Montag, 15. Juli 2019Der Börsen-Tag

17:40 Uhr

Dax-Anleger wetten auf US-Berichtssaison

Dax
Dax 13.241,75

Trotz Handelskrieg und drastischer Konjunkturabkühlung in China setzen die Anleger an den Aktienmärkten all ihre Hoffnung auf das US-Wirtschaftswachstum. Die ersten Eindrücke aus der Bankenbranche sind durchaus positiv: Die US-Großbank Citigroup verdient dank eines starken Privatkundengeschäfts im ersten Quartal mehr als erwartet. Am Dienstag legen JP Morgan, Bank of America und Goldman Sachs ihre Zahlen vor.

Die Aktien der Finanzinstitute fallen zwar, weil die Anleger in den USA bald niedrigere Zinsen und damit sinkende Erträge erwarten. An den deutschen Börsen interpretieren die Investoren die Citi-Zahlen aber offenbar als Signal für eine positive Berichtssaison und damit weiter steigende Kurse an der Wall Street. Der Dax legt um zum Handelsschluss rund 0,5 Prozent auf 12.387,34 Punkte zu. Der MDax schließt 0,7 Prozent stärker bei 25.993,59 Stellen. Der TecDax beendet den Handelstag rund 1,4 Prozent stärker bei 2903,99 Zählern.

16:40 Uhr

Symantec-Aktie fällt wie ein Stein

An der Börse geht es mit der Aktie von Symantec rasant abwärts. Die Übernahme der US-Cybersicherheitsgruppe durch den Chiphersteller Broadcom ist offenbar geplatzt: Die beiden Firmen hätten ihre Übernahmegespräche beendet, berichtet der US-Fernsehsender CNBC unter Berufung auf informierte Personen. Symantec habe einen Preis von weniger als 28 US-Dollar je Aktie nicht akzeptieren wollen. Die Symantec-Anleger flüchten in Scharen: Die an der Nasdaq gelisteten Papiere stürzen um bis zu 14 Prozent ab.

16:05 Uhr

Citigroup-Zahlen pushen US-Börsen auf Rekordhochs

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.119,15
Dow Jones
Dow Jones 28.004,89

Die Kurse an der Wall Street treten zwar auf der Stelle, trotzdem reichen die minimalen Zuwächse für neue Höchststände: Die Hoffnung auf eine positive US-Berichtssaison gibt den Börsianern in den USA Schub. Zum Auftakt verdiente die US-Großbank Citigroup dank eines starken Privatkundengeschäfts mehr als erwartet und macht den Anlegern damit Mut. Der Dow-Jones-Index, der S&P-500 und auch der Nasdaq Composite starten allesamt mit neuen Allzeithochs in den Handel.

"Das macht fürs erste Mut und drängt Szenarien eines massiven wirtschaftlichen Einbruchs erst mal in den Hintergrund", sagt Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. Am Dienstag geht der Zahlreigen weiter, wenn die Rivalen JP Morgan, Bank of America und Goldman Sachs ihre Zahlen vorlegen. Die Erwartungen im zweiten Quartal könnten allerdings kaum geringer sein: 82 Prozent der Unternehmen, die ihre Prognosen revidierten, haben sie gesenkt.

14:59 Uhr

"Enigma"-Knacker ziert neuen 50-Pfund-Schein

Turing, Alan.jpg

(Foto: REUTERS)

Großbritannien bekommt einen neuen 50-Pfund-Schein mit dem Bild des Computerpioniers Alan Turing. Die Note soll Ende 2021 in Umlauf gebracht werden, teilt die Bank of England mit. Sie würdigte Turing als "Vater der Computerwissenschaft und der künstlichen Intelligenz ebenso wie als Kriegshelden". Turing (1912-1954) hatte dem britischen Geheimdienst geholfen, den Code der "Enigma"-Verschlüsselungsmaschine der Wehrmacht zu knacken. So konnten die Briten deutsche Funksprüche mitlesen - Turing rettete dadurch vielen Menschen das Leben.

Auch seine Bedeutung für die Gesellschaft hob die Notenbank hervor: Turing war als Homosexueller in den 50er Jahren verfolgt und erst 2013 von Königin Elizabeth II. posthum begnadigt worden. 1952 hatte die Polizei von seiner Beziehung mit einem Mann erfahren. Um dem Gefängnis zu entgehen, ließ Turing sich darauf ein, seinen Sexualtrieb mit Medikamenten zu hemmen. Zwei Jahre später nahm er sich mit Zyanid das Leben, wie Gerichtsmediziner feststellten.

14:18 Uhr

Inflation in Simbabwe explodiert auf 176 Prozent

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(Foto: REUTERS)

Offenbar steht die Hyperinflation in Simbabwe vor der Rückkehr: Laut offiziellen Angaben der Statistikbehörde beschleunigte sich die jährliche Teuerungsrate in dem südafrikanischen Land im Juni auf 175,7 Prozent. Die Preise kletterten im Vergleich zum Vormonat um fast 40 Prozent.

Erinnerungen an dunkelste Zeiten werden wach: Bis 2009 war die Teuerungsrate unter Diktator Robert Mugabe mit bis zu 500 Milliarden Prozent Zuwachs völlig außer Kontrolle geraten. Geld wurde faktisch wertlos: Die Regierung stellte ihre Inflationsstatistik ein, schaffte ihre eigene Währung ab und führte stattdessen den US-Dollar und den südafrikanischen Rand als Zahlungsmittel ein.

Doch nun macht Zimbabwe die Rolle rückwärts: Im Juni führte die Regierung den Zimbabwe-Dollar wieder ein und verbot mit sofortiger Wirkung Fremdwährungen wie Dollar als Zahlungsmittel. Die Wirtschaft liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit grassiert und nahezu alle wichtigen Güter werden importiert. Mit dem Schritt will Zimbabwe wieder geldpolitisch unabhängig werden und seine Wirtschaft beleben, die durch den starken Dollar nicht konkurrenzfähig ist.

13:35 Uhr

Neuer Rekord: Deutsche bunkern 6,17 Billionen Euro

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(Foto: picture alliance/dpa)

Deutsche Sparer jammern gerne über die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Doch trotz der Billiggeld-Politik ist ihr Geldvermögen auf einen neuen Rekordwert gestiegen: Mit insgesamt 6,17 Billionen Euro besaßen die Privathaushalte zum Ende des ersten Quartals so viel Erspartes wie noch nie, wie die Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte.

Die Daten zeigen, dass die Deutschen bei ihren Investments aber weiterhin eher das Risiko scheuen. Zum Ende des ersten Quartals bestand das Geldvermögen der Haushalte zu 37 Prozent aus Versicherungen. Der Anteil von Bargeld und Einlagen lag bei rund 40 Prozent. Rund 20 Prozent machten Aktien und Anteile an Investmentfonds aus. Viele Haushalte nutzten die anhaltend tiefen Zinsen auch, um bei Banken günstig Kredite aufzunehmen. Wie schon in den Vorquartalen wurden im ersten Jahresviertel vor allem Wohnungsbaukredite nachgefragt.

12:44 Uhr

Wirecard setzen sich an die Dax-Spitze

Wirecard
Wirecard 122,35

Zur Mittagszeit gibt der Dax alle Gewinne vom Morgen wieder ab. Vor der beginnenden Bilanzsaison gehen die Anleger wieder in Lauerstellung. Der deutsche Leitindex liegt noch mit knapp 0,1 Prozent im Plus. Für weitere große Kurssprünge fehlt den Anlegern aber bislang die Phantasie. Auch in den Nebenwerten gibt es kaum Bewegung: Der MDax rückt 0,4 Prozent vor, der TecDax 0,7 Prozent.

Aufwärts geht es dafür mit Wirecard: Die Aktien des Zahlungsdienstleisters setzen sich mit einem Plus von fast drei Prozent an die Dax-Spitze. Offenbar nutzen Anleger den günstigeren Kurs zum Einstieg, nachdem sie am Freitag einen Rücksetzer erlitten hatten.

12:04 Uhr

-17 Prozent: Trump schickt Bitcoin auf Talfahrt

*Datenschutz

Für die älteste und wichtigste Cyber-Devise der Welt geht es mal wieder bergab. Der Bitcoin-Kurs gibt zeitweise um gut 17 Prozent auf unter 10.000 Dollar nach. Womöglich liegt das an einer Twitter-Attacke von US-Präsident Donald Trump. Der hatte Ende vergangener Woche getweetet, er sei "kein Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen", die "kein Geld sind" und deren Wert "auf dünner Luft basiere".

Auch andere Digitalwährungen stürzen ab: Ether sackt zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent ab, Litecoin um 17 Prozent. Es sei unklar, ob Anleger diesen Rücksetzer zum Wiedereinstieg nutzen würden oder mit einer Fortsetzung der Talfahrt gerechnet werden müsse, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research.

10:30 Uhr

17 Prozent plus: Gilead macht Galapagos zur Kursrakete

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(Foto: REUTERS)

Der US-Pharmariese Gilead erhöht im Rahmen eines milliardenschweren Deals seine Beteiligung an der belgischen Galapagos NV, mit der er bereits zusammenarbeitet. Gilead zahle für die Aufstockung von 12,3 Prozent auf 22 Prozent rund 1,1 Milliarden US-Dollar, teilten die beiden Gesellschaften mit. Zudem wende Gilead 3,95 Milliarden Dollar im Voraus auf und erhält dafür außerhalb Europas die exklusiven Produktrechte für Medikamente, die noch in der Forschungspipeline sind.

Gilead sucht nach neuen Medikamenten, um damit wieder seinen Umsatz anzukurbeln. Galapagos hat sechs Substanzen in der Testreihe, darunter potenzielle Medikamente gegen Erkrankungen wie Kniearthrose und Lungenfibrose, die sich gut verkaufen könnten. Galapagos bekommt nun eine Menge Geld und kann seine Medikamentenforschung vorantreiben. Auch die Anleger freut's: Der Kurs der Galapagos-Aktie an der Amsterdamer Börse explodiert um rund 17 Prozent.

09:31 Uhr

China wächst so langsam wie seit 1992 nicht mehr

Zum Handelsstart lässt die Dax-Anleger eine Hiobsbotschaft aus Fernost offenbar kalt: Der Handelskrieg mit den USA und die abflauende Konjunktur haben das Wachstum in China auf den niedrigsten Stand seit 27 Jahren gedrückt. Im zweiten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um nur noch 6,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu. Das ist das kleinste Plus, das es seit 1992 gegeben hat.

Die Anleger scheinen das Alarmsignal für die globale Konjunktur bislang zu ignorieren: Der Dax legt zum Handelsstart rund 0,8 Prozent zu. Der MDax klettert 0,9 Prozent. Der TecDax steigt rund 1,0 Prozent. Womöglich setzen die Börsianer ihre Hoffnung in weitere Zinssenkungen in den USA. Das Konjunkturbarometer der Fed-Filiale in New York am Nachmittag könnte Rückschlüsse darauf liefern.

08:57 Uhr

Handelskrieg dämpft Nachfrage nach Rohöl

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Der Preis für Erdöl ist auch von den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China abhängig.

(Foto: REUTERS)

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 57,77

Nach Gewinnen in der Vorwoche sind die Ölpreise ein wenig gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent sank um 20 Cent auf 66,52 US-Dollar. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab um 26 Cent auf 59,95 Dollar nach.

Konjunkturdaten aus China zeigten am Montagmorgen eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Der Handelskrieg mit den USA wirkt sich belastend aus, was die Rohölnachfrage tendenziell dämpft. Im Verlauf der Vorwoche hatten die Ölpreise kräftig zugelegt. Preistreiber waren ein unerwartet starker Rückgang der Ölreserven in den USA und die Sorge vor einem militärischen Konflikt in der ölreichen Region am Persischen Golf.

08:46 Uhr

Welt-Index: Zinsfantasien entschärfen Gewinnwarnungen

Gewinnwarnungen bremsen die Kurse großer Unternehmen, eine Entlassungswelle rollt durch Deutschlands Industrie. Vermögensverwalter Dr. Markus Zschaber warnt im Weltindex dennoch vor Schwarzmalerei - nicht zuletzt, weil der Umschwung in der Zinspolitik einen Gegenpol bildet.

 

08:24 Uhr

Deutsche Anleger erwarten positiven Wochenstart

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Freitag hatte er knapp im Minus bei 12.323 Punkten geschlossen.

Ihre Haupt-Aufmerksamkeit richten Anleger auf das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von New York. Von ihm erhoffen sie sich Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten Zinssenkungen der US-Notenbank. Auf entsprechende Hinweise werden sie außerdem Aussagen des Fed-Bankers John Williams abklopfen.

In den Fokus der Anleger dies- und jenseits des Atlantiks tritt nun zudem die Berichtssaison, die die Impulse in den kommenden Tagen liefern dürfte. Am Mittag kommt zunächst die Citi, am Dienstag folgen JP Morgen, Goldman Sachs und Wells Fargo und am Mittwoch Bank of America.

Dax
Dax 13.241,75

 

08:11 Uhr

EZB-Referenzkurs verhilft Euro zu Stärke

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der Euro hat die Gewinne von Freitag gehalten. Am Morgen stieg die Gemeinschaftswährung auf 1,1272 US-Dollar und lag damit etwa auf dem Niveau von Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1253 US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8887 Euro.

In den Vereinigten Staaten wird am Nachmittag mit dem Empire-State-Index ein wichtiger Produktionsindikator veröffentlicht. Auf den Euro dürfte der Einfluss aber gering sein, schreibt Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Mehr Aufmerksamkeit erhalten die morgen anstehenden Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion. Zwar gilt eine Zinssenkung Ende dieses Monats als nahezu sicher, die Konjunkturzahlen haben aber Einfluss darauf, ob die US-Notenbank weitere Zinssenkungen vornehmen wird oder nicht."

07:51 Uhr

China-Daten sorgen für verhaltene Anleger in Fernost

Shanghai Composite
Shanghai Composite 2.891,34

Asiens Aktienmärkte haben leicht nachgegeben. Im Fokus standen zu Wochenbeginn die Daten zum Wachstum in China. Im zweiten Quartal legte die Wirtschaft mit 6,2 Prozent langsamer zu als noch zu Jahresbeginn. Der Shanghaier Index lag 0,2 Prozent im Minus. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel 0,1 Prozent. In Japan wurde wegen eines Feiertages nicht gehandelt.

Der Euro notierte im fernöstlichen Devisenhandel kaum verändert bei 1,1268 Dollar. Zur japanischen Währung lag die US-Devise bei 108,05 Yen.