Montag, 03. Februar 2020Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
17:41 Uhr

600 Milliarden Dollar vernichtet - Dax hält dagegen

600 Milliarden Dollar an Börsenwert wurde heute allein an den Aktienmärkten von Schenzhen und Schanghai vernichtet.

Dax
Dax 13.783,89

Der Dax zeigte sich davon weitgehend unbeeindruckt und stieg wieder über die Marke von 13.000 Punkten. Zum Börsenschluss stand der Dax 0,49 Prozent höher bei 13.045 Punkten. Der MDax schaffte es mit 0,22 Prozent ins Plus auf 28.046 Zähler.

Wie auch die US-Märkte, an denen es heute noch deutlicher bergauf ging, hat der deutsche Markt in der vergangenen Woche bereits in Reaktion auf die Coronavirus-Epidemie deutlich korrigiert. Nun ist wieder Luft nach oben.

17:17 Uhr

Rohstoffmarkt: Öl und Gold verlieren

Die Ölpreise zeigen sich leichter. Einerseits bricht die Nachfrage in China um bis zu 20 Prozent ein. Hinzu kommen die globalen Konjunktursorgen. Andererseits erwägt Saudi-Arabien nach Angaben von Opec-Vertretern eine drastische, kurzfristige Drosselung der Ölförderung, um auf die Virus-Auswirkungen auf die Ölnachfrage zu reagieren. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI gibt 0,7 Prozent nach auf 51,22 Dollar, während die europäische Sorte Brent 1,0 Prozent verliert auf 56,06 Dollar.

Der Handel mit verschiedenen Rohstoffen, darunter Öl und Kupfer, war in China heute nach der Ferienpause direkt wieder ausgesetzt worden, weil sie ähnlich wie die Aktien das Limit der innerhalb eines Tages erlaubten Verluste erreichte.

Die Nachfrage nach vermeintlich "sichere Anlagen" wie Gold lässt etwas nach. Zum einen sorgt die Liquiditätsspritze in China für Hoffnungen, die wirtschaftlichen Auswirkungen abfedern zu können, zum anderen überwiegt am Markt derzeit etwas die Sicht, dass der Höhepunkt der Epidemie bald erreicht sein könnte. Der Preis für die Feinunze Gold gibt 1,0 Prozent nach auf 1.574 Dollar.

17:11 Uhr

Dollar zieht an, Yuan gerät unter Druck

Der Kurs des Euro ist am Montag nach besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten gesunken. Am Morgen hatte sich die Gemeinschaftswährung zunächst noch stabil gehalten. Seit dem Vormittag stand der Euro aber unter Druck, wobei der Kurs am Nachmittag auf ein Tagestief bei 1,1036 US-Dollar rutschte. In der vergangenen Nacht wurde der Euro noch bei knapp unter 1,11 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1066 (Freitag: 1,1052) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9037 (0,9048) Euro.

Der US-Dollar konnte zu allen wichtigen Währungen zulegen, während der Euro im Gegenzug unter Druck geriet. Am Nachmittag erhielt die amerikanische Währung weiteren Auftrieb nach besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten. Zu Beginn des Jahres hat sich die Stimmung in den US-Industriebetrieben stärker als erwartet aufgehellt und deutet erstmals seit dem vergangenen Sommer wieder auf Wachstum im verarbeitenden Gewerbe der größten Volkswirtschaft der Welt hin. "Insgesamt sehen wir durch den heutigen Bericht unsere Einschätzung bestätigt, dass die US-Wirtschaft nicht in eine Rezession abgleitet", sagte Analyst Christoph Balz von der Commerzbank.

Am Devisenmarkt blieb das Coronavirus ein beherrschendes Thema. Nachdem es an Chinas Aktienbörsen zu starken Kursverlusten kam, stand der chinesische Yuan unter Verkaufsdruck. Im Handel mit dem amerikanischen Dollar verlor Chinas Währung etwa 1,5 Prozent an Wert.

Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,30

Unter Druck stand auch das britische Pfund, das ebenfalls zu allen wichtigen Währungen an Wert verlor. Der britische Premierminister Boris Johnson hat für die Verhandlungen über die künftigen Handelsbeziehungen zur EU eine harte Linie angekündigt. Die britische Regierung will sich demnach auf keinen Fall vertraglich auf die Einhaltung von EU-Standards bei Umweltschutz, Arbeitnehmerrechten und staatlichen Wirtschaftshilfen festlegen lassen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84775 (0,84175) britische Pfund, 120,10 (120,35) japanische Yen und 1,0672 (1,0694) Schweizer Franken fest.

16:41 Uhr

US-Konjunkturdaten zeigen widersprüchliches Bild

Konjunkturdaten aus der US-Industrie geben heute keine einheitliche Richtung vor.

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Während der von IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für Januar in zweiter Lesung auf 51,9 von 52,4 Punkten sank, stieg der ISM-Index auf 50,9 nach 47,8 im Dezember und damit in den Expansion anzeigenden Bereich. Analysten hatten mit 48,5 deutlich weniger erwartet.

Die Bauausgaben in den USA haben sich indessen im Dezember verringert. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, sanken sie saisonbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten eine Zunahme um 0,5 Prozent prognostiziert.

16:22 Uhr

Erdnussallergie-Mittel lässt Aktienkurs explodieren

Die Nachricht, dass die US-Arzneimittelbehörde ein Mittel gegen allergische Schocks durch Erdnüsse zugelassen hat, lässt die Aktien des Pharmaunternehmens Aimmune förmlich explodieren. Um bis zu 17 Prozent stieg der Kurs nach Handelsbeginn an den US-Börsen.

Bei dem Mittel Palforzia soll es sich um ein Medikament speziell für Kinder handeln, dass die möglichweise lebensgefährlichen Auswirkungen eines versehentlichen Erdnussverzehrs abmildern kann.

16:03 Uhr

Schnäppchen-Jäger pushen Wall Street ins Plus

Die Talfahrt der Wall Street ist vorerst beendet. Die US-Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung am Montag um bis zu ein Prozent.

Der Ausbruch des Coronavirus und die möglichen Folgen für die Weltwirtschaft bereiteten Anlegern zwar immer noch Sorgen, sagte Robert Pavlik, Chef-Anlagestratege beim Vermögensverwalter SlateStone. "Die Leute sehen die aktuelle Situation aber als Gelegenheit, ein bisschen zu kaufen."

Bei den Unternehmen rückte Gilead ins Rampenlicht. Die Pharmafirma arbeitet nach eigenen Angaben mit der chinesischen Regierung zusammen, um ein experimentelles Medikament gegen Ebola auf seine Wirksamkeit gegen das Coronavirus zu testen. Gilead-Aktien stiegen daraufhin um 8,7 Prozent.

Im Windschatten der US-Börsen zieht auch der Dax noch einmal an. Der deutsche Leitindex steigt nach der Wall-Street-Eröffnung 0,6 Prozent auf 13.061 Punkte.

16:00 Uhr

Deutsche Bank will bis 20 Milliarden Euro Schulden aufnehmen

Die Deutsche Bank will sich im laufenden Jahr noch mehr Geld mit der Ausgabe von Anleihen beschaffen als 2019. Die Zielspanne liegt bei 15 bis 20 Milliarden Euro, wie aus einer Präsentation für die Anleihegläubiger des Dax-Konzerns hervorgeht. Davon seien seit dem Jahreswechsel rund 3,5 Milliarden erreicht.

Im Gesamtjahr 2019 hatte sich die Deutsche Bank über Anleihen rund 14 Milliarden Euro beschafft und damit 2 bis 4 Milliarden mehr als ursprünglich geplant. Den neuen Anleihen stehen in beiden Jahren auslaufende Kredite und Finanzierungen aus Notenbank-Notprogrammen im Umfang von mehr als 30 Milliarden Euro gegenüber. In diesem Jahr laufen vor allem langfristige Kredite aus dem sogenannten TLTRO-II-Programm der Europäischen Zentralbank aus, mit dem die Notenbank den Geschäftsbanken direkt Geld zur Verfügung gestellt hatte. Mit 16 Milliarden Euro liegt die fällig werdende Summe doppelt so hoch wie 2019.

Die Deutsche Bank steckt mitten in einem radikalen Umbau. Die Kosten dafür brockten dem Institut 2019 das fünfte Verlustjahr in Folge ein, und auch im laufenden Jahr drohen unter dem Strich erneute rote Zahlen.

15:58 Uhr

US-Industrie verliert an Schwung

Die Aktivität in der US-Industrie ist im Januar langsamer als im Vormonat gewachsen. Der von IHS Markit in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex sank auf 51,9 von 52,4 Punkten. In erster Veröffentlichung war ein Wert von 51,7 ermittelt worden. Die fallenden Exporte hatten das Produktionswachstum gedämpft und bei den Neueinstellungen zu einem Rückschlag geführt, sagte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson. Der Industriesektor werde im ersten Quartal eher als Bremse für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung fungieren

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15:46 Uhr

Steckt der Dax schon mitten in der Korrektur?

Europas Börsen notieren am Montagnachmittag mit leichten Aufschlägen. Der Dax gewinnt 0,1 Prozent auf 12.998 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,3 Prozent auf 3.652 Punkte. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben vorsichtig, heißt es aus dem Handel. Zwar könne sich der Dax etwas erholen, dies liege allerdings vor allem an defensiven Titeln wie Merck KGaA, RWE und Bayer, die zwischen 0,3 und 1,9 Prozent zulegen.

 

15:10 Uhr

Skandalmanager stirbt kurz nach Haftentlassung

Als Mann hinter einem der größten Bilanzskandale aller Zeiten geht Bernard Ebbers in die Geschichte ein.

Der 78-Jährige war 2005 wegen Bilanzfälschung zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. 2002 war Worldcom spektakulär pleite gegangen. Der Konzern musste einräumen, über eineinhalb Jahre hinweg 3,85 Milliarden Dollar an Ausgaben für gemietete Telefonleitungen als Investitionen statt als laufende Kosten verbucht zu haben. Daraufhin stürzte die Aktie um mehr als 90 Prozent ab. Anleger verloren Milliarden und 20.000 Beschäftigte ihre Jobs.

Ebbers hat rund 13 Jahre seiner Haftstrafe abgesessen. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er Ende 2019 vorzeitig aus der Haft entlassen. Seine Familie hatte das beantragt, da Ebbers erblinde, stark an Gewicht verloren habe und sein physischer und psychischer Zustand sich stark verschlechtert habe.

14:19 Uhr

Blase am Immobilienmarkt: "Fehlt noch die Nadel", damit sie platzt

In immer weiteren Teilen Deutschlands klaffen die Miet- und Kaufpreise für Wohnimmobilien auseinander. Das erhöht laut der Immobilienberatungsgesellschaft Empirica die Blasengefahr. Die niedrigen Zinsen mögen diese Kluft rechtfertigen, heißt es in einer aktuellen Analyse, jedoch nicht auf Dauer. Zudem sei gefährlich, dass immer mehr junge Familien das nötige Eigenkapital fürs Familienheim nicht aufbringen könnten.

Für das Platzen der Blase fehle aktuell aber noch eine "stechende Nadel", so die Experten. Denn es drohten aktuell weder eine Kreditschwemme noch ein Überangebot an Wohnungen.

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13:55 Uhr

China testet Medikament an Coronavirus-Erkrankten

Gilead Sciences
Gilead Sciences 63,19

Die Aktien des US-Pharma-Konzerns Gilead liegen vorbörslich deutlich im Plus. In Wuhan, der Stadt, wo die Coronavirus-Epidemie ihren Ausgang nahm, beginnt die erste Patientenstudie mit einem Medikament des Unternehmens.

Es handelt sich um ein bisher nirgendwo zugelassenes anti-virales Medikament, das ursprünglich für den Kampf gegen Ebola entwickelt worden war.

13:40 Uhr

Angst vor Johnsons Brexit-Plan - Pfund gerät ins Rutschen

Die wieder aufgeflammte Furcht vor einem harten Brexit brockt dem Pfund Sterling den größten Kursrutsch des Jahres ein.

Die britische Währung verbilligte sich nach Johnsons Rede um etwa ein Prozent auf 1,3058 Dollar. Auslöser des Ausverkaufs war die teilweise bereits zuvor bekanntgewordene Rede von Premierminister Boris Johnson. Darin betonte er, Großbritannien wolle sich nicht an die EU-Regeln halten. Sollte die Staatengemeinschaft einem Freihandelsabkommen nach dem Vorbild der Einigung mit Kanada nicht zustimmen, werde er eine lockerere Bindung anstreben, wie sie beispielsweise Australien habe.

13:27 Uhr

Saudi-Arabien will Ölförderung drastisch kappen

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 57,20

Saudi-Arabien erwägt nach Angaben von Opec-Beamten eine drastische, kurzfristige Drosselung der Ölförderung, um auf die Auswirkungen des Coronavirus auf die Ölnachfrage zu reagieren. Vertreter der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) und ihrer Verbündeten werden sich am Dienstag und Mittwoch treffen, um mögliche Maßnahmen zu erörtern, nachdem der Virenausbruch in China zum stärksten monatlichen Ölpreisrückgang seit 30 Jahren geführt hat. China ist weltweit das größte Ölverbrauchsland.

In einem Szenario würde Saudi-Arabien zusammen mit dem Rest der Gruppe eine kollektive Reduzierung um 500.000 Barrel pro Tag vornehmen, die bis zum Ende der Krise bestehen bliebe, sagten die Opec-Beamten. Eine andere Option, die in Erwägung gezogen werde, wäre eine vorübergehende Kürzung um 1 Million Barrel pro Tag durch die Saudis, um einen Schock auf den Ölmärkten zu verursachen und die Ölmärkte wieder zu beleben, sagten die Beamten.

13:15 Uhr

Apple schließt alle China-Läden

Die vorübergehende Schließung aller Filialen in China setzt Apple zu. Der US-Konzern notierte vorbörslich ein Prozent tiefer.

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(Foto: picture alliance/dpa)

Am Wochenende hatte der iPhone-Hersteller angekündigt, wegen des Coronavirus alle Geschäfte auf dem chinesischen Festland bis zum 9. Februar geschlossen zu halten. Die Analysten von Wedbush gehen aber davon aus, dass die Auswirkungen dieser Vorsichtsmaßnahme vernachlässigbar seien. Der Großteil des Geschäfts mit iPhones und AirPods aus China und den umliegenden Ländern habe im Vorfeld des chinesischen Neujahrs stattgefunden. Viele Verkäufe würden zudem im Internet abgewickelt.

12:57 Uhr

US-Aktien im Plus erwartet

Auch die Wall Street dürfte gleich nach den deutlichen Verlusten am Freitag mit Aufschlägen in die neue Handelswoche starten. Der Future auf den S&P-500 legt vorbörslich leicht um 0,5 Prozent zu.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.388,35

"Bis der Höhepunkt der Virusausbreitung erreicht ist, hängt der Aktienmarkt in der Luft - zum Verkaufen ist es zu spät, zum Kaufen zu früh", so Sean Darby, globaler Aktienstratege von Jefferies.

Konjunkturseitig steht kurz nach Handelsbeginn in den USA die Veröffentlichung des Markit-Einkaufsmanagerindexes für das verarbeitende Gewerbe für Januar in zweiter Lesung an. Bei der ersten Veröffentlichung lag er bei 51,7 nach 52,4. Eine weitere Indikation für die Entwicklung in dem Sektor im Januar könnte der ISM-Index geben. Analysten erwarten hier einen Anstieg auf 48,5 von zuvor 47,2. Zudem werden Daten zu den Bauausgaben für Dezember vorgelegt, wo ein leichter Rückgang erwartet wird.

12:25 Uhr

Deutscher IT-Konzern wächst rasant

Bei der Digitalisierung in Deutschland tut sich was. Das bestätigt ein Blick in die Zahlen des IT-Dienstleisters Bechtle.

Der Umsatz legte 2019 nach vorläufigen Zahlen um mehr als 24 Prozent auf 5,37 Milliarden Euro zu, wie Bechtle mitteilte. Damit habe das Unternehmen sein selbst gestecktes Ziel von fünf Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2020 bereits ein Jahr früher als geplant erreicht. Der Gewinn vor Steuern sei im vergangenen Jahr um rund 22 Prozent auf 236 Millionen Euro gestiegen.

Ende Dezember beschäftigte das Unternehmen aus Neckarsulm konzernweit fast 11.500 Mitarbeiter - rund 1.500 mehr als vor Jahresfrist.

12:15 Uhr

Thyssenkrupp finden keinen Halt

Der deutsche Aktienmarkt meldet sich nach der sehr schwachen Vorwoche mit einem Erholungsversuch zurück.

Der Dax notiert am Mittag 0,3 Prozent höher bei 13.019 Punkten. Für den MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten ging es um 0,24 Prozent auf 28.051,45 Zähler nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann rund 0,2 Prozent.

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 10,85

Während in Asien das Virus die Börsen fest im Griff hat, geht es in Frankfurt vor allem um die Berichtssaison der Unternehmen:

  • Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers wird für einen Gewinnrückgang abgestraft.
  • Die Thyssenkrupp-Aktien setzten ihre Talfahrt fort und sackten um 4,2 Prozent ab. Am Freitag zur Hauptversammlung des kriselnden Stahl- und Industriekonzerns hatten sie bereits 4,6 Prozent an Wert eingebüßt.
  • Der Autozulieferer Stabilus bestätigte trotz eines schwachen ersten Quartals seine Ziele für das Geschäftsjahr 2019/20. Die Stabilus-Papiere fielen um 0,9 Prozent.
12:00 Uhr

Hongkong stürzt in tiefe Rezession - Am Virus liegt es nicht

Wir bleiben für eine weitere, leider schlechte Nachrichte in China: Diese hat aber nichts mit der aktuellen Virusepidemie zu tun: Die Hongkonger Wirtschaft ist im vergangenen Jahr (also vor dem Corona-Ausbruch) deutlich geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel um 1,2 Prozent niedriger aus als 2018, wie die Regierung der Sonderverwaltungszone bekanntgab. Es war der erste Rückgang seit zehn Jahren.

Im vierten Quartal lag das Minus den Angaben zufolge sogar bei 2,9 Prozent.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong demonstrieren seit Monaten Anhänger der Demokratiebewegung. Die Kundgebungen sind immer wieder von Gewalt zwischen Polizisten und Demonstranten überschattet. Stark belastet wurde die Wirtschaft der Metropole außerdem durch den Handelsstreit zwischen China und den USA.

11:48 Uhr

Verbraucherstimmung trübt sich ein

Viele Verbraucher in Deutschland halten sich zu Jahresbeginn aus Skepsis über die wirtschaftliche Entwicklung weiter zurück. "Viele bauen deshalb eher ein Finanzpolster auf, um für etwaige finanziell angespannte Phasen im Laufe des Jahres gerüstet zu sein", teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) mit.

Das Konsumbarometer des Verbands war im Januar auf 99,18 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit mindestens zwei Jahren gefallen. Zum Februar-Beginn stagnierte der Index, der die Erwartungen der Verbraucher für die nächsten drei Monate widerspiegelt. Dazu befragt der Verband stets rund 2000 Menschen.

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11:08 Uhr

Virus versetzt Rohstoffmärkte in Schrecken

Um 20 Prozent könnte allein Chinas Ölverbrauch im Vergleich zu den bisherigen Schätzungen aufgrund der lahmgelegten Wirtschaft einbrechen. Das chinesische Ölunternehmen Sinopec hat die Produktion schon um etwa 12 Prozent gekürzt. Das Ölexport-Kartell Opec hat ein Sondertreffen anberaumt, um den Preisverfall zu stoppen.

Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent fällt um bis zu 2,1 Prozent auf 55,42 Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit einem Jahr.

Auch die Aktien von Öl- und anderen Rohstoffkonzernen liegen in Europa gegen die allgemeine Erholungstendenz im Minus.

Am schlimmsten erwischte es jedoch nicht das Rohöl. Wichtige Industrierohstoffe wie Rohstoffe wie Eisen und Kupfer fielen an den chinesischen Future-Märkten bis an ihr maximal erlaubtes Limit.

11:33 Uhr

Chinas Währung knickt ein

Angesichts der Talfahrt am chinesischen Aktienmarkt und der anhaltenden Virus-Angst trennen sich Anleger von der Landeswährung. Der Yuan verlor am Montagmorgen gegenüber dem amerikanischen Dollar fast 1,5 Prozent an Wert. "Die Flucht in sichere Häfen ist jetzt ein großes Thema", sagte Bart Wakabayashi, in Tokio ansässiger Manager der State Street Bank.

Die als sichere Anlagehäfen geltende Währungen Japans und der Schweiz gaben zwar leicht nach. Mit 108,48 Yen pro Dollar notierte die japanische Währung aber weiter nahe dem zuletzt erreichten Drei-Wochen-Hoch. Auch der Schweizer Franken entfernte sich mit 0,96395 pro Dollar nicht weit von seinem im Januar erzielten 15-Monats-Hoch.

Der Euro hat sich am Montag zunächst kaum von der Stelle bewegt. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1085 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Freitagabend.

10:30 Uhr

So verzweifelt stemmt sich China gegen den Crash

Berichten zufolge sind rund zwei Drittel der chinesischen Wirtschaft derzeit lahmgelegt von der Corona-Epidemie oder den verzweifelten Maßnahmen der Behörden dagegen. Die wichtigsten Börsen haben allerdings wieder geöffnet, und das Ergebnis war vorhersehbar: Die Leitindizes fielen zeitweise mehr als 9 Prozent.

Zum Handelsschluss lag der Schanghai-Composite noch 7,7 Prozent im Minus. Das ließ auch andere asiatische Märkte nicht kalt: Der Nikkei-225-Index verlor in Tokio 1 Prozent, belastet vom starken Yen. Im australischen Sydney ging es mit den Kursen im Schnitt um 1,3 Prozent nach unten.

Und das alles obwohl Regierung und Zentralbank in Peking massiv in den Markt einzugreifen versuchten:

  • Die Zentralbank stellte dem Geldmarkt umgerechnet 22 Milliarden Dollar zusätzlich zur Verfügung.
  • Banken wurden angewiesen mehr Geld zu verleihen, und vor allem fällige Kredite bei Firmen in der am stärksten betroffenen Provinz Hubei nicht einzutreiben.
  • Der normalerweise rund um die Uhr laufende Handel mit Futures an den Börsen zum Beispiel auf Aktien wurde ausgesetzt.
  • Die Finanzaufsicht setzte verschiedene normalerweise an Neujahr ausgelaufene Fristen für Finanzunternehmen wie Versicherungen aus oder verlängerte sie auf unbestimpte Zeit.
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10:11 Uhr

Abhängigkeit von Boeing wirft Ryanair zurück

Mehrere gute, aber auch einen schlechte Nachricht von Ryanair für die Aktionäre:

- Ryanair hat im schwierigen, gewöhnlich verlustbringenden, dritten Geschäftsquartal schwarze Zahlen geschrieben.

- Das Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 700 Millionen Euro werde um zwei Monate bis Ende Juli verlängert.

- Das Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max wirft den Billigflieger bei seinen Wachstumsplänen zurück. Die Gesellschaft werde die Schwelle von jährlich 200 Millionen Passagieren ein bis zwei Jahre später erreichen als bisher geplant, teilte Ryanair mit. Statt im Geschäftsjahr bis Ende März 2024 werde dieses Ziel erst 2025 oder 2026 erreicht. Der Konzern betreibt mehr als 470 Mittelstreckenjets, fast durchweg herkömmliche Boeing 737. Von der spritsparenden Neuauflage 737 Max haben die Iren 135 Exemplare bestellt, aber wegen des Flugverbots noch keine einzige Maschine erhalten.

10:10 Uhr

Einkaufsmanager machen Hoffnung

Die etwas besser als erwarteten Einkaufsmanager-Indizes aus Deutschland, Frankreich und Italien können die Stimmung an den Aktienmärkten etwas stützen. Dax und Cac-40 notieren aktuell nur knapp unter ihren Tageshöchstständen.

Im Blick steht aber weiter das Coronaviraus: "Die Auswirkungen des Virus werden noch lange spürbar sein, zumindest psychologisch", sagt John Vail, Chefstratege beim Vermögensverwalter Nikko.

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10:58 Uhr

Trumps Trauma: Deutschland steigert Rekordüberschuss weiter

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Alles muss raus: Die extreme Exportabhängigkeit ist auch für Deutschland in mehrerer Hinsicht problematisch, warnen Experten.

(Foto: dpa)

Ob EU-Kommission, Internationaler Währungsfonds und vor allem US-Präsident Donald Trump - sie alle stören sich seit Jahren an Deutschlands gigantischem Überschuss in der Leistungsbilanz. Nun hat Deutschland dem Ifo-Institut zufolge 2019 das vierte Jahr in Folge den weltweit größten Überschuss erzielt und seinen eigenen Rekord noch einmal gesteigert.

Er betrage  umgerechnet rund 293 Milliarden Dollar, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von Ifo-Ökonom Christian Grimme. Der enorme Betrag kommt vor allem deshalb zustande, weil weit mehr Waren ins Ausland verkauft als von dort bezogen werden. Mit weitem Abstand auf dem zweiten Platz folgt Japan (194 Milliarden Dollar) vor China (183 Milliarden Dollar).

Den Ifo-Kalkulationen zufolge entsprach der Betrag im vergangenen Jahr 7,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. "Die Europäische Union hält höchstens sechs Prozent für langfristig tragfähig", betonte Grimme. Sie verweist auf die Defizite, die solch großen Überschüssen gegenüberstehen, und warnt vor den hohen Schulden der betroffenen Länder.

09:35 Uhr

Aktien von Siemens-Spin-Off fallen wie ein Stein

Die größte Bewegung in der Dax-Familie zeigen am Morgen Healthineers. Die Papiere des Siemens-Spin-Offs brechen zu Handelsbeginn um 6,5 Prozent ein.

Siemens Healthineers
Siemens Healthineers 40,41

Die Medizintechnik-Sparte von Siemens ist mit einem Gewinnrückgang ins neue Geschäftsjahr 2019/20 gestartet. Der Nettogewinn von Siemens Healthineers ging im ersten Quartal (per Ende Dezember) um zwölf Prozent auf 304 Millionen Euro zurück und lag damit klar unter den vom Unternehmen selbst erhobenen Analystenschätzungen.

"Die Profitabilität war durch temporäre Effekte gedämpft", räumte Vorstandschef Bernd Montag ein. Vor allem der für gewöhnlich zuverlässigste Gewinnbringer, das Geschäft mit Röntgen-, Ultraschall- und MRT-Geräten, schwächelte. Dabei stieg der Konzernumsatz von Oktober bis Dezember auf vergleichbarer Basis um 5,5 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite brach auf 13,5 (erstes Quartal 2018/19: 16,4) Prozent ein.

Montag bestätigte aber die Prognosen für 2019/20. 

09:15 Uhr

Panik in China - Zuversicht im Dax

In China fallen die Märkte so tief, wie die Regeln es an einem Tag erlauben: Knapp acht Prozent an allen wichtigen Festland-Börsen.

Doch die Anleger in Deutschland haben den nach den Neujahrsferien erwartbaren Einbruch in China schon hinter sich gelassen: Der Dax macht am Morgen in den ersten Handelsminuten 0,3 Prozent gut auf 13.022 Punkte.  Für den MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten ging es um 0,16 Prozent auf 28 029,51 Zähler hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,4 Prozent. 

Ganz oben finden sich die Pharma-Werte Bayer und Merck mit einem Plus von 1,2 beziehungsweise 1,0 Prozent wieder. Tief im Minus dagegen die Deutsche Bank: Die Aktien verlieren 1,5 Prozent.

08:53 Uhr

Wuhan-Virus: So steigt die Zahl der Infizierten

Am ersten Handelstag nach der einwöchigen Feiertagspause geht es an den chinesischen Börsen steil abwärts. Der Schanghai-Composite-Index verliert zu Wochenbeginn zeitweise über 8 Prozent.

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Beobachter hatten allerdings Schlimmeres erwartet: Die Finanzmärkte in China waren seit dem 24. Januar wegen der Feierlichkeiten zum chinesischen Mondneujahr geschlossen und können daher erst jetzt auf die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus reagieren, das kürzlich erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetreten war.

Dass die chinesische Zentralbank am Montag zusätzliche Liquidität in den Markt gepumpt hat, lindere den Verkaufsdruck etwas, heißt es aus dem Handel. Die People's Bank of China (PBoC) hatte diese Maßnahme in der vergangenen Woche angekündigt.

Marktbeobachter sprachen von einer "geordneten" Wiederaufnahme des Handels nach der Feiertagspause. Der befürchtete Crash mit etwaigen Verlusten von 10 Prozent oder mehr sei ausgeblieben. Was die zahlreichen chinesischen Kleinanleger angehe, "spricht das Geld lauter als alle Worte".

Zum Handelsschluss notierte der Schanghai-Composite noch 7,72 Prozent im Minus. Die Börse in Hongkong schaffte dagegen den Dreh ins Plus und schloss 0,3 Prozent höher. Der Nikkei-225-Index verlor in Tokio 1 Prozent, belastet vom starken Yen.

08:42 Uhr

Ryanair leidet unter dem 737-Max-Debakel

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Gebremstes Passagierwachstum: Die Probleme bei Boeing wirken sich auf Ryanair aus.

imago images/ZUMA Press

Die irische Billigfluglinie Ryanair muss sich wegen des weiter dauernden weltweiten Flugverbots der Unglücksmaschinen vom Typ Boeing 737 Max vom langfristiges Ziel für das Passagierwachstum verabschieden.

  • Ursprünglichen Planungen zufolge sollte Ryanair die Marke von 200 Millionen Fluggästen je Geschäftsjahr bis März 2024 erreichen. Mit dieser Marke sei nun aber frühestens 2025 oder 2026 zu rechnen, wie Ryanair zu Wochenbeginn mitteilte.
  • Im Geschäftsjahr bis zum 31. März 2021 erwartet Ryanair eine Zahl von 157 Millionen beförderten Fluggästen. Das wäre ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber den für das laufende Geschäftsjahr erwarteten 153 Millionen Passagieren.
  • In den vergangenen fünf Jahren waren die Passagierzahlen der irischen Airline durchschnittlich um zehn Prozent pro Jahr gestiegen.

Mit einem Bestellvolumen von insgesamt 210 Max-Modellen ist die Airline, die ausschließlich mit Boeing-Maschinen fliegt, einer der größten Abnehmer des Flugzeugmodells. Die 737-Max-Flieger müssen wegen zweier Abstürze im Oktober 2018 und im März 2019 mit 346 Todesopfern weiterhin am Boden bleiben. Ursprünglich sollten im nächsten Sommer 58 neue Max-Flieger für Ryanair in Betrieb gehen. Der Stückpreis liegt laut Liste zwischen 100 und 130 Millionen Dollar.

Ryanair
Ryanair 15,40

 

07:54 Uhr

Milliarden-Deal: Wirecard-Rivale greift sich Ingenico

Eine spektakuläre Übernahme in Frankreich lenkt die Aufmerksamkeit der Börsianer auf die Bewegungen in der Wachstumsbranche für digitale Zahlungsdienstleistungen: Der französische Wirecard-Wettbewerber Worldline will die ebenfalls in Frankreich ansässige Ingenico Group übernehmen.

  • Der Zusammenschluss ist bereits ausgemachte Sache: Wie beide Unternehmen übereinstimmend mitteilten, haben sich die Verwaltungsgremien beider Seiten grundsätzlich geeinigt.
  • Den Kaufpreis für Ingenico in Höhe von insgesamt 7,8 Milliarden Euro will Worldline demnach in eigenen Aktien und in bar aufbringen.
  • Für sieben Ingenico-Aktien bietet Worldline elf eigene Aktien und zusätzlich 160,5 Euro in bar, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht.
  • Die Offerte liege 24 Prozent über dem Kursniveau der Ingenico-Aktie im vergangenen Monat, heißt es.

Sollte der Zusammenschluss gelingen, würde ein Konzern mit weltweit etwa 20.000 Mitarbeitern entstehen. Die deutsche Wirecard AG, die in den vergangenen Jahren mit digitalen Zahlungsdienstleistungen rasant gewachsen ist, beschäftigt rund um den Globus lediglich etwas mehr als 5300 Mitarbeiter.

Wirecard
Wirecard 136,10

07:27 Uhr

Virus-Verkaufswelle in China: Dax stemmt sich gegen die Angst

Unruhe erfasst den internationalen Börsenhandel: In China brechen die Kurse nach der Feiertagspause ein. Anleger sorgen sich um die Folgen der Coronavirus-Epidemie. Selbst massiver geldpolitischer Feuerschutz kann die Verkaufswelle nur eindämmen.

Bislang bleibt der Ausverkauf jedoch auf den chinesischen Handel beschränkt. Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich vor diesem Hintergrund ein bemerkenswert robuster Wochenauftakt ab.

  • Der Leitindex Dax wird in den vorbörslich errechneten Indikationen bei 12.997,00 Punkten gesehen, was einem Plus von 0,1 Prozent entspricht.
  • Vor dem Wochenende war das Frankfurter Börsenbarometer bereits 1,3 Prozent schwächer bei 12.981,97 Zählern aus dem Handel gegangen.
  • An der Wall Street lief der letzte Handelstag im Januar ebenfalls schlecht: Der Dow-Jones-Index beendete den ersten Börsenmonat des neuen Jahres mit einem Tagesminus von 2,09 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der prominenteste US-Leitindex damit 0,99 Prozent im Minus.
Dax
Dax 13.783,89

06:00 Uhr

Schlagzeilen vom Wochenende