickeln.

Der FMS war in der Finanzkrise eingerichtet worden, um das deutsche Bankensystem zu stabilisieren. Insgesamt beliefen sich seine Verluste Ende 2017 auf 21 Milliarden Euro.

Ende des vergangenen Jahres waren die Bank-Beteiligungen des FMS rund 2,6 Milliarden Euro wert. Kürzlich hatte der Fonds über die HRE einen Großteil seiner restlichen Anteile an der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) zu Geld gemacht und 287 Millionen Euro damit erlöst.

Wie viel letztlich von den Verlusten beim Steuerzahler hängen bleiben, wird sich erst bei der Auflösung des Fonds beziffern lassen. Im Wesentlichen hängt das auch davon ab, zu welchem Preis der Staat bei der Commerzbank wieder aussteigen kann.

16:45 Uhr

Bitcoin "halal": Londoner Moschee akzeptiert Kryptogeld

Ist Bitcoin haram (verboten) oder halal (erlaubt)? Die Antwort auf die zugegebenermaßen nicht ganz einfache Frage lautet: offenbar halal.

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Tütensuppen, die nach islamischen Speisevorschriften "halal" (türkisch "helal") sind, also rein und erlaubt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Shacklewell Lane Moschee in London akzeptiert immerhin künftig Spenden in Kryptowährungen. Sie ist die erste Moschee im Vereinigten Königreich.

Ob Kryptowährungen mit dem Islam konform gehen oder nicht, ist eine Frage, die das islamische Gesetz, die Scharia, regelt. Sie ist auf die Lehren des Korans abgestimmt. Hier gibt es im Finanzbereich bestimmte Dinge, die in jedem Fall haram - also verboten - sind. Dazu gehört etwa das Verlangen von Wucherzinsen (riba) oder auch die Investition in Unternehmen, die als haram aufgefasst werden.

Bitcoin
Bitcoin 54.111,75

Bitcoin ist nach diesen Richtlinien eindeutig halal. Eine Studie über Bitcoin als "Blockchain-Management-System" (BMS) und die Ansprüche des Islams an Banking und Finance ergab, dass Bitcoin als BMS mit dem Verbot von Riba durchaus konform gehen und die Prinzipien des Gemeinwohls (Maslaha) beachten kann, schreibt BTC Echo.

Der Autor der Studie kommt sogar zu dem Schluss, dass Bitcoin aufgrund seiner Besitzstrukturen besser zum Islam passen könnte als die Fiatwährungen der Zentralbanken.

16:22 Uhr

Trump unzufrieden mit China: Wall Street geht in Deckung

Zweifel an einem Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China belasten die Wall Street. Auslöser sind kritische Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump zu den Verhandlungen mit den Chinesen.

Trump signalisierte eine Kursänderung in den Gesprächen, da der bisherige Weg nicht erfolgversprechend sei. Bereits am Dienstag hatte er sich unzufrieden mit dem Verlauf der Beratungen gezeigt. Dies sorgte für Verunsicherung an den US-Aktienmärkten, die zum Wochenbeginn noch erleichtert auf eine zwischen Regierungsvertretern beider Seiten erzielte Grundsatzvereinbarung in der Handelspolitik reagiert hatten.

Börsianer warten zugleich auf die Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Zinssitzung der Notenbank Fed, von der sie sich weitere Hinweise auf die künftige Geldpolitik erhoffen. Marktökonom Peter Cardillo vom Wertpapierhändler Spartan Capital Securities rechnet damit, dass die Protokolle eher auf zügige Zinserhöhungen hindeuten dürften. "Die Kombination aus der Fed und den Handelssorgen wird heute für eine schwierige Sitzung sorgen", sagt er.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notiert 0,3 Prozent schwächer mit 24.744 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verliert 0,3 Prozent auf 2714 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite sinkt ebenfalls um 0,3 Prozent auf 7352 Stellen.

Der Geldanlage-Check thematisiert heute Italien:

 

15:39 Uhr

Griff nach dem Ölhahn? - Ölpreise geben nach

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Droht doch kein Ölpreisschock?

picture alliance / Jan-Philipp S

Spekulationen auf eine höhere Opec-Förderung drücken die Ölpreise.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 71,80

Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um ein Prozent auf 78,74 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete mit 71,68 Dollar 0,7 Prozent weniger.

Laut Insidern könnte die Opec bereits im Juni mit ihren Partnerländern wie Russland einen entsprechenden Beschluss fassen.

Hintergrund seien Befürchtungen, es könne wegen der Ausfälle von Iran und Venezuela zu Lieferengpässen kommen. Die US-Regierung habe zudem Bedenken geäußert, dass die Ölpreise zu stark gestiegen seien, sagten Branchen- und Opec-Insider.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 68,18

"Eine Erhöhung der Produktionsmenge würde keine Abkehr vom Kürzungsabkommen bedeuten", schrieb Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. "Denn aktuell produziert die Opec etwa 800.000 Barrel pro Tag weniger als laut Abkommen vereinbart."

Daher bestehe durchaus Spielraum zu einer Anhebung der Produktion, was einem weiteren Preisanstieg vorerst entgegenstehe.

Hier mehr zum befürchteten Ölpreisschock

14:52 Uhr

Italien peitscht Franken auf Zwei-Monats-Hoch

Die holprige Regierungsbildung in Italien sorgt am Mittwoch für einen Höhenflug des Franken gesorgt. Ein Euro sackte im Gegenzug auf knapp unter 1,16 Franken ab. Das ist der niedrigste Stand seit über zwei Monaten.

Franken / Euro
Franken / Euro ,96

Vergangene Woche notierte er noch bei fast 1,20 Franken. Auch zum Dollar legte der Franken zu. "Die Anleger haben Angst wegen Italien und ziehen ihr Geld ab. Das erinnert stark an die Euro-Krise. Es zeigt sich einmal mehr, das der Franken, wenn es in Europa nicht mehr rund läuft, die gesuchte Adresse ist", sagte ein Händler.

Das europakritische Bündnis aus der populistischen 5-Sterne-Bewegung und der rechtsextremen Lega hat den Wählern unter anderem ein Grundeinkommen, Steuersenkungen, höhere Sozialausgaben und die Rücknahme der Rentenreform versprochen.

All das würde Milliarden kosten und die Finanzen des schon hoch verschuldeten Italien weiter belasten. Vertreter von EU und EZB haben das Land aufgefordert, die Haushaltsregeln einzuhalten und die Schulden zu senken.

14:33 Uhr

Ausverkauf bei Italien-Bonds: EU warnt vor Ansteckung

Aus Angst vor einem harten Konfrontationskurs der künftigen italienischen Regierung gegen die EU haben die Anleger auch am Mittwoch Staatsanleihen des Landes aus ihren Depots geworfen.

10-jährige italienische Staatsanleihen
10-jährige italienische Staatsanleihen 109,80

Entsprechend zogen die Renditen der zehnjährigen Staatspapiere und damit die Refinanzierungskosten des hoch verschuldeten Landes auf ein 14-Monats-Hoch von 2,45 Prozent an, nachdem es am Dienstagabend noch 2,33 Prozent waren.

Die EU-Kommission warnte vor Ansteckungsgefahren in der Euro-Zone. Auch viele Investoren sehen dieses Risiko, weshalb in den vergangenen Tagen die Renditen der spanischen und portugiesischen Staatsanleihen leicht anzogen.

"Italien ist die Achillesferse der Euro-Zone", fasst Analyst Eugen Keller vom Bankhaus Metzler die Stimmung zusammen. Die Renditen der spanischen und portugiesischen Staatsanleihen lagen mit 1,4 beziehungsweise rund zwei Prozent deutlich unter der ihrer italienischen Pendants. Anfang Mai waren sie mit 1,3 beziehungsweise 1,68 Prozent aber noch erheblich niedriger.

Warum Italien so gefährlich für die Euro-Zone ist, lesen Sie hier

13:39 Uhr

Währungskrise? - Türkische Lira fällt ins Bodenlose

Die türkische Lira stürzt auf immer neue Rekordtiefs.

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 12,43

Die US-Devise kostet mittlerweile 4,7683 Lira. Am Dienstag war sie noch mit 4,6738 Lira aus dem Handel gegangen.

Für Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann ist der exponentielle Verlauf des Kurses der türkischen Lira ein deutliches Symptom einer Währungskrise. Genau in einer solchen befinde sich die türkische Währung.

Natürlich leugne eine Regierung in solch einer Phase die Tatsachen und mache "böse ausländische Spekulanten" für die Lage verantwortlich. Der finale Akt seien dann Kapitalverkehrskontrollen, so der Experte weiter.

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Erdogan feuert die Lira-Krise zusätzlich an.

(Foto: dpa)

Die Lira befindet sich seit Monaten auf Talfahrt. In nur einem Monat verlor sie 14 Prozent ihres Werts. Für Besorgnis sorgen

  • das hohe Leistungsbilanzdefizit und die Inflation von knapp elf Prozent.
  • Für zusätzliche Unruhe sorgte Präsident Recep Tayyip Erdogan, als er vergangene Woche sagte, dass er nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Juni die Geld- und Wirtschaftspolitik stärker kontrollieren wolle.

Die Ratingagentur Fitch warnte nun, "eine explizite Drohung zur Einschränkung der Unabhängigkeit der Zentralbank" führe zu erhöhter Unsicherheit. Es bestehe die Gefahr, dass die Wirtschafts- und Währungspolitik nach den Wahlen weniger vorhersehbar würden.

Erdogan drängt die Zentralbank seit langem, die Zinsen zu senken, obwohl nach Ansicht von Ökonomen eine deutliche Anhebung notwendig wäre, um den Verfall der Währung zu stoppen.

Mehr zum Thema liefert demnächst mein Kollege Hannes Vogel.

12:38 Uhr

Trumpsche Krankheit: Dax rutscht unter 13.000

Die Laune am Aktienmarkt ist im Keller. Neben unerwartet schwachen Konjunkturdaten (siehe auch Eintrag um 12:27 Uhr) sorgen auch Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Verhandlungen mit China wegen des Handelskonflikts erst am Anfang stünden, für Verunsicherung.

Ferner senden das von Trump in Frage gestellte Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sowie die antieuropäische Haltung der neuen italienischen Regierung negative Impulse. Hier und hier mehr zum Thema

Der Dax sackt unter die Marke von 13.000 Punkten und notierte zuletzt 1,55 Prozent tiefer bei 12.969 Zählern. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, fällt 0,9 Prozent auf 26.720 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verliert 1,2 Prozent auf 2784Punkte.

Die TV-Kollegen haben Dirk Müller gefragt, welche Vorboten eine mögliche neue Finanzkrise ankündigen und wo in der Welt die größten Risiken lauern?

 

12:16 Uhr

IWF: Höherer Ölpreis ist kein Allheilmittel für Saudis

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Mit 80 Dollar je Fass Öl kommt die Regierung in Riad angeblich gut zurecht.

picture alliance / dpa

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rät Saudi-Arabien trotz steigender Öleinnahmen von höheren Staatsausgaben ab.

  • "Einen ausgeglichenen Haushalt für 2023 anzustreben ist angemessen", sagte IWF-Experte Tim Callen nach mehrtätigen Konsultationen mit der Regierung.
  • "Sie sollte sich jetzt darauf konzentrieren, diese Ziele zu erreichen." Dazu werde eine Begrenzung der Staatsausgaben notwendig sein.
  • Angesichts steigender Ölpreise sollte die Regierung der Versuchung widerstehen, die Staatsausgaben parallel dazu hochzufahren.
Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 68,18

Der Ölpreis liegt derzeit bei rund 80 Dollar je Fass. Noch Mitte Februar waren es lediglich 65 Dollar. Die Regierung strebt an, die Abhängigkeit vom Ölgeschäft zu senken und will den Wirtschaft dazu umbauen. Sie will deshalb beispielsweise verstärkt in den Schiffbau und in den Tourismus investieren und dazu einen öffentlichen Investmentfonds nutzen.

Hier mehr zum Thema

11:45 Uhr

Steinhoff kämpft weiter ums Überleben

Der südafrikanisch-deutsche Möbelkonzern Steinhoff kommt bei seiner Entschuldung ein Stück voran.

Die Afrika-Tochter STAR (Steinhoff Africa Retail) hat ein Gesellschafterdarlehen ihres Großaktionärs über 16 Milliarden Rand (1,08 Milliarden Euro) zurückgezahlt und sich als Ersatz 18 Milliarden Rand bei mehreren südafrikanischen Banken besorgt, wie beide Unternehmen mitteilten.

Der Einzelhandelsriese STAR, an dem Steinhoff 71 Prozent hält, finanziert sich damit künftig selbst. Die STAR-Aktie legte in Johannesburg sieben Prozent zu.

Seit Jahresbeginn habe man umgerechnet zwei Milliarden Euro an Schulden in Afrika getilgt, teilte Steinhoff mit. Damit habe man dort praktisch keine Schulden mehr. 

Insgesamt lastet auf dem Konzern mit Sitz in Stellenbosch bei Kapstadt, dessen Wurzeln in Westerstede bei Bremen liegen, aber noch eine Schuldenlast von zehn Milliarden Euro, die ihn zu erdrücken droht. Nach einem durch mutmaßliche Bilanz-Unregelmäßigkeiten ausgelösten Kurssturz ringt Steinhoff seit Ende des vergangenen Jahres ums Überleben.

11:19 Uhr

Foxconn plant Börsengang der Superlative

In China bahnt sich der größte Börsengang des Landes seit drei Jahren an.

Foxconn (Hon Hai)
Foxconn (Hon Hai) 6,55

Der Apple-Zulieferer Foxconn will seine Automatisierungs-Tochter Foxconn Industrial Internet an die Börse bringen und dabei 27,1 Milliarden Yuan (rund 3,6 Mrd Euro) einnehmen.

Dafür sollen 1,97 Millionen Papiere zum Preis von je 13,77 Yuan angeboten werden, wie aus einem bei der Börse in Schanghai eingereichten Prospekt hervorgeht. Damit würde das Unternehmen mit rund 43 Milliarden Dollar bewertet - und damit mehr als beispielsweise das Online-Auktionshaus Ebay.

Foxconn Industrial Internet bietet Firmen Lösungen zur Automatisierung und Datenverarbeitung an, ein boomendes Geschäft, das auch unter dem Schlagwort "Industrie 4.0" bekannt ist. Der Mutterkonzern ist über die Holding Hon Hai Precision Industries in Taiwan an der Börse notiert.

10:53 Uhr

Norwegens Zentralbank diskutiert Digitalwährung

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Der Anfang vom Ende des Bargelds?

picture alliance / dpa

Die norwegische Zentralbank Norges Bank denkt darüber nach, eine eigene digitale Währung einzuführen. Eine Arbeitsgruppe der Zentralbank veröffentlichte ein Arbeitspapier, in dem mögliche Wege und rechtliche Konsequenzen diskutiert werden.

Die Arbeitsgruppe hat drei mögliche Anwendungsfälle für eine digitale Währung identifiziert: Einmal die Bereitstellung einer öffentlichen und risikolosen Alternative zu Einlagen von Privatbanken, als unabhängige Ergänzung zum bestehenden elektronischen Zahlungsverkehr sowie als Sicherung des Bestehens eines gesetzlichen Zahlungsmittels.

In dem Paper heißt es:

"Die Norges Bank wird nach wie vor Bargeld ausgeben, solange dafür eine Nachfrage besteht. Aber wenn die Nutzung von Bargeld abnimmt, könnte eine digitale Zentralbankwährung eine Alternative sein, um Geld zu transferieren."

10:27 Uhr

Konjunktur wächst schwächer: Dax und Euro sacken ab

Das Wachstum in der Eurozone hat im Mai zum vierten Mal in Folge nachgelassen. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 54,1 Zähler von 55,1 im Vormonat, wie das IHS Markit Institut im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Das ist der tiefste Stand seit anderthalb Jahren. Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 54,8 Punkte vorhergesagt.

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Das langsameres Konjunkturwachstum drückt die Märkte.

(Foto: picture alliance / Bodo Schackow)

Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes sank auf 55,5 Punkte von 56,2 im Vormonat. Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 56,0 Zähler prognostiziert. Der Index für den Servicesektor fiel auf 53,9 Punkte von 54,7 im Vormonat. Ökonomen hatten einen Stand von 54,5 Punkte erwartet.

Der deutsche Aktienmarkt reagiert mit Abschlägen auf die unerwartet schwachen Zahlen. Der Dax fällt zwischenzeitlich unter die Marke von 13.000 Punkten. Zuletzt notiert er 1,2 Prozent tiefer bei 13.004 Zählern.

EuroStoxx50
EuroStoxx50 4.089,58

Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, fällt um 0,9 Prozent auf 26.731 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßt 0,9 Prozent ein auf 2792 Punkte. Für den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 geht es 1,1 Prozent auf 3544 Punkte abwärts.

Der Euro sackt nach dem schwächeren  Wirtschaftswachstum auf ein frisches Sechs-Monats-Tief. Die Gemeinschaftswährung fällt um bis zu 0,5 Prozent auf 1,17 Dollar.

Zur Einordnung der schwachen Zahlen erklärt IHS-Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson: "Die Mai-Indizes brachten eine Reihe enttäuschender Ergebnisse, doch bei der Interpretation der Daten ist weiter Vorsicht angesagt".

"Denn während in den vorigen Monaten ganz unterschiedliche Faktoren wie die extreme Witterung, Streiks, Krankheiten und das frühe Ostergeschäft das Wachstum dämpften, wirkte sich im Mai vor allem die ungewöhnlich hohe Anzahl an Feiertagen negativ aus."

10:12 Uhr

DIHK: Merkel muss China zu mehr Marktöffnung drängen

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, sich bei ihrem Besuch in China am Donnerstag und Freitag für eine weitere Öffnung des chinesischen Marktes einzusetzen.

"Die Kanzlerin muss weiter darauf drängen, dass deutsche Unternehmen in China einen gleichberechtigen Zugang zum Markt und zu öffentlichen Ausschreibungen bekommen wie chinesische Unternehmen hierzulande", sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Zeitpunkt sei wichtig: China sei zum zweiten Mal in Folge Deutschlands wichtigster Handelspartner, betonte Dercks.

"Laut einer aktuellen DIHK-Umfrage bei den deutschen Unternehmen in China sehen allerdings 41 Prozent der Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen vor Ort als Risiko für die eigenen Geschäfte", sagt der Hauptgeschäftsführer. Die Unternehmen seien unter anderem durch das Cybersicherheitsgesetz und das im Laufe dieses Jahres erwartete Exportkontrollgesetz verunsichert.

09:40 Uhr

BIZ-Chef: Zügige geldpolitische Wende ist ein Muss

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Das Timing der geldpolitischen Wende ist ein Drahtseilakt für die Zentralbank.

picture alliance / Frank Rumpenh

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mahnt dazu, trotz einer gewissen Abkühlung der globalen Konjunktur und der Unsicherheit wegen der Handelsstreitigkeiten am allmählichen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik festzuhalten. "Die Zentralbanken sollten sich jetzt von diesem vorsichtigen Normalisierungskurs nicht abbringen lassen", sagt BIZ-Chef Agustin Carstens im Interview der "Börsen-Zeitung".

Ein zu später und zu langsamer Ausstieg berge "große Gefahren", sagte Carstens. "Wenn die Zentralbanken allzu lange mit der Wende warten, steigt nur die Gefahr, dass sie später umso abrupter und aggressiver gegensteuern müssen."

Zugleich warnte Carstens die Währungshüter weltweit eindringlich vor Experimenten mit dem weit verbreiteten Inflationsziel von 2 Prozent und einem Verlust der Glaubwürdigkeit. Zu den Debatten, nach Jahren unterhalb des Zielwerts von 2 Prozent nun ein Überschießen zu tolerieren oder gar anzustreben, sagte Carstens: "Es braucht Jahre, bis Glaubwürdigkeit aufgebaut ist, aber es braucht nur eine sehr kurze Zeit, um diese Glaubwürdigkeit zu zerstören."

09:24 Uhr

Trump lässt Dax-Anleger das Weite suchen

Die Rally am deutschen Aktienmarkt gerät zur Wochenmitte ins Stocken. Der Dax sackt zu Handelsbeginn 0,6 Prozent auf 13.082 Punkte.

Dax
Dax 15.257,04

Anleger sind nervös, nachdem US-Präsident Donald Trump sich unzufrieden mit dem Stand der Handelsgespräche mit China gezeigt hat. Die USA und China hatten zu Wochenbeginn nach monatelangen gegenseitigen Zolldrohungen eine Grundsatzvereinbarung geschlossen.

"Vielleicht waren die Märkte am Montag zu optimistisch", sagt Analyst Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Bei zahlreichen Fragen gebe es noch keine Fortschritte, etwa beim Schutz geistigen Eigentums. Hier mehr zum Thema

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Ebenfalls auf die Stimmung drückt, dass Trump das geplante Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber infrage stellte. "Wenn das Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un wirklich scheitert, steht wieder alles auf Anfang", betonte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Hier mehr zum Thema

Weiter im Fokus bleibt auch die holprige Regierungsbildung in Italien. Der Euro notiert mit 1,1744 Dollar rund 0,3 Prozent schwächer. Hier mehr zum Thema

08:10 Uhr

Ölpreise klettern vorerst nicht weiter

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 68,18

Die Ölpreise haben ihren Höhenflug zumindest unterbrochen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juli kostete zuletzt 79,02 US-Dollar. Das waren 55 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 32 Cent auf 71,88 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung, nachdem der US-Ölpreis am Vortag noch den höchsten Stand seit November 2014 erreicht hatte. Der Brent-Preis hatte ein neues Hoch seit Ende 2014 nur knapp verfehlt.

Zuletzt hatten neue Sanktionen der USA gegen das wichtige Förderland Venezuela den Ölpreisen Auftrieb verliehen. Den Preisrückgang am Morgen erklärten Händler auch mit einem etwas stärkeren US-Dollar. Der verteuert Rohöl in Ländern außerhalb des Dollarraums und bremst somit die Nachfrage nach dem Rohstoff. Am Nachmittag dürften neue Daten zu den US-Ölreserven und zur Fördermenge in den USA für neue Impulse am Ölmarkt sorgen.

07:44 Uhr

Dax ohne Drang nach oben

Dax
Dax 15.257,04

An Europas Börsen rechnen Anleger zur Wochenmitte mit einem kleinen Rücksetzer. "Die Investoren werden auf dem erreichten Niveau etwas vorsichtiger", sagt ein Marktteilnehmer. Das zeigt sich unter anderem am anziehenden Yen. Vor allem die US-Politik sorge für Verunsicherung. Die aktuelle Nachrichtenlage liefere keine Argumente, Geld an den Aktienmärkten zu investieren.

Nachdem die Wall Street im späten Handel etwas deutlicher unter Druck geraten war, wird auch mit steigender Abgabebereitschaft in Europa gerechnet. So sieht IG den Dax am Morgen 20 Punkte leichter bei 13.149 Punkten. Der Euro notiert mit 1,1762 Dollar gegenüber dem Vortag kaum verändert.

Mehr dazu lesen Sie hier.
06:27 Uhr

Anleger stehen in Tokio wegen Trump auf der Bremse

Nach den skeptischen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über die Handelsgespräche mit China gehen Anleger in Tokio in Deckung. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert mit 22.929 Punkten 0,1 Prozent im Minus. Der breiter gefasste Topix-Index liegt kaum verändert bei 1809 Zählern.

Zu Wochenbeginn hatten Entspannungssignale im Handelsstreit den Märkten in Asien noch merklich Auftrieb gegeben. Nur einen Tag später hatte Trump dann gesagt, die Gespräche mit China seien erst am Anfang.

"Vielleicht waren die Märkte am Montag zu optimistisch", sagt Analyst Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities: "Die Wahrheit ist, die Gespräche zwischen den USA und China laufen noch." Bei zahlreichen Fragen gebe es noch keine Fortschritte, etwa beim Schutz geistigen Eigentums. Ebenfalls auf der Stimmung lasteten Händlern zufolge die kritischen Kommentare Trumps zum geplanten Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Wenn bestimmte Bedingungen nicht erfüllt seien, könne das am 12. Juni in Singapur geplante Treffen auch ausfallen oder verschoben werden, hatte er gesagt.

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