Mittwoch, 09. Oktober 2019Der Börsen-Tag

mit Kai Stoppel
17:45 Uhr

Hoffnung im Handelskrieg lässt Dax steigen

Nach dem enttäuschenden Vortag läuft es heute besser für den Dax - der deutsche Leitindex geht mit einem Plus von 1,0 Prozent auf 12.094 Punkte aus dem Handel. Gestern noch verbuchte der Dax ein Minus von 1,1 Prozent.

Dax
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Für gute Stimmung sorgt die Nachricht, dass China trotz der sogenannten Blacklist für seine Unternehmen offen für einen Teil-Deal mit den USA sei. Dies sorge für Entspannung, weil damit der Eskalationsversuch der USA weggesteckt werde, sagen Marktteilnehmer. Neue US-Sanktionen gegen chinesische Unternehmen und auch zusätzlich Visa-Restriktionen gegen Einzelpersonen haben die Börsen zuletzt belastet.

Die Verhandlungen fangen am Donnerstag an, damit besteht von dieser Seite für die kommenden Tage Schlagzeilenrisiko. Auf der anderen Seite belastet weiter die Befürchtung eines ungeregelten Brexits die Stimmung. Ein Brexit-Abkommen vor dem Austrittstermin 31. Oktober gilt mittlerweile als kaum noch machbar.

Im Dax sind die Aktien von Adidas die großen Gewinner des Tages mit einem Aufschlag von 3,3 Prozent. Auch Wirecard können sich weit oben behaupten und legen 2,7 Prozent zu -  hier stützen die Aussicht auf ein Aktienrückkaufprogramm und eine kräftige Kurszielanhebung auf 270 Euro aus dem Hause Hauck & Aufhäuser.

Verlierer gibt es im Dax am Ende des Tages nur drei: Die beiden Versorger Eon und RWE geben um 0,6 Prozent und 0,3 Prozent nach. Die Aktie der Deutschen Bank fällt um 0,2 Prozent.

16:59 Uhr

Einmarsch in Syrien setzt türkische Börse unter Druck

Zum Auftakt des türkischen Einmarsches in Syrien werfen Anleger Aktien aus dem südeuropäischen Land aus ihren Depots. Der Leitindex der Istanbuler Börse fällt um 1,5 Prozent. Die Finanzwerte verlieren im Schnitt sogar 2,4 Prozent.

Die türkische Währung Lira gerät ebenfalls unter Druck. Im Gegenzug verteuern sich Dollar und Euro um jeweils rund ein halbes Prozent auf 5,8556 und 6,4295 Lira. Der Verkauf türkischer Dollar-Anleihen treibt die Renditen der bis 2043 und 2045 laufenden Papiere auf 6,726 und 7,231 Prozent.

16:08 Uhr

China soll laut Bericht offen für Deal mit USA sein

Ermutigende Signale rund um die anstehenden Handelsgespräche mit China ermuntern Anleger zum Einstieg in US-Aktien. "Es herrscht die Erwartung, dass bei diesem Treffen eine Art Zwischen-Einigung herauskommt", sagt Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 legen zur Eröffnung jeweils etwa ein Prozent zu.

Genährt wurden die Spekulationen von einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, dem zufolge die Regierung in Peking trotz der jüngsten Spannungen weiter offen für einen partiellen Deal mit den USA sei. Der "Financial Times" zufolge bietet China den Kauf zusätzlicher US-Agrarprodukte an.

15:42 Uhr

Lufthansa will bei Rettung von Italiens größter Airline helfen

Lufthansa
Lufthansa 15,51

Die Lufthansa will sich einem Insider zufolge an der Rettung der italienischen Fluglinie Alitalia beteiligen. Dies habe der Dax-Konzern der italienischen Regierung vorgeschlagen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Die staatliche Bahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS), die US-Fluggesellschaft Delta und der italienische Infrastrukturkonzern Atlantia verhandeln seit Monaten über einen Rettungsplan für Alitalia. Bis zum 15. Oktober soll eine verbindliche Offerte vorgelegt werden. Frühere Fristen waren wiederholt verlängert worden.

15:01 Uhr

Mann wuchsen Brüste - Pharma-Aktie unter Druck

Johnson & Johnson
Johnson & Johnson 115,00

Das Medikament Risperdal wird zum Ärgernis zunächst für Patienten - und nun für den Hersteller Johnson & Johnson. Ein heute 26 Jahre alte Kläger hatte das Mittel 2003 erhalten. Er erklärte, nach der Einnahme des Medikaments seien ihm Brüste gewachsen. Risperdal soll bei Schizophrenie und bipolaren Störungen bei Erwachsenen helfen.

Jetzt muss Johnson & Johnson eine saftige Strafe zahlen - bereits gestern wurde das Unternehmen zu Schadenersatz in Höhe von acht Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) verurteilt, weil es nicht ausreichend vor Nebenwirkungen des Medikaments Risperdal gewarnt hatte. Der Konzern erklärte, er sei zuversichtlich, dass das Urteil aufgehoben werde.

An der Börse kommt das Ganz nicht gut an: Die Papiere von Johnson & Johnson geben im vorbörslichen Handel 1,8 Prozent nach.

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14:24 Uhr

VW-Manager: Die nächsten Jahre werden schwer

VW Vorzüge
VW Vorzüge 169,34

Der weltweite Abschwung des Automarktes und die Umstellung auf Elektroautos bringt nach Einschätzung von VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann nicht nur die Hersteller, sondern auch die Autohändler unter Druck. "Die nächsten Jahre werden schwer werden, der Ertrag wird nicht automatisch wachsen", sagte Stackmann auf einem Branchenkongress.

Nach fast zehn Jahren Wachstum werde der globale Autoabsatz in diesem Jahr leicht schrumpfen und im kommenden Jahr werde das Niveau 2019 nur schwer zu halten sein, sagte Stackmann. "Es ist jeder gut beraten, etwas konservativer zu planen." Neben dem Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet vor allem der Ende Oktober drohende ungeregelte EU-Ausstieg Großbritanniens die Wirtschaft wie auch den Automarkt.

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Hersteller und Handel müssten zusammen eine Strategie zur Umstellung auf Elektroautos entwickeln, so Strackmann.

(Foto: dpa)

 

13:20 Uhr

Experte zu Handelskrieg: "Risiko, dass Waffenstillstand bricht"

Gegen Mittag zeigt der Dax sich wieder von seiner besten Seite: Es geht fast ein Prozent nach oben auf 12.081 Punkte - zwischenzeitlich sind es am späten Vormittag sogar schon 12.166 Punkte. Doch ob diese positive Stimmung den Rest der Woche anhält, bleibt fraglich. Denn am Donnerstag und Freitag stehen neue Handelsgespräche zwischen den USA und China an - Ausgang ungewiss.

"Für die Börsen besteht ungeachtet des Ausgangs der Gespräche das Risiko, dass der Waffenstillstand erneut bricht und auf Sanktionen wieder Gegenmaßnahmen folgen, auf Strafzölle wieder Gegenzölle", sagt Jochen Stanzl, Chefanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Zudem seien zahlreiche Streitpunkte offen. Dazu gehörten das geistige Eigentum und erzwungene Technologietransfers, Dumpingpreise und der Vorwurf der Währungsmanipulation, sagte er.

Ein neuer Streitpunkt sind die jüngsten Visa-Beschränkungen der USA für chinesische Regierungsbeamte und Unternehmen, die in China umgehend auf Kritik stießen. "Die Gefahr von größeren Rückschlägen an den Aktienmärkten ist so groß wie schon lange nicht mehr", sagt der Experte.

12:36 Uhr

Macht EU Zugeständnisse an Johnson? Pfund legt zu

Aufruhr gibt es am Devisenmarkt nach Berichten über mögliche Bewegung im Brexit-Streit: Das britische Pfund legt zeitweise 0,6 Prozent zu auf 1,2290 Dollar, gibt dann aber einen Großteil dieser Gewinne wieder ab.

Einem Bericht der "Times" zufolge ist die Europäische Union im Brexit-Streit zu einem "größeren Zugeständnis" bereit. Dabei gehe es um die umstrittene Notfalllösung für Irland, mit der eine harte Grenze vermieden werden soll: Nordirland solle die Erlaubnis erhalten, nach einer gewissen Zeit aus dem "Backstop" auszusteigen. EU-Diplomaten erklärten jedoch, der Bericht sei nicht wahr.

12:17 Uhr

Deutsche Chemiebranche: CO2-neutrale Produktion "denkbar"

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Chemiepark Marl im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen.

(Foto: imago/Hans Blossey)

Zunächst die gute Nachricht: Die deutsche Chemiebranche könnte bis 2050 klimaneutral werden. "Eine treibhausneutrale Produktion ist technologisch denkbar", sagte der Klimaschutzexperte des Chemieverbandes VCI, Klaus Schäfer.

Doch es gibt einen Haken: Einer Studie zufolge benötigt die Branche dafür deutlich niedrigere Strompreise. Das ist die schlechte Nachricht. Denn um wettbewerbsfähig zu bleiben, seien dauerhaft niedrige Strompreise von vier Cent je Kilowattstunde und erhebliche Mengen emissionsfreien Stroms aus erneuerbaren Quellen nötig. Davon sei Deutschland momentan weit entfernt.

11:49 Uhr

Chinas Basketball-Fans wollen Geld zurück - Tencent fällt

Tencent Holdings
Tencent Holdings 37,51

Basketball-Fans in China fordern im Streit um Meinungsfreiheit ihr Geld vom chinesischen Online-Konzern Tencent zurück und setzen damit die Aktie unter Druck. Die Papiere geben heute bis zu 1,7 Prozent nach und fallen auf den niedrigsten Stand seit Ende August.

Tencent verfügt über die Streaming-Rechte für Spiele der US-Basketballliga NBA in China, die sich in der Volksrepublik großer Beliebtheit erfreuen. Am Wochenende hatte der Teammanager der Houston Rockets, Daryl Morey, über Twitter die Demonstranten in Hongkong unterstützt - was in China auf scharfe Kritik stieß.

Tencent stoppte zunächst die Ausstrahlung von Rockets-Spielen und später auch die Übertragung aller Vorbereitungsspiele der NBA. Der chinesische Online-Gigant bot seinen Kunden an, die Beiträge zurückzuerstatten.

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Die Houston Rockets sind das beliebteste Basketball-Team in China, weil dort früher der fast 2,30 Meter große chinesische Spieler Yao Ming aktiv war.

(Foto: imago images/AFLOSPORT)

 

11:07 Uhr

Für die Weltkonjunktur sensible Währung stürzt ab

Euro / Schwedische Krone
Euro / Schwedische Krone 10,78

Schwindende Hoffnungen auf einen Durchbruch in den Handelsgesprächen zwischen China und den USA haben die schwedische Krone belastet. Ein Euro kostet am Mittwoch 10,9195 Kronen - das ist so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr. Ein Dollar notierte mit 9,9639 Kronen sogar so fest wie seit gut 17 Jahren nicht.

"Das ist eine bemerkenswerte Bewegung", sagte Stephen Gallo, Devisenstratege bei BMO Capital Markets. "Der Fall der Krone spiegelt die schwächeren weltweiten Wachstumsaussichten wider." Die schwedische Wirtschaft ist stark von Exporten abhängig - und damit anfällig für weltweite Konjunkturschwankungen.

10:35 Uhr

Porsche hat einen Lauf in China

VW St.
VW St. 167,75

Der Sportwagenbauer Porsche hat dank eines guten Laufs in China und den USA in den ersten neun Monaten mehr Autos verkauft. Weltweit steigerte die VW-Tochter die Auslieferungen im Jahresvergleich um drei Prozent auf 202.318 Fahrzeuge, wie das Unternehmen mitteilte.

Damit legte Porsche gegenüber dem Stand von Ende Juni noch etwas zu, als das Plus 2,2 Prozent betragen hatte. Dabei war Porsche wegen der Probleme rund um das vorigen Herbst eingeführte Abgas- und Verbrauchstestverfahren WLTP schwach ins Jahr gestartet.

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Besonders gefragt waren den Angaben zufolge die SUV-Modelle Cayenne und Macan.

(Foto: imago/Xinhua)

 

10:05 Uhr

Südzuckers Biosprit-Tochter fordert höheren CO2-Preis

Südzucker
Südzucker 12,26

Es läuft derzeit gut bei Cropenergies, einer Tochter des deutschen Zuckerproduzenten Südzucker. Sie hat ihren Gewinn im zweiten Geschäftsquartal mehr als vervierfacht. Ihr Geschäft ist das mit Bioethanol, Kraftstoff für Fahrzeuge aus Weizen, Mais oder Gerste. Der Vorteil: Mehr als 70 Prozent weniger CO2-Ausstoß als beim Einsatz fossiler Brennstoffe.

Cropernegies könnte also ein großer Gewinner beim Kampf gegen den Klimawandel sein. Die Beschlüsse der Bundesregierung zum Klimaschutzprogramm 2030 gehen dem Unternehmen aber nicht weit genug: Für eine schnelle Wirksamkeit der Maßnahmen müsste "ein CO2-Preis angesetzt werden, der auch tatsächlich eine Lenkungswirkung entfalten kann", teilte das Unternehmen bei der Präsentation seiner Zahlen mit.

Fun Fact: Pro Jahr produziert Cropenergies nach eigenen Angaben 1,3 Millionen Kubikmeter Bioethanol. Zum Vergleich: Saudi-Arabien fördert 1,5 Millionen Kubikmeter Erdöl - allerdings pro Tag.

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Bioethanolanlage der nächsten Generation in Wanze, Belgien.

(Foto: Cropenergies)

09:21 Uhr

Dax-Anleger verunsichert - "Deadlines nähern sich dem Ende"

Dax
Dax 12.633,60

Einen Tag vor den geplanten Handelsgesprächen zwischen den USA und China halten sich die Anleger in Deutschland lieber bedeckt. Der Dax geht kaum verändert bei 11.974 Punkten in den Handel. Gestern hatte der deutsche Leitindex noch 1,1 Prozent schwächer bei 11.970 Punkten geschlossen.

"Die Skepsis macht sich unter Anlegern weiter breit, denn die geopolitischen und politischen Risiken scheinen bisher nicht gelöst und die Deadlines nähern sich so langsam ihrem Ende", sagt David Iusow, Analyst beim Brokerhaus DailyFX.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an: kai.stoppel@nachrichtenmanufaktur.de.

08:28 Uhr

Paypal greift mit Uber-Aktien daneben

Das hat sich Paypal anders vorgestellt: In der Zwischenbilanz des Zahlungsdienstleisters entwickelt sich der Einstieg beim Fahrdienstvermittler Uber zum kostspieligen Ballast.

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    Rumpeliger Start an der Börse: Uber-Aktien bewegen sich seit Mai im freien Handel an der New Yorker Börse.

    (Foto: imago images / UPI Photo)

    Für das dritte Quartal kündigte Paypal Sonderbelastungen in Höhe von 228 Millionen Dollar vor Steuern (208 Mio Euro) an, wie aus den am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegten vorläufigen Eckdaten hervorgeht.
  • Kurz vor dem Uber-Börsengang im Mai hatte Paypal dort noch eine Summe von 500 Millionen Dollar per Privatplatzierung investiert.
  • Das Timing, sagen Beobachter, sei angesichts des schweren Stands, den Uber seitdem bei Anlegern hat, "ziemlich unglücklich".

Im vergangenen Quartal haben die von Paypal gehaltenen Uber-Aktien mehr als ein Drittel an Wert eingebüßt.

Uber
Uber 28,40

 

Doch das ist nicht alles: Auch eine Beteiligung am lateinamerikanischen Online-Händler Mercadolibre erwies sich als Fehlgriff. Hier gab es bislang ein Minus von zehn Prozent, was ebenfalls erheblich zur Wertkorrektur in der Bilanz beiträgt. Den ausführlichen Quartalsbericht will Paypal am 23. Oktober vorlegen.

Paypal
Paypal 91,80

 

08:08 Uhr

Commerzbank feilt an der Neuausrichtung

Ein kalter Herbstwind weht durch die deutsche Bankenbranche: Bei der Commerzbank müssen Angestellte und Kunden mit Umbaumaßnahmen rechnen.

  • In der Privat- und Geschäftskundensparte erwäge die Commerzbank im Zuge der Neuausrichtung die Schließung von rund 250 Zweigstellen, heißt es in einem Bericht des "Handelsblatts". Zugleich sollten 50 neue Filialen "an interessanten Lokationen" eröffnen.
  • Unter Berücksichtigung der geplanten Comdirect-Integration würden dabei Arbeitsplätze in "vierstelliger" Höhe wegfallen. Die Zeitung beruft sich auf Angaben aus einem internen Schreiben an Mitarbeiter.
  • Noch ist offen, ob es tatsächlich dazu kommt. Im Betriebsrat formiert sich Widerstand. "Auch wenn es zu Schließungen von Filialen käme, ist aus unserer Sicht ein weiterer Personalabbau gleichbedeutend mit dem Zusammenbruch des Filialbetriebs", zitierte die Zeitung einen Sprecher der Arbeitnehmervertretung.

Dass die Bank ihre Onlinetochter schlucken und dabei auch Filialen schließen will, ist bereits seit mehreren Wochen bekannt. Wie die Commerzbank nun betonte, liegen bislang jedoch noch keine Beschlüsse vor. Die Einzelheiten stünden noch nicht fest, hieß es. Der Plan müsse noch im Detail mit den Arbeitnehmergremien verhandelt werden.

Commerzbank
Commerzbank 5,30

08:05 Uhr

Zurück über die 12.000? Dax hievt sich in Startposition

Am deutschen Aktienmarkt können sich Anleger auf ein vorsichtiges Plus zum Auftakt einstellen. In den vorbörslich errechneten Indikationen wird der Leitindex an der Frankfurter Börse etwas fester erwartet.

  • Der Dax dürfte nach Einschätzung von Banken und Brokerhäusern 0,13 Prozent im Plus bei 11.985,50 Punkten starten.
  • Am Vorabend war das prominenteste deutsche Börsenbarometer nach einem neuerlichen Sturz unter die 12.000er-Linie mit einem Minus von 1,05 Prozent auf 11.970,20 Zählern aus dem Dienstagshandel gegangen.
  • Die Vorgaben aus Asien fallen wenig hilfreich aus: In Tokio notiert der Nikkei 0,7 Prozent im Minus. Der Shanghai-Composite gibt 0,2 Prozent nach.
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Überschattet werden die Aussichten weiterhin vom Handelskonflikt zwischen den beiden weltgrößten Wirtschaftsmächten USA und China, von den innenpolitischen Entwicklungen in Washington und von der Gefahr einer Eskalation im Syrienkrieg durch die angekündigte Militäroffensive der Türkei gegen die Kurden.

Die Erwartungen der Börsianer an die heute angesetzte neue Verhandlungsrunde zur Beilegung des Zollstreits sind Beobachtern zufolge zwar gering. Viele hofften aber zumindest auf eine gewisse Entspannung, hieß es. US-Präsident Donald Trump müsse schließlich etwas Vorzeigbares liefern, um seine Chancen auf eine Wiederwahl im kommenden Jahr zu verbessern. Angesichts der anlaufenden Impeachment-Ermittlungen - und des sich abzeichnenden Verfassungskonflikts - dürften Trump derzeit außen- und wirtschaftspolitische Erfolge tatsächlich sehr hilfreich erscheinen.

Vor diesem Hintergrund warten Anleger auch auf die zur Wochenmitte anstehende Veröffentlichung der Fed-Protokolle. Von der Mitschrift ("Minutes") der jüngsten Beratungen erhoffen sie sich Rückschlüsse auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank. Trump hatte zuletzt seine Forderungen nach einer Zinssenkung bekräftigt - ein Tabubruch im Verhältnis zwischen Politik und Währungshütern, an den sich die US-Öffentlichkeit fast schon gewöhnt hat.

07:47 Uhr

Große Runde in Luxemburg: Wer ersetzt die Deutsche bei der EZB?

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EZB-Stimme aus Deutschland: Sabine Lautenschläger.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zur Wochenmitte steht im Zentrum Europas das nächste große Euro-Finmin-Treffen an: Die europäischen Finanzminister wollen bei ihrem Arbeitsgipfel in Luxemburg weitere Eckpunkte des künftigen Eurozonen-Haushalts festlegen. Daneben geht es auch um eine Personalfrage, die den deutschen Einfluss auf die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) langfristig verändern könnte.

  • Das Treffen der Euro-Finanzminister beginnt gegen 13.00 Uhr: Im Zentrum steht die Frage, ob das bisher rund 17 Milliarden Euro schwere Budget durch zusätzliche Beiträge der Mitgliedstaaten aufgestockt werden kann.
  • Darüber hinaus will Deutschlands Finanzminister Olaf Scholz mit seinen Kollegen entscheiden, in welchem Umfang und nach welchen Kriterien die Teilnehmerstaaten Gelder zurück erhalten, wenn sie Reformen umsetzen.
  • Eurogruppen-Chef Mario Centeno ruft die Euro-Finanzminister zudem dazu auf, konkrete Vorschläge für die Nachfolge der Deutschen Sabine Lautenschläger im EZB-Direktorium vorzulegen. Zudem könnten die Minister einen Nachfolger für den Franzosen Benoît Coeuré bestimmen, dessen Amtszeit am 1. Januar 2020 endet. Bislang einziger Kandidat ist ein Italiener - der Vize-Präsident der italienischen Notenbank, Fabio Panetta.
07:16 Uhr

Düstere Aussichten belasten die türkische Lira

Wann beginnt die Offensive in Syrien? Die militärischen Drohungen aus Ankara wirken sich indirekt als schwerer Belastungsfaktor für das in politische Turbulenzen geratene Schwellenland Türkei aus. Mit ungehobelten Worten drohte US-Präsident Donald Trump der Türkei offen die totale wirtschaftliche Vernichtung an, sollte das Land ein nicht näher bezeichnetes Fehlerverhalten wagen.

Zuletzt konnte die türkische Lira ihre deutlichen Verluste vom Wochenbeginn eingrenzen. Offen ist noch, wie Investoren langfristig auf das militärische Engagement Erdogans im Syrienkrieg reagieren werden. Die türkische Militäroffensive gegen Kurden in Nordsyrien steht nach aktuellen Angaben aus Ankara "unmittelbar" bevor.

Türkische Lira / US-Dollar
Türkische Lira / US-Dollar ,17

 

07:01 Uhr

Das Pfund sinkt, der Euro schwebt knapp unter 1,10

Im Devisenhandel beginnt der Tag für die Marktteilnehmer in Europa mit einem weitgehend stabilen Eurokurs unterhalb der Linie bei 1,10 Dollar.

  • Euro / US-Dollar
    Euro / US-Dollar 1,12
    Am frühen Morgen notiert der Euro bei 1,0961 Dollar und damit rund 0,05 Prozent über dem Niveau des Vorabends.
  • Den börsentäglichen Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstagnachmittag noch mit 1,0986 (Montag: 1,0993) Dollar angegeben. Seit Wochenbeginn hat sich der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung damit minimal abgeschwächt. Der Dollar kostete auf Referenzkursbasis zuletzt 0,9102 Euro.
  • Das britische Pfund steht seit dem Vorabend wieder verstärkt unter Druck. Die britische Regierung glaubt Medienberichten zufolge nicht mehr an einen Erfolg der Gespräche über ein EU-Austrittsabkommen. Zum Dollar sank das Pfund daraufhin auf 1,2195 Dollar. Dies ist der niedrigste Stand sei Anfang September.
Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund 1,16