Mittwoch, 28. August 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:52 Uhr

Brexit, Handelsstreit, Italien: Anleger scheuen Risiken

Die europäischen Aktienmärkte haben zur Wochenmitte Federn gelassen. Vor allem die Entwicklung in Großbritannien drückte auf die Kurse. Die Nachricht, das britische Parlament könne in den Zwangsurlaub bis Mitte Oktober geschickt werden, weckte Ängste vor einem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ohne Vertrag und all den damit verbundenen ökonomischen Erschütterungen.

DAX
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Im Hintergrund schwelt zudem immer noch der US-chinesische Handelsstreit. Immer mehr Beobachter gehen davon aus, dass er bis zu den US-Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr noch nicht gelöst sein könnte.

Der Dax machte bis Handelsschluss etwas Boden wieder gut und schloss 0,2 leichter auf 11.701 Punkten, der Euro-Stoxx-50 stoppte seine Erholung kurz vor dem grünen Bereich bei 3376 Zählern.

Mit Blick auf Italien ist eine Koalition aus 5-Sterne-Bewegung und der sozialdemokratischer Oppositionspartei PD mittlerweile eingepreist. "Ein Scheitern der Verhandlungen auf der Zielgeraden würde daher zu heftigen Kursverlusten sowohl bei italienischen Aktien als auch bei italienischen Staatsanleihen führen", sagte ein Händler.

Am Anleihemarkt wurden italienische Staatsanleihen gekauft, als sei die Koalition bereits in trockenen Tüchern: Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen fiel unter 1 Prozent und damit auf Rekordtief. Auf der anderen Seite notierte das Gold in Euro bei 1395,77 auf Rekordhoch.

Während die Risikoaversion an den Aktienmärkten stieg, waren vor allem Aktien aus dem Sektor der defensiven Konsumgüter des täglichen Bedarfs gesucht: Im Dax notierten Henkel und Beiersdorf im Plus, letztere zwischenzeitlich auf Allzeithoch mit 113,70 Euro. Die Titel profitierten auch von einem Analysten-Kommentar, JP Morgan soll den Wert auf die "European Best Ideas List" genommen haben.

Und das haben unsere TV-Kollegen für Sie vorbereitet:

 

17:21 Uhr

US-Rohöllagerbestände schrumpfen stärker als erwartet

Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 23. August deutlich stärker verringert als erwartet. Sie fielen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 10,027 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Analysten hatten nur einen Rückgang um 2,3 Millionen Barrel vorhergesagt.

In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 2,732 Millionen Barrel reduziert. Bei den bereits am Vortag veröffentlichten Daten des privaten American Petroleum Institute (API) schrumpften die Bestände um 11 Millionen Barrel.

17:08 Uhr

E-Autos sollen 2022 im VW-Werk Emden vom Band laufen

Volkswagen investiert rund eine Milliarde Euro für den Umbau des Emder Werkes zum Produktionsstandort von E-Autos. Diese sollen von 2021 an auf Basis der Elektroauto-Plattform MEB ausgerüstet werden und 2022 vom Band laufen, wie der Konzern mitteilt. Spätestens 2025 soll die Marke VW mehr als eine Million E-Autos pro Jahr verkaufen.

VW Vorzüge
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Die Investitionszusagen des Vorstandes passten zur Beschäftigungsgarantie bis Ende 2029 und gäben der Belegschaft und ihren Familien Sicherheit, sagte der Betriebsratsvorsitzende Manfred Wulff.

16:57 Uhr

Razzia bei Deutsche-Börse-Tochter: Ermittler graben weiter

Auf der Suche nach Beweisen für "Cum-Ex"-Aktiendeals zu Lasten der Staatskasse haben Fahnder heute weiteres Material bei der Deutschen Börse gesichtet. Die Durchsuchung in der Zentrale des Börsenbetreibers in Eschborn bei Frankfurt gehe weiter, hieß es aus Finanzkreisen. Im Fokus: Die Abwicklungs- und Verwahrtochter Clearstream.

Deutsche Börse
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Auf Geheiß der Staatsanwaltschaft Köln waren am Dienstag etwa 50 Beamte bei der Börse vorstellig geworden. Ein Sprecher der Deutschen Börse hatte erklärte, die Durchsuchungen erfolgten "im Rahmen von Ermittlungen gegen Kunden und Mitarbeiter". Nach Informationen des "Handelsblattes" geht es um den Verdacht auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung im Rahmen sogenannter Cum-Ex-Geschäfte.

Bei solchen Aktiengeschäften nutzten Investoren eine Lücke im Gesetz, um den Staat über Jahre hinweg um Milliarden zu prellen. Rund um den Dividendenstichtag wurden Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Am Ende war dem Fiskus nicht mehr klar, wem die Papiere gehörten. Die Folge: Finanzämter erstatteten Kapitalertragsteuern, die gar nicht gezahlt worden waren. Das Steuerschlupfloch wurde im Jahr 2012 geschlossen.

16:14 Uhr

Rezessionsangst macht Anlegern in USA zu schaffen

Nicht nur Tiffany's ist bedient ....

Auch Investoren ist der anhaltende Handelskonflikt zwischen den USA und China ein Dorn im Auge. Die Furcht vor einer Rezession in den USA drückt wieder mal insgesamt auf die Stimmung an der Wall Street.

S&P 500
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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnet 0,25 Prozent schwächer bei 25.713 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gibt 0,3 Prozent nach auf 2861 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sinkt 0,4 Prozent auf 7798 Punkte. Mittlerweile retteten sich die US-Indizes allerdings leicht ins Plus.

Für Verunsicherung sorgt die Entwicklung am Anleihemarkt: Dort ist die Zinskurve invers, was bei Börsianern als ein Anzeichen für ein bevorstehendes Schrumpfen der Wirtschaftsleistung gilt. Erstmals liegt zudem die Rendite der 30-jährigen Papiere unter dem Leitzins der US-Notenbank Fed. Das drückt auf die Kurse der Banken, die unter niedrigen Zinsen leiden: Die Titel der Bank of America, Citigroup und JPMorgan geben alle leicht nach.

15:52 Uhr

Danke, Trump!: Tiffany klagt über Käuferschwund aus China

Die Juwelierkette Tiffany leidet angesichts des Handelsstreits zwischen Washington und Peking unter einem Rückgang ausgabefreudiger chinesischer Touristen in den USA. Das Unternehmen musste im zweiten Quartal deutliche Geschäftseinbußen verkraften.

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Ein wesentlicher Grund für die ausbleibenden chinesischen Käufer ist die rückläufige Vergabe von US-Visa. Zudem setzt Chinas Regierung Tourismus als Waffe im Handelskonflikt ein. Peking warnt explizit vor Reisen in die USA.

(Foto: imago images / Rainer Unkel)

Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Umsatz um drei Prozent auf 1,0 Milliarden Dollar. Der Gewinn ging um sechs Prozent auf 136 Millionen Dollar zurück. Der starke Dollar und der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Zollstreit mit Handelspartnern haben laut Analysten dazu geführt, dass deutlich weniger Chinesen in die USA reisen.

Touristen aus China gelten als sehr ausgabefreudig. Tiffany spürt dies besonders, der Edeljuwelier macht einen erheblichen Teil seines Absatzes in der Vorzeigefiliale neben dem Trump Tower an der New Yorker Fifth Avenue. Seit der Eskalation des Handelsstreits im vergangenen Jahr verzeichnen die USA erstmals seit 14 Jahren weniger Besucher aus China, so das Ergebnis einer Studie der Analysefirma Tourism Economics.

15:38 Uhr

Tage von ThyssenKrupp im Dax sind gezählt - Und wer rückt nach?

Nach einem Kursrutsch von fast 50 Prozent binnen eines Jahres gilt der Stahlkonzern bei Experten als klarer Abstiegskandidat im Dax und dürfte künftig im Nebenwerteindex gelistet werden.

Thyssenkrupp
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"Mit einem Abstieg in den MDax könnte sich die Investorenbasis von Thyssen verändern", sagt Tobias Adler, Index-Experte der Oddo Seydler Bank. Grundsätzlich sei ein solcher Schritt aber nicht zwangsläufig schlecht. Die deutschen Nebenwerte-Indizes hätten sich schließlich in den vergangenen Jahren besser entwickelt als der Dax.

Die Deutsche Börse entscheidet am 4. September über die Zusammensetzung der Barometer. Grundlage ist die Marktentwicklung im August. Als Nachrücker liefern sich der Triebwerkshersteller MTU aus München und der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

15:16 Uhr

Amazon liebäugelt mit indonesischem Fahrdienst-Startup

Der Onlinehändler Amazon hat laut Insidern mit dem indonesischen Fahrdienstvermittler Gojek Vorgespräche über eine Partnerschaft geführt. Damit könnte der US-Konzern mit seinen Dienstleistungen in einen bevölkerungsstarken neuen Markt expandieren.

Amazon
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Die beiden Unternehmen hätten eine Vereinbarung diskutiert, dass Amazon eine beträchtliche Summe in das Startup aus Jakarta investieren und dafür Gojeks Lieferinfrastruktur in Indonesien nutzen würde, sagte einer der Informanten. Ob es am Ende zu einem Deal kommt, ist aber ungewiss.

14:32 Uhr

Zehnjahresrendite italienischer Anleihen auf Rekordtief

Am Anleihemarkt setzen Anleger darauf, dass in Italien die Koalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten demnächst die Regierung stellt und Neuwahlen so vermieden werden können.

10-jährige italienische Staatsanleihen
10-jährige italienische Staatsanleihen 107,56

Die bereits verlängerte Frist für die Verhandlungen läuft am Abend ab. Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen (BTP) fällt unter 1 Prozent und rentiert mit 0,98 Prozent auf Allzeittief.

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14:21 Uhr

Chinesen kurz vor Übernahme: Anleger lassen Thomas Cook fallen

Der Reisekonzern Thomas Cook wird neu aufgestellt: Die Briten sollen fast eine Milliarde Euro frisches Kapital erhalten. Dafür übernimmt der chinesische Mischkonzern Fosun das Steuer. Thomas Cook berichtete in London über eine grundsätzliche Einigung mit dem Großaktionär, den kreditgebenden Banken und wesentlichen Gläubigern.

Der Tui-Konkurrent würde bei einem Abschluss aufgespalten in das Veranstaltergeschäft mit der deutschen Marke Neckermann und in die Airlinesparte, zu der auch der deutsche Ferienflieger Condor gehört.

Anleger sind mit diesem Rettungsplan offenbar nicht einverstanden: Der Kurs rauscht immer weiter in die Tiefe. In der Spitze notieren die Papiere 15 Prozent niedriger.

14:04 Uhr

Brexit-Blues: Dax verliert gut ein Prozent

An den europäischen Aktienmärkten geht es inzwischen deutlicher nach unten.

DAX
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"Angesichts der anhaltend hohen politischen Risiken bleiben die Anleger eher vorsichtig", heißt es bei QC Partners. Zur Wochenmitte belastet nun die Entwicklung in Großbritannien. Die Nachricht, das britische Parlament könne in den Zwangsurlaub bis Mitte Oktober geschickt werden, weckt Ängste vor einem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ohne Vertrag und den damit verbundenen ökonomischen Erschütterungen.

Im Hintergrund schwelt weiterhin der US-chinesische Handelsstreit. Hier gehen immer mehr Markteilnehmer davon aus, dass dieser bis zu den US-Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr wohl nicht gelöst werden könne.

Der Dax verliert zuletzt 1,1 auf 11.592 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es knapp 1,0 Prozent auf 3337 nach unten. Mit Blick auf Italien sei in der Zwischenzeit eine Koalition aus 5-Sterne-Bewegung und der sozialdemokratischen Oppositionspartei PD eingepreist. "Ein Scheitern der Verhandlungen auf der Zielgeraden würde daher zu heftigen Kursverlusten sowohl bei italienischen Aktien als auch bei italienischen Staatsanleihen führen." Die Börse in Mailand notiert kaum verändert.

Das britische Pfund gerät nach einem Medienbericht deutlicher unter Druck, nach dem die britische Regierung das Parlament bis Mitte Oktober in eine Zwangspause schicken will, um es daran zu hindern, einen "harten Brexit" zu blockieren.

13:43 Uhr

Im Opel-Werk Eisenach rollt nun der Grandland vom Band

Bleiben wir kurz bei den Autobauern:

Der Umbau im Opel-Werk in Eisenach ist abgeschlossen. Das jahrzehntelang auf Kleinwagen spezialisierte Werk produziert ab sofort den Stadtgeländewagen Grandland. Der SUV wurde bisher in Frankreich gebaut. Seit heute rollt er in Thüringen vom Montageband.

Eisenach ist das erste deutsche Opel-Werk, das Autos auf der Plattform des Mutterkonzerns PSA baut. Anfang 2020 folge eine Hybrid-Variante des Grandland, der auch auf dem russischen Markt verkauft werden soll, kündigte Opel-Chef Michael Lohscheller an. "Die Elektrifizierung der Opel-Modelle beginnt in Eisenach."

Das Werk mit derzeit 1400 Beschäftigten hatte bis zur Investitionsentscheidung für den Grandland im vergangenen Jahr auf der Kippe gestanden.

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13:19 Uhr

Deutsche Autobauer verkaufen mehr und verdienen weniger

Die deutschen Autobauer haben im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnet. Wie die Beratungsgesellschaft EY mitteilt, sank das operative Ergebnis (Ebit), also der Gewinn vor Zinsen und Steuern, von BMW, Daimler und Volkswagen insgesamt um gut 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf knapp 5,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig trotzten die drei Konzerne laut der Analyse aber der globalen Absatzschwäche der Autoindustrie und konnten ihren Umsatz überdurchschnittlich steigern.

12:44 Uhr

Johnsons Zwangspause fürs Parlament schickt Pfund in den Keller

Der britische Premierminister Boris Johnson will das Parlament vor dem Brexit-Termin am 31. Oktober vorübergehend schließen.

Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,29

Gegner eines No-Deal-Brexits hätten damit kaum eine Chance, einen EU-Austritt Großbritanniens ohne Abkommen noch per Gesetz zu stoppen. Johnson wies Anschuldigungen zurück, er wolle damit das Parlament aushebeln.

Der Kurs des britischen Pfunds, das bereits nach ersten entsprechenden Spekulationen abgeruscht war, gibt daraufhin weiter nach. Zuletzt notiert es 0,64 Prozent niedriger zum US-Dollar. Auch zum Euro verliert das Pfund 0,68 Prozent und notiert bei 1,1 Euro.

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11:56 Uhr

Italiens Manager und Verbraucher sehen rot

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Was Italien gerade zuallerletzt braucht, ist ein Wahlkampf. Bis Ende Oktober muss der Etat für das nächste Haushaltsjahr stehen. Dann folgt das Ringen mit Brüssel über das neue Defizit und den alten Schuldenberg.

picture alliance/dpa

Inmitten der Regierungskrise trübt sich die Stimmung von Unternehmern und Verbrauchern in Italien ein. Das Barometer für das Geschäftsklima in der Industrie fiel im August um 0,4 auf 99,7 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als viereinhalb Jahren, wie das Statistikamt IIstat mitteilt.

Auch das Barometer für die gesamte Wirtschaft - neben Industrie auch Einzelhandel, Bau und Dienstleister - sank, und zwar um 2,3 auf 98,9 Punkte. Nachgelassen hat auch die Kauflaune der Verbraucher: Der Konsumklimaindex rutschte um 1,4 auf 111,9 Punkte ab.

Bis heute Abend soll endlich klar sein, ob es in Italien Neuwahlen oder eine neue Regierungskoalition geben soll. Präsident Sergio Mattarella spricht seit heute Vormittag (10 Uhr) wieder mit den Parteien. Der Chef der rechter Lega und Innenminister Matteo Salvini hatte die alte Regierung platzen lassen.

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11:38 Uhr

Stahlkocher fahren Produktion zurück

Die Stahlindustrie in Deutschland mit Branchengrößen wie Thyssenkrupp, Salzgitter und ArcelorMittal fährt die Hochöfen wegen der schwächelnden Nachfrage zurück. Die Rohstahlproduktion sei im Juli um 5,3 Prozent auf 3,2 Millionen Tonnen gesunken, teilt die Wirtschaftsvereinigung Stahl mit.

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 13,15

Von Januar bis Juli habe die Schwerindustrie mit knapp 24 Millionen Tonnen ein Minus von 5,1 Prozent in den Büchern. Der Branche machen hohe Rohstoffkosten und eine sinkende Nachfrage der Kunden aus der Automobilindustrie zu schaffen.

Erfahren Sie hier mehr über den großen "Squeeze" in der Autoindustrie:

11:13 Uhr

Rendite der 30-jährigen US-Anleihen auf Rekordtief

Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen fällt auf 1,909 Prozent und ist damit so niedrig wie nie zuvor. Der Anleihemarkt spiegle Sorgen um die US-Wirtschaft und die weltweite Konjunktur wider,sagte Michael Hewson, Chefanalyst beim Broker CMC Markets.

10:56 Uhr

Brexit-Furcht treibt Anleger aus britischem Pfund

Spekulationen über eine mögliche Suspendierung des britischen Parlaments drücken das Pfund. Es gibt 0,5 Prozent nach auf 1,2240 Dollar. Laut einem BBC-Journalisten könnte Queen Elizabeth schon am Mittwoch gebeten werden, die Arbeit des britischen Parlaments auszusetzen.

Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,29

Medien hatten berichtet, dass Premierminister Boris Johnson auf eine längere Parlamentspause drängen könnte, um einen Brexit ohne Abkommen mit der EU an den Abgeordneten vorbei durchzusetzen.

10:26 Uhr

Hongkong steuert auf Rezession zu: HSBC stützt Firmen

Wegen der drohenden Rezession in Hongkong will die britische Großbank HSBC kleine und mittlere Firmen entlasten. So soll ihnen etwa für sechs Monate ein Zinsnachlass oder die Reduzierung der Transaktionsgebühren gewährt werden.

Die Höhe der Kosten für diese Maßnahmen nannte die in London ansässige Bank nicht. Hongkong steht vor der ersten Rezession seit einem Jahrzehnt. Firmen, Handel und Tourismus in der Sonderverwaltungszone und ehemaligen britischen Kolonie leiden unter dem anhaltenden Handelskrieg zwischen den USA und China und den monatelangen Proteste gegen die Regierung.

09:58 Uhr

Deutsche Importpreise sinken unerwartet

Der Rückgang der deutschen Einfuhrpreise hat sich im Juli entgegen den Erwartungen beschleunigt. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) sanken die Importpreise gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent und um 2,1 (Juni: 2,0) Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Volkswirte hatten Raten von 0,0 und minus 1,9 Prozent prognostiziert. Die Einfuhrpreise ohne Energie sanken um 0,1 Prozent auf Monats- und 0,2 Prozent auf Jahressicht.

09:36 Uhr

"Nur" eine Finanzspritze: Thomas Cook stürzen ab

Der Rettungsplan beim Reisekonzern Thomas Cook sorgt für einen Kursabsturz von 16 Prozent in London. Zum einen habe man auf etwas mehr gehofft, zum anderen erhielten Hoffnungen auf ein Bietergefecht mit dem türkischen Unternehmer Neset Kockar einen Dämpfer, heißt es im Handel.

Denn durch die Finanzspritze erhalten Fosun und die Banken und Anleihegläubiger die Mehrheit an der Mutter der deutschen Airline Condor. Insgesamt sollen 900 Millionen Pfund frisches Geld in den Konzern fließen. Ein Erhalt der Börsennotierung werde angestrebt, sei jedoch nicht sicher, hieß es.

Kockar hatte sich Anfang August zu strategischen Plänen mit Thomas Cook bekannt und die Finanzierung von Fosun als exzessiv und der Lage nicht angemessen bezeichnet. Cook habe eher Management- als Finanzprobleme, sagte der Touristikunternehmer der Nachrichtenagentur Bloomberg.

09:19 Uhr

Dax kommt nicht aus den Federn

Der deutsche Leitindex vergräbt sich zum Auftakt. Schuld sind die Konjunktursorgen, die auf die Stimmung drücken.

DAX
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Der Dax startet 0,4 Prozent tiefer bei 11.685 Punkten in den Handel.

"Der Dax befindet sich in einem Sommerloch", sagt Christian Henke, Analyst beim Brokerhaus IG. Derzeit sei die Nachrichtenlage alles andere als rosig. Neben einer möglichen Rezession in Deutschland spiele dabei der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der Brexit und die Regierungskrise in Italien eine Rolle. "Kein Wunder, dass die Anleger bei Aktienkäufen vorsichtiger geworden sind." Am Vortag war der Dax noch 0,6 Prozent fester bei 11.730 Punkten aus dem Handel gegangen.

Im Blick behalten Anleger heute vor allem die Entwicklung in Italien. Präsident Sergio Mattarella, der als einziger das Parlament auflösen und eine Neuwahl anordnen kann, hat Sozialdemokraten und 5 Sternen nur noch bis heute Zeit gegeben, eine Koalition zu schmieden. Zuletzt gab es Anzeichen für eine Annäherung beider Seiten.

Der erwartete GfK-Konsumklimaindex hat derweil erfreulicherweise der Konjunkturschwäche getrotzt, was den Aktienmarkt jedoch nicht wachzurütteln vermag. Die Konsumforscher der GfK ermittelten für September einen gegenüber dem Vormonat unveränderten Stand ihres Indikators zum Konsumklima von 9,7 Punkten. Ökonomen hatten hingegen eine leichte Abschwächung des Index auf 9,6 Zähler erwartet.

08:39 Uhr

Konjunkturflaute führt zu weniger Beschäftigung

Die Personalabteilungen in deutschen Unternehmen schreiben dem Ifo-Institut zufolge angesichts der Konjunkturflaute immer weniger neue Stellen aus. Das Beschäftigungsbarometer fiel im August um 1,4 auf 98,1 Punkte, wie die Münchner Wirtschaftsforscher zu ihrer Umfrage unter 9000 Firmen mitteilten. Das ist der schlechteste Wert seit annähernd fünf Jahren.

Im bislang robusten Dienstleistungssektor brach das Barometer so stark ein wie zuletzt im Dezember 2007. "Die Dienstleister fallen als Beschäftigungsmotor nach und nach aus", erklärte das Ifo-Institut. "Die Rezession in der Industrie schlägt sich nun mit Verzögerung auch bei den Dienstleistern nieder." Auch im Baugewerbe sank das Barometer, doch sind hier weiter Neueinstellungen geplant. Im Handel bleibt das Beschäftigungsniveau konstant. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg das Barometer zwar. "Jedoch sind die Unternehmen, die Personal eher abbauen wollen, weiter in der Mehrzahl", so das Ifo-Institut.

08:20 Uhr

Konsumverhalten bleibt trotz schwacher Konjunktur stabil

Trotz der schwächelnden Konjunktur bleibt das Konsumverhalten der Verbraucher stabil und damit eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft. Laut der vom Marktforschungsinstitut GfK monatlich erstellten Konsumklimastudie sinkt zwar die Konjunkturerwartung der Bundesbürger auf den niedrigsten Stand seit mehr als sechs Jahren, die Entwicklung des eigenen Einkommens wird aber weiter positiv eingeschätzt.

Für September prognostizieren die Marktforscher einen zum Vormonat unveränderten Wert von 9,7 Punkten, wie die GfK mitteilte. Zuvor war der Wert drei Mal in Folge gesunken. Der Handelskonflikt mit den USA mit drohenden Zöllen auch für deutsche Exporte sowie die anhaltenden Diskussionen um den Brexit mit oder ohne Abkommen ließen das Risiko einer Rezession in Deutschland auch in den Augen der Konsumenten weiter steigen, sagte GfK-Konsumklimaexperte Rolf Bürkl.

07:32 Uhr

Thyssenkrupp droht der Dax-Abstieg

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 13,21

Dem Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp droht das Ausscheiden aus dem Dax. Die Deutsche Börse will am kommenden Mittwoch bekannt geben, wie sich der Leitindex künftig zusammensetzt. Sie überprüft das wichtigste deutsche Aktienbarometer regelmäßig.

Für Thyssenkrupp könnte das den Abstieg aus der Top-Liga der deutschen Börsenwerte bedeuten. Der Konzern würde dann im MDax gelistet, der die 60 größten und börsenumsatzstärksten Unternehmen nach dem Leitindex Dax abbildet. Maßgeblich für die Zugehörigkeit zum Kreis der 30 Konzerne im Deutschen Aktienindex sind Börsenumsatz (Handelsvolumen) und Börsenwert (Marktkapitalisierung) der Unternehmen. Bei diesen Werten ist der in einer Krise steckende Traditionskonzern aus Essen, dessen Vorläufer Thyssen zu den Dax-Gründungsmitgliedern gehört, deutlich zurückgefallen.

06:55 Uhr

Weltkonjunktur belastet asiatische Aktienmärkte

Nikkei
Nikkei 23.303,32

Sorgen um die Weltkonjunktur haben am Mittwoch die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten getrübt. Börsianer warfen die Frage auf, ob die Notenbanken in den USA und anderen Ländern den Volkswirtschaften auf die Sprünge helfen werden. In Tokio notierte der Leitindex Nikkei 0,2 Prozent höher auf 20.487 Punkten. Der chinesische CSI300 hingegen sank um 0,6 Prozent.

Am Dienstag hatten wiederaufkeimende Rezessionsängste bereits die Wall Street ins Minus gedrückt. An den Devisenmärkten in Fernost legte der Dollar zum japanischen Yen geringfügig zu auf 105,82 Yen. Der Euro tendierte wenig verändert bei 1,1087 Dollar. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9818 Franken je Dollar und 1,0887 Franken je Euro gehandelt.